Österreich: Hohe Zinsen aus der Alpenrepublik

Tages- und Festgeld Österreich: Hohe Zinsen aus der Alpenrepublik

Update: 18.09.2019
von Björn König Kevin Schwarzinger
Update: 18.09.2019
Auf einen Blick
  • Österreichische Banken locken deutsche Anleger mit attraktiven Zinsen und einer soliden Einlagensicherung.

  • Bei allen auf biallo.de gelisteten österreichischen Anbietern handelt es sich um Zweigniederlassungen. Daher sind die Zinsen oftmals etwas niedriger als im Ursprungsland.

  • Tritt der sehr unwahrscheinliche Entschädigungsfall ein, wird die Rückzahlung durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH durchgeführt.
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Deutschland und Österreich sind weit mehr als nur Nachbarn. Beide Länder teilen eine gemeinsame Sprache, Kultur, Geschichte und Lebensweise. Auch beim Thema Geldanlage gibt es keine großen Unterschiede – sollte man zumindest meinen. Allerdings ist Österreich bei Sparern oftmals beliebter. Denn hier werden Festgeldkonten mit guten Konditionen angeboten, die im Vergleich mit den Angeboten der landeseigenen Hausbank meist besser sind.

Vor allem ausländische Direktbanken aus der Türkei und Russland nutzen die Alpenrepublik, um Kunden im Euroraum mit attraktiven Zinsen anzulocken. So beispielsweise die Sberbank Direct oder Deniz-Bank, die beide auch mit Ablegern in Deutschland vertreten sind.

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Wie sicher ist Tagesgeld und Festgeld in Österreich?

Österreich zählt innerhalb Europas zu den für Anleger außerordentlich sicheren Standorten. Das spiegelt sich natürlich ebenso im Rating wieder. In Sachen Finanzkraft spielt das Land der Berge in der ersten Liga und erhält von allen drei renommierten Ratingagenturen (Standard & Poor's, Moody's, Fitch) eine Bewertung von AA+ beziehungsweise Aa1. Ausfallrisiken sind damit praktisch ausgeschlossen.

So bewerten die Ratingagenturen die Bonität

Die drei weltweit einflussreichsten Agenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. Um die Bonität eines Staates zu bewerten, nutzen die Agenturen Buchstabencodes.

AgenturBeste BonitätSichere AnlageDurchschnittlich spekulativHöchst spekulativRisikohaftZahlungsausfall
S&PAAAA-BBB+B-CCC+D
Moody'sAaaA3Baa1B3Caa1C
FitchAAAA-BBB+B-CCCD

Die US-Ratingagenturen bewerten aber nicht nur Staaten. Auch einzelne Unternehmen oder Kreditinstitute werden einem Bonitätscheck unterzogen. Doch in erster Linie ist die Kreditwürdigkeit des Staates für die Qualität der Einlagensicherung verantwortlich. Die einzelnen Banken-Ratings sollen Verbrauchern lediglich einen Überblick geben, wie die jeweiligen Geldhäuser finanziell aufgestellt sind.

Österreichische Banken im Festgeld-Vergleich

Anbieter
Zinsertrag  
Zinssatz
BewertungProduktdetailsZum Anbieter
151,08
0,75%
4,5/5
  • -100% Einlagensich. 
  • -Onlineangebot
Produktdetails
Kommunalkredit Invest
 140,49
0,70%
4,7/5
  • -100% Einlagensich. 
  • -Onlineangebot
100,25
0,50%
3,5/5
  • -100% Einlagensich. 
  • -Onlineangebot
 100,25
0,50%
3,5/5
  • -100% Einlagensich. 
  • -Onlineangebot
Produktdetails
DenizBank
 60,09
0,30%
2,8/5
  • -100% Einlagensich. 
Anlage 10.000 €; Laufzeit 24 Monate; Stand: 18.11.2019.

Österreichische Banken im Tagesgeld-Vergleich

Anbieter

Zinsen p.a.

Anlagebetrag

Kommunalkredit Invest

0,31 %

ab 10.000€ bis 500.000 €

Austrian Anadi Bank

0,22 %

ab 1,00 € bis 100.000 €

Sberbank Direct

0,20 %

bis 250.000 €

Deniz-Bank

0,20 %

ab 100 € / Maximaleinlage: keine

DHB Bank

0,15 %

bis 500.000 €

Vakifbank International

0,05 %

ab 5.000 € bis 50.000 €

Stand: 18. September 2019

Wie ist die momentane Wirtschafts- und Zinssituation in Österreich?

Die Wirtschaft Österreichs ist eng an die Entwicklung Deutschlands gekoppelt. Da die deutsche Konjunktur brummt, profitiert natürlich auch Österreich von der positiven ökonomischen Gesamtsituation. Allerdings ist der Ausblick auch getrübt.

Die aktuelle Mitte-Rechts-Regierung aus ÖVP und FPÖ verfolgt einen durchaus globalisierungskritischen Kurs und auch das Verhältnis zu den EU-Institutionen ist zumindest aus Sicht des Koalitionspartners FPÖ als eher kühl und distanziert zu bezeichnen. Insbesondere die Arbeitnehmerfreizügigkeit ist der türkis-blauen Regierung in Wien ein Dorn im Auge.

Sollte es in Deutschland also zu einem Abschwung kommen, könnte sich dieser für Österreich aufgrund der politischen Situation womöglich noch stärker auswirken.

Worst-Case-Szenario: Was mache ich bei einer Bankenpleite?

Grundsätzlich gilt: Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu einer maximalen Anlagesumme von 100.000 Euro je Kontoinhaber gesetzlich geschützt, so will es die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung. Bislang gibt es allerdings noch kein gemeinsames europäisches Einlagensicherungssystem. Die Einlagensicherung ist nach wie vor national organisiert. Alle Mitgliedsstaaten sind dazu verpflichtet, stufenweise die Rückzahlungsfrist zu verkürzen. Ab 1. Januar 2019 darf diese Frist nur noch bei maximal 15 Tagen liegen, ab 2024 muss sie auf sieben Tage reduziert werden.

Einige EU-Staaten haben bereits auf freiwilliger Basis die Entschädigungsfrist auf sieben Tage verkürzt, so etwa Deutschland, Schweden und Österreich.

Die Einlagensicherung in Österreich ist im Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (ESAEG) geregelt. Seit dem 1. Januar 2019 gibt es in Österreich nur noch zwei Sicherungseinrichtungen – anstatt der bisherigen fünf. Für Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist nun die Sparkassen-Haftungs AG und für Privatbanken die Austria GmbH für den Anlegerschutz verantwortlich.

Tritt der Entschädigungsfall bei einer Privatbank ein, greift die Austria GmbH als gesetzliche Einlagensicherung. "Im Sicherungsfall werden alle Kunden von uns informiert und um Bekanntgabe einer neuen Kontoverbindung ersucht, auf welche wir binnen sieben Tagen nach Eintritt des Sicherungsfalls beziehungsweise nach Mitteilung des neuen Kontos auszahlen", heißt es von Seiten der Austria GmbH.

Doch da es sich bei nahezu allen österreichischen Banken, die auf biallo.de gelistet sind, um unselbstständige Zweigniederlassungen in Deutschland handeln, kommt in diesem Falle der Bundesverband deutscher Banken (Bankenverband) ins Spiel, der die Abwicklung im Entschädigungsfall dann stellvertretend übernimmt.

Was ist steuerlich bei einer Tages- oder Festgeldanlage aus Österreich zu beachten?

Österreich erhebt eine nationale Quellensteuer auf Zinserträge in Höhe von 25 Prozent. Deutsche Sparer haben jedoch die Möglichkeit, durch Vorlage einer steuerlichen Ansässigkeitsbescheinigung vom österreichischen KESt-Abzug ausgenommen zu werden.

Biallo-Empfehlung

Tagesgeld und Festgeld in Österreich ist uneingeschränkt empfehlenswert, da hier de facto kein Ausfallrisiko besteht und das Land wirtschafts- beziehungsweise fiskalpolitisch als stabil zu bewerten ist.

Bei den hier genannten Instituten ist allerdings zu bedenken, dass es sich in der Regel nicht um österreichische Institute, sondern um türkische beziehungsweise russische Auslandsbanken handelt, die über Tochtergesellschaften der österreichischen Einlagensicherung angeschlossen sind.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de