Auf einen Blick
  • Frankreich genießt bei allen drei großen US-Ratingagenturen die dritthöchste Bonitätsnote.

  • Auch wenn die Staatsverschuldung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist, zählt die französische Einlagensicherung nach wie vor zu den sichersten der Welt.

  • Unter den großen Kreditinstituten im Biallo-Festgeld-Vergleich findet sich auch eine besonders sichere französische Genossenschaftsbank. 
Der Nachbar aus Frankreich lockt mit attraktiven Zinsen.
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Ohne Frankreich wäre die Europäische Union (EU) in ihrer heutigen Form gar nicht vorstellbar. Charles de Gaulle und Konrad Adenauer (CDU) legten mit dem Élysée-Vertrag den wichtigsten Grundstein für die deutsch-französische Freundschaft. Beide Länder sind mittlerweile politisch und wirtschaftlich eng und auf vielerlei Ebenen tief verbunden. Auch im Bereich Geldanlage.

Wie sicher ist Festgeld in Frankreich?

Die Bestnote, also das begehrte "Triple-A", erhält Frankreich zwar aktuell von keiner der drei führenden Ratingagenturen, dafür gibt es aber die Note AA beziehungsweise Aa2 – immerhin die dritthöchste Bonitätsstufe, was einer sicheren Anlage mit einem zu vernachlässigenden Ausfallrisiko entspricht.

So bewerten die Ratingagenturen die Bonität

Zu den weltweit einflussreichsten Agenturen zählen neben Moody's auch Fitch und Standard and Poor's (S&P). Die US-Ratingagenturen bewerten nicht nur Staaten. Auch einzelne Kreditinstitute werden einem Bonitätscheck unterzogen. Doch in erster Linie ist die Kreditwürdigkeit des Staates für die Qualität der Einlagensicherung verantwortlich.

Die Ratings von S&P dienen auch als Grundlage für unseren Festgeld-Test und Tagesgeld-Test. Um die Bonität eines Staates, Unternehmens oder einer Bank zu bewerten, nutzen die Agenturen folgende Buchstabencodes:

Agentur Beste Bonität Sichere Anlage Durchschnittlich spekulativ Höchst spekulativ Risikohaft Zahlungsausfall
S&P AAA A- BBB B- CCC D
Moody's Aaa A3 Baa1 B3 Caa1 C
Fitch AAA A- BBB B- CCC D


Französische Banken im Festgeldvergleich

Französische Banken, wie etwa die Renault Bank direkt  oder die Genossenschaftsbank  Crédit Agricole, sind bereits seit geraumer Zeit fester Bestandteil des Festgeld-Vergleich von biallo.de. Zwar haben die Festgeldzinsen von französischen Geldhäusern seit Jahresanfang deutlich an Attraktivität eingebüßt, doch wer gründlich vergleicht, findet nach wie vor überdurchschnittlich verzinstes Festgeld. So bietet etwa die zum franzözischen PSA-Konzern gehörige Opel Bank für zwei Jahre 0,40 Prozent Festgeldzinsen pro Jahr. Zum Vergleich: Laut Biallo-Indexliegen die durchschnittlichen Zinsen für einjähriges Festgeld aktuell bei gerade einmal 0,15 Prozent pro Jahr. Wer sich zwei Jahre binden möchte, erhält im Schnitt 0,24 Prozent.

Festgeldzinsen ein und zwei Jahre

Geldhaus Zinsen p.a.
(Laufzeit 1 Jahr)
Zinsen p.a.
(Laufzteit 2 Jahre)
Crédit Agricole 0,26% 0,46%
MyMoneyBank  0,10% 0,20%
Opel Bank 0,30% 0,40%
Renault Bank direkt 0,10% 0,20%


Tagesgeldzinsen bei französischen Banken

Geldhaus Zinsen p.a.
Anlagebetrag
Opel Bank 0,15% bis 1 Mio. Euro
Renault Bank direkt 0,10% bis 500.000 Euro
MyMoneyBank 0,24 %* bis 100.000 Euro

Quelle: Fest- und Tagesgeld-Vergleich biallo.de / Stand: 18. März 2021 / Angaben ohne Gewähr.*Auszahlungen sind nur zum ersten und 15. eines Kalendermonats möglich 

Wirtschaftlicher Ausblick

Der zweite Lockdown im Oktober 2020 hat sich nicht so gravierend auf die Konjunktur ausgeübt, wie die französische Regierung zunächst befürchten musste. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist 2020 laut Angaben der Germany Trade and Invest um 8,3 Prozent eingebrochen – die Regierung in Paris prognostizierte 9,3 Prozent. Wie sich die Wirtschaft im laufenden Jahr enwtickeln wird, bleibt weiter ungewiss. Die franzözische Regierung geht aktuell von einem realen Wachstum für 2021 von sechs Prozent aus. Hier besteht aber ein gewisses Restrisiko, da Frankreich ab dem 20. März in Paris und bestimmten Regionen in den dritten Lockdown geht. 

Vieles wird auch davon abhängen, wie schnell die Impfkamapne voranschreitet. Bis Ende März sollen zwei Drittel aller Über-75-Jährigen geimpft sein. Bei einer Bevölkerung von gut 67 Millionen Menschen hatten Ende Februar 4,4 Prozent der Bevölkerung die erste Impf-Dosis erhalten. 

Wie steht es um die französische Einlagensicherung?

Grundsätzlich gilt: Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu einer maximalen Anlagesumme von 100.000 Euro gesetzlich geschützt, so will es die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung. Diese Regelung gilt auch für deutsche Anleger, die ihr Konto bei einem französischen Geldinstitut führen beziehungsweise dort Kapital angelegt haben.

Bislang gibt es allerdings noch kein gemeinsames europäisches Einlagensicherungssystem. Die Einlagensicherung ist nach wie vor national organisiert und der sogenannte "Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution" (FGDR), gebildet per Gesetz vom 25. Juni 1999, schützt Kunden bei Insolvenz des kontoführenden Geldinstituts mit Hauptsitz in Frankreich. Einlagen bis 100.000 Euro werden im Entschädigungsfall in der Regel innerhalb von sieben Werktagen ausbezahlt. Eine zusätzliche freiwillige Einlagensicherung wie etwa in Deutschland gibt es in Frankreich nicht.

Handelt es sich um Einlagen bei Zweigniederlassungen von deutschen Banken in Frankreich, kommt es gemäß Paragraf 56 Einlagensicherungsgesetz zur Zusammenarbeit mit der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB). "Im Entschädigungsfall würde dann die örtliche Einlagensicherung im Namen und auf Rechnung der EdB die Entschädigung durchführen", sagt Dominik Müller-Feyen, Direktor Finanzmarktstabilität des Bundesverbands deutscher Banken.

Welche Steuer fällt in Frankreich an?

Anfang 2018 hat Frankreich die Quellensteuer auf Dividenden von 30,0 auf 12,8 Prozent gesenkt. Auf Zinsen beim Tagesgeld und Festgeld wird keine Quellensteuer erhoben. Um die Abgeltungsteuer hierzulande kommen Anleger allerdings nicht herum. Mehr Informationen zur Besteuerung ausländischer Geldanlagen erhalten Sie in unserem Ratgeber "Festgeld im Ausland anlegen".

Wir haben uns auch die Tages- und Festgelder anderer ausländischer Banken angesehen:

Biallo-Empfehlung

Kurz- und langfristige Sparanlagen sind in Frankreich gut geschützt. Gravierende Bankenkrisen sind zumindest derzeit nicht vorstellbar, da große Institute wie BNP Paribas und SocGen als vergleichsweise stabil gelten und im Falle einer Konsolidierung des europäischen Bankensektors sogar andere Institute übernehmen könnten. Eine Festgeldanlage ist unserer Ansicht nach daher auch mit Blick auf das allgemeine Staatenrating als empfehlenswert anzusehen.



  Kerstin Weinzierl

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