Geldanlage im Ausland

Festgeld aus Frankreich: Attraktive Zinsen bei hoher Sicherheit

Update: 08.04.2020
Auf einen Blick
  • Frankreich genießt bei allen drei großen US-Ratingagenturen die dritthöchste Bonitätsnote.

  • Auch wenn die Staatsverschuldung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist, zählt die französische Einlagensicherung nach wie vor zu den sichersten der Welt.

  • Unter den großen Kreditinstituten im Biallo-Festgeld-Vergleich findet sich auch eine besonders sichere französische Genossenschaftsbank. 
Frankreich lockt nicht nur mit kulturellen Highlights, sondern auch mit hohen Sparzinsen.
nui7711 / Shutterstock.com

Ohne Frankreich wäre die Europäische Union (EU) in ihrer heutigen Form gar nicht vorstellbar. Charles de Gaulle und Konrad Adenauer (CDU) legten mit dem Élysée-Vertrag den wichtigsten Grundstein für die deutsch-französische Freundschaft. Beide Länder sind mittlerweile politisch und wirtschaftlich eng und auf vielerlei Ebenen tief verbunden. Auch im Bereich Geldanlage.

Wie sicher ist Festgeld in Frankreich?

Die Bestnote, also das begehrte "Triple-A", erhält Frankreich zwar aktuell von keiner der drei führenden Ratingagenturen, dafür gibt es aber die Note AA beziehungsweise Aa2 – immerhin die dritthöchste Bonitätsstufe, was einer sicheren Anlage mit einem zu vernachlässigenden Ausfallrisiko entspricht.

So bewerten die Ratingagenturen die Bonität

Zu den weltweit einflussreichsten Agenturen zählen neben Moody's auch Fitch und Standard and Poor's (S&P). Die US-Ratingagenturen bewerten nicht nur Staaten. Auch einzelne Kreditinstitute werden einem Bonitätscheck unterzogen. Doch in erster Linie ist die Kreditwürdigkeit des Staates für die Qualität der Einlagensicherung verantwortlich.

Die Ratings von S&P dienen auch als Grundlage für unseren Festgeld-Test und Tagesgeld-Test. Um die Bonität eines Staates, Unternehmens oder einer Bank zu bewerten, nutzen die Agenturen folgende Buchstabencodes:

Agentur Beste Bonität Sichere Anlage Durchschnittlich spekulativ Höchst spekulativ Risikohaft Zahlungsausfall
S&P AAA A- BBB B- CCC D
Moody's Aaa A3 Baa1 B3 Caa1 C
Fitch AAA A- BBB B- CCC D

Französische Banken im Festgeldvergleich

Die Crédit Agricole nimmt nicht nur in Sachen Bonität mit der Note A von S&P einen Spitzenplatz ein. Die genossenschaftlich organisierte Bank erzielt auch regelmäßig Bestplatzierungen in unserem Festgeld Vergleich. Anleger sollten allerdings die steuerlichen Besonderheiten bei den französischen Genossen berücksichtigen. Denn im Gegensatz zur Renault Bank Direkt führt die Crédit Agricole keine Abgeltungsteuer ans Finanzamt ab. Darum müssen sich Anleger in der Steuererklärung selbst kümmern.

Bei zweijährigem Festgeld bieten die beiden Banken derzeit vergleichsweise hohe Zinsen. Bei der Renault Bank Direkt sind es 0,70 Prozent, bei der Crédit Agricole 0,51 Prozent pro Jahr.

Zum Vergleich: Laut Biallo-Index liegen die durchschnittlichen Zinsen für ein zweijähriges Festgeld aktuell bei gerade einmal 0,26 Prozent pro Jahr. 

Rechner festgeld
Anbieter
Zinsertrag  
Zinssatz
Bewertung Produktdetails Zum Anbieter
 140,49
0,70%
4,6 /5
  • -100% Einlagensich. 
  • -Onlineangebot
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Renault Bank direkt
100,25
0,50%
4,1 /5
  • -100% Einlagensich. 
  • -Onlineangebot
 82,17
0,41%
3,4 /5
  • -100% Einlagensich. 
  • -tel. Kontoführung
  • -Onlineangebot
Mehr Informationen
Crédit Agricole
Anlage 10.000 €; Laufzeit 24 Monate; Stand: 23.07.2020.

Wirtschaftlicher Ausblick

Die anhaltende Corona-Krise hinterlässt auch bei der französischen Wirtschaft ihre Spuren. So sei für das erste Quartal 2020 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um sechs Prozent im Vergleich zu rechnen, erklärte die französische Notenbank am 8. April. 

Zunehmende Sorgen bereitet Marktteilnehmern außerdem die Verschuldung Frankreichs, die sich aufgrund der Corona-Pandemie nochmal deutlich verschärft. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire erwarte sogar eine schwere Rezession, die sein Land härter treffen werde, als die vergangene während der Bankenkrise 2008 /2009.

Le Maire spricht sich für einen neuen europäischen Solidaritätsfonds aus, der die europäische Wirtschaft nach der Krise wieder in Gang bringen soll. Dieser Fonds wäre zeitlich befristet, könnte Anleihen ausgeben und würde unter der Verwaltung der EU-Kommission stehen. Bislang lehnt die Bundesregierung dieses Vorhaben kategorisch ab.

Wie steht es um die französische Einlagensicherung?

Grundsätzlich gilt: Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu einer maximalen Anlagesumme von 100.000 Euro gesetzlich geschützt, so will es die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung. Diese Regelung gilt auch für deutsche Anleger, die ihr Konto bei einem französischen Geldinstitut führen beziehungsweise dort Kapital angelegt haben.

Bislang gibt es allerdings noch kein gemeinsames europäisches Einlagensicherungssystem. Die Einlagensicherung ist nach wie vor national organisiert und der sogenannte "Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution" (FGDR), gebildet per Gesetz vom 25. Juni 1999, schützt Kunden bei Insolvenz des kontoführenden Geldinstituts mit Hauptsitz in Frankreich. Einlagen bis 100.000 Euro werden im Entschädigungsfall in der Regel innerhalb von sieben Werktagen ausbezahlt. Eine zusätzliche freiwillige Einlagensicherung wie etwa in Deutschland gibt es in Frankreich nicht.

Handelt es sich um Einlagen bei Zweigniederlassungen von deutschen Banken in Frankreich, kommt es gemäß Paragraf 56 Einlagensicherungsgesetz zur Zusammenarbeit mit der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB). "Im Entschädigungsfall würde dann die örtliche Einlagensicherung im Namen und auf Rechnung der EdB die Entschädigung durchführen", sagt Dominik Müller-Feyen, Direktor Finanzmarktstabilität des Bundesverbands deutscher Banken.

Welche Steuer fällt in Frankreich an?

Anfang 2018 hat Frankreich die Quellensteuer auf Dividenden von 30,0 auf 12,8 Prozent gesenkt. Auf Zinsen beim Tagesgeld und Festgeld wird keine Quellensteuer erhoben. Um die Abgeltungsteuer hierzulande kommen Anleger allerdings nicht herum. Mehr Informationen zur Besteuerung ausländischer Geldanlagen erhalten Sie in unserem Ratgeber "Festgeld im Ausland anlegen".

Wir haben uns auch die Tages- und Festgelder anderer ausländischer Banken angesehen:

Biallo-Empfehlung

Kurz- und langfristige Sparanlagen sind in Frankreich gut geschützt. Gravierende Bankenkrisen sind in Frankreich zumindest derzeit nicht vorstellbar, da große Institute wie BNP Paribas und SocGen als vergleichsweise stabil gelten und im Falle einer Konsolidierung des europäischen Bankensektors sogar andere Institute übernehmen könnten. Eine Festgeldanlage ist unserer Ansicht nach daher auch mit Blick auf das allgemeine Staatenrating als empfehlenswert anzusehen.



  Björn König
  Kerstin Weinzierl


 
 
 
 
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