Seit dem 1. April 2026 ist es offiziell: Die Postbank erhöht die Kontoführungsgebühr des "Giro extra plus" von 10,90 Euro auf 11,90 Euro pro Monat. Für Kundinnen und Kunden, die der Änderung zugestimmt haben, bedeutet das Mehrkosten von 12,00 Euro im Jahr. Wer nicht zugestimmt hat, steht vor einer Frage, die die Bank in ihrem Anschreiben bewusst offengelassen hat – und die viele Betroffene gerade beschäftigt: Was passiert jetzt mit meinem Konto? 

Was sich konkret ändert – und was jetzt für Nicht-Zustimmende gilt 

Der neue Grundpreis von 11,90 Euro gilt ab dem 1. April 2026 für alle Giro-extra-plus-Kunden, die der Erhöhung zugestimmt haben. Kostenlos bleibt das Konto weiterhin nur bei einem monatlichen Geldeingang von mindestens 3.000 Euro. Zu beachten ist dabei: Als Geldeingang zählen laut Postbank ausschließlich Überweisungsgutschriften von externen Konten – Bareinzahlungen, interne Umbuchungen innerhalb des Deutsche-Bank-Konzerns sowie Gutschriften aus Stornobuchungen werden nicht berücksichtigt. 

Die Postbank begründet die Erhöhung mit einem erweiterten Leistungsumfang – konkret nennt sie neue Unterkonten (sogenannte Pockets) und eine erweiterte Vorteilswelt mit Partnerangeboten. Die Verbraucherzentrale Hamburg zweifelt allerdings daran, dass diese Extras die Mehrkosten von 12,00 Euro pro Jahr aufwiegen. Und das Anschreiben selbst hat viele Kundinnen und Kunden verunsichert: Es fehlte der klare Hinweis, was passiert, wenn man nicht zustimmt. 

Was das konkret bedeutet: Nach dem BGH-Urteil von 2021 dürfen Banken Gebühren nicht ohne aktive Zustimmung erhöhen – Schweigen gilt nicht als Einverständnis. Wer der Postbank also nicht zugestimmt hat, zahlt zunächst weiterhin die alten Konditionen. Die Postbank darf das Konto allerdings mit einer Frist von zwei Monaten kündigen. Rückwirkend höhere Gebühren einziehen darf sie nicht. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät: Nicht unter Druck setzen lassen, die Situation in Ruhe prüfen und gegebenenfalls einen Marktvergleich nutzen, bevor man einer Änderung zustimmt. 

Die Gebührenspirale: Postbank und eine lange Vorgeschichte 

Die aktuelle Erhöhung ist kein Einzelfall – sie ist das vorläufige Ende einer langen Reihe von Preisanpassungen. 2016 schaffte die Postbank das kostenlose Girokonto ab. 2019 stieg der Grundpreis des Giro plus auf 4,90 Euro, 2021 folgte eine weitere Erhöhung. 2025 wurde das günstige Giro direkt für Neuabschlüsse eingestellt, Bestandskunden wurden auf das teurere Giro plus umgestellt. Und nun steigt der Preis des Giro extra plus erneut. 

Die Postbank ist damit kein Einzelfall, aber ein besonders anschauliches Beispiel für einen branchenweiten Trend. Laut einer Analyse von Stiftung Warentest lagen die durchschnittlichen Jahreskosten eines Girokontos in Deutschland zuletzt bei 125 Euro – Experten halten rund 60 Euro für angemessen. Das Giro extra plus ohne Geldeingangsbonus liegt mit 142,80 Euro pro Jahr deutlich über dieser Grenze. 

Was das Giro extra plus bietet – und wo es Schwächen hat 

Das Giro extra plus ist das Premiummodell der Postbank und bietet im Vergleich zu den günstigeren Kontomodellen einen spürbar größeren Leistungsumfang. Inklusive sind eine kostenlose Postbank-Debitkarte sowie eine dauerhaft kostenfreie Mastercard – als einziges Postbank-Modell ohne zeitliche Begrenzung auf das erste Jahr. Bargeld lässt sich kostenlos an über 4.500 Cash-Group-Automaten und 700 Cardpoint-Automaten mit Postbank-Logo abheben. Mit der Mastercard sind zudem kostenlose Bargeldabhebungen in allen Euro-Ländern außerhalb Deutschlands möglich. 

Ebenfalls inklusive: ein Wertpapierdepot, ein Tagesgeldkonto und drei Pockets als digitale Unterkonten mit eigener IBAN. Als einziges der aktuellen Postbank-Kontomodelle erlaubt das Giro extra plus weiterhin kostenfreie Barein- und -auszahlungen am Schalter – ein Vorteil, der besonders für Kundinnen und Kunden relevant ist, die regelmäßig Bargeld in der Filiale einzahlen oder abheben. 

Zu beachten ist allerdings: Seit Oktober 2025 kostet eine zweite Debitkarte – etwa für Gemeinschaftskonten – 6,00 Euro pro Jahr. Und angesichts des schrumpfenden Filialnetzes der Postbank, das bis Mitte 2026 von rund 550 auf nur noch 320 Standorte reduziert wird, relativiert sich der Wert des Schalterservices für viele Kundinnen und Kunden zunehmend. 

Für einen vollständigen Überblick aller Postbank-Kontomodelle und der weiteren Änderungen seit 2025 empfiehlt sich der biallo.de-Artikel „Postbank schafft Giro direkt ab – so viel mehr zahlen Kunden ab 2026". 

Für wen lohnt sich das Giro extra plus noch? 

Das Konto bleibt attraktiv für Kundinnen und Kunden, die monatlich mindestens 3.000 Euro Geldeingang nachweisen können – für sie entfällt der Grundpreis vollständig, und das umfangreiche Leistungspaket inklusive dauerhaft kostenloser Mastercard und Schalterservice ist dann schwer zu schlagen. Auch wer regelmäßig Bargeld in der Filiale einzahlt oder abhebt, profitiert von einem Vorteil, den kein anderes Postbank-Modell bietet. 

Wer hingegen den Geldeingang von 3.000 Euro nicht erreicht, zahlt künftig 11,90 Euro im Monat – und bekommt dafür Leistungen, die Direktbanken oft günstiger oder sogar kostenlos anbieten. Wer digitales Banking bevorzugt und keinen Filialdienst benötigt, zahlt beim Giro extra plus schlicht zu viel. 

Die Alternativen im Vergleich 

Bank 

Konto 

Gebühr 

Besonderheit 

ING Girokonto 0 € (ab 1.000 € Geldeingang, sonst 4,90 €/Monat) Visa-Debitkarte kostenlos inklusive; kostenlose Bargeldabhebungen in der Eurozone; gute App mit Multibanking 
DKB Girokonto 0 € (ab 700 € Geldeingang, sonst 4,50 €/Monat) Mit Aktivstatus: niedrigster Dispozins der Direktbanken (7,91 % p.a.) und weltweites gebührenfreies Abheben – auch in Fremdwährungen 
MEINE BANK MEIN Girokonto 0 € (bedingungslos, ohne Mindestgeldeingang) Einzige Alternative ohne jede Eingangsvoraussetzung; girocard Debit Mastercard dauerhaft kostenlos inklusive 
Norisbank Top-Girokonto 0 € (ab 500 € Geldeingang, sonst 3,90 €/Monat) Niedrigste Mindestgeldeingangsgrenze unter den großen Direktbanken; Mastercard-Debitkarte kostenlos inklusive 

Der Wechsel zu einer Direktbank ist dabei einfacher als viele denken. Der gesetzlich geregelte Kontowechselservice verpflichtet die neue Bank, alle Daueraufträge und Lastschriften kostenlos zu übernehmen – in der Regel innerhalb weniger Wochen. Den aktuellen Girokonto-Vergleich mit allen relevanten Anbietern finden Sie auf biallo.de.

Häufig gestellte Fragen zum Postbank Giro extra plus

Was passiert, wenn ich der Postbank nicht zugestimmt habe?

Wer nicht zugestimmt hat, behält zunächst seine alten Konditionen. Die Postbank darf Gebühren nicht ohne aktive Zustimmung erhöhen – das hat der Bundesgerichtshof 2021 klargestellt. Die Bank kann das Konto jedoch mit einer Frist von zwei Monaten kündigen. Rückwirkend höhere Gebühren darf sie nicht einziehen. 

Kann die Postbank mein Konto einfach kündigen?

Ja – aber nur mit einer Frist von zwei Monaten und ohne rückwirkende Gebühren. In diesem Fall haben Sie ausreichend Zeit, in Ruhe eine Alternative zu suchen und den Kontowechsel vorzubereiten. 

Wie wechsle ich mein Girokonto? 

Der Kontowechsel ist gesetzlich geregelt und unkomplizierter als viele denken. Die neue Bank ist verpflichtet, alle Daueraufträge und Lastschriften zu identifizieren und Ihre bisherigen Zahlungspartner über die neue Bankverbindung zu informieren – kostenlos und in der Regel innerhalb von wenigen Wochen. Sie müssen dafür lediglich einen Kontowechselauftrag bei Ihrer neuen Bank stellen. 

Lohnt sich das Giro extra plus noch?

Das hängt von Ihrem Nutzungsprofil ab. Bei einem monatlichen Geldeingang von mindestens 3.000 Euro bleibt das Konto kostenlos und das Leistungspaket attraktiv. Wer diesen Schwellenwert nicht erreicht, zahlt 11,90 Euro pro Monat – und findet bei Direktbanken wie ING, DKB oder MEINE BANK günstigere oder kostenlose Alternativen. 

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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 02.04.2026

Über den Redakteur David Kotzmann

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David Kotzmann, Jahrgang 1994, kommt eigentlich aus dem Bereich Export Sales. Während eines mehrjährigen Auslandsaufenthalts war er unter anderen als freiberuflicher Blogautor in der Reisetouristikbranche tätig. Seit Anfang 2021 ist David im Team von biallo.de. Über die letzten Jahre konnte er sich ein umfangreiches Wissen in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen aneignen. Er schreibt vor allem Artikel in den Ressorts Kreditkarten, Girokonten und Produkttests. Außerdem ist er für das Content editing verantwortlich.

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