Auf einen Blick
  • Festgeld und Tagesgeld aus Schweden gilt als äußerst sicher. Das Land genießt bei allen drei renommierten US-Ratingagenturen die höchste Bonität.
  • Allerdings schwächelt die Wirtschaft des Landes, wie in vielen anderen Ländern auch. Und trotzdem entschied sich die schwedische Zentralbank zum Jahreswechsel, die Negativzinsen abzuschaffen.

Festgeld aus Schweden ist mit 950.000 Kronen pro Anleger staatlich abgesichert.
Grisha Bruev / shutterstock.com

Berühmt ist das Land nicht nur wegen Volvo, Ikea, Astrid Lindgren und der "Fridays for Future"-Bewegung, welche die schwedische Schülerin Greta Thunberg im Jahr 2018 ins Rollen brachte. Viele Jahre ist Schweden auch bekannt für geringe Ungleichheit und sein hervorragendes Bildungssystem. Wie die meisten skandinavischen Staaten gilt das Land als traditionell liberal und weltoffen. Mit dem schwedischen Königreich wie auch seinem Nachbarn Dänemark pflegt Deutschland einen regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch.

Biallo-Tipp: Bis zu zehn Prozent Dividende sichern!

Von wegen Negativzinsen! Mit Genossenschaftsanteilen können Sparer bis zu zehn Prozent Dividende einstreichen. Dabei gehen einige Volks- und Raiffeisenbanken sogar bundesweit auf Mitgliederfang. Dadurch winken Jahr für Jahr vierstellige Dividendenbeträge. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber:  Satte Dividenden mit Genossenschaftsanteilen.

Wie sicher ist Festgeld und Tagesgeld in Schweden?

Schweden mit seinen Kronen als eigene Landeswährung spielt in Sachen Bonität in der ersten Liga und erhält von den großen US-Ratingagenturen eine Triple-A-Bewertung. Das entspricht praktisch einer absoluten Sicherheit für Schuldner.

Denn Anleger dürfen nicht vergessen, dass die Bonität des Staates, der die Einlagensicherung garantiert, ausschlaggebend für die Sicherheit ist. Sprich: Gerät eine Bank in Schieflage, muss der jeweilige Staat garantieren, dass Anleger zeitnah und vollumfänglich, also bis zur gesetzlich garantieren Summe, entschädigt werden.

So bewerten die Ratingagenturen die Bonität

Die drei weltweit einflussreichsten Ratingagenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. Um die Bonität eines Staates oder Bank oder eines Unternehmens zu bewerten, nutzen die Agenturen Buchstabencodes. 

Beste Bonität

Sichere Anlage

Durchschnittlich spekulativ

Höchst spekulativ

Risikohaft

Zahlungsausfall

S&P

AAA

A-

BBB

B-

CCC

D

Moodys

Aaa

A3

Baa1

B3

Caa1

C

Fitch

AAA

A-

BBB

B-

CCC

D

Diese schwedischen Banken finden Sie auf biallo.de

Interessierte Anleger finden sowohl im Tages- als auch Festgeld-Vergleich von biallo.de einige Banken aus Schweden. Von dort aus gibt es zwei Möglichkeiten, ein Fest- beziehungsweise Tagesgeldkonto bei einem schwedischen Geldhaus zu eröffnen. Wer beispielsweise im Festgeld-Vergleich auf die Klarna Bank klickt, landet auf der Webseite der Bank und kann direkt das Konto beantragen.

Wer sich allerdings für ein Angebot von der Nordax Bank oder Hoist Finance interessiert, kann nur über die Internetseite des Zinsportals "Weltsparen" Kunde werden. Über das Portal eröffnen Anleger per Online-Verfahren ein deutsches Referenzkonto bei einer Partnerbank. Von dort aus fließt das Geld anschließend an die jeweilige Bank.

Tagesgeld aus Schweden auf biallo.de

Bank Tagesgeldzinsen p.a. Einlagensicherung
TF Bank 0,30 % 950.000 SEK pro Person
Ikano Bank 0,24 % 100.000 Euro pro Person

Festgeld aus Schweden auf biallo.de

Bank 6 Monate 1 Jahr 2 Jahre Einlagensicherung
Klarna 0,50% 0,90 % 1,12 % 950.000 SEK pro Person
Avida Finans 0,45% 0,50% k.A. 950.000 SEK pro Person

Stand 9. Dezember 2020.

Wie ist die momentane Wirtschaftsituation in Schweden?

Auch Schweden ist von der weltweiten Pandemie nicht verschont geblieben. Doch während die meisten Staaten in der Europäischen Union diverse Einschränkungen des öffentlichen Lebens – bis hin zum kompletten Lockdown – angeordnet haben, geht Schweden einen Sonderweg. So verfolgen die Skandinavier eine deutlich lockere Corona-Politik. In Schweden gelten kaum Verbote, es gibt ledlich unverbindliche Handlungsanweisen für die Bürgerinnen und Bürger. Das kommt der dortigen Wirtschaft zugute. Zwar brach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2020 um 8,2 Prozent zum Vorjahresquartal ein, doch damit stehen die Schweden im europäischen Vergleich gut da. In Deutschland beispielsweise brach das BIP um 11,7 Prozent ein. 

Die schwedische Reichsbank – die Sveriges Riksbank – führte als eine der ersten Notenbanken Negativzinsen ein und schaffte sie auch als erste Ende 2019 wieder ab. Gouverneur der Reichsbank Stefan Ingves begründete diese Entscheidung mit der Inflation, die nahe dem gesteckten Ziel von zwei Prozent liegt, und hob den Leitzins von minus 0,25 auf null Prozent an.

Was mache ich im Worst-Case-Szenario einer Bankenpleite?

Das zuständige Einlagensicherungssystem ist die schwedische Reichsschuldenverwaltung "Riksgälden". Üblicherweise ist es so, dass Anleger nach Eintritt des Entschädigungsfalles innerhalb von sieben Werktagen entschädigt werden, ohne dass sie dabei selbst aktiv werden müssen.

Im Falle des Eintritts eines Entschädigungsfalles bei unselbstständigen Zweigstellen von Kreditinstituten, die ihren Sitz in einem anderen Staat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) haben und die Bankgeschäfte in Deutschland betreiben, werde die Entschädigung durch die ausländische Einlagensicherung durchgeführt, die eine Kooperationsvereinbarung mit der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH haben.  

"Die dafür notwendigen Finanzmittel muss das ausländische Einlagensicherungssystem vor Auszahlung bereitstellen", heißt es von Seiten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

Wichtig: Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Anleger nicht automatisch informiert werden, müssen sie selbst die Reichsschuldenverwaltung kontaktieren. Denn laut der Pressestelle der Riksgälden bestehe die Möglichkeit, dass Ansprüche verjähren – allerdings erst nach einigen Jahren.

Was ist steuerlich bei einer Festgeldanlage aus Schweden zu beachten?

Die schwedische Quellensteuer liegt bei vergleichsweise hohen 30 Prozent, die zu 15 Prozent aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens mit Deutschland anrechenbar sind. Allerdings wird die Quellensteuer lediglich für Dividenden fällig. Zinserträge sind von der Quellensteuer nicht betroffen. Deutsche Sparer benötigen daher keine Ansässigkeitsbescheinigung, müssen sich aber um die Versteuerung ihrer Zinsgewinne selbst kümmern. Ein Freistellungsauftrag ist bei ausländischen Banken nicht möglich.




  Kerstin Weinzierl


 
Exklusive Informationen und Angebote per Mail erhalten.


 
 
 
Powered by Telsso Clouds