Festgeld: Steigende Zinsen aus Schweden

Geldanlage aus Schweden Festgeld: Steigende Zinsen aus Schweden

Update: 16.01.2020
von Björn König Kerstin Weinzierl
Update: 16.01.2020
Auf einen Blick
  • Festgeld und Tagesgeld aus Schweden gilt als äußerst sicher. Das Land genießt bei allen drei renommierten US-Ratingagenturen die höchste Bonität.
  • Allerdings schwächt sich, wie in vielen anderen Ländern auch, die Wirtschaft des Landes zunehmend ab. Und trotzdem entschied sich die schwedische Zentralbank, die Minuszinsen abzuschaffen.

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Berühmt ist das Land aber nicht nur wegen Volvo, Ikea, Astrid Lindgren und der "Fridays for Future"-Bewegung, welche die schwedische Schülerin Greta Thunberg im Jahr 2018 ins Rollen brachte. Viele Jahre ist Schweden auch bekannt für geringe Ungleichheit und sein hervorragendes Bildungssystem. Wie die meisten skandinavischen Staaten gilt das Land als traditionell liberal und weltoffen. Mit dem schwedischen Königreich wie auch seinem Nachbarn Dänemark pflegt Deutschland einen regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch.

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Wie sicher ist Festgeld und Tagesgeld in Schweden?

Schweden mit seinen Kronen als eigene Landeswährung spielt in Sachen Bonität in der ersten Liga und erhält von allen drei renommierten Ratingagenturen (Standard & Poor's, Moodys und Fitch) eine Triple-A-Bewertung. Das entspricht praktisch einer absoluten Sicherheit für Schuldner.

Denn Anleger dürfen nicht vergessen, dass die Bonität des Staates, der die Einlagensicherung garantiert, ausschlaggebend für die Sicherheit ist. Sprich: Gerät eine Bank in Schieflage, muss der jeweilige Staat garantieren, dass Anleger zeitnah und vollumfänglich, also bis zur gesetzlich garantieren Summe, entschädigt werden.

So bewerten die Ratingagenturen die Bonität

Die drei weltweit einflussreichsten Ratingagenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moodys und Fitch. Um die Bonität eines Staates oder Bank oder eines Unternehmens zu bewerten, nutzen die Agenturen Buchstabencodes. 

 

Beste Bonität

Sichere Anlage

Durchschnittlich spekulativ

Höchst spekulativ

Risikohaft

Zahlungsausfall

S&P

AAA

A-

BBB+

B-

CCC+

D

Moodys

Aaa

A3

Baa1

B3

Caa1

C

Fitch

AAA

A-

BBB+

B-

CCC

D

Diese schwedischen Banken finden Sie auf biallo.de

Interessierte Anleger finden sowohl im Tages- als auch Festgeldvergleich von biallo.de einige Banken aus Schweden. Von dort aus gibt es zwei Möglichkeiten, ein Fest- beziehungsweise Tagesgeldkonto bei einem schwedischen Geldhaus zu eröffnen. Wer beispielsweise im Festgeldvergleich auf die Klarna Bank klickt, landet auf der Webseite der Bank und kann direkt das Konto beantragen.

Wer sich allerdings für ein Angebot von der Nordax Bank oder Hoist Finance interessiert, kann nur über die Internetseite des Zinsportals "Weltsparen" Kunde werden. Über das Portal eröffnen Anleger per Online-Verfahren ein deutsches Referenzkonto bei einer Partnerbank. Von dort aus fließt das Geld anschließend an die jeweilige Bank.

AnbieterTagesgeldzins
(6 Monate)
Festgeldzins (1 Jahr)Einlagensicherungshöhe
Klarna-0,95 %950.000 SEK (ca. 89.000 Euro)
Hoist Finance0,40 %0,71 %950.000 SEK (ca. 89.000 Euro)
Resurs Bank0,35 %0,71 %950.000 SEK (ca. 89.000 Euro)
Nordax Bank0,35 %0,60 %950.000 SEK (ca. 89.000 Euro)
Ikano Bank0,24 %-100.000 Euro pro Person

Stand: 16. Januar 2020; Betrag: 10.000 Euro

Schwedische Banken im Festgeld-Vergleich

Anbieter
Zinsertrag  
Zinssatz
BewertungProduktdetailsZum Anbieter
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Produktdetails
Klarna Bank AB
Anlage 10.000 €; Laufzeit 24 Monate; Stand: 20.01.2020.

Wie ist die momentane Wirtschafts- und Zinssituation in Schweden?

In Schweden ist mittlerweile aufgrund der Migrationskrise eine sehr deutliche EU-Skepsis erkennbar, was zu einem starken politischen Wandel führt. Traditionell waren die Sozialdemokraten für die schwedische Politik prägend, mit den Wahlen im Jahr 2018 konnten die rechtspopulistischen Schwedendemokraten (SD) signifikante Stimmanteile gewinnen.

Auch in Sachen Zinspolitik macht das schwedische Königreich von sich reden. Denn die schwedische Reichsbank führte als eine der ersten Notenbanken den Negativzins ein und schaffte ihn auch als erste Ende 2019 wieder ab. Gouverneur der Reichsbank Stefan Ingves begründete diese Entscheidung mit der Inflation, die nahe dem gesteckten Ziel von zwei Prozent liegt. Somit gibt er sich optimistisch, was Wirtschaftswachstum und Inflationsrate angeht, und hob den Leitzins von minus 0,25 auf null Prozent an.

An sich ist der schwedische Banken- und Finanzsektor international vergleichsweise schwach ausgerichtet. Große Institute, wie beispielsweise Nordea, konzentrieren sich vor allem auf das Retail-Banking am nordischen Heimatmarkt.

Einzig die SEB AG war noch vor einigen Jahren mit mehreren Filialen in Deutschland vertreten, konzentriert sich jedoch mittlerweile ausschließlich auf das Geschäft mit Unternehmenskunden. Das deutsche Retailgeschäft der Schweden ging vollständig an die spanische Santander.

Was mache ich im Worst-Case-Szenario einer Bankenpleite?

Das zuständige Einlagensicherungssystem ist die schwedische Reichsschuldenverwaltung "Riksgälden". Üblicherweise ist es so, dass Anleger nach Eintritt des Entschädigungsfalles innerhalb von sieben Werktagen entschädigt werden, ohne dass sie dabei selbst aktiv werden müssen.

Im Falle des Eintritts eines Entschädigungsfalles bei unselbstständigen Zweigstellen von Kreditinstituten, die ihren Sitz in einem anderen Staat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) haben und die Bankgeschäfte in Deutschland betreiben, werde die Entschädigung durch die ausländische Einlagensicherung durchgeführt, die eine Kooperationsvereinbarung mit der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH haben.  

"Die dafür notwendigen Finanzmittel muss das ausländische Einlagensicherungssystem vor Auszahlung bereitstellen", heißt es von Seiten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

Wichtig: Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass Anleger nicht automatisch informiert werden, müssen sie selbst die Reichsschuldenverwaltung kontaktieren. Denn laut der Pressestelle der Riksgälden bestehe die Möglichkeit, dass Ansprüche verjähren – allerdings erst nach einigen Jahren.

Was ist steuerlich bei einer Festgeldanlage aus Schweden zu beachten?

Die schwedische Quellensteuer liegt bei vergleichsweise hohen 30 Prozent, die zu 15 Prozent aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens mit Deutschland anrechenbar sind. Allerdings wird die Quellensteuer lediglich für Dividenden fällig. Zinserträge sind von der Quellensteuer nicht betroffen. Deutsche Sparer benötigen daher keine Ansässigkeitsbescheinigung.

Biallo-Empfehlung

Festgeld- und Tagesgeldanlagen in Schweden sind aktuell als sehr sicher zu bewerten. Jedoch gehört das skandinavische Königreich zu den Ländern, für dessen Wirtschaftsleistung der Export und Import eine außerordentlich wichtige Bedeutung hat. Das kleine Land ist demnach deutlich davon abhängig, dass der Welthandel floriert. Zudem ist keineswegs sicher, ob die schwedische Regierung langfristig ihren globalisierungsfreundlichen, offenen Kurs beibehält. Deswegen sollten Anleger die ökonomische und politische Entwicklung im hohen Norden nicht aus den Augen verlieren.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de