Depot überprüfen

Depotcheck 2026: Geldanlage regelmäßig prüfen

Gian Hessami
Autor
Aktualisiert am: 13.01.2026

Auf einen Blick

  • Ein regelmäßiger Depotcheck hilft, Risiken zu begrenzen und Fehlentscheidungen zu vermeiden.
  • Verluste auszusitzen kann teuer werden – klare Regeln sind entscheidend.
  • Auch Depotkosten und die Auswahl des Brokers beeinflussen die Rendite deutlich.
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Ein regelmäßiger Depotcheck hilft Anlegern, Risiken und Kosten im Blick zu behalten.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Ein regelmäßiger Depotcheck hilft Anlegern, ihre Geldanlage kritisch zu hinterfragen und langfristig erfolgreicher zu investieren. Börsenlegende André Kostolany brachte es einst auf den Punkt: „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“

Gemeint ist damit: Wer langfristig investiert, fährt oft besser als Anleger, die ständig kaufen und verkaufen – auch wegen der anfallenden Gebühren.

Warum ein Depotcheck sinnvoll ist

Dennoch ist es sinnvoll, sein Anlagedepot regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen: Welche Positionen meines Portfolios sind wie gelaufen? Wie viel Potenzial steckt noch in meinen Investments? Und sollte ich bestimmte Werte verkaufen und dafür andere kaufen? Wichtig ist, dass Anleger den Depotcheck regelmäßig vornehmen. Der Jahreswechsel kann dafür ein guter Anlass sein.

Verluste erkennen und richtig reagieren

Anleger sollten vor jedem Investment für sich definieren, welche Verluste sie an der Börse maximal in Kauf nehmen wollen. Eine schlechte Angewohnheit vieler Investoren ist es, einzelne Positionen, mit denen sie Verluste erleiden, nicht abzustoßen – in der Hoffnung, dass sie irgendwann wieder in die Gewinnzone kommen. Eine einfache Rechnung macht klar, dass diese Haltung eher Wunschdenken als Realität ist. Wenn man zum Beispiel mit einer Aktie 50 Prozent im Minus ist, muss die Aktie von diesem Niveau aus um 100 Prozent (50 Euro) steigen, um wieder auf „Plus-Minus-Null“ zu kommen.

Portfolio ausgewogen halten

Eine der ältesten Anlage-Weisheiten ist es, nicht „alle Eier in einen Korb zu legen“. Denn fällt der Korb auf den Boden, könnten alle „Eier“ – sprich alle Vermögenswerte – zu Schaden kommen. Um ein Portfolio ausgewogen zu gestalten, sollte man daher in verschiedene Werte investieren, die sich unabhängig voneinander entwickeln. Ansonsten entstehen Klumpenrisiken. Ein Zauberwort beim Depotcheck heißt deshalb „Rebalancing“: Das Portfolio soll möglichst „ausbalanciert“ sein. 

Dabei werden Positionen, die besonders stark an Gewicht im Depot gewonnen haben, verkauft und Positionen, die an Gewicht verloren haben, zugekauft. So stellt man die ursprüngliche Verteilung und damit das gewünschte Rendite-Risiko-Profil wieder her. Wenn Anleger etwa mit 50 Prozent ihres Einsatzkapitals in Aktien und 50 Prozent in Anleihen investieren möchten, sollten sie dieses Verhältnis regelmäßig überprüfen und bei Bedarf umschichten.

Depotkosten vergleichen und Anbieter prüfen

Ein oft unterschätzter Faktor bei der Geldanlage sind die Nebenkosten, die bei Investments anfallen. Dazu gehören etwa die Transaktions- und Depotgebühren, welche die Bank oder der Onlinebroker Kunden in Rechnung stellt. Deshalb kann es sich lohnen nachzusehen, ob sich nicht ein anderer (kostengünstigerer) Broker findet. Die Frage „Welcher Broker ist der Beste?“ muss jeder für sich beantworten. Dazu sollte man sich die Gebühren der Anbieter ansehen, etwa über deren Internetseiten. 

  • Ein Beispiel für einen kostengünstigen Broker ist Smartbroker+. Dort fallen keine Depotgebühren an. Ab einem Ordervolumen von 500 Euro kann man über die Börse Gettex zu 0 Euro handeln (zuzüglich marktüblicher Spreads). Bei Stiftung Warentest (12/2025) ging Smartbroker+ als Kostensieger in allen getesteten Depotgrößen hervor. Auch im Depottest 2026 von biallo.de liegt Smartbroker+ vorne, zusammen mit dem Konkurrenten Traders Place.
     
  • Die Direktbank ING bietet ebenfalls eine kostenlose Depotführung an. Für 4,90 Euro plus 0,25 Prozent vom Kurswert können Kunden Wertpapiere handeln. Jüngere (von 18 bis 27 Jahre) haben mit dem ING Direkt-Depot Young die Möglichkeit, extra günstig zu investieren. Die Ordergebühr liegt hier bei 1,90 Euro.
     
  • Ein drittes Beispiel ist willbe, die digitale Vermögensverwaltung der Liechtensteinischen Landesbank (LLB). Der Anbieter verwaltet das Vermögen der Kunden durch ein Gewinn- und Risikomanagement. Die Kunden selbst müssen sich nicht um die Geldanlage kümmern. Dafür fallen jährliche Kosten von 0,49 Prozent des durchschnittlichen Anlagebetrags an. Eine Besonderheit ist das angebotene Golddepot von willbe: Hiermit investieren Anleger in Anteile physischer Goldbarren, die für Kunden in Liechtenstein aufbewahrt werden. Investitionen sind bereits ab einem Gramm möglich. Es gibt keine Gebühren beim Kauf und Verkauf. Die Lagergebühren betragen 0,5 Prozent pro Jahr.

Fazit: Regelmäßig prüfen, konsequent handeln

Der regelmäßige Depotcheck kann dazu beitragen, erfolgreich zu investieren. Die eigene Geldanlage zu überprüfen, bedeutet nicht, dass das Depot verändert werden muss. Wichtig ist, dass Anleger nach wie vor zu ihren Investments stehen. Ist das nicht mehr der Fall, sollten sie entsprechend handeln.

Häufige Fragen zum Depotcheck

Viele Anleger fragen sich, wie oft ein Depot überprüft werden sollte und worauf es dabei ankommt. Die wichtigsten Antworten finden Sie hier kompakt zusammengefasst.

Wie oft sollte man einen Depotcheck durchführen?

Ein Depotcheck empfiehlt sich mindestens einmal im Jahr. Zusätzlich kann eine Überprüfung sinnvoll sein, wenn sich die persönliche Lebenssituation oder die Marktlage deutlich ändert.

Wann sollte man verlustreiche Anlagen verkaufen?

Wenn eine Anlage dauerhaft nicht mehr zur eigenen Strategie passt oder die festgelegte Verlustgrenze erreicht ist, sollte ein Verkauf geprüft werden.

Welche Rolle spielen Depotkosten für die Rendite?

Depot- und Transaktionskosten können die Rendite spürbar schmälern. Gerade bei häufigem Handel oder kleinen Anlagebeträgen fallen sie besonders ins Gewicht.

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Checkliste: Depotcheck in fünf Punkten

Mit dieser kurzen Checkliste behalten Anleger ihre Geldanlage strukturiert und übersichtlich im Blick.

  • Entwicklung der einzelnen Depotpositionen prüfen
  • Persönliche Verlustgrenzen überprüfen
  • Risikostreuung und Gewichtung im Portfolio kontrollieren
  • Depot- und Transaktionskosten vergleichen
  • Eigene Anlagestrategie hinterfragen
Gian Hessami ist freiberuflicher Finanzjournalist. Er schreibt unter anderem für „Börse Online“, „Euro am Sonntag“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)“ und das „Handelsblatt“ rund um das Thema Geldanlage. Dabei stehen die Perspektive des Anlegers sowie die Chancen und Risiken der Investments im Vordergrund. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004. Bei Investments fokussiert er sich auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Darüber hinaus hat er sich auf Derivate wie Zertifikate und Hebelprodukte, beispielsweise Optionsscheine und Knock-out-Papiere, spezialisiert.

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