Vorteile – aber auch Grenzen der Methode
Für diese Reparaturmethode spricht viel. Brücken, die mit den Relast-Schrauben stabilisiert werden, haben eine längere Lebensdauer von mindestens 15, in Einzelfällen bis zu 50 Jahren. Und deren Montage passiert bei weiter fließendem Verkehr, es muss nichts gesperrt werden. Die Montage geht schnell und die Kosten sind relativ niedrig.
Die Sanierung einer neun Meter langen Brücke hat 26.000 Euro gekostet, so Heiko Rosskamp, Leiter der Produktentwicklung bei der Adolf Würth GmbH. Ein Brückenneubau hätte dagegen 530.000 Euro verschlungen. Und dass dabei jede Menge CO2 eingespart wurde, liegt auf der Hand. Die Bergische Universität Wuppertal hat errechnet, das eine Sanierung einer Autobahnbrücke über die A96 bei Lindau knapp eine Tonne CO2 verursachte. Abriss und Neubau hätte dagegen 2.700 Tonnen CO2 freigesetzt.
Die Vorteile dieses Systems hat auch die Deutsche Bahn erkannt. Beim „Supplier Innovation Award“, den sie für herausragende Leistungen, innovative Lösungen und nachhaltiges Engagement jährlich vergibt, belegte Würth mit Relast im letzten Jahr den dritten Platz unter mehr als 60 Teilnehmern.
Bislang sind 248 Projekte mit 48.000 Schrauben realisiert worden. Dennoch ist diese Methode kein Allheilmittel für alle maroden Brücken hierzulande. Dies aus zweierlei Gründen: Zum einen müssen Risse aus Spannungskorrosion, die zum Beispiel den Teilabsturz der Dresdner Carola-Brücke herbeiführten, rechtzeitig entdeckt werden. Zum anderen sind viele Brücken in einem so maroden Zustand, dass die Würth-Schrauben auch nicht mehr viel retten können. Dann kommt man an einem Abriss und Neubau oft nicht mehr vorbei.