Kinderkonto-Vergleich

Bling & Revolut <18: Wenn das Kinderkonto zum Lernspiel

Franziska Baum
Redakteurin
David Kotzmann
Redakteur
Veröffentlicht am: 07.04.2026
Auch Bling und Revolut bieten Kinderkonten an. Diese unterscheiden sich aber vom Ansatz her von den Konten der Direkt- und Filialbanken.

Bling und Revolut <18 sind keine gewöhnlichen Kinderkonten – sie wollen Kindern beibringen, mit Geld umzugehen. Mit Sparzielen, Challenges und Eltern-Dashboard bieten beide mehr als jede klassische Direktbank. Aber nur einer der beiden ist wirklich kostenlos.

Sparschwein war gestern. Bling und Revolut <18 denken das Kinderkonto komplett neu: Statt nüchternem Onlinebanking bieten beide Anbieter spielerisch gestaltete Apps, die Kinder aktiv einbinden – mit Sparzielen, Challenges, Belohnungen und Ausgabenübersichten, die auch für Zehnjährige verständlich sind. Klingt nach der perfekten Lösung? Fast. Denn wie bei jeder Innovation gibt es Abstriche – und die lohnt es sich genau anzuschauen.

In unserem Kinderkonto-Vergleich 2026 haben wir beide Anbieter nach denselben Kriterien bewertet wie alle 16 Anbieter im Test. Das Ergebnis: Bling und Revolut <18 sind die klaren Sieger, wenn es um Finanzbildung und kindgerechte Features geht – und die klaren Verlierer, wenn es um Bargeld und Filiale geht.

Was beide Anbieter gemeinsam haben

Bevor wir die Unterschiede beleuchten, lohnt ein Blick auf das, was Bling und Revolut <18 verbindet – denn die Gemeinsamkeiten sind zahlreich.

Beide Anbieter funktionieren vollständig digital: Kontoeröffnung, Kartenverwaltung, Taschengeld-Überweisung und Ausgabenkontrolle laufen ausschließlich über die App. Eine Filiale gibt es nicht, Bargeld einzahlen ist bei keinem der beiden möglich. Das ist ein bewusstes Konzept – und gleichzeitig die größte Einschränkung für Familien, die den Übergang von Bargeld zu Digital aktiv begleiten möchten.

Was beide dafür bieten: ein vollständiges Eltern-Dashboard mit Ausgabelimits, Kartensperrung und Benachrichtigungen, eine kindgerechte Oberfläche sowie integrierte Sparfunktionen. Und beide setzen konsequent auf Finanzbildung als Kernfeature.

Finanzbildung & Nützlichkeit für Kinder: Hier glänzen beide

In unserer Bewertungskategorie "Nützlichkeit für Kinder" (max. 25 Punkte) schneiden Bling und Revolut <18 deutlich besser ab als alle Direktbanken im Test.

Revolut <18 erzielt hier 18 von 25 Punkten. Die App bietet Sparziele in Form von "Pockets" – eigenständige Spartöpfe für konkrete Wünsche wie ein neues Fahrrad oder Konzertkarten. Dazu kommen Challenges und Belohnungen für erledigte Aufgaben oder Hausarbeiten, die Eltern direkt in der App anlegen können. Die Ausgaben-Kategorisierung ist detailliert und übersichtlich.

Bling kommt ebenfalls auf 18 von 25 Punkten und punktet mit einem besonders durchdachten pädagogischen Ansatz: Die App wurde mit Pädagogen entwickelt und enthält Quizzes, Challenges und einen Taschengeldplaner mit automatischen Überweisungen. Spartöpfe für konkrete Sparziele sind inklusive. Hinzu kommt eine vollwertige Taschengeldfunktion, über die regelmäßige Zahlungen automatisiert werden können. Darüber hinaus stellt Bling auf seiner Webseite umfangreiches Informationsmaterial rund um Finanzbildung bereit. Was Bling von Revolut unterscheidet: Der Fokus liegt stärker auf der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kind – Aufgaben können mit Geldbeträgen verknüpft werden, was einen direkten Zusammenhang zwischen Leistung und Belohnung schafft.

Was beiden fehlt: Eine Guthabenverzinsung gibt es bei keinem der beiden Anbieter. Wenn Sie möchten, dass das Ersparte Ihres Kindes auch Zinsen bringt, müssen Sie auf andere Anbieter ausweichen.

Eltern-Kontrolle: Volle Punktzahl bei beiden

In der Kategorie Eltern-Kontrolle & Sicherheit (max. 20 Punkte) erzielen beide Anbieter starke Ergebnisse. Revolut <18 holt die volle Punktzahl von 20/20: vollständiges Eltern-Dashboard, individuelle Ausgabelimits, Kartensperrung per App und Push-Benachrichtigungen bei jeder Transaktion.

Bling kommt auf 17 von 20 Punkten. Der "Elternmodus" mit Echtzeit-Benachrichtigungen ist ein echter Vorteil – Eltern werden bei jedem Kauf sofort informiert. Leichte Abzüge gibt es, weil Benachrichtigungen optional eingestellt werden müssen und nicht standardmäßig aktiv sind.

Kosten: Hier trennen sich die Wege

Das ist der entscheidende Unterschied zwischen beiden Anbietern – und ein Punkt, den Sie vor der Entscheidung genau abwägen sollten.

Revolut <18 ist für ein Kind kostenlos. Die Kontoführung, die Debitkarte (Visa oder Mastercard) und die Grundfunktionen der App sind ohne monatliche Gebühr nutzbar. Für mehrere Kinder fällt eine Upgrade-Gebühr an, und wer eine personalisierte Karte möchte, zahlt einen einmaligen Betrag. Insgesamt sehr fair kalkuliert.

Bling hingegen arbeitet mit einem Abomodell: Bling Lite kostet 2,99 Euro pro Monat, Bling Plus 4,99 Euro und Bling Max 8,25 Euro. Das klingt zunächst überschaubar – summiert sich aber auf bis zu 99 Euro im Jahr für das günstigste Paket. Im Vergleich zu kostenlos erhältlichen Konten bei ING, Berliner Sparkasse oder Revolut <18 ist das ein echtes Argument, das Sie abwägen sollten. Positiv: Bling bietet einen Sozialrabatt für Familien, die ihn benötigen, und ermöglicht, das Kinderkonto zehn Tage kostenlos zu testen.

Einlagensicherung: Was Sie wissen sollten

Bei Bling ist zu beachten, dass der technische Dienstleister Treezor kein vollwertiges Bankinstitut ist, sondern als E-Geld-Institut arbeitet. Bling tritt dabei nur als Vermittler auf und reicht die Dienstleistung an Sie weiter. Die klassische gesetzliche Einlagensicherung, die Bankguthaben normalerweise bis 100.000 Euro schützt, greift hier nicht. Stattdessen schützt die gesetzliche Trennungspflicht (Safeguarding) das Guthaben zuverlässig vor einer Insolvenz des Anbieters – ein formell andersartiger, aber solider Schutz.

Bei Revolut <18 gilt trotz deutscher Zweigniederlassung und deutscher IBAN nicht die deutsche Einlagensicherung, sondern der litauische Einlagensicherungsfonds.

App & digitale Features: Revolut setzt den Standard

In der Kategorie App & digitale Features (max. 15 Punkte) holt Revolut <18 die volle Punktzahl (15/15). Die App ist mit 4,9 Sternen bei Apple und 4,8 bei Android die am besten bewertete im gesamten Test. Hinzu kommt ein Feature, das im Vergleich selten ist: echte virtuelle Karten – eigenständige digitale Kartennummern, die unabhängig von der physischen Karte für Online-Einkäufe genutzt werden können. Apple Pay und Google Pay sind selbstverständlich integriert.

Bling folgt dicht dahinter mit 13 von 15 Punkten und ebenfalls exzellenten App-Bewertungen (4,8 bei Apple, 4,7 bei Google). Virtuelle Karten gibt es bei Bling jedoch nicht – das Produkt ist eine Prepaid Mastercard, keine vollwertige Debitkarte mit virtueller Kartennummer.

Service: Beide mit Einschränkungen

Reine Digitalanbieter haben naturgemäß einen schmaleren Service als Filialbanken – das gilt für Bling und Revolut <18 gleichermaßen. Beide bieten keinen telefonischen Kundenservice im klassischen Sinne an; der Support läuft über In-App-Chats. Für Familien, die bei Problemen lieber persönlich oder telefonisch Hilfe suchen, kann das ein Nachteil sein.

Revolut <18 schneidet hier mit 8 von 15 Punkten ab – Abzüge gibt es vor allem wegen der eingeschränkten Servicekanäle und fehlender Bargeldeinzahlung. Bling kommt auf 9 von 15 Punkten und punktet durch etwas breiteren App-Support. Bargeld einzahlen ist auch hier nicht möglich.

Der direkte Vergleich

KriteriumRevolut <18Bling
Gesamtpunkte8276
Bewertung⭐⭐⭐⭐ (4 von 5)⭐⭐⭐⭐ (4 von 5)
KontoführungKostenlos (1 Kind)Ab 2,99 €/Monat
GuthabenverzinsungNeinNein
Integriertes SparkontoBis zu 2,00 % p.a.Sparbäume (über Evergreen)
Finanzbildung✓ Challenges & Belohnungen✓ Mit Pädagogen entwickelt
Eltern-Dashboard✓ Vollständig (20/20)✓ Stark (17/20)
Apple/Google Pay
Virtuelle Karte
Bargeldeinzahlung✗ Nicht möglich✗ Nicht möglich
Junior-Depot
App-Bewertung4,9 / 4,84,8 / 4,7
Startbonus
Stand: April 2026, eigene Recherche

Pädagogischer Mehrwert, aber mit Bedingungen

Bling und Revolut <18 sind die konsequentesten Lernkonten im Test – und damit eine echte Alternative zu klassischen Bank- oder Direktbankkonten, wenn Finanzbildung für Sie ein zentrales Thema ist. Revolut <18 überzeugt durch die stärkere App, die virtuelle Karte und die Kostenfreiheit. Bling punktet durch seinen besonders kindgerechten, pädagogisch durchdachten Ansatz – verlangt dafür aber eine monatliche Gebühr.

Für welchen Anbieter Sie sich entscheiden, hängt letztlich von Ihren Prioritäten ab: Wenn Sie ein kostenloses, digital starkes Konto mit Lernfaktor suchen, liegt Revolut <18 vorne. Wenn Ihnen ein strukturierter, begleiteter Einstieg in die Finanzwelt wichtiger ist und Sie bereit sind, dafür einen monatlichen Betrag zu investieren, ist Bling die interessantere Wahl.

Was beide nicht ersetzen können: den Gang zur Filialbank, das Einzahlen von Münzen am Automaten und die haptische Erfahrung mit echtem Geld, welche gerade für jüngere Kinder ein wichtiger Baustein der Finanzerziehung ist.

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Hinweis zur Datengrundlage

Die Grundlage unserer Bewertung bilden die offiziellen Webseiten der jeweiligen Anbieter. Angaben, die dort nicht eindeutig zu finden waren, haben wir direkt bei den Anbietern angefragt. Wo uns keine Antwort erreichte, haben wir zusätzlich im Internet nach verlässlichen Informationen recherchiert. Wir haben die Daten nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und auf Vollständigkeit geprüft – eine abschließende Gewähr für die Richtigkeit aller Angaben können wir gleichwohl nicht übernehmen, da sich Konditionen jederzeit ändern können. Bitte prüfen Sie die aktuellen Angaben vor einer Entscheidung direkt beim jeweiligen Anbieter.

 

Dieser Test basiert auf einer redaktionellen Auswahl an Kinderkonten und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der vorliegende Vergleich bildet somit nicht den gesamten Markt ab, da noch diverse weitere Kontomodelle für Minderjährige angeboten werden.

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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David Kotzmann
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