Die wichtigsten Punkte der Reform
Bereits vor zwei Wochen gab Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) Einzelheiten über die geplante Reform der Altersvorsorge bekannt. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Einzahlungen bis zu einem jährlichen Eigenbetrag von maximal 3.000 Euro (ab 2030: 3.500 Euro pro Jahr) steuerlich begünstigt werden und die Erträge im Depot bis zur Auszahlung steuerfrei bleiben. Erst bei der Auszahlung im Rentenalter sollen die Erträge besteuert werden, ähnlich wie bei der gesetzlichen Rente.
Geplant sei darüber hinaus, privat geführte Aktiendepots, die der Altersvorsorge dienen sollen, mit bis zu 600 Euro jährlich staatlich zu fördern. "Für jeden Euro, den ein Bürger einzahlt, wird der Staat 20 Cent oben drauflegen", erklärt Thomas Soltau im Interview mit Finance Forward.
Aber Achtung! Bestehende Sparpläne können nicht einfach mit staatlicher Förderung fortgeführt werden! "Es muss ein eigenständiges Depot sein. Sie müssen das Altersvorsorgedepot bei Ihrem Broker separat neu einrichten und parallel zu Ihrem bisherigen Depot besparen", erklärt der Smartbroker-Chef.
Börsen-Neulinge sollen von sogenannten Referenzdepots profitieren. Dabei handelt es sich um vordefinierte Mischdepots, die unerfahrene Anlegerinnen und Anleger auf Wunsch besparen können.
Das Finanzministerium plant darüber hinaus eine Vergleichsplattform, bei der alle Broker ihr Angebot nach Kosten listen müssen, um die Transparenz für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu erhöhen.
Auch das System der Riester-Rente soll verbessert werden. Riester-Sparer können ihren Vertrag weiterhin besparen oder das bereits angesparte Kapital in ein Vorsorgeprodukt ihrer Wahl übertragen – auch in ein Altersvorsorgedepot.
Der Gesetzesentwurf befindet sich nun in der Abstimmungsphase und wird voraussichtlich Anfang 2025 in Kraft treten. Thomas Soltau ist zuversichtlich: "Neobrokern steht ein Corona-Boom 2.0 bevor. Ich gehe davon aus, dass sich die Aktienquote durch das Vorsorgedepot über die nächsten Jahre verdoppeln kann." Aktuell besitzen Finance Forward zufolge nur 18 Prozent der Bundesbürger Aktien oder Fonds.