Staatlich geförderte Altersvorsorge

Riester-Rente auszahlen lassen: Alle Optionen, Steuern und Fristen

Thomas Öchsner
Autor
Redaktion
Redakteur
Aktualisiert am: 25.02.2026

Auf einen Blick

  • Fünf unterschiedliche Auszahlungswege stehen Riester-Sparenden zur Verfügung – mit teils erheblichen Unterschieden.
  • Steuerliche Folgen, Förderbedingungen und Rentenhöhe variieren je nach Variante deutlich.
  • Modellrechnungen zeigen, dass sich die Wahl der Auszahlung wirtschaftlich stark auswirken kann.
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Wer seine Riester-Rente auszahlen lassen möchte, kann zwischen lebenslanger Rente, Teilauszahlung, Kündigung, Kleinstbetragsrente oder Wohnriester-Entnahme wählen. Jede Variante hat steuerliche und wirtschaftliche Folgen.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Die Riester-Rente lässt sich auf fünf Arten auszählen: lebenslange Rente, Teilauszahlung, Kündigung, Kleinstbetragsrente oder Entnahme für Wohneigentum. Jede Option hat unterschiedliche steuerliche und wirtschaftliche Folgen und wirkt sich auf die spätere Rentenhöhe aus.

Viele Riester-Sparerinnen und Riester-Sparer sind von der ersten Auszahlung enttäuscht, weil die monatlichen Beträge häufig niedriger ausfallen als erwartet. Umso wichtiger ist es, die verschiedenen Auszahlungswege sorgfältig zu prüfen und ihre Auswirkungen auf Steuern, Förderung und langfristige Planung zu vergleichen.

Riester-Rente auszahlen lassen: Welche Möglichkeiten gibt es – und für wen eignen sie sich?

Je nach Vertragsgestaltung, Guthabenhöhe und persönlicher Situation stehen Riester-Sparenden unterschiedliche Auszahlungswege offen. Die folgenden fünf Varianten unterscheiden sich vor allem in ihrer steuerlichen Behandlung, der Höhe der laufenden Rente und der Flexibilität bei der Kapitalverwendung.

Vergleich der fünf Riester-Auszahlungsvarianten im Überblick

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede der fünf Riester-Auszahlungsvarianten – von der klassischen Verrentung bis zur förderschädlichen Kündigung.

VarianteEinmalbetrag möglichFörderung bleibt erhaltenSteuerliche Behandlung bei AuszahlungTypischer Anwendungsfall
Lebenslange RenteNeinJaVoll nachgelagert zu versteuernRegelmäßiges Zusatzeinkommen
Teilauszahlung (bis zu 30 Prozent)Ja (bis 30 Prozent)JaEinmalbetrag voll steuerpflichtigLiquiditätsbedarf zu Rentenbeginn
Kündigung (förderschädlich)Ja (vollständig)NeinMeist Besteuerung der ErträgeHoher Eigenanteil, geringe Zulagen
Wohnriester-EntnahmeJaJaBesteuerung über WohnförderkontoEntschuldung oder Immobilienkauf
KleinstbetragsrenteJa (vollständig)JaSteuerpflichtig, oft FünftelregelungSehr geringes Guthaben
Quelle: Eigene Darstellung auf Basis der gesetzlichen Regelungen zur Riester-Förderung sowie Informationen der Deutschen Rentenversicherung; biallo.de.

Die wirtschaftlichen Unterschiede ergeben sich vor allem aus Steuerbelastung, Fördererhalt und der Höhe der späteren Rente.

Möglichkeit 1: Lebenslange Rente – für wen sie sinnvoll ist

Sie wollen sich um nichts kümmern, kein Geld selbst anlegen und benötigen jeden Monat ein kleines Zusatzeinkommen. Dann können Sie sich Ihre Riester-Rente einfach ganz klassisch als lebenslange Zusatzrente auszahlen lassen. Sie sollten aber auf jeden Fall einmal vorher ausrechnen, wie lange es dauert, bis Sie über die Auszahlungen den Betrag wieder hereingeholt haben, den Sie über Jahre und Jahrzehnte eingezahlt haben.

Daran können Sie erkennen, wie fair und wie rentabel für Sie das Verrentungsangebot Ihres Anbieters überhaupt ist.

Wann sich die lebenslange Rente rechnet

Eine lebenslange Verrentung lohnt sich vor allem dann,

  • wenn Ihre Monatsrenten möglichst hoch sind. Je höher die Riester-Rente, desto eher erreichen Sie den Punkt, an dem Sie mehr herausbekommen, als Sie eingezahlt haben.
     
  • wenn Sie noch vor Erreichen der durchschnittlichen Lebenserwartung mit Ihrem Vertrag in die Gewinnzone kommen.

Problem: Hohe Kosten und späte Amortisation

Leider sind die meisten Verträge so teuer und so zuungunsten der Sparerinnen und Sparer gestaltet, dass diese erst mit 90, 95, 100 oder noch mehr Lebensjahren mit den Auszahlungen ihr Investment wieder hereinholen. Die Lebenserwartung beläuft sich aber laut Statistischem Bundesamt für Männer auf 78,5 Jahre, für Frauen auf 83,2 Jahre.

Möglichkeit 2: Teilauszahlung – bis zu 30 Prozent Kapital entnehmen

Sie können sich auch dafür entscheiden, einen Teil der Auszahlung auf einen Schlag zu kassieren. Hier gibt es Obergrenzen:

  • Bis zu 30 Prozent des Gesamtkapitals können Sie bei Verträgen erhalten, die Sie von 2005 an unterschrieben haben.
     
  • Bis zu 20 Prozent des Gesamtkapitals können Sie auf einen Schlag kassieren, falls Sie den Vertrag vor 2005 abgeschlossen haben.
     
  • Der einmalig gezahlte Betrag verringert allerdings die monatliche Riester-Rente, da ja nur noch 70 Prozent Kapitals für die Verrentung zur Verfügung stehen.
     
  • Außerdem ist die Teilauszahlung voll zu versteuern. Die Besteuerung erfolgt mit Ihrem persönlichen Steuersatz, der abhängig von der Einkommenshöhe gestaffelt ist. Dadurch kann Ihr persönlicher Steuersatz im Auszahlungsjahr deutlich nach oben gehen.

Trotzdem kann es gute Gründe geben, sich für eine Teilauszahlung zu entscheiden:

  • Das gilt vor allem dann, wenn Sie einen Vertrag haben, bei dem Sie erst mit 90 Jahren und älter in die Gewinnzone kommen (siehe oben).
     
  • Ihr Alterseinkommen ist gesichert. Sie sind nicht auf eine möglichst hohe laufende Riester-Rente angewiesen beziehungsweise es macht Ihnen nichts aus, wenn die Riester-Rente nach der Teilauszahlung schmaler ausfällt.

Möglichkeit 3: Riester-Vertrag kündigen – wann lohnt sich das?

Auf den ersten Blick erscheint es wenig sinnvoll, den Riester-Vertrag vor der Auszahlung aufzulösen. Denn nach einer Kündigung müssen Sie sämtliche Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Man spricht im Fachjargon von einer „förderschädlichen“ Kündigung.

Wann sich eine Kündigung rechnen kann

Eine Kündigung kann sich eher lohnen, wenn der Eigenanteil hoch und der Zulagenanteil im Verhältnis zum Gesamtguthaben gering ist. Je mehr eigene Beiträge im Vertrag stecken, desto mehr bleibt nach Rückzahlung der Förderung übrig.

Eine Faustregel der Verbraucherzentrale Bayern: Eine Kündigung ist meist nicht ratsam, wenn der Eigenanteil höchstens ein Drittel bis die Hälfte des Gesamtguthabens ausmacht. In diesem Fall würde der Verzicht auf die Zulagen wirtschaftlich schaden.

Auch eine hohe Steuerbelastung im Ruhestand kann eine Kündigung begünstigen. Laut Stiftung Warentest besteuert das Finanzamt bei gekündigten Verträgen nur den Betrag, "der nach Abzug von Eigenbeiträgen, Zulagen und Kosten vom Vertragsguthaben übrigbleibt" – also im Wesentlichen die Erträge. In vielen Fällen wird davon sogar nur die Hälfte besteuert, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre bestand und die Auszahlung erst ab 60 beziehungsweise 62 Jahren (bei Verträgen von 2012 an) erfolgt. Das kann steuerlich günstiger sein als eine reguläre Verrentung.

Möglichkeit 4: Riester-Guthaben für Wohneigentum einsetzen

Riester-Guthaben kann unter bestimmten Voraussetzungen für selbst genutztes Wohneigentum entnommen werden – etwa zur Restschuldtilgung, zum Kauf oder für Modernisierungen. Die staatliche Förderung bleibt dabei erhalten. Die Besteuerung erfolgt später über das Wohnförderkonto.

Welche gesetzlichen Vorgaben gelten, wie § 489 BGB bei Baukrediten wirkt und welche Fristen bei der ZfA zu beachten sind, erläutern wir in unserem Artikel zur Wohnriester-Entnahme und Restschuldtilgung.

Möglichkeit 5: Kleinstbetragsrente – Auszahlung auf einen Schlag

Ist das angesparte Guthaben zu niedrig, können Sie sich das Geld auf einen Schlag auszahlen lassen. Dabei gibt es bestimmte Grenze zu beachten, die sich jährlich ändern: Eine Kleinstbetragsrente liegt 2026 vor, wenn sich die monatliche Auszahlung der Riester-Rente auf bis zu 39,55 Euro beläuft. In diesem Fall gibt es das Kapital zurück. Die staatliche Förderung ist dann nicht zurückzuzahlen. Das ausgezahlte Geld ist aber zu versteuern. Laut der Vereinigten Lohnsteuerhilfe wenden die Finanzämter aber – wie bei Abfindungen – die sogenannte Fünftelregelung an. Damit werden Steuerzahler so gestellt, dass der Steuersatz niedriger bleibt, als es die Steuerprogression vorsieht.

Riester-Auszahlung im Vergleich: Wann sich welche Variante wirtschaftlich lohnt

Anhand von vier typischen Vertragskonstellationen zeigt die Verbraucherzentrale, wie unterschiedlich sich Riester-Verträge wirtschaftlich entwickeln können. Entscheidend sind dabei Eigenanteil, Zulagenhöhe, Rentenfaktor und die Dauer bis zur Amortisation.

Vier Modellfälle zur Wirtschaftlichkeit der Riester-Auszahlung

KennzahlFall 1Fall 2Fall 3Fall 4
Gesamtguthaben24.000 €14.000 €42.000 €12.000 €
monatliche Bruttorente90 €45 €105 €30 €
Eigenbeiträge10.000 €4.000 €36.700 €9.500 €
Zulagen10.000 €8.000 €3.300 €1.500 €
Zins- und Fondserträge4.000 €2.000 €2.000 €1.000 €
Rentenfaktor je 10.000 Euro38 €32 €25 €25 €
Dauer bis Amortisation22,22 Jahre25,92 Jahre33,33 Jahre33,33 Jahre
Anteil Eigenbeiträge am Guthaben42 Prozent29 Prozent87 Prozent79 Prozent
EmpfehlungRente mit Entnahme von 30 Prozent prüfenRente mit Entnahme von 30 Prozent prüfenKündigung des Vertrags prüfenAbfindung wegen Kleinstbetragsrente prüfen
Quelle: Verbraucherzentrale Bayern, Süddeutsche Zeitung

Die Modellrechnung zeigt, wie stark sich Eigenanteil, Zulagen und Rentenfaktor auf die Wirtschaftlichkeit eines Vertrags auswirken. Besonders entscheidend ist, wie lange es dauert, bis sich das eingezahlte Kapital amortisiert.

Den vollständigen Überblick mit vertiefenden Modellrechnungen und steuerlichen Details finden Sie auch im ausführlichen Expertenratgeber als PDF.

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Ab welchem Alter kann die Riester-Rente ausgezahlt werden?

Eine gute Nachricht vorweg: Wer will, kann sich seine private Riester-Rente auch schon vor dem Bezug der gesetzlichen Altersrente auszahlen lassen. Dabei sind aber Altersgrenzen zu beachten: Haben Sie Ihren Vertrag vor dem 31. Dezember 2011 unterzeichnet, können Sie sich frühestens mit Vollendung Ihres 60. Lebensjahrs die Zusatzrente überweisen lassen. Haben Sie Ihren Vertrag ab 1. Januar 2012 abgeschlossen, kann die Auszahlung frühestens mit dem vollendeten 62. Lebensjahr beginnen. Ausnahme: Es kann früher Geld fließen, sofern Sie vor den genannten Altersgrenzen schon eine vorzeitige Rente von der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten, etwa eine Rente für Schwerbehinderte

Biallo-Tipp: Wenn Sie sich unsicher sind, werfen Sie einen Blick in Ihre Riester-Vertragsunterlagen. Dort sollte drinstehen, wann eine Auszahlung frühestens möglich ist.

Wie hoch ist die Riester-Rente – und warum fällt sie oft niedriger aus als erwartet?

Wenn Riester-Sparer erstmals ihre Riester-Rente erhalten haben, sind nicht wenige enttäuscht.

Durchschnittswerte laut Alterssicherungsbericht

So wurden laut dem 2024 vorgelegten Alterssicherungsbericht im Jahr 2022 für den Durchschnittsrentner nur knapp 132 Euro im Monat (1.581 Euro im Jahr) ausbezahlt. 

Viele Riester-Sparerinnen und Sparer, die bald oder in ein paar Jahren vor der Auszahlung ihrer staatlich geförderten Altersvorsorge stehen, fragen sich deshalb: Lohnt sich eine lebenslange Verrentung überhaupt? Riester-Sparende sollten auf jeden Fall prüfen, wie sie für sich am meisten bei der Auszahlung der Riester-Rente herausholen.

Prognosen für künftige Rentenjahrgänge

Das ist besser als nichts – auf diesen Gedanken könnte man kommen, wenn man im jährlichen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung nachschlägt, wie viel Riester-Sparer und Sparerinnen eigentlich ausgezahlt bekommen.

2026 sollen es demnach monatlich 180 Euro für diejenigen sein, die erstmals in diesem Jahr ihre Riester-Rente erhielten. Deutlich höher werden die Beträge für diejenigen sein, die später eine Riester-Rente erstmals beziehen.

Für Neurentner und Neurentnerinnen im Jahr 2030 wären es 257 Euro, im Jahr 2039 sogar 465 Euro.

Warum die Modellrechnungen oft zu optimistisch sind

Klingt gar nicht so übel, nur: Bei dieser Rechnung werden die langfristigen Zinsen bei Riester-Verträgen mit 4,0 Prozent viel zu hoch angesetzt.

Die Kosten können höher sein als bei der Modellrechnung angenommen.

Und ohnehin kommen solche Beträge nur heraus, wenn in der Einzahlungsphase die Zulagen voll abgeschöpft werden, was viele Riester-Sparerende aber nicht tun.

Realität vieler Sparer: Deutlich geringere Auszahlungen

Tatsächlich ist die monatliche Zusatzrente für viele Riester-Sparer meist viel geringer. So erhielten etwa 65 Prozent der Personen mit einer eigenen Riester-Rente 2022 weniger als 1.000 Euro im Gesamtjahr, das steht im Alterssicherungsbericht.

Ebenfalls gut zu wissen: Bei allen Angaben handelt es sich um Bruttobeträge. Die Auszahlung ist noch voll zu versteuern, weil die Riester-Rente der sogenannten nachgelagerten Besteuerung unterliegt.

Zumindest fallen aber bei Pflichtversicherten keine doppelten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an.

Wo erfahren Sie die genaue Höhe Ihrer Riester-Auszahlung?

Wie hoch die Riester-Auszahlung ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab: von der Höhe der eigenen Beiträge, der Dauer der Einzahlung, den Zulagen, den Kosten, die auf die Rendite drücken – und den Erträgen, also davon, wie der Anbieter mit Ihrem Geld gewirtschaftet hat.

Sicher ist aber: Egal, ob Sie in einen Riester-Banksparvertrag, eine Riester-Rentenversicherung oder in einen riestergeförderten Fondssparplan eingezahlt haben, Sie erwerben damit stets einen Anspruch auf eine monatliche und lebenslange Rente. Wie viel Geld Sie tatsächlich erhalten, steht erst mit Beginn der Auszahlungsphase fest. Was Sie garantiert bekommen, wie viele Zulagen Sie kassiert haben, welche Kosten aufgelaufen sind und welche Erträge Sie bereits mit Ihrem Vertrag erzielt haben, steht jedoch in der jährlichen Mitteilung, die Sie von Ihrem Versicherer, Ihrer Bank, Fondsgesellschaft oder Bausparkasse erhalten.

Während Riester stagniert, wird die betriebliche Altersvorsorge reformiert. Die wichtigsten Änderungen bei der Betriebsrente lesen Sie hier.

FAQ: Häufige Fragen zur Riester-Auszahlung

Viele Fragen zur Riester-Auszahlung betreffen Fristen, Steuern und die Auswirkungen auf die staatliche Förderung. Die folgenden Antworten geben einen kompakten Überblick über die wichtigsten Punkte.

Ab welchem Alter kann ich mir die Riester-Rente auszahlen lassen?

Bei Verträgen bis 31. Dezember 2011 ab 60 Jahren, bei späteren Verträgen ab 62 Jahren. Maßgeblich ist das Abschlussdatum Ihres Vertrags.

Kann ich mir meine Riester-Rente komplett auszahlen lassen?

Grundsätzlich ist eine vollständige Auszahlung nur bei Kündigung oder bei einer Kleinstbetragsrente möglich. Bei regulärer Auszahlung sind maximal 30 Prozent als Einmalbetrag erlaubt.

Muss ich die Riester-Auszahlung versteuern?

Ja. Die Riester-Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung. Einmalbeträge erhöhen im Auszahlungsjahr das zu versteuernde Einkommen.

Was passiert bei einer Kündigung?

Bei einer förderschädlichen Kündigung müssen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Besteuert werden in vielen Fällen nur die Erträge.

Was ist eine Kleinstbetragsrente?

Liegt die monatliche Rente 2026 bei maximal 39,55 Euro, darf der Anbieter das gesamte Kapital auf einmal auszahlen.

Checkliste: Riester-Rente strategisch auszahlen lassen

Bevor Sie sich für eine Auszahlungsvariante entscheiden, sollten Sie die wichtigsten Punkte systematisch prüfen. Die folgende Checkliste hilft dabei, typische Fehler zu vermeiden.

  • Vertragsabschlussdatum prüfen (60 oder 62 Jahre?)
  • Rentenfaktor kontrollieren
  • Höhe der garantierten Rente ermitteln
  • Eigenanteil vs. Zulagen berechnen
  • Steuerfolgen im Auszahlungsjahr simulieren
  • Teilauszahlung sinnvoll?
  • Kündigung wirtschaftlich prüfen
  • Entnahme für Wohneigentum möglich?
  • Fristen bei der ZfA beachten
  • Auszahlungszeitpunkt steueroptimal planen

Riester-Auszahlung: Welche Variante ist die richtige?

Die wirtschaftlich optimale Auszahlungsvariante hängt weniger vom Alter als von Eigenanteil, Förderquote, Steuerbelastung und Vertragskosten ab.

Welche Auszahlungsform sinnvoll ist, bestimmt die individuelle Vertragsstruktur und die persönliche Lebenssituation. Entscheidend sind insbesondere der Anteil eigener Beiträge, die Höhe der staatlichen Zulagen, die steuerliche Situation im Ruhestand sowie geplante finanzielle Vorhaben – etwa eine Entschuldung der Immobilie oder zusätzlicher Liquiditätsbedarf.

Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht. Wer seine Riester-Rente optimal nutzen möchte, sollte die wirtschaftlichen und steuerlichen Auswirkungen der jeweiligen Variante individuell berechnen und sorgfältig gegeneinander abwägen.

Details zur Nutzung von Riester-Guthaben für Immobilien finden Sie im ausführlichen Beitrag zur Wohnriester-Entnahme.

Wann ist welche Riester-Auszahlung sinnvoll?

• Planbares Zusatzeinkommen gewünscht → Lebenslange Rente
• Einmaliger Liquiditätsbedarf → Teilauszahlung
• Hoher Eigenanteil und geringe Zulagen → Kündigung prüfen
• Sehr kleines Guthaben → Kleinstbetragsrente
• Immobilie entschulden oder modernisieren Wohnriester-Entnahme

Wer die Riester-Auszahlung strategisch plant, entscheidet nicht zwischen „gut“ oder „schlecht“, sondern zwischen unterschiedlichen steuerlichen und wirtschaftlichen Wirkmechanismen – und sollte diese bewusst gegeneinander abwägen.

Thomas Öchsner, Jahrgang 1961, ist seit 1991 Wirtschaftsjournalist. Bei der Münchner Abendzeitung hat er als stellvertretender Ressortleiter für das Ressort „Geld“ gearbeitet. 1999 wechselte er zur Süddeutschen Zeitung. Dort war er zunächst Redakteur für Finanzen in der Wirtschaftsredaktion in München, später neun Jahre Korrespondent für Sozialpolitik in der Parlamentsredaktion in Berlin. Wieder zurück in der Münchner Zentrale leitete er das Finanzteam in der Wirtschaftsredaktion. Für die SZ hat er den wöchentlichen Newsletter „SZ Geld“ und das Magazin "GELD" entwickelt. Seit Juni 2021 arbeitet Öchsner als selbstständiger Autor für die SZ, biallo.de und andere Medien. Aktuelle Bücher: Dein Geld kann mehr!, Rowohlt 2026; Ihr Geld für eine bessere Welt: Der Leitfaden für nachhaltige Anlagen, Wolters Kluwer Steuertipps 2026.

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