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Auf einen Blick
  • Die Türkei steckt nach wie vor in einer der größten Währungskrisen des Landes. Die Inflation liegt auf dem höchsten Stand seit fast zwei Jahren.

  • Die türkische Lira hat nach einer zwischenzeitlichen Stabilisierung zum Jahresanfang in den vergangenen drei Monaten gegenüber Euro und US-Dollar um jeweils rund 18 Prozent abgewertet. 

  • Immer wieder erhalten wir Anfragen von besorgten Lesern: "Sind Einlagen bei türkischen Banken hierzulande noch sicher?" Die Antwortet lautet ganz klar: ja – zumindest bis zur Höhe der gesetzlichen Einlagensicherung.
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Der erneute Verfall der türkischen Lira zeichnete sich bereits ab, als der türkische Präsident Erdogan vor knapp zwei Monaten wieder einmal den Notenbankchef des Landes austauschte. Es war die zweite Entlassung innerhalb von vier Monaten. Offenbar war Naci Agbal nicht auf Linie mit Erdogan, obwohl er in seiner Amtszeit das Vertrauen der Investoren zwischenzeitlich wieder herstellen konnte – nicht zuletzt, weil er den Leitzins in seiner Amtszeit von anfangs 10,25 auf 19 Prozent deutlich erhöht hatte. 

Zwar hat der neue Zentralbankchef Sahap Kavcioglu am Leitzins erst mal nicht gerüttelt. Allerdings gehen Experten davon aus, dass Kavcioglu die Zinsen schon bald wieder senken könnte. Schließlich hat Erdogan in den vergangenen Monaten mehrfach eine Absenkung gefordert und der neue Notenbankchef gilt als linientreu. 

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Eine sichere und interessante Alternative zum Festgeld sind Genossenschaftsanteile von Genossenschaftsbanken. Diese bieten Jahr für Jahr attraktive Dividenden. Besonders die Genossenschaftsanteile der Volksbanken werfen hohe Renditen ab. 

Inflationsrate in der Türkei klettert auf über 17 Prozent

Allerdings sind auch dem obersten Währungshüter derzeit die Hände gebunden, denn die Inflationsrate ist im April im Jahresvergleich auf 17,14 Prozent gestiegen – der höchste Stand seit fast zwei Jahren. Auch die türkische Lira steht nach der zwischenzeitlichen Erholung vom Jahresanfang im Moment wieder unter Druck. Seit dem 20. März, der Ernennung des neuen Zentralbankchefs Kavcioglu, hat die Lira um jeweils rund 15 Prozent zum Euro und US-Dollar abgewertet. Seit Anfang 2020 verlor die Lira gegenüber dem US-Dollar rund 30 Prozent an Wert, gegenüber dem Euro sogar gut 35 Prozent.

Angesichts des drastischen Währungsverfalls und der steigenden Inflationsraten sind viele Türken zuletzt in den vermeintlich sicheren Hafen Bitcoin geflüchtet. Doch nun hat Kavcioglu einen Riegel vorgeschoben und zum 1. Mai Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen verboten. Kurz zuvor hatte sich offenbar noch Faruk Fatih Özer, Gründer und CEO der türkischen Krypto-Handelsplattform Thodex aus dem Staub gemacht – verschiedenen Medienberichten zufolge sollen derzeit knapp 400.000 Nutzer um ihr digitales Vermögen von insgesamt rund zwei Milliarden US-Dollar bangen. 

Einziger Lichtblick: Die türkische Wirtschaft scheint im Moment äußerst robust zu sein. Nach einem überraschenden Wachstum 2020 in Höhe von 1,9 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr laut Regierung um 5,8 Prozent zulegen. Allerdings dürfte hier viel davon abhängen, wie sich der Tourismus in den nächsten Monaten entwickelt. 

Türkische Banken im Festgeld-Vergleich von biallo.de

Im Tagesgeld- und Festgeld-Vergleich listet biallo.de auch sieben Banken mit türkischen Wurzeln auf. Der negative Zinstrend in Europa ist zwar auch an ihnen nicht vorbeigegangen. So bot etwa die Ziraat Bank bei einer Laufzeit von zwölf Monaten im Jahr 2018 noch einen Festgeldzins in Höhe von 1,10 Prozent – mittlerweile sind es nur noch 0,25 Prozent (siehe Tabelle). Das ist aber mmer noch mehr als der Marktdurchschnitt, schließlich liegen die Festgeldzinsen laut Biallo-Festgeld-Index aktuell auf Allzeittief (0,16 Prozent).

Türkische Banken im Festgeld-Vergleich (Laufzeit 12 Monate)

Bank Zins p. a.  Anlagesumme Einlagensicherung (ES) S&P-Länderrating
Ziraat Bank 0,25 % 2.500 bis 250.000 Euro 100.000 Euro pro Person / deutsche ES zzgl. freiwilllige ES über BdB in Millionnenhöhe AAA

höchste Sicherheit
Akbank 0,25 % 2.000 bis 1.000.000 Euro 100.000 Euro pro Person / deutsche ES zzgl. freiwilllige ES über BdB in Millionnenhöhe AAA

höchste Sicherheit
Garantibank 0,20 % 2.500 bis 250.000 Euro 100.000 Euro pro Person / niederländische ES AAA

höchste Sicherheit
Oyak Anker Bank 0,20 % ab 2.500 Euro 100.000 Euro pro Person / deutsche ES zzgl. freiwilllige ES über BdB in Millionnenhöhe AAA

höchste Sicherheit
Isbank 0,15 % 2.500 bis 250.00 Euro 100.000 Euro pro Person / deutsche ES zzgl. freiwilllige ES über BdB in Millionnenhöhe AAA

höchste Sicherheit
Denizbank 0,15 % ab 1.000 Euro 100.000 Euro pro Person / österreichische ES  AA

hohe Sicherheit
Vakifbank 0,15 % ab 5.000 Euro 100.000 Euro pro Person / österreichische ES  AA

hohe Sicherheit
Quelle: eigene Recherche / Stand: 14. Mai 2021 / Konditionen laut Anbieter / Angaben ohne Gewähr.

Türkische Banken mit bester Einlagensicherung

Beim Blick auf unsere Bewertung fällt auf, dass die Mehrheit der genannten Banken nicht nur in puncto Zinsen besser als der Durchschnitt abschneiden. Sie bieten alle auch ein hohes Maß an Sicherheit. Doch wie kann das angesichts der jüngsten politischen Turbulenzen in der Türkei sein? Viele unserer Leser fragen sich im Moment: Ist das Geld bei diesen Banken wirklich noch sicher?

Lesen Sie auch: Festgeld-Test von biallo.de

"Diese Banken unterliegen der deutschen, österreichischen oder niederländischen Einlagensicherung – insofern muss sich niemand Sorgen machen", erklärt Horst Biallo, Gründer und Geschäftsführer des gleichnamigen Verbraucherportals. 

Wer ist im Entschädigungsfall zuständig?

Laut Bundesverband deutscher Banken (BdB) spielt die Eigentümerschaft eines Instituts im Entschädigungsfall keine Rolle. "Bei einem selbstständigen deutschen Tochterunternehmen handelt es sich um eine Bank, die nach deutschem Recht gegründet wurde und komplett deutschem Aufsichtsrecht unterliegt. Die Bank ist daher auch Pflichtmitglied bei einer deutschen gesetzlichen Entschädigungseinrichtung", erklärt BdB-Sprecherin Tanja Beller. 

Im Falle des Eintritts eines Entschädigungsfalles bei unselbstständigen Zweigstellen von Kreditinstituten, die ihren Sitz in einem anderen Staat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) haben und die Bankgeschäfte in Deutschland betreiben, werde die Entschädigung durch die ausländische Einlagensicherung durchgeführt, die eine Kooperationsvereinbarung mit der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) haben. 

"Unselbstständige Niederlassungen von Kreditinstituten aus Staaten außerhalb der EU beziehungsweise des EWR sind Mitglieder der deutschen gesetzlichen Entschädigungseinrichtungen. Darüber hinaus wirken viele ausländische Banken am freiwilligen Einlagensicherungsfonds der privaten Banken mit", so Beller weiter. Dadurch liege die Sicherungsgrenze pro Einleger oft im zweistelligen Millionenbereich.

Lesen Sie auch: Festgeld im Ausland anlegen

Rechtlich eigenständige Kreditinstitute

Bei der Garantibank International etwa handelt es sich um die niederländische Tochter der Türkiye Garanti Bankası A.Ş. – Hauptsitz ist nicht wie bei der Mutter Istanbul, sondern Amsterdam. Daher sind Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Person über die Einlagensicherung der Niederlande geschützt, die wie Deutschland von den US-Ratingagenturen ein sogenanntes Triple-A-Rating erhalten, also für einen Schuldner mit erstklassiger Bonität stehen. 

Denizbank und Vakifbank International haben zwar auch jeweils türkische Mutterbanken, sind aber rechtlich eigenständige Aktiengesellschaften mit Hauptsitz in Wien. Deshalb ist hier die österreichische Einlagensicherung zuständig (100.000 Euro pro Person). Österreich genießt bei Standard & Poor's die zweithöchste Bonität mit einem "AA+"-Rating.

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Ziraat BankIsbank, Oyak Anker Bank und Akbank haben ihren Hauptsitz in Deutschland und werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) kontrolliert. Im Entschädigungsfall springt daher die deutsche Einlagensicherung ein (100.000 Euro pro Person). 

Zusätzlich sind alle vier Geldinstitute noch freiwillig dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken angeschlossen. Dadurch beträgt die Sicherungsgrenze bei der Akbank derzeit gut 108 Millionen Euro pro Einleger, bei der Ziraat Bank rund 35 Millionen Euro, bei der Isbank gut 28 Millionen Euro und bei der Oyak Anker Bank knapp 20 Millionen Euro (Stand: 14. Mai 2021).

Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht

Allerdings weist die Bafin ausdrücklich darauf hin, dass es für die freiwilligen Sicherungseinrichtungen keinen Rechtsanspruch auf eine Entschädigung gibt und sie auch nicht der Aufsicht der Bafin unterliegen. "Von daher empfehlen wir generell, nie mehr als 100.000 Euro bei einer Bank anzulegen und Anlagen auf mehrere Geldhäuser zu verteilen", rät Horst Biallo. Bei den Empfehlungen von biallo.de werden grundsätzlich nur Anbieter aus Ländern mit hoher Bonität in der Auswahl berücksichtigt (mindestens Note "AA-" bei Standard & Poor’s).

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Dass die türkischen Mutterkonzerne bei ihren europäischen Niederlassungen Geld abziehen könnten oder Zugriff auf deren Kundeneinlagen haben, darüber brauchen sich Anleger laut Bafin keine Sorgen zu machen. "Die Großkreditverordnung beschränkt das Volumen von gruppeninternen Krediten auf 100 Prozent der anrechnungsfähigen Eigenmittel, das heißt, eine Bank darf nicht mehr als 100 Prozent ihrer anrechnungsfähigen Eigenmittel als Kredite an ihre Mutterbank vergeben", sagt Bafin-Sprecherin Dominika Kula gegenüber biallo.de.

Eigenmittel eines Instituts seien die Summe aus Kernkapital und Ergänzungskapital – darunter fallen nicht die Einlagen beim Institut. "Die Bafin und die Bundesbank erhalten laufend Meldungen über diese Berechnungsgrößen und überwachen, ob sie eingehalten werden. Zudem sind Institute verpflichtet, Überschreitungen der Großkreditgrenzen der Bafin ad hoc anzuzeigen."

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Festgeld
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
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  148,00 €
0,74 %
2.
  70,00 €
0,35 %
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  70,00 €
0,35 %
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre


Über den Autor Sebastian Schick

nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach. Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. 2014 baute er in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus als Chefredakteur und Moderator den österreichischen TV-Sender DAF-Austria mit auf. 2016 wechselte er zur Biallo & Team GmbH und übernahm Mitte 2017 die Redaktionsleitung. 

  Sebastian Schick