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Auf einen Blick
  • Alle gut 800 Volks- und Raiffeisenbanken nutzen mit VR Banking Classic die gleiche Banking-App – nur beim Design gibt es kleine Unterschiede.

  • Die genossenschaftliche Banking-App bietet zumindest die wichtigsten Standardfunktionen.

  • In unserem Test erfahren Sie, wie die App abschneidet und ob sie wirklich das Onlinebanking am heimischen Computer ersetzen kann.
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In Deutschland gibt es mehr als 800 Volks- und Raiffeisenbanken, die alle rechtlich und wirtschaftlich selbstständig sind. Derzeit vertrauen etwa 30 Millionen Kundinnen und Kunden den regionalen Genossenschaftsbanken, davon sind gut 18 Millionen auch Mitglieder, also Genossen. Da es sich bei jeder VR-Bank um ein eigenständiges Institut handelt, sind daher auch die jeweiligen Girokonto-Konditionen sehr unterschiedlich. So bieten etwa die Raiffeisenbank im Hochtaunus nach wie vor ein kostenloses Kontomodell an, während die meisten anderen VR-Banken sich entweder ganz vom Gratiskonto verabschiedet haben oder dieses nur noch unter Bedingungen anbieten.

Die Volks- und Raiffeisenbanken nutzen genauso wie die genossenschaftlichen PSD- und Sparda-Banken eine gemeinsame App. Jede Genossenschaftsbank passt die gemeinsame App der Bankengruppe auf sich an. Im Vergleich zum modernen Design der Sparkassen-App kommt diese recht nüchtern daher. Vom Funktionsumfang her steht sie der Anwendung der Sparkassen sehr deutlich nach. Sie ist zwar multibankenfähig, aber die Einbindung anderer Institute erfordert viel Geduld.

Wir haben die Gratis-App der VR-Banken genauer untersucht und erklären, welche Vorteile sie bietet und wie sie im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet.

 

So sicher ist das Mobilebanking der VR-Banken

Beim Onlinebanking per Smartphone nimmt neben den Funktionen die Sicherheit eine zentrale Rolle bei der Bewertung ein. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben immer noch Vorbehalte, wenn es um das mobile Banking geht. Dabei sind solche Ängste bei den meisten Banking-Apps unbegründet. Laut eigener Angaben soll die Banking-App genauso sicher sein, wie das herkömmliche Onlinebanking über einen Desktop-Computer. Der TÜV-Rheinland bestätigt die Sicherheit mit einem entsprechendem Zertifikat. So garantiert die VR-Banking-App:

  • die Einhaltung der Grundsätze für die Verarbeitung personenbezogener Daten
  • die Datenschutzrechte der Kunden
  • die Pflichten von Verantwortlichen und Auftragsverarbeitern
  • die Umsetzung technischer und organisatorischer Maßnahmen zur Gewährleistung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit.
  • eine wirksame Absicherung der von außen zugänglichen technischen Systeme gegen unbefugte Nutzung.
 

Vor- und Nachteile der VR-Banking-App

Mit der Volksbank-App können Sie als Kunde jederzeit Ihren Kontostand abfragen, Überweisungen und Daueraufträge unterwegs erledigen und mit Ihrem Smartphone kontaktlos bezahlen. Wenn Sie noch ein Girokonto bei einer anderen Bank besitzen, können Sie diese Bankverbindung mit der VR Banking Classic-App verbinden und darüber verwalten. Das Multibanking läuft allerdings noch nicht rund. Sie müssen daher für die Einbindung anderer Institute viel Geduld mitbringen.

Jede Genossenschaftsbank passt die gemeinsame App der Bankengruppe auf sich an. Im Vergleich zum modernen Design der Sparkassen-App kommt diese recht nüchtern daher. Vom Funktionsumfang her steht sie der Anwendung der Sparkassen sehr deutlich nach.

Vorteile:

  • guter Finanzüberblick
  • leichte Einbindung von Volksbank-Konten
  • wichtigste Funktionen fürs tägliche Banking vorhanden
  • Foto-Überweisung möglich

Nachteile:

  • schwierige Einbindung von Fremdkonten
  • noch kein Google Pay, nur Apple Pay
  • keine Anbindung zum Robo-Advisor „Mein Invest“
  • keine Push-Benachrichtigungen bei Kontobewegungen
 

Das sagt die Redaktion von biallo.de zur VR-Banking-App

Bei unserem Produkttest haben wir ein iPhone der 2. Generation mit Betriebssystem iOS 14.7.1 verwendet. Die Installation der VR-Banking-App hat reibungslos funktioniert. Für die Einrichtung benötigen Sie Ihre Bankleitzahl sowie die Onlinebanking-Zugangsdaten (VR-NetKey oder Alias und PIN). Danach legen Sie noch ein Anmeldekennwort fest, mit dem Sie sich immer wieder anmelden können.

Achtung: Das Anmeldekennwort sollten Sie sich am besten gleich notieren und sicher aufbewahren. Denn wenn Sie es vergessen haben, wird es nach fünfmaliger Falscheingabe automatisch zurückgesetzt und Sie müssen den gesamten Registrierungsprozess erneut durchlaufen. Wir empfehlen auch die sogenannte Geräteregistrierung. Dadurch sparen Sie sich bei jeder Anmeldung die TAN-Eingabe.

Um die VR-Banking-App vollständig nutzen zu können und Transaktionen durchzuführen, brauchen Sie ein gültiges TAN-Verfahren. Wegen der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung, die von der EU-Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 gefordert wird, können Sie dabei nicht auf das gängige mobileTAN-Verfahren per SMS-Push zugreifen. Sie benötigen entweder „Sm@rt-TAN“ (mit Kartenlesegerät) oder „VR-SecureGo“.

Die Einrichtung der VR-SecureGo App ist etwas umständlich. Zur Registrierung müssen Sie wieder Ihre Bankleitzahl, Ihren VR-Netkey/Alias und Ihre PIN eingeben. Danach vergeben Sie erneut ein Anmeldekennwort, dass Sie sich ebenfalls gleich notieren sollten. Die Bank schickt Ihnen per Post einen Freischaltcode, den Sie entweder per QR-Code scannen oder auch manuell eingeben können. Die Crux: Wenn Sie in der Zwischenzeit den Freischaltcode vergessen haben und fünfmal falsch eingeben, müssen Sie wieder von vorne anfangen und einen neuen Freischaltcode bei Ihrer Bank anfordern. Nachteil ist auch, dass die Transaktionen nicht direkt von der SecureGo-App freigegeben werden können und die erzeugte TAN manuell in die VR Banking Classic-App eingeben werden muss.

Abhilfe soll die erweiterte VR-SecureGo plus-App schaffen, aus der die Transaktionen dann direkt freigegeben werden können. Den Freischaltcode können Sie dann im Onlinebanking am Desktop generieren und per Smartphone einscannen. Bis zum 30. September soll das neue System bei allen VR-Banken integriert sein. Weitere Vorteile der VR-SecureGo plus-App: Die App können Sie auf bis zu drei Geräten gleichzeitig verwalten und Sie brauchen für die Registrierung keinen VR-Netkey.

Bei der Multibanking-Funktion der VR-Banking-App tauchten in den Nutzerforen zuletzt Probleme beim Hinzufügen mehrerer Banken auf. Mit dem Update vom 2. August soll das allerdings behoben sein. Bei unserem Test am 5. August hat alles reibungslos funktioniert.

Unser Fazit:

In Sachen Design, Benutzerfreundlichkeit und Technik gibt es bei der VR-Banking-App durchaus Verbesserungspotenzial. Die Grundfunktionen wie Überweisungen, Daueraufträge oder auch Kontostandanzeige funktionieren tadellos. Beim Thema Sicherheit nehmen es die Genossen sehr genau, auch wenn die Nutzung von mehreren Apps sehr umständlich ist.

 

So bewerten die Nutzer die VR-Banking-App

Mit mehr als 800 Instituten und über 8.500 Filialen besitzen die VR-Banken eines der dichtesten Bankservicenetze in Europa. Dementsprechend müssen die Genossen hierzulande gut 27 Millionen Girokonten verwalten. Die Android-Version wurde in Google Play bisher knapp 31.000 Mal bewertet, im Apple App Store gibt es derzeit gut 16.000 Rezensionen (Stand Juli 2021).

Bewertung im Apple Store: 3,2 von 5 Sternen

Die Bewertungen im Google Play Store fallen kritisch aus. Hauptkritikpunkte sind das veraltete Design sowie immer wiederkehrende technische Probleme. Auch die Bedienerfreundlichkeit lässt den Kommentaren zufolge einiges zu wünschen übrig. Zum Vergleich: Die Sparkassen-App kommt auf 4,6 Sterne im Apple App Store.

Bewertung im Google Play Store: 3,1 von 5 Sternen

Noch etwa schlechter fällt die Bewertung im Apple Store aus – mit einem Unterschied: Die gut 16.000 Rezensionen sind nur halb so viele wie bei Google Play. Die Kritikpunkte sind indes die gleichen. So schreibt ein Nutzer: „Die App erfüllt die Mindestkriterien allerdings sollte man sich mal mit den Konkurrenten messen, die sind was Design, Intuition und generelle Funktionen angeht bereits zehn Jahre weiter voraus.“

 

Funktionsumfang der VR-Banking-App im Überblick

Wie bereits erwähnt, kann die VR-Banking-App in Sachen Sicherheit punkten. Doch wie sieht es mit den angebotenen Funktionen und Features aus. Die Banking-App hat die wichtigsten Funktionen des täglichen Zahlungsverkehrs im Angebot. Doch es gibt deutlich mehr Funktionen für Bankkunden:

Diese Funktionen bietet die VR-Banking-App

  • Echtzeit-Umsätze
  • Kategorien
  • Foto Überweisung
  • QR-Code Überweisung
  • Vorlage speichern
  • Dauerauftrag verwalten
  • Terminüberweisung
  • Zahlfunktionen Kwitt/Giropay
  • Postbox
  • Sparkonten / Depot eröffnen
  • Geldautomatensuche
  • Giro- und Kreditkarten sperren
  • PIN ändern
  • Apple Pay
  • Multibanking

Diese Funktionen fehlen der VR-Banking-App

  • Benachrichtigung eines Kartenumsatzes sofort
  • Sprachüberweisung
  • Echtzeitüberweisung
  • Lastschriftrückgabe
  • Girocard und PIN bestellen
  • Ersatzkarten bestellen
  • Ersatz-PIN bestellen
  • Google Pay
  • Robo-Advior (Mein Invest) eröffnen
  • Pushbenachrichtigung bei Kontobewegungen

In unserer großen Übersicht zum Thema Banking-Apps finden Sie weitere nützliche Informationen und entdecken Vor- und Nachteile der Banking-Apps anderer Geldhäuser.

Über den Autor Kevin Schwarzinger
Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.
  Kevin Schwarzinger