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Auf einen Blick
  • Die Lokführergewerkschaft GDL plant einen Streik-Marathon bei der Deutschen Bahn vom 2. bis 7. September 2021

  • Ihre Bahn verspätet sich oder fällt gar ganz aus? Welche Möglichkeiten haben Sie, Geld zu bekommen oder Tickets umzubuchen?

  • Was gibt es aufgrund des Streiks noch zu beachten?
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In den nächsten Tagen brauchen Bahnreisende starke Nerven und eine gute Organisation. Denn die Lokführergewerkschaft GDL hat ihren bisher längsten Bahnstreik angekündigt. Dieser soll insgesamt fünf Tage dauern. Der Streik im Personenverkehr soll in der Nacht vom 2. September um 2 Uhr beginnen. Gestreikt wird bis 7. September ebenfalls 2 Uhr nachts. Wenn Sie Ihre Reise nicht vorziehen oder auf später verschieben konnten, haben Sie dennoch Möglichkeiten, an Erstattungen zu kommen. 

Generell hat die Deutsche Bahn (DB) umfangreiche Kulanzregelungen für den Fall des Streiks erarbeitet. Zusätzlich will die DB ein verlässliches Mobilitätsangebot sicherstellen. So soll im Fernverkehr rund ein Viertel des normalen Fahrplans gefahren werden. Beim Regional- und S-Bahnverkehr peilt die Bahn etwa 40 Prozent des Zugverkehrs an. Doch je nach Region wird die Anzahl der angebotenen Züge schwanken. Welche Züge überhaupt verkehren, erfahren Sie auf bahn.de oder in der App DB Navigator. Zusätzlich hat die DB eine kostenlose Streikhotline unter 08000 996633 geschaltet.

Biallo-Hinweis:

Aktuell befinden wir uns immer noch in der Corona-Krise. Wenn Sie mit dem Zug fahren möchten, sollten Sie Ihre FFP2-Maske dabei haben. Diese ist in einigen Bundesländern Pflicht, wenn Sie mit dem öffentlichen Personenverkehr reisen. Da auch Sie selber krank werden könnten, empfiehlt sich in bestimmten Fällen, eine Reiseversicherung.
 

Was können Bahnreisende im Fernverkehr tun?

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, was Sie im Falle eines Streiks tun können. Vom Verlegen Ihrer Reise bis hin zur Erstattung ist hier viel möglich. Doch meistens wissen die Verbraucher und Verbraucherinnen nicht, was sie tun können und wie sie dies am besten anstellen. Deswegen fassen wir für Sie hier die Möglichkeiten zusammen.

Bahnreise verschieben

Haben Sie die Möglichkeit Ihre Bahnreise zu verschieben? Dann sollten Sie davon Gebrauch machen. Alle Tickets für den Fernverkehr, welche Sie bereits im Vorfeld des Streiks für den 2. September bis 7. September gekauft haben, können Sie flexibel einsetzen. Die Gültigkeit der Fahrkarten wurde erweitert, sie behalten damit ihre Gültigkeit.

Sie können diese Fahrkarten im Zeitraum ab dem 30. August bis einschließlich 17. September flexibel nutzen. Auch die Karten des Fernverkehrs, welche vom Streik 23.08.2021 - 25.08.2021 betroffen waren, sind bis einschließlich 17. September flexibel einsetzbar.

Die Zugbindung für Sparpreise und Super Sparpreise ist aufgehoben. Für Ihre Weiterfahrt können Sie andere Züge nutzen. Diese Kulanz gilt auch für die Züge des Nahverkehrs (RE, RB, IRE und S-Bahn). Die Sitzplatzreservierungen können kostenfrei umgetauscht werden. Dafür sollten Sie Kontakt mit Ihrer DB-Verkaufsstelle aufnehmen.

Die Cityfunktion ist von dieser Kulanz ausgeschlossen. Für die Fahrt zum/vom Bahnhof gilt sowohl für den Abfahrts- als auch den Zielort, dass Sie für den neuen Reisetag eine Fahrkarte des ÖPNV vor Ort erwerben müssen.

Kostenfreie Erstattung der Fahrkarten ohne Zugausfall

Kein Problem, was die Erstattung der Fahrkarten der DB für nicht ausgefallene Züge angeht. Bereits gebuchte Fahrkarten für die Reisetage vom 02.09.2021 bis 07.09.2021 können Sie sich kostenfrei erstatten lassen. Haben Sie Ihre Fahrkarte online gebucht, nutzen Sie dafür das Kulanzformular der DB.

Kostenfreie Erstattung der Fahrkarten mit Verspätung oder Zugausfall

Hat Ihr Zug aufgrund des Streiks mehr als 60 Minuten Verspätung oder ist sogar komplett ausgefallen, gelten die gesetzlichen Fahrgastrechte. Ihre Erstattung können Sie online über Ihr Kundenkonto beantragen. Alternativ nutzen Sie das Fahrgastrechte-Formular. Dieses ist als PDF-Datei auf bahn.de verlinkt. Sie können es sich aber auch vom Zugbegleiter, der Zugbegleiterin, an der DB Information oder im DB Reisezentrum aushändigen lassen. Für das Formular lassen Sie sich die Verspätung von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin der DB direkt auf dem Formular bestätigen. Das Personal im Zug kann allerdings nur die Verspätung des eigenen Zuges bestätigen.

Das ausgefüllte und unterschriebene Formular geben Sie am besten in einem Reisezentrum der Deutschen Bahn ab. Alternativ senden Sie es per Post an:

  • DB Dialog
    Servicecenter Fahrgastrechte
    60647 Frankfurt am Main

Wichtig ist, dass Sie für die Entschädigung die Originalfahrkarte oder eine Kopie der Fahrkarte/Zeitkarte beilegen. Für die Erstattung werden Originalbelege benötigt. Hierzu zählen auch Belege für die Nutzung anderer Verkehrsmittel oder Kosten für eine Übernachtung, die aus dem Nichtantritt oder dem Abbruch der Reise resultieren.

Damit Sie Ihr Geld auch bekommen (falls Sie den Postweg gewählt haben), müssen Sie Ihre Adresse oder bei einer gewünschten Überweisung Ihre Bankverbindung angeben. Für Rückfragen ist auch eine Rufnummer gut. Die Bearbeitung kann bis zu einem Monat dauern.

Entscheiden Sie sich für die Abwicklung im DB Reisezentrum, erhalten Sie die Entschädigung sofort als Gutschein oder Barauszahlung. Ausgenommen sind Zeitkarten. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie die Erstattung nur per Post abwickeln:

  • Sie haben keine Bestätigung der Verspätung
  • Sie möchten lediglich Kopien der Fahrkarten einreichen
  • Inhaber von Zeitfahrkarten (z.B. Streckenzeitkarte, BahnCard 100, Quer-durchs-Land-Ticket oder Länder-Ticket)
  • Sie besitzen Fahrkarten für den grenzüberschreitenden Verkehr oder für ausländische Strecken, die bei der DB gekauft wurden
  • Sie hatten Aufwendungen aufgrund einer Verspätung, die erstattet werden sollen

Reise nicht verschiebbar?

Sie können Ihre Reise nicht verschieben? Dann empfiehlt Ihnen die Deutsche Bahn, einen Sitzplatz zu reservieren. Durch weniger bereitgestellte Züge werden diese ausgelastet sein. Haben Sie dann keinen Sitzplatz reserviert, müssen Sie während der Fahrt stehen. Bei langen Reisen könnte dies sehr unbequem werden.

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Kostenloser Fahrradversand für Fernverkehrsreisende

Generell bittet die Bahn im Zeitraum des Streiks auf die Mitnahme Ihres Fahrrads zu verzichten. Das Unternehmen rechnet mit einer außergewöhnlich hohen Auslastung der Ersatzzüge. Ihr Fahrrad können Sie nur in den verkehrenden Zügen mitnehmen, wenn Sie bereits einen Stellplatz reserviert haben.

Falls Ihr Zug ausfällt und Sie einen anderen Zug nutzen, bietet Ihnen die Deutsche Bahn eine kostenlose Fahrradversendung an. Das Angebot ist ausschließlich auf die Streiktage und Fernverkehrsreisende beschränkt, die im Vorfeld eine Fernverkehrsfahrkarte mit Fahrradkarte und Stellplatzreservierung erworben haben. Dabei schließt die Bahn den Versand von Pedelecs, S-Pedelecs, E-Bikes, Fahrrädern mit Hilfsmotor, Tandems, Liegefahrrädern und Dreirädern über den eigenen Dienstleister aus.

Buchen können Sie den kostenlosen Fahrradversand im Zeitraum vom 30.08.2021 bis 07.09.2021 nur online über den Gepäckservice der DB. Damit die kostenlose Fahrradmitnahme gelingt, müssen Sie bei der Eingabe Ihrer Daten einige Dinge beachten.

  • buchen Sie die kostenlose Verpackung mit
  • geben Sie den Gutschein-Code Fahrrad19 im Buchungsschritt “Zahlung” ein.
  • für die kostenlose Abholung/Zustellung ist das Zeitfenster von 8 Uhr bis 18 Uhr geplant (Wunschzeitfenster sind kostenpflichtig buchbar)
  • keine Fahrradkörbe oder -taschen am Fahrrad
  • pro Buchung ist nur ein Fahrrad möglich
  • Abholung/Zustellung erfolgt nur von Adressen, bei denen Sie oder eine beauftragte Person das Fahrrad übergibt/entgegennimmt

Beachten Sie, dass der Versand des Fahrrads zwei Werktage (zu den deutschen Nordseeinseln und nach Hiddensee drei Werktage) dauert.

 

Was passiert mit Fahrkarten des Nahverkehrs im Streik?

Auch Fahrkarten für den Nahverkehr, welche vor Streikbeginn gekauft wurden, können Sie sofort oder bis einschließlich 17. September über andere Wege nutzen. Das gilt auch für die Fahrkarten im Nahverkehr, welche von dem letzten Streik (23.08.2021 bis 25.08.2021) betroffen waren.

Kommt es aufgrund des Streiks zu einem Zugausfall oder einer Verspätung am Zielbahnhof von über 60 Minuten, müssen Sie Ihre Fahrt nicht antreten. Auch hier können Sie sich die Kosten der Fahrkarte zu 100 Prozent erstatten lassen. Das gilt auch, wenn Sie die Fahrt unterbrechen und zum Ausgangsbahnhof zurückkehren müssen.

Nutzen Sie Flexpreis/Normalpreis-Fahrkarten oder Mehrtages-Zeitkarten (z.B. Wochen-, Monats-, Jahreskarten) können Sie auch Fernverkehrszüge nutzen. Dafür müssen Sie allerdings einen Aufpreis zusätzlich zu Ihrer Fahrkarte bezahlen. Diesen Aufpreis können Sie sich über das Fahrgast-Formular wieder zurückholen. Besitzen Sie ein Kundenkonto bei der Bahn, können Sie ihn auch darüber die zusätzlichen Kosten zurückfordern. Allerdings sind stark ermäßigte Angebote wie das Quer-durchs-Land-Ticket oder Ländertickets davon ausgeschlossen.

 

Probleme bei der Kosten-Abwicklung?

Haben Sie Probleme bei der Rückerstattung der Kosten? Geben Sie nicht gleich auf. Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr kann Ihnen dabei helfen. Mithilfe der Juristen und Juristinnen stellen Sie einen Schlichtungsantrag. Die Hilfe ist hier kostenfrei.

 

Pünktlich auf der Arbeit

Da der Streik bereits im Vorfeld bekannt ist, müssen Sie als Arbeitnehmer dafür sorgen, dass Sie pünktlich auf Arbeit sind. Das gilt auch für Berufspendler. Sie sind dazu angehalten, andere Transportvarianten zu suchen, damit Sie Ihre Arbeit pünktlich antreten können. Sollten Sie sich dennoch verspäten, informieren Sie umgehend Ihren Arbeitgeber. Andernfalls kann eine Abmahnung drohen.

Quelle: Reisen mit der Bahn während des DGL Streiks

Franziska Baum

Bereits in ihrer Schulzeit war sie für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war sie als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat sie sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet, welches sie bei biallo.de ebenso einbringt wie ihr Wissen im Social Media Bereich.

  Franziska Baum