Festgeld aus Frankreich: Bis zu 1,21 Prozent bei hoher Sicherheit

Geldanlage im Ausland Festgeld aus Frankreich: Bis zu 1,21 Prozent bei hoher Sicherheit

Update: 14.08.2019
von Björn König Kerstin Weinzierl
Update: 14.08.2019
Auf einen Blick
  • Frankreich genießt bei allen drei großen US-Ratingagenturen die dritthöchste Bonitätsnote.

  • Auch wenn die Staatsverschuldung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist, zählt die französische Einlagensicherung nach wie vor zu den sichersten der Welt.

  • Unter den großen Kreditinstituten im Biallo-Festgeld-Vergleich findet sich auch eine besonders sichere französische Genossenschaftsbank. 
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Ohne Frankreich wäre die EU in ihrer heutigen Form gar nicht vorstellbar. Charles de Gaulle und Konrad Adenauer legten mit dem Élysée-Vertrag den wichtigsten Grundstein für die deutsch-französische Freundschaft. Beide Länder sind mittlerweile politisch und wirtschaftlich eng und auf vielerlei Ebenen tief verbunden. Auch im Bereich Geldanlage.

Wie sicher ist Festgeld in Frankreich?

Die Bestnote, also das begehrte "Triple-A", erhält Frankreich zwar aktuell von keiner der drei führenden Ratingagenturen, dafür gibt es aber die Note AA beziehungsweise Aa2 – immerhin die dritthöchste Bonitätsstufe, was einer sicheren Anlage mit einem zu vernachlässigenden Ausfallrisiko entspricht.

So bewerten die Ratingagenturen die Bonität

Zu den weltweit einflussreichsten Agenturen zählen neben Moody's auch Fitch und Standard and Poor's (S&P). Die US-Ratingagenturen bewerten nicht nur Staaten. Auch einzelne Kreditinstitute werden einem Bonitätscheck unterzogen. Doch in erster Linie ist die Kreditwürdigkeit des Staates für die Qualität der Einlagensicherung verantwortlich.

Die Ratings von S&P dienen auch als Grundlage für unseren Festgeld-Test und Tagesgeld-Test. Um die Bonität eines Staates, Unternehmens oder einer Bank zu bewerten, nutzen die Agenturen folgende Buchstabencodes:

AgenturBeste BonitätSichere AnlageDurchschnittlich spekulativHöchst spekulativRisikohaftZahlungsausfall
S&PAAAA-BBB+B-CCC+D
Moody'sAaaA3Baa1B3Caa1C
FitchAAAA-BBB+B-CCCD

Französische Banken im Festgeldvergleich

Die Crédit Agricole nimmt nicht nur in Sachen Bonität mit der Note A+ von S&P einen Spitzenplatz ein, sondern erzielt auch regelmäßig Bestplatzierungen in unserem Festgeld-Vergleich. Anleger sollten allerdings die steuerlichen Besonderheiten bei den französischen Genossen berücksichtigen. Denn im Gegensatz zur Renault Bank Direkt führt die Crédit Agricole keine Abgeltungssteuer ans Finanzamt ab. Darum müssen sich Anleger in der Steuererklärung selbst kümmern.

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Stabiles Wachstum, aber auch steigende Verschuldung

Frankreich steht derzeit unter einem erheblichen Reformdruck seiner Sozialsysteme und des Arbeitsmarktes. Staatspräsident Emmanuel Macron hatte schon vor seinem Amtsantritt im Mai 2017 angekündigt, hier deutliche Veränderungen vornehmen zu wollen, auch wenn es dabei massiven Widerstand seitens der in Frankreich traditionell starken Gewerkschaften und auch neuer Gruppierungen wie den "Gelbwesten" gibt.

Dennoch zeigt sich die französische Finanzwirtschaft im europäischen Vergleich stabil, große Privatbanken wie die Société Générale (SocGen) und BNP Paribas spielen mittlerweile durchaus in einer anderen Liga als die großen deutschen Institute Deutsche Bank und Commerzbank. Es wird erwartet, dass Frankreich mittel- bis langfristig eine führende Rolle bei der Konsolidierung des europäischen Bankenmarktes einnimmt. Die Regierung in Paris gilt im Gegensatz zu Italien als Befürworterin einer weiteren Vertiefung der EU.

Zunehmende Sorgen bereitet Marktteilnehmern allerdings die steigende Verschuldung Frankreichs. So ist die Staatsverschuldung von 83 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2009 auf aktuell rund 100 Prozent geklettert. Durch die jüngsten Zugeständnisse Macrons an die "Gelbwesten" dürfte die Quote 2019 weiter steigen, zumal das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr voraussichtlich an Tempo verliert. So erwartet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für 2019 nur noch ein Wachstum von 1,3 Prozent nach 1,6 Prozent im Jahr 2018.

Wie steht es um die französische Einlagensicherung?

Grundsätzlich gilt: Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu einer maximalen Anlagesumme von 100.000 Euro gesetzlich geschützt, so will es die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung. Diese Regelung gilt auch für deutsche Anleger, die ihr Konto bei einem französischen Geldinstitut führen beziehungsweise dort Kapital angelegt haben.

Bislang gibt es allerdings noch kein gemeinsames europäisches Einlagensicherungssystem. Die Einlagensicherung ist nach wie vor national organisiert und der sogenannte "Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution" (FGDR), gebildet per Gesetz vom 25. Juni 1999, schützt Kunden bei Insolvenz des kontoführenden Geldinstituts mit Hauptsitz in Frankreich. Einlagen bis 100.000 Euro werden im Entschädigungsfall in der Regel innerhalb von sieben Werktagen ausbezahlt. Eine zusätzliche freiwillige Einlagensicherung wie etwa in Deutschland gibt es in Frankreich nicht.

Handelt es sich um Einlagen bei Zweigniederlassungen von deutschen Banken in Frankreich, kommt es gemäß Paragraf 56 Einlagensicherungsgesetz zur Zusammenarbeit mit der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB). "Im Entschädigungsfall würde dann die örtliche Einlagensicherung im Namen und auf Rechnung der EdB die Entschädigung durchführen", sagt Dominik Müller-Feyen, Direktor Finanzmarktstabilität des Bundesverbands deutscher Banken.

Welche Steuer fällt in Frankreich an?

Im vergangenen Jahr hat Frankreich die Quellensteuer auf Dividenden von 30,0 auf 12,8 Prozent gesenkt. Auf Zinsen beim Tagesgeld und Festgeld wird keine Quellensteuer erhoben. Um die Abgeltungssteuer hierzulande kommen Anleger allerdings nicht herum. Mehr Informationen zur Besteuerung ausländischer Geldanlagen erhalten Sie in unserem Ratgeber "Festgeld im Ausland anlegen".

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Biallo-Empfehlung

Kurz- und langfristige Sparanlagen sind in Frankreich gut geschützt. Gravierende Bankenkrisen sind in Frankreich zumindest derzeit nicht vorstellbar, da große Institute wie BNP Paribas und SocGen als vergleichsweise stabil gelten und im Falle einer Konsolidierung des europäischen Bankensektors sogar andere Institute übernehmen könnten. Eine Festgeldanlage ist unserer Ansicht nach daher auch mit Blick auf das allgemeine Staatenrating als empfehlenswert anzusehen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de