Aktie der Woche

VW-Aktie: Extrem günstig – aber lohnt sich der Kauf?

Luis Ropero
Social Media & Videocreator
Andreas Jalsovec
Redakteur
Veröffentlicht am: 27.02.2026

VW ist Europas größter Autokonzern. Die Aktie ist extrem günstig bewertet. Ist das eine Chance für Anleger? Unsere Analyse zur "Aktie der Woche" vergleicht Volkswagen mit Konkurrenten wie Tesla, BYD oder BMW.

Künftig soll alles schneller gehen bei Volkswagen – zumindest auf dem chinesischen Markt: Der Konzern nutzt jetzt die KI-Software seines chinesischen Partners XPeng – unter anderem, um das autonome Fahren voranzutreiben. Das KI-Programm soll in Modellen für den chinesischen Markt eingesetzt werden. Es verarbeitet visuelle Umgebungsdaten und setzt sie in Fahrmanöver um. Der Rückgriff auf eine Partner-Lösung statt eigener Entwicklung soll mehr Tempo in den Marktstart bringen.

VW kämpft in China mit dem Verlust an Marktanteilen. Auch sonst steht Europas größter Autobauer vor gewaltigen Herausforderungen. Zwar fährt der Konzern mit Luxusautos wie Porsche gute Gewinne ein. Doch die Kernmarke VW leidet unter schwacher Profitabilität. Der Konzern hat ein hartes Sparprogramm angekündigt.

Anleger dürften gespannt auf die Bilanz blicken, die VW am 10. März vorlegt. In unserer Serie "Aktie der Woche" nehmen wir das Unternehmen unter die Lupe und vergleichen es mit Konkurrenten wie Tesla, BMW oder BYD. 

Wir sagen Ihnen, wie Volkswagen in unserem Vergleich abschneidet und wie attraktiv die extrem günstig bewertete VW-Aktie wirklich für Anlegerinnen und Anleger ist.

 

Mit der "Aktie der Woche" geben wir Ihnen Hilfestellung: Unser Börsenexperte Luis Ropero bewertet wöchentlich die Aktien von Unternehmen, die die Börse bewegen. Das Ergebnis fasst er in einem Kurzvideo auf Instagram zusammen.

Das Geschäftsmodell: Die Last der Marken

Volkswagen ist ein Weltkonzern mit vielen Marken – von Massen-Modellen wie Škoda und Seat bis hin zu Luxusautos wie Bentley oder Lamborghini. Doch die Markenvielfalt ist auch eine Last. Das Unternehmen versucht deshalb, seine Strukturen zu verschlanken:

  • Elektromobilität: Mit der ID-Familie will VW den Massenmarkt erobern, hinkt technologisch aber hinterher – insbesondere bei der Software.
     
  • China-Geschäft: Einst der Goldesel des Konzerns, gerät VW hier durch chinesische Anbieter wie BYD massiv unter Druck.
     
  • Software-Sparte Cariad: Die Entwicklung eigener Software-Plattformen verschlingt Milliarden und verzögert wichtige Modellanläufe.

Das Management will VW zum softwaregetriebenen Mobilitätsanbieter umbauen. Doch der Weg dorthin ist teuer. Die schwache Nachfrage nach Elektroautos in Europa erschwert den Umbau.

Die Analyse: Im Vergleich ganz hinten

Unsere Analyse zur Aktie der Woche zeigt ein ernüchterndes Bild. Im Vergleich mit Konkurrenten wie Tesla, BYD, BMW und Mercedes belegt Volkswagen mit 5,5 von 13 möglichen Punkten den letzten Platz (siehe Tabelle).

Das Gesamtergebnis der Vergleichsgruppe

Unternehmen
Gesamtpunktzahl
Tesla10,5
BMW9,0
BYD9,0
Mercedes6,0
VW5,5
Quelle: biallo.de, eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 26.02.2026

Der Konzern versucht den Spagat zwischen Kostensparen und Elektro-Offensive. In den vergangenen zwei Jahren gingen die Gewinne bei Volkswagen deutlich zurück (siehe Grafik). Auch deshalb will das Unternehmen bis 2028 rund 20 Prozent der Kosten einsparen, bis 2030 sollen 35.000 Stellen wegfallen.

Gewinnentwicklung bei VW: Hoffnung auf Besserung

Gewinn pro Jahr in Milliarden Euro
ab 2026 erwarteter Gewinn: Quellen: Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 26.02.2026

Die Analyse zeigt: VW hinkt vor allem bei der Rendite hinterher. So liegt der Konzern sowohl bei der Kapital- als auch bei der Eigenkapitalrendite auf dem letzten Platz in der Vergleichsgruppe. Der Autobauer setzt sein Kapital deutlich weniger effizient ein als etwa Tesla oder BYD. Die wichtigsten Kennzahlen der Analyse:

Schwache Rendite: Volkswagen in Zahlen

Kennzahl
Wert
Platz im Vergleich
Umsatzwachstum¹7,84 %3
Erwartetes Umsatzwachstum²3,32 %4
Gewinnwachstum¹-7,27 %5
Erwartetes Gewinnwachstum²12,60 %3
EBIT-Marge³5,00 %5
EBIT-Margenwachstum³11,49 %2
EBIT-Drawdown³-59,41 %5
Eigenkapitalquote31,00 %5
Eigenkapitalrendite (ROE)⁴3,42 %5
Kapitalrendite (ROCE)⁴2,30 %5
Forward-KGV⁵7,61
¹Durchschnitt letzte sechs Jahre; ²Prognose nächste vier Jahre; ³EBIT-Marge = Verhältnis des Gewinns vor Zinsen und Steuern (EBIT) zum Umsatz, EBIT-Drawdown = größter Rückgang des Gewinns im betrachteten Zeitraum; ⁴ROE = Return on Equity, ROCE = Return on Capital Employed; ⁵Forward-KGV = Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des erwarteten Gewinns; Quelle: biallo.de, eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 26.02.2026 

Die Aktie: 17 Prozent Kurspotenzial

Der Kurs der Volkswagen-Vorzugsaktie spiegelt die Krisenstimmung wider. Das Papier notiert bei knapp 100 Euro. In einer Berg- und Talfahrt verlor die Aktie innerhalb eines Jahres rund fünf Prozent (siehe Chart), in den vergangenen drei Jahren waren es 20 Prozent.

VW-Aktie: Auf Berg- und Talfahrt

Kurs in Euro. Quelle: Trading View, Stand Aktienkurs 26.02.2026  

Kleines Trostpflaster: Die Aktie ist mittlerweile sehr günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des erwarteten Gewinns ("Forward-KGV") liegt bei lediglich 7,6. Anleger zahlen damit für das Papier weniger als das Achtfache des erwarteten Jahresgewinns. Zum Vergleich: Tesla hat ein Forward-KGV von mehr als 200.

Experten sehen deshalb bei der VW-Aktie durchaus Potenzial. Auf Basis von 21 Analysteneinschätzungen liegt das durchschnittliche kurzfristige Kursziel bei 117,30 Euro. Das entspräche einem Aufwärtspotenzial von fast 17 Prozent (siehe Grafik). Auch die Dividendenrendite von gut sechs Prozent lockt Anleger an.

Kursziel für die VW-Aktie

Quellen: Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand Aktienkurs: 25.02.2026

Das Fazit: Sanierungsfall für Geduldige

Volkswagen ist das Sorgenkind in unserem Aktien-Check zur Automobilbranche. Die niedrige Bewertung und die hohe Dividende der Aktie sind zwar verlockend. Sie sind aber der Preis für das Risiko bei dem Papier. Das macht unter anderem der hohe EBIT-Drawdown deutlich, also der größte Rückgang des Gewinns in fünf Jahren. Er liegt bei fast 60 Prozent. Das VW-Geschäft reagiert also empfindlich auf Krisen.

Wer in Volkswagen investiert, setzt darauf, dass die harte Sanierung gelingt und sich das China-Geschäft stabilisiert. Im Vergleich zum US-Konkurrenten Tesla fehlt VW derzeit die Wachstumsfantasie, im Vergleich zum chinesischen Konkurrenten BYD die technologische Geschwindigkeit. Die Aktie ist daher nur etwas für sehr geduldige Anleger, die bereit sind, hohe Schwankungen auszusitzen.

Über den Social Media & Videocreator Luis Ropero

Luis Ropero ist das Gesicht unserer Social-Media-Kanäle. Er ist verantwortlich für unseren Video-Content. Als erfahrener Videoproduzent steht er nicht nur vor der Kamera, sondern übernimmt auch die Recherche, den Schnitt und die Nachbearbeitung, damit unsere Videos ansprechend und professionell präsentiert werden. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Luis intensiv mit der Börse und dem Aktienmarkt – eine Leidenschaft, die er in jede Analyse und jedes Video einfließen lässt. Mit seiner kreativen Herangehensweise und seinem Blick für Details bringt er komplexe Finanzthemen auf den Punkt und macht sie leicht zugänglich. 

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Andreas Jalsovec
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