Was ist eigentlich ein Kontokorrentkredit?

Kredit Was ist eigentlich ein Kontokorrentkredit?

Birgit Müller
von Birgit Müller
12.03.2019
Auf einen Blick
  • Kontokorrentkredite sind eher bekannt als Dispositionskredite, die Sie wie eine Art Zwischenkredit nutzen können.

  • Wie hoch der Kreditrahmen ist, den die Bank einräumt, ist individuell unterschiedlich. Wichtige Faktoren sind Einkommen, Sparguthaben und das Verhandlungsgeschick des Kunden.

  • Die Kosten für Kontokorrentkredite variieren deutlich. Ein Vergleich lohnt sich.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Kontokorrentkredit ist kein schönes Wort. Der positive Nutzen hingegen ist unumstritten. Kontokorrentkredite sind eher bekannt als Dispositionskredite, die Sie wie eine Art Zwischenkredit nutzen können. Der Kontokorrentkredit wird auf Ihrem Girokonto eingerichtet für den Fall, dass mal kein Geld mehr auf dem Konto ist - zum Beispiel am Ende des Monats. Es gibt also kein extra Kontokorrentkonto oder einen extra Kredit.

Auf dem Girokonto wird eine Kreditlinie - oder auch Kreditlimit genannt - eingerichtet, was sich bei den Bankern Dispositonskreditrahmen nennt. Dafür wird Ihnen ein Zinssatz berechnet, der von Bank zu Bank unterschiedlich ausfällt, und bei manchen Geldhäusern ganz schön teuer ist. Ein Vergleich lohnt sich also, wenn Sie Ihren Kontokorrentkredit häufig in Anspruch nehmen.

Wenn Sie sich für weitere spannende Geldthemen interessieren, abonnieren Sie gleich den kostenlosen Biallo-Newsletter.

Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Wie viel Kontokorrentkredit Ihnen zusteht

Früher galt für den Kontokorrentkredit die Banker-Regel: In Höhe von drei Monatsgehältern darf der Kunde sein Girokonto mit dem Dispokredit maximal ins Soll führen. Diese Faustformel, wenn auch in vielen Köpfen noch verankert, ist jedoch veraltet. Mittlerweile verhandelt der Kontoinhaber mit dem Bankberater seine ganz individuelle Höhe vom Kontokorrentkredit.

Ob es 500 Euro oder 10.000 Euro Kontokorrentkredit werden, hängt dabei von vielen Faktoren der Finanzierung ab:

  • Am wichtigsten bleibt für die Entscheidung über das Kreditlimit die Höhe Ihres Einkommens und ob Sie eine Festanstellung haben oder "nur" einen befristeten Arbeitsvertrag. Bei letzterem wird der Kontokorrentkredit sicher eher niedriger ausfallen.
  • Haben Sie Guthaben auf einem Festgeldkonto, Bausparvertrag oder Sparbrief vorzuweisen? Dann wird Ihnen der Banker sicher einen höheren Kreditrahmen einräumen.
  • Letztendlich kommt es aber auch auf Ihr Verhandlungsgeschick an.

Unterschied Kontokorrentkredit und Überziehung

Hier sollten Sie aufpassen: Einige Geldhäuser berechnen neben dem Zinssatz für den Kontokorrentkredit noch einen weiteren Zinssatz - den Zinssatz für eine Überziehung. Der fällt an, wenn Sie mehr Geld brauchen, als mit der Bank vereinbart wurde.

Beispiel: Sie haben 5.000 Euro Kontokorrentkredit auf Ihrem Girokonto und diesen vollständig in Anspruch genommen. Ihr Konto weist also ein Minus von 5.000 Euro auf. Am Ende des Monats müssen Sie eine offene Rechnung bezahlen und weitere 700 Euro überziehen. Genehmigt das Ihre Bank, wird es häufig richtig teuer. Sind Sie zum Beispiel Kunde der Postbank, berechnet diese bei ihrem Kontomodell "Giro direkt" für die 700 Euro extra 14,95 Prozent Zinsen im Jahr. Für die 5.000 Euro ruft die Bank Zinsen in Höhe von 10,55 Prozent für den Kontokorrentkredit auf. Das geht auch billiger.

3
 
Anbieter
Dispo
Überziehung
 
1.
4,09%
4,09%
2.
6,50%
11,00%
3.
6,58%
6,58%

Banken legen Zinsen zusammen

Viele Banken verlangen mittlerweile nur noch einen Zinssatz von Ihren Kunden: Die Deutsche Kreditbank (DKB) zum Beispiel oder die ING berechnen 6,90 bzw. 6,99 Prozent im Jahr - egal ob es sich um den Kontokorrentkredit oder die geduldete Überziehung handelt. Bei Comdirect sind es 6,50 Prozent. Spitzenreiter des Biallo-Dispo-Vergleichs ist die Skatbank mit 4,18 Prozent.

Tipp: Lesen Sie hier, wo es die günstigsten Dispozinsen gibt.

Das Einkommen ist am Monatsende aufgebraucht, die Waschmaschine geht kaputt und der Urlaub wird teurer als gedacht. Es gibt viele Alltagssituationen, in denen man spontan Geld von der Bank braucht. Ist nicht genügend Rücklage auf dem Tagesgeldkonto, nutzen viele Verbraucher ihren Kontokorrentkredit allerdings dauerhaft. Eine Überschuldung droht dann, wenn Ihre Ausgaben die Einnahmen ständig übersteigen.

Ist Ihr Girokonto dauerhaft mit beispielsweise 1.000 Euro im Minus, ist dies ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor. Bei der Postbank mit ihren 10,55 Prozent allein für den Kontokorrentkredit, fallen übers Jahr betrachtet mehr als 100 Euro hierfür an.

Biallo-Tipp

Sie sind ständig im Minus? Dann kann es sich lohnen, Ihr Girokonto umzuschulden. Das geht so: Sie nehmen einen Ratenkredit in der gleichen Höhe auf und zahlen Ihren Kontokorrentkredit vollständig zurück. Wenn Sie dauerhaft schuldenfrei sein wollen, sollten Sie jedoch den Kontokorrentkredit bei der Bank streichen, sonst droht erneut die Schuldenfalle. Ausführliche Informationen zum Thema Umschuldung lesen Sie hier.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Birgit Müller
Birgit Müller
Autorin
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Artikel kommentieren
Birgit Müller
Birgit Müller
E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Birgit Müller
Birgit Müller
E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de