Stromkosten sparen

Dynamische Stromtarife: So können Haushalte jetzt Stromkosten sparen

Horst Biallo
Redakteur & Gründer
Veröffentlicht am: 16.03.2026

Auf einen Blick

  • Dynamische Stromtarife orientieren sich direkt an den Preisen der Strombörse.
  • Haushalte mit flexiblem Stromverbrauch können dadurch mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.
  • Voraussetzung für diese Tarife ist ein digitaler Stromzähler, ein sogenannter Smart Meter.
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Digitale Stromzähler ermöglichen dynamische Stromtarife, bei denen sich der Preis an der Strombörse orientiert.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Viele private Haushalte in Deutschland könnten ihre Stromkosten deutlich senken – nutzen diese Möglichkeit bisher aber nicht. Je nach Verbrauch können Haushalte mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Dynamische Stromtarife sind seit dem vergangenen Jahr gesetzlich vorgeschrieben und aktuell für viele Stromkunden verfügbar. Doch nur wenige Anbieter setzen sie bislang konsequent um. Für viele Haushalte kann sich ein Wechsel trotzdem lohnen – vor allem bei höherem Stromverbrauch.

Dynamische Stromtarife gelten als wichtiger Baustein der Energiewende und können gleichzeitig helfen, Stromkosten zu sparen. Sie sollen Stromverbrauch stärker an Zeiten anpassen, in denen besonders viel erneuerbare Energie im Netz verfügbar ist.

Dynamische Stromtarife: Warum Verbraucher jetzt sparen können

Seit 2025 müssen Energieversorger ihren Kunden auch dynamische Stromtarife anbieten. Diese orientieren sich direkt an den Preisen der Strombörse – und können deshalb deutlich günstiger sein.

Experten-Ratgeber zu dynamischen Stromtarifen (PDF - kostenlos)

Experten-Ratgeber: Stromkosten sparen

Wie dynamische Stromtarife funktionieren, wann sich ein Wechsel lohnt und wie sich Stromverbrauch gezielt in günstige Zeiten verlagern lässt – das erklärt unser ausführlicher Biallo-Experten-Ratgeber als PDF.

Millionen Bundesbürger könnten – je nach Verbrauch – Hunderte Euro und mehr im Jahr sparen, wenn sie von ihren fixen auf variable Stromtarife umsteigen. Das geht schon seit dem letzten Jahr.

Für Haushalte mit höherem Stromverbrauch kann sich ein genauer Blick auf dynamische Stromtarife deshalb besonders lohnen.

Seitdem müssen Energieunternehmen solche Tarife eigentlich jedem Kunden anbieten. Eigentlich. Das tun bisher aber nur wenige, darunter immerhin viele überregional arbeitende Großversorger wie E.ON, Vattenfall oder EnBW mit ihrer Tochter Yello.

So setzen sich Strompreise derzeit zusammen

Die meisten Haushalte zahlen heute einen festen Strompreis. Dieser besteht aus einem Arbeitspreis pro Kilowattstunde und einem monatlichen Grundpreis.

Die meisten sind Kunden eines Energieunternehmens und zahlen dafür aktuell im Schnitt 37 Cent pro Kilowattstunde Strom. Das ist der sogenannte Arbeitspreis. Hinzu kommt ein fixer Grundpreis von rund 20 Euro monatlich, unabhängig davon, ob und wie viel Strom verbraucht wird. Diese Preise werden einem oft für ein Jahr oder länger garantiert. Eine Familie in München mit 3.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlt aktuell rund 1.200 Euro bei 0,32 Euro pro Kilowattstunde und 150 Euro Grundpreis.

Warum der Strompreis an der Börse stark schwankt

Strompreise entstehen nicht nur bei Energieversorgern – sie werden auch an der Strombörse gehandelt. Deshalb schwanken sie im Tagesverlauf teilweise stark.

Wird vormittags oder am frühen Abend viel Haushaltsstrom verbraucht, sind die Preise hoch. Niedrig sind sie dagegen in der Nacht, wenn Privatleute und Betriebe nur wenig Energie brauchen und Windräder weiter Strom erzeugen.

Wann Strom besonders günstig ist

Wird davon deutlich mehr erzeugt als gebraucht, wird der Strom teilweise sogar ins Ausland verschenkt, um die Netze nicht zu überlasten. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung dynamische Stromtarife vorgeschrieben. Ziel ist, dass Kunden vermehrt günstigen Strom abnehmen, wenn genügend da ist und die Stromnetze gleichmäßiger ausgelastet werden. Und nicht vormittags, wenn zu wenig vorhanden ist und man teure Gas- und Kohlekraftwerke zuschalten muss.

Was viele nicht wissen: Stehen Windräder an der Autobahn still, sind diese meist nicht defekt, sondern abgeschaltet, weil die Stromnetze die Energie nicht aufnehmen können. Genau solche Preisschwankungen machen dynamische Stromtarife für viele Haushalte interessant.

Wer seine Energiekosten dauerhaft senken möchte, findet in unserem Artikel „Energiepreise im Blick“ zahlreiche praktische Tipps – von cleveren Alltags-Tricks bis zu technischen Lösungen, mit denen sich im Haushalt schnell mehrere hundert Euro sparen lassen.

Für wen sich dynamische Stromtarife besonders lohnen

Besonders profitieren Haushalte, die ihren Stromverbrauch flexibel anpassen können. “Von günstigem Strom profitieren aber nur die Kunden, die einen erheblichen Teil ihres Strombedarfs bewusst in jene Zeiten – etwa nachts – legen können, in denen die Energie reichlich vorhanden und deswegen wirklich billig ist,” sagt der Schondorfer Energieexperte David Rathke von Energieversum. 

Typische Haushalte mit Sparpotenzial

Dazu zählen vor allem Verbraucher mit:

Wie dynamische Stromtarife genau funktionieren, welche Anbieter besonders günstig sind und wie Smart Meter sowie Energiemanagementsysteme eingesetzt werden können, erklären wir ausführlich in unserem Experten-Ratgeber zum Thema Stromkosten sparen. Der Ratgeber zeigt außerdem, wie sich Stromverbrauch gezielt in günstige Zeiten verlagern lässt und welche Haushalte besonders stark profitieren können

Experten-Ratgeber kostenlos als PDF herunterladen

Experten-Ratgeber zu Stromkosten sparen

Erfahren Sie, wie dynamische Stromtarife funktionieren, welche Anbieter besonders günstig sind und wie sich Stromverbrauch gezielt in günstige Zeiten verlagern lässt. Laden Sie jetzt den ausführlichen Biallo-Ratgeber kostenlos herunter.

Für wen sich variable Stromtarife eher nicht lohnen

Nicht jeder Haushalt profitiert automatisch von dynamischen Stromtarifen. Kunden mit geringem Verbrauch und nur wenigen Möglichkeiten, ihren Strombedarf bewusst zeitlich zu verschieben, sollten lieber bei einem günstigen Ökostromanbieter mit festen Preisen und Preisgarantie bleiben. Wer den Strom überwiegend für die Beleuchtung, den Fernseher oder den Backofen braucht und höchstens die Waschmaschine und den Trockner zu anderen Zeiten anschalten könnte, ist mit den bisherigen Tarifen gut bedient.

Auch ein Anbieterwechsel kann die Energiekosten deutlich senken. Wie Sie mit einem neuen Strom- oder Gastarif mehrere hundert Euro im Jahr sparen können, zeigt unser Artikel zum Anbieterwechsel.

Smart Meter: Voraussetzung für dynamische Stromtarife

Technische Voraussetzung für dynamische Tarife ist ein digitaler Stromzähler.

Um dynamische Stromtarife nutzen zu können, braucht es einen sogenannten Smart Meter. Dieser digitale Stromzähler übermittelt die Verbrauchsdaten automatisch an den Netzbetreiber.

Den Smart Meter stellt der Energieversorger kostenlos bereit, wenn der Stromverbrauch mehr als 6.000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr beträgt oder eine Wallbox, ein Stromspeicher, eine Wärmepumpe oder eine Photovoltaikanlage mit mehr als sieben Kilowattpeak (kWp) vorhanden ist.

Das System zeigt günstige Zeitfenster an, in denen sich beispielsweise ein E-Auto oder ein Stromspeicher besonders preiswert laden lässt.

Automatisches Strommanagement mit HEMS

Noch einfacher wird der Stromverbrauch mit automatischen Energiemanagement-Systemen.

Natürlich kann theoretisch jeder nachts selbst aufstehen und sein E-Auto oder seinen Stromspeicher mit billigem Strom laden. Ein Heim-Energie-Management-System nimmt einem diese Arbeit ab. Mehr noch: Es lernt, wann mit welchen Geräten wie viel Strom verbraucht wird, und optimiert das automatische Laden in günstigen Zeiten sowie die Versorgung der Technik mithilfe des Stromspeichers. Über eine App auf dem Handy lässt sich alles verfolgen und bei Bedarf steuernd eingreifen. Die App zeigt nicht nur Verbrauch und aktuelle Preise, sondern auch spätestens am Nachmittag die Börsenpreise von morgen.

So funktionieren dynamische Stromtarife

Dynamische Stromtarife orientieren sich direkt an den Preisen der Strombörse. Der Strompreis schwankt dadurch je nach Tageszeit und Nachfrage.

Der entscheidende Unterschied zu klassischen Stromtarifen liegt im Arbeitspreis. Der Arbeitspreis ist hier dynamisch und richtet sich im Wesentlichen danach, wie hoch der Preis an der Strombörse zu den Zeiten ist, zu denen Strom in unterschiedlichen Mengen abgenommen wird.

Vier Bestandteile des dynamischen Strompreises

Der dynamische Strompreis setzt sich aus vier Komponenten zusammen:

  • schwankender Börsenstrompreis
  • Netzentgelte
  • Steuern und Umlagen
  • Anbietergebühr

Durch die Verlagerung des Verbrauchs in günstige Zeiten lässt sich allerdings nur der schwankende Börsenpreis senken. Dieser macht rund 40 Prozent des Gesamtpreises aus. Der Rest bleibt gleich hoch.

In der Nacht ist der Börsenpreis oft rund zehn Cent pro Kilowattstunde günstiger. Wer monatlich etwa 400 Kilowattstunden in günstigen Zeitfenstern nutzt, kann so übers Jahr gerechnet rund 480 Euro Stromkosten sparen.

Neben dynamischen Stromtarifen lässt sich auch im Alltag viel Energie sparen. In unserem Ratgeber zum Thema „Strom sparen“ zeigen wir einfache Tricks, mit denen Haushalte ihren Stromverbrauch sofort reduzieren können.

Diese Anbieter bieten dynamische Stromtarife

Einige Energieversorger haben entsprechende Tarife bereits im Programm.

Wer sparen und von einem fixen auf einen dynamischen Tarif umsteigen will, sollte zunächst prüfen, ob es ein solches Angebot beim bisherigen Anbieter gibt. Falls nicht, sollte man kündigen und anschließend zu einem der folgenden Unternehmen wechseln, die günstige dynamische Tarife mit Ökostrom anbieten: Lichtblick, Naturstrom, Ostrom oder Octopus. Die Kündigungsfrist beträgt hier nur vier Wochen, sodass man schnell zu fixen Tarifen zurück wechseln kann, falls sich die Erwartungen an die variablen Tarife nicht erfüllen.

Kurz gesagt

Dynamische Stromtarife orientieren sich an Börsenstrompreisen und können Haushalten mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Voraussetzung ist ein Smart Meter und ein Stromverbrauch, der sich flexibel steuern lässt.

Über den Redakteur & Gründer Horst Biallo

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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