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Auf einen Blick
  • Österreichische Banken locken deutsche Anleger mit attraktiven Zinsen und einer soliden Einlagensicherung.

  • Bei allen auf biallo.de gelisteten österreichischen Anbietern handelt es sich um Zweigniederlassungen. Daher sind die Zinsen oftmals etwas niedriger als im Ursprungsland.

  • Tritt der sehr unwahrscheinliche Entschädigungsfall ein, wird die Rückzahlung durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH durchgeführt.
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Deutschland und Österreich sind weit mehr als nur Nachbarn. Beide Länder teilen eine gemeinsame Sprache, Kultur, Geschichte und Lebensweise. Auch beim Thema Geldanlage gibt es keine großen Unterschiede – sollte man zumindest meinen. Allerdings ist Österreich bei Sparern oftmals beliebter. Denn hier werden Festgeldkonten mit guten Konditionen angeboten, die im Vergleich mit den Angeboten der landeseigenen Hausbank meist besser sind.

Vor allem ausländische Direktbanken aus der Türkei und Russland nutzen die Alpenrepublik, um Kunden im Euroraum mit attraktiven Zinsen anzulocken. 

 

Wie sicher ist Tages- und Festgeld in Österreich?

Österreich zählt innerhalb Europas zu den für Anleger außerordentlich sicheren Standorten. Das spiegelt sich natürlich ebenso im Rating wider. In Sachen Finanzkraft spielt das Land der Berge in der ersten Liga und erhält von allen drei renommierten Ratingagenturen (Standard & Poor's, Moody's, Fitch) eine Bewertung von AA beziehungsweise Aa1. Ausfallrisiken sind damit praktisch ausgeschlossen.

  • Biallo-Tipp: Wie die jeweilige Bewertung eines Fest- oder Tagesgeldangebots zustande kommt, können Sie unter Festgeld-Test beziehungsweise Tagesgeld-Test nachlesen.

So bewerten die Ratingagenturen die Bonität

Die drei weltweit einflussreichsten Agenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. Um die Bonität eines Staates zu bewerten, nutzen die Agenturen Buchstabencodes.

Agentur Beste Bonität Sichere Anlage Durchschnittlich spekulativ Höchst spekulativ Risikohaft Zahlungsausfall
S&P AAA A- BBB B- CCC D
Moody's Aaa A3 Baa1 B3 Caa1 C
Fitch AAA A- BBB B- CCC D

Die US-Ratingagenturen bewerten aber nicht nur Staaten. Auch einzelne Unternehmen oder Kreditinstitute werden einem Bonitätscheck unterzogen. Doch in erster Linie ist die Kreditwürdigkeit des Staates für die Qualität der Einlagensicherung verantwortlich. 

Rating der Republik Österreich

Ratingagentur Bewertung
S&P AA+
Moody's AA1
Fitch AA +

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Österreichische Banken im Festgeld-Vergleich

Bank Zinsen p.a.
1 Jahr
Zinsen p.a.
2 Jahre
Zinsen p.a.
3 Jahre
 
Sberbank Direct 0,30% 0,35%  0,40%
Kommunalkredit Invest       0,20% 0,35%  0,40%
Denizbank 0,15% 0,15%  0,15%
Vakifbank International 0,15% 0,25%  0,30%

Quelle: Festgeld-Vergleich biallo.de; Stand: 30. Juli 2021; Angaben ohne Gewähr.

 

Eine Auswahl österreichischer Banken im Tagesgeld-Vergleich

Anbieter

Zinsen p.a.

Sberbank Direct

0,20%

Kommunalkredit Invest      

0,02%

Quelle: Tagesgeldvergleich-Vergleich biallo.de; Stand: 30. Juli 2021; Angaben ohne Gewähr.

 

Wie ist die momentane Wirtschafts- und Zinssituation in Österreich?

Laut dem Credit Report für die Republik Österreich erlebte die Alpenrepublik 2020 "die stärkste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg mit einem BIP-Rückgang von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr". Doch laut einer aktuellen OECD-Prognose dürfte die österreichische Wirtschaft in diesem Jahr deutlich stärker wachsen als zuerst angenommen. Die OECD-Experten rechnen mit einem Plus von 3,4 Prozent, für 2022 sogar mit 4,2 Prozent. Anfang des Jahres gaben sich die Experten noch deutlich pessimistischer und prophezeiten für 2021 nur ein Wachstum von 1,4 Prozent. 


 

Worst-Case-Szenario: Was mache ich bei einer Bankenpleite?

Grundsätzlich gilt: Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu einer maximalen Anlagesumme von 100.000 Euro je Kontoinhaber gesetzlich geschützt, so will es die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung. Bislang gibt es allerdings noch kein gemeinsames europäisches Einlagensicherungssystem. Die Einlagensicherung ist nach wie vor national organisiert. Alle Mitgliedsstaaten sind dazu verpflichtet, stufenweise die Rückzahlungsfrist zu verkürzen. Seit 1. Januar 2019 darf diese Frist nur noch bei maximal 15 Tagen liegen, ab 2024 muss sie auf sieben Tage reduziert werden. Einige EU-Staaten haben bereits auf freiwilliger Basis die Entschädigungsfrist auf sieben Tage verkürzt, so etwa Deutschland, Schweden und Österreich.

Die Einlagensicherung in Österreich ist im Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (ESAEG) geregelt. Seit dem 1. Januar 2019 gibt es in Österreich nur noch zwei Sicherungseinrichtungen – anstatt der bisherigen fünf. Für Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist nun die Sparkassen-Haftungs AG und für Privatbanken die Austria Ges.m.b.H. für den Anlegerschutz verantwortlich.

Tritt der Entschädigungsfall bei einer Privatbank ein, greift die Austria GmbH als gesetzliche Einlagensicherung. "Die Sicherungseinrichtung zahlt die gedeckten Einlagen grundsätzlich innerhalb der gesetzlichen Frist von sieben Arbeitstagen aus. Ein Antrag Ihrerseits ist nicht erforderlich", heißt es von Seiten der Austria Ges.m.b.H. Verbraucher müssen lediglich das Konto nennen, auf das die Summe ausgezahlt werden soll. 

Doch da es sich bei nahezu allen österreichischen Banken, die auf biallo.de gelistet sind, um unselbstständige Zweigniederlassungen in Deutschland handeln, kommt in diesem Falle der Bundesverband deutscher Banken (Bankenverband) ins Spiel, der die Abwicklung im Entschädigungsfall dann stellvertretend übernimmt.

 

Was ist steuerlich bei einer Tages- oder Festgeldanlage aus Österreich zu beachten?

Österreich erhebt eine nationale Quellensteuer auf Zinserträge in Höhe von 25 Prozent. Deutsche Sparer haben jedoch die Möglichkeit, durch Vorlage einer steuerlichen Ansässigkeitsbescheinigung vom österreichischen KESt-Abzug ausgenommen zu werden.

Über den Autor Kevin Schwarzinger
Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.
  Kevin Schwarzinger