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DeutschlandDie Finanzaufsicht BaFin greift durch: Gegen die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG wurde ein Bußgeld von 325.000 Euro festgesetzt. Das Institut, das in der Vergangenheit durch ungewöhnliche Geschäfte bundesweit für Schlagzeilen sorgte, hat laut der Behörde seine Pflichten bei der Geldwäscheprävention verletzt.
Der Bescheid ist bereits seit dem 24. Dezember 2025 rechtskräftig, wie die Aufsicht nun mitteilte. Die Mängel traten im Geschäftsjahr 2023 auf. Damit reiht sich eine weitere schlechte Nachricht in die Historie der Bank ein, die aktuell versucht, ihre skandalträchtige Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Der Vorwurf der BaFin: Das Institut habe seine Aufsichtspflicht bei internen Prozessen "schuldhaft verletzt". Konkret geht es darum, dass im Jahr 2023 Verdachtsmeldungen auf Geldwäsche systematisch nicht rechtzeitig an die zuständigen Stellen weitergeleitet wurden.
Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, sofort die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) zu informieren, wenn eine Transaktion verdächtig erscheint. Nur so können Behörden schnell reagieren und mögliche Straftaten verhindern. Zudem bemängelte die Aufsicht, dass die Bank nicht für genügend Personal in der Geldwäscheprävention gesorgt hatte und die zuständigen Beauftragten nicht genügend Zugriffsrechte auf Informationen besaßen.
Die Bank selbst betont, dass diese Fehler in die Zeit der alten Geschäftsleitung fallen. Eine Sprecherin erklärte, man habe die Prozesse inzwischen "grundlegend gestärkt" und das Institut sei heute organisatorisch und personell deutlich stabiler aufgestellt.
Der Name VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden ist vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht nur wegen klassischer Bankgeschäfte ein Begriff. Das Geldhaus sorgte jahrelang mit einem für Genossenschaftsbanken völlig untypischen Geschäftsmodell für Aufsehen. Unter der Führung des langjährigen Ex-Chefs Stefan Siebert finanzierte die Bank unter anderem Fußballtransfers. Dabei holte sie sich zeitweise sogar den Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg als Experten ins Boot, was ihr den Spitznamen "Effenberg-Bank" einbrachte.
Doch damit nicht genug: Auch Investitionen in Rotlicht-Immobilien in Oberhausen gehörten zum Portfolio. Die riskanten Geschäfte und Verluste bei Immobilien führten schließlich dazu, dass die Bank in eine massive Schieflage geriet. Sie musste von der Sicherungseinrichtung des BVR (Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken) aufgefangen werden. Zuschüsse und Garantien in Höhe von rund 560 Millionen Euro waren nötig, um das Institut zu stützen.

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DeutschlandDie Bank befindet sich nun in einem harten Sanierungsprozess. Der ehemalige Vorstand musste auf Druck der BaFin gehen. Neuer starker Mann ist Christian Gervais, der zunächst als Sonderbeauftragter eingesetzt wurde und seit Ende 2024 den Vorstandsvorsitz innehat.
In der kommenden Woche steht laut Handelsblatt ein weiterer großer Schritt an, der auch symbolisch den Schlussstrich unter die Ära der Skandale ziehen soll: Auf der Generalversammlung plant das Institut seine Umbenennung. Künftig soll die Bank als "VR-Bank Nordhessen Westthüringen" am Markt auftreten.
Ihre Meinung ist uns wichtig! Was denken Sie über das Vorgehen der BaFin und die Rettung solcher Institute? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de.
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