Ist Geld bei Ziraat Bank, Denizbank & Co noch sicher?

Türkei-Krise Ist Geld bei Ziraat Bank, Denizbank & Co noch sicher?

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
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  • In den vergangenen Wochen erhielten wir zahlreiche Anfragen von besorgten Lesern: Sind Einlagen bei Banken türkischer Herkunft noch sicher?

  • Die Antwort lautet ganz klar: Ja – zumindest bis zur Höhe der gesetzlichen Einlagensicherung.
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Der drastische Verfall der türkischen Lira schüttelt auch die Banken des europäischen Nachbarlandes kräftig durch. Die Angst geht um, dass Geldinstitute in Schieflage geraten könnten. Seit Jahresanfang hat die Lira gegenüber Euro und US-Dollar in der Spitze mehr als 40 Prozent verloren, allein bis zu 30 Prozent im Krisenmonat August.

Zwar konnte sich die türkische Währung nach der Finanzspritze durch das Emirat Katar seit Anfang September wieder erholen. Dennoch machen sich viele Anleger Sorgen um ihre Einlagen. Nicht nur in der Türkei selbst, sondern auch hierzulande bei den deutschen Niederlassungen der türkischen Mutterbanken.

Anbieter locken mit hohen Zinsen

Im Tagesgeld- und Festgeldvergleich listet biallo.de nach wie vor Banken mit türkischer Herkunft. Bei einer Laufzeit von 24 Monaten sind zwei Geldinstitute unter den "Top 5" zu finden:

Bank

Zinssatz

S&P Länderrating (Sicherheit / Niederlassung)

Ziraat Bank

1,10%

AAA (höchste Sicherheit / Deutschland)

Denizbank

1,00%

AA+ (hohe Sicherheit / Österreich)

Vakifbank International

0,95%

AA+ (hohe Sicherheit / Österreich)

Garantibank International

0,85%

AAA (höchste Sicherheit / Niederlande)

Akbank

0,85%

AAA (höchste Sicherheit / Deutschland)

(Stand: 28.09.2018)

Die Festgeldzinsen dieser Banken liegen damit deutlich über dem Marktdurchschnitt von 0,40 Prozent.

Hinweis: Manche Anbieter sind nicht verlinkt, da sie über uns derzeit keine neuen Kunden akquirieren wollen. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" offengelegt.

Beim Blick auf unsere Bewertung fällt auf, dass alle genannten Banken nicht nur in puncto Zinsen sehr gut abschneiden, sondern auch beim Thema Sicherheit. Doch wie kann das angesichts der jüngsten Turbulenzen sein, fragen sich viele unserer Leser. Ist das Geld bei diesen Banken wirklich noch sicher?

Lesen Sie auch: Festgeld-Test von biallo.de

Die Antwort lautet ganz klar: Ja. "Diese Banken unterliegen der deutschen, österreichischen oder niederländischen Einlagensicherung - insofern muss sich niemand Sorgen machen", erklärt Horst Biallo, Gründer und Herausgeber von biallo.de.

Wer ist im Entschädigungsfall zuständig?

Laut Bundesverband deutscher Banken spielt die Eigentümerschaft einer Bank im Entschädigungsfall keine Rolle. "Bei einem selbstständigen deutschen Tochterunternehmen handelt es sich um eine Bank, die nach deutschem Recht gegründet wurde und komplett deutschem Aufsichtsrecht unterliegt. Die Bank ist daher auch Pflichtmitglied bei einer deutschen gesetzlichen Entschädigungseinrichtung", erklärt Bankenverband-Sprecherin Tanja Beller.

Im Falle des Eintritts eines Entschädigungsfalles bei unselbstständigen Zweigstellen von Kreditinstituten, die ihren Sitz in einem anderen Staat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) haben und die Bankgeschäfte in Deutschland betreiben, werde die Entschädigung durch die ausländische Einlagensicherung durchgeführt, die eine Kooperationsvereinbarung mit der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH haben.

"Unselbstständige Niederlassungen von Kreditinstituten aus Staaten außerhalb der EU beziehungsweise des EWR sind Mitglieder der deutschen gesetzlichen Entschädigungseinrichtungen. Darüber hinaus wirken viele ausländische Banken am freiwilligen Einlagensicherungsfonds der privaten Banken mit", so Beller weiter.

Lesen Sie auch: Festgeld im Ausland anlegen

Rechtlich eigenständige Kreditinstitute

Bei der Garantibank International etwa handelt es sich um die niederländische Tochter der Türkiye Garanti Bankası A.Ş. Hauptsitz ist nicht wie bei der Mutter Istanbul, sondern Amsterdam. Daher sind Einlagen bis zu 100.000 Euro über die niederländische Einlagensicherung geschützt.

Die Denizbank und Vakifbank International haben zwar auch jeweils türkische Mutterbanken, sind aber rechtlich eigenständige Aktiengesellschaften mit Hauptsitz in Wien. Von daher ist hier die österreichische Einlagensicherung zuständig, die ebenfalls Einlagen bis 100.000 Euro garantiert.

Ziraat Bank, Oyak Anker Bank und Akbank haben ihren Hauptsitz in Deutschland und werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) kontrolliert. Deshalb greift hier im Entschädigungsfall die deutsche Einlagensicherung, ebenfalls bis zu einer Höhe von 100.000 Euro. Zusätzlich sind alle drei Geldinstitute noch dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken angeschlossen. Dadurch beträgt die Sicherungsgrenze bei der Akbank derzeit gut 115 Millionen Euro pro Einleger, bei der Ziraat Bank rund 37 Millionen Euro und bei der Oyak Anker Bank knapp 20 Millionen Euro.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
245,49
1,22%
2.
241,44
1,20%
3.
 231,32
1,15%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht

Allerdings weist die Bafin ausdrücklich darauf hin, dass es für die freiwilligen Sicherungseinrichtungen keinen Rechtsanspruch auf eine Entschädigung gibt und sie auch nicht der Aufsicht der Bafin unterliegen. "Von daher empfehlen wir generell, nie mehr als 100.000 Euro bei einer Bank anzulegen und Anlagen auf mehrere Geldhäuser zu verteilen", rät Horst Biallo. Bei den Empfehlungen von biallo.de werden zudem nur Anbieter aus Ländern mit hoher Bonität in der Auswahl berücksichtigt (mindestens Note "AA-" bei Standard & Poor’s).

Lesen Sie auch: Tagesgeld-Test von biallo.de

Dass die türkischen Mutterkonzerne bei ihren europäischen Niederlassungen Geld abziehen könnten oder Zugriff auf deren Kundeneinlagen haben, darüber brauchen sich Anleger laut Bafin keine Sorgen zu machen. "Die Großkreditverordnung beschränkt das Volumen von gruppeninternen Krediten auf 100 Prozent der anrechnungsfähigen Eigenmittel, das heißt, eine Bank darf nicht mehr als 100 Prozent ihrer anrechnungsfähigen Eigenmittel als Kredite an ihre Mutterbank vergeben", sagt Bafin-Sprecherin Dominika Kula gegenüber biallo.de.

Eigenmittel eines Instituts seien die Summe aus Kernkapital und Ergänzungskapital – darunter fallen nicht die Einlagen beim Institut. "Die Bafin und die Bundesbank erhalten laufend Meldungen über diese Berechnungsgrößen und überwachen, ob sie eingehalten werden. Zudem sind Institute verpflichtet, Überschreitungen der Großkreditgrenzen der Bafin ad hoc anzuzeigen."

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de