Kredit umschulden und Geld sparen

Umschuldung Kredit umschulden und Geld sparen

von Anette Stein
05.06.2018
Auf einen Blick
  • Das nach wie vor günstige Zinsniveau eignet sich hervorragend, um einen teuren Altkredit umzuschulden. 

  • Eine Umschuldung ist meist auch ein probates Mittel, um eine Überschuldung abzuwehren, indem Kreditnehmer mehrere Verbindlichkeiten zusammenlegen.

  • Bei einer Umschuldung im Volumen von 10.000 Euro sind Ersparnisse an Zinskosten von mehreren Hundert Euro möglich.
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Die Zinsen sind im Moment günstig, doch nicht jeder hat auch einen günstigen Kredit. Viele Kreditnehmer haben vor Jahren einen Privatkredit aufgenommen und zahlen dadurch höhere Zinsen als heute üblich. Da lohnt sich die Frage: Wie kann ich trotzdem von günstigen Zinsen profitieren, um meine Kosten dauerhaft zu senken? Die Lösung für dieses Problem kann eine Umschuldung sein. Diese verspricht dann in den meisten Fällen bessere Konditionen für die Restlaufzeit des Kredites.

Was bedeutet eine Umschuldung?

Überall dort, wo Kreditverhältnisse bestehen, sei es bei Privatpersonen, Unternehmen oder Staaten, sind Umschuldungen ein bewährtes Mittel, um die finanzielle Belastung bei Banken zu senken. Das Ziel dieser Operation ist es, die Zins- oder auch Tilgungslast zu verringern - bei gleicher Kredithöhe. Möglich ist es auch, mehrere Kredite zu verbinden, um nur noch einen Kreditvertrag in den Händen zu halten. Würde nicht gehandelt werden, so fehlt nicht nur die Liquidität, sondern es kann auch eine Überschuldung drohen. Um genau dies zu verhindern, sind Umschuldungen auch einstmals entstanden.

Mehrere Strategien sind möglich. So kann es sinnvoll sein, die monatliche Belastung durch Zins und Tilgung zu reduzieren, um mehr Geld zum Leben zu haben. Eine Alternative für ältere Personen kurz vor der Rente kann es sein, die Höhe der Tilgung entsprechend der Zinsersparnis zu erhöhen, damit der Kredit noch vor dem Renteneintritt abbezahlt ist. Dadurch würde die finanzielle Belastung in der finanzschwächeren Rentenzeit entfallen. Bei jüngeren Personen kann auch der umgekehrte Fall eine gute Lösung sein, vielleicht weil im Laufe der Kreditzeit Kinder hinzugekommen sind, die ordentlich versorgt werden wollen. In diesen Fällen kann auch die Laufzeitverlängerung eine Lösung sein, um so über mehr Geld zu verfügen. Nicht selten findet auch eine Umschuldung vom Dispokredit zum Ratenkredit statt. Hierbei sind aufgrund der meist hohen Dispozinsen die Einsparungen am größten. Dieser Schritt ist besonders dann der richtige Weg, wenn absehbar ist, dass der Dispo nicht in kurzer Zeit wieder getilgt werden kann.

Wann lohnt sich eine Umschuldung und wann nicht?

In zwei Fällen lohnt sich eine Umschuldung kaum noch, da die Zinsersparnis zu gering ist. So ist dies bei Summen unter 1.000 Euro der Fall. Auch bei Krediten, die weniger als ein Jahr Laufzeit aufweisen, ist eine Umschuldung kaum noch sinnvoll. Doch auch in weiteren Fällen ist eine Umschuldung nicht immer eine Lösung, beispielsweise bei Überschuldung. Hier sollte zunächst mit einem Schuldnerberater beispielsweise bei einer Verbraucherzentrale das richtige Vorgehen geklärt werden. Lautet dann dort die Empfehlung, eine Umschuldung vorzunehmen, steht natürlich auch hier die Suche nach einem günstigen neuen Kredit an. In der Regel wird jedoch in diesen Fällen ein sogenanntes Schuldenbereinigungsverfahren durchgeführt. Dann ist eine Umschuldung nicht sinnvoll. Auch Selbstständige können Probleme bei einer Umschuldung haben.

Es gibt nur sehr weniger Anbieter von Krediten für Selbstständige. Hier macht es dann der Berufsstatus schwierig, bessere Konditionen bei einer Umschuldung auszuhandeln. Und: Auch falls schon ein guter Vertrag mit ordentlichen Konditionen vorliegt, bringt ein Wechsel kaum noch etwas. Im Umkehrschluss heißt dies, je größer die Restschuld und je länger die Laufzeit ist, desto mehr profitiert auch der Kreditnehmer von der Umschuldung zu einer anderen Bank. So kann bei einer längeren Laufzeit bei einer Kreditsumme von 10.000 Euro durchaus eine Zinsersparnis von einigen Hundert Euro erreicht werden. Im Normalfall wird bei einer Umschuldung die Bank gewechselt, um bessere Konditionen zu erhalten. Doch keine Regel ohne Ausnahme, manch eine Bank bietet dann bei langjährigen Kunden doch mal bessere Konditionen an.

Der Ablauf

Im ersten Schritt muss die benötigte Kreditsumme ermittelt werden. Diese ist gleichzusetzen mit der Restschuld des bisherigen Vertrages bei der Bank. Liegen mehrere Kredite vor, so bildet sich aus der Gesamtsumme der Restschuld der neue Kreditbedarf. Aus dem Tilgungsplan ist die derzeitige Restschuld erkennbar. Allerdings: Wurden während der Laufzeit Sondertilgungen vorgenommen, so ist der ehemals vereinbarte Tilgungsplan obsolet, da der Bank weniger Geld geschuldet wird. Dann bringt den Kreditnehmer nur die Nachfrage bei der Bank, bei einem Online-Kredit auch der Blick in den entsprechenden Bereich weiter. Oft verlangt die neue Bank auch eine sogenannte Ablösebescheinigung vom bestehenden Kreditinstitut. Für die Ausstellung dieser Ablösebescheinigung verlangen manche Banken eine Gebühr.

Zu der Restschuld muss meist eine Vorfälligkeitsentschädigung für den Kreditwechsel einkalkuliert werden. Eine Vorfälligkeitsentschädigung ist quasi der Zinsverlust der Bank durch die Kündigung des Kredits. Diese ist auf maximal ein Prozent der Restschuldsumme begrenzt. Bei einer Restschuld von 10.000 Euro bedeutet dies eine Entschädigung in Höhe von 100 Euro. Allerdings: Nicht jede Bank verlangt auch diese Entschädigung. Und: Es sollten auch immer Vorfälligkeitsentschädigung und gegebenenfalls anfallende zusätzliche Gebühren in die weitere Berechnung miteinbezogen werden, beispielsweise bei einem zusätzlichen Wechsel des Girokontos, um die bestmöglichen Konditionen für den Kredit und das neue Girokonto zu erreichen.

Kredite richtig vergleichen

Eine gute Möglichkeit, Kredite zu vergleichen, bietet unser Kredit-Vergleichsrechner. So kann hier mit der Darlehenssumme, der Kredithöhe und der Laufzeit "gespielt" werden, um das individuell passende Angebot zu finden. In der Regel handelt sich dabei um Online-Konditionen etablierter Banken, die über gute Kreditzinsen neue Kunden finden wollen. Eine Beratung über uns ist deshalb nicht möglich.

Für Kreditnehmer gibt es mehrere wichtige Kriterien zu beachten. Ein festes Einkommen als Arbeiter, Angestellter oder Beamter wird immer vorausgesetzt. Gern gesehen wird auch, wenn der Partner mit in den neuen Kreditvertrag einsteigt. Bei einigen Anbietern sind auch Rentner willkommen. Für Selbstständige ist das Angebot hingegen dünn. Liegen Sicherheiten wie Grundstücke oder Wertpapiere vor, verbessert dies natürlich auch die Suche nach einer neuen Bank.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de