720 Euro Jahresgebühr für ein Konto – das klingt nach einer Menge Geld. Revolut verspricht dafür Vorteile im Wert von über 4.500 Euro pro Jahr und positioniert sein Ultra-Abo damit klar im Premiumsegment. Doch wer genauer hinschaut, stellt schnell fest: Dieser Wert lässt sich nur dann annähernd erreichen, wenn nahezu alle enthaltenen Leistungen auch tatsächlich genutzt werden. 

Das Revolut Ultra richtet sich an eine sehr spezifische Zielgruppe – Vielreisende, die regelmäßig Lounges nutzen, häufig Bargeld im Ausland abheben und von einem umfassenden Versicherungspaket profitieren wollen. Für alle anderen dürfte die Rechnung schnell nicht mehr aufgehen. 

Was im Ultra-Paket steckt 

Kernstück des Angebots ist der unbegrenzte Zugang zu mehr als 1.000 Flughafen-Lounges weltweit über den DragonPass – inklusive Speisen und Getränken. Dazu kommen monatlich bis zu 2.000 Euro gebührenfreie Bargeldabhebungen weltweit sowie unbegrenzter Währungsumtausch ohne Aufschlag von Montag bis Freitag. Zu beachten ist allerdings: An Wochenenden fallen weiterhin Fremdwährungsgebühren von einem Prozent an. 

Das Versicherungspaket umfasst eine Reisekrankenversicherung, eine Mietwagenversicherung sowie einen Stornierungs- und Veranstaltungsschutz – bei letzterem erstattet Revolut bis zu 70 Prozent der Kosten, maximal 5.000 Euro pro Jahr, wenn eine Reise oder ein Event abgebrochen werden muss. Wichtig: Einen klassischen Reiserücktrittsschutz vor Reiseantritt gibt es beim Ultra-Abo nicht – dieser ist ausschließlich in den günstigeren Metal- und Premium-Abos enthalten. Dafür greift die Reiseversicherung beim Ultra bereits bei einer Verspätung von vier Stunden, beim Metal- und Premium-Abo erst nach acht Stunden. Alle Versicherungsleistungen gelten jedoch nur dann, wenn Flug und Unterkunft mit der Revolut-Karte bezahlt wurden. 

Weitere enthaltene Extras sind monatlich 3 GB globale eSIM-Daten in über 100 Ländern, bis zu zehn gebührenfreie Wertpapier-Trades pro Monat sowie das RevPoints-Bonusprogramm mit einem Punkt pro ausgegebenem Euro – die höchste Sammelrate im gesamten Revolut-Portfolio. Punkte lassen sich im Verhältnis 1:1 in Vielfliegerprogramme wie Flying Blue, Avios oder Turkish Miles&Smiles transferieren. 

Wo das Angebot Schwächen zeigt 

Trotz des umfangreichen Leistungspakets gibt es einige Punkte, die kritisch zu bewerten sind. Revolut bietet keinen Dispokredit und vor allem keine Girocard – für Nutzerinnen und Nutzer, die regelmäßig bei deutschen Behörden oder an nicht Mastercard-kompatiblen Automaten zahlen müssen, kann letzteres problematisch sein. Der telefonische Kundensupport ist ausschließlich auf Englisch verfügbar. 

Ein wichtiger Hinweis zur Sicherheit: Die Einlagensicherung bei Revolut läuft nicht über die deutsche, sondern über die litauische Einlagensicherung – Revolut besitzt seine Banklizenz in Litauen. Einlagen sind zwar ebenfalls bis zu 100.000 Euro geschützt, doch im Ernstfall kann der Weg zur Entschädigung länger dauern als bei einer deutschen Bank. Zudem liegt das S&P-Länderrating von Litauen bei A, Deutschland kommt auf ein sogenanntes Tripple-A-Rating. 

Der beworbene Vorteilswert von 4.500 Euro basiert laut Revolut auf Nutzungsdaten britischer und europäischer Bestandskunden aus den Jahren 2023 und 2024 – Nutzungsprofile, die nicht zwingend auf alle deutschen Kundinnen und Kunden zutreffen. Wer die Lounge-Zugänge selten nutzt oder kaum ins Ausland reist, holt aus dem Paket deutlich weniger heraus. 

Für wen lohnt sich Revolut Ultra? 

Die ehrliche Antwort lautet: für eine vergleichsweise kleine Gruppe. Wer mehrmals im Jahr fliegt, regelmäßig Lounges aufsucht und viel Bargeld im Ausland benötigt, kann mit dem Ultra-Abo tatsächlich sparen – insbesondere, wenn man bedenkt, dass eine vergleichbare Lounge-Mitgliedschaft allein schon einen erheblichen Teil der Ultra-Jahresgebühr ausmacht. 

Wer hingegen ein solides Reisekonto ohne die Premiumextras sucht, findet bei günstigeren Revolut-Modellen wie dem Metal-Abo für 13,99 Euro oder dem Premium-Abo für 7,99 Euro pro Monat oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch klassische Premium-Kreditkarten wie die American Express Platinum – ebenfalls ab 60 Euro monatlich – bieten ein vergleichbares Leistungsniveau, jedoch als echte Kreditkarte, mit Partnerkarte und ohne Einschränkung auf eine Debitkarte

Drei Alternativen im Überblick 

Wer die hohe Jahresgebühr des Revolut Ultra scheut oder andere Schwerpunkte setzt, findet auf dem deutschen Markt durchaus vergleichbare Alternativen. 

American Express Platinum Card (60 Euro/Monat) 

Zum gleichen Preis wie das Ultra-Abo bietet die Amex Platinum eine echte Kreditkarte statt einer Debitkarte sowie Zugang zu über 1.550 Lounges weltweit inklusive Begleitperson – beim Revolut Ultra ist Gästen der Eintritt nur kostenpflichtig möglich. Dazu kommen 200 Euro jährliches Reiseguthaben, ein umfassendes Versicherungspaket inklusive klassischem Reiserücktrittsschutz und das Membership-Rewards-Bonusprogramm. Ein Nachteil: Für Bargeldabhebungen am Automaten fallen vier Prozent Gebühr an (mindestens fünf Euro) – das Revolut Ultra ist hier klar im Vorteil. Die Amex Platinum eignet sich besonders für Reisende, die Wert auf Hotelvorteile und einen Kreditrahmen legen. 

Miles & More Gold Credit Card (11,50 Euro/Monat) 

Wer primär Meilen für Lufthansa-Flüge sammeln möchte, kommt an der Miles & More Gold Credit Card kaum vorbei. Für zwei Euro Kartenumsatz gibt es eine Prämienmeile. Das enthaltene Versicherungspaket umfasst Reisekranken-, Reiserücktritts- und Mietwagenversicherung. Zu beachten ist allerdings: Einen eigenen Lounge-Zugang bietet die Karte nicht – der ist nur über einen Vielfliegerstatus oder ein Business-Class-Ticket möglich. Zudem fallen für Fremdwährungsumsätze 1,95 Prozent Gebühr an, was sie für Reisen außerhalb der Eurozone weniger attraktiv macht. Seit Oktober 2025 wird die Karte von der Deutschen Bank herausgegeben.

N26 Metal (16,90 Euro/Monat) 

Die günstigste der drei Alternativen richtet sich an digital-affine Nutzerinnen und Nutzer, die ein modernes Allround-Konto mit soliden Reiseleistungen suchen. Das Versicherungspaket wird von der Allianz Assistance bereitgestellt und deckt Reisekranken-, Reiserücktritts-, Gepäck- und Smartphone-Schutz ab. Bargeldabhebungen sind weltweit gebührenfrei, im Inland bis zu achtmal pro Monat kostenlos. Einen Lounge-Zugang bietet N26 Metal nur einmal pro Jahr kostenfrei über Priority Pass, danach kostet jeder weitere Besuch 30 Euro. Für Meilensammler ist das Modell ungeeignet – ein Bonusprogramm ist nicht vorhanden. 

Fazit: Hohes Potenzial, aber nur für Heavy-User 

Das Revolut Ultra ist kein schlechtes Produkt – es ist ein spezialisiertes. Die 720 Euro Jahresgebühr lassen sich durch konsequente Nutzung aller enthaltenen Leistungen durchaus rechtfertigen. Wer aber nur gelegentlich reist oder ein einfaches Alltagskonto sucht, ist mit einem günstigeren Revolut-Modell oder einer deutschen Direktbank besser bedient. Unbedingt prüfen sollten Interessierte außerdem, ob die Versicherungsleistungen tatsächlich ihrem Reiseverhalten entsprechen – denn nicht alles, was das Ultra-Paket suggeriert, ist auch wirklich enthalten. 

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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 13.03.2026

Über den Redakteur David Kotzmann

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David Kotzmann, Jahrgang 1994, kommt eigentlich aus dem Bereich Export Sales. Während eines mehrjährigen Auslandsaufenthalts war er unter anderen als freiberuflicher Blogautor in der Reisetouristikbranche tätig. Seit Anfang 2021 ist David im Team von biallo.de. Über die letzten Jahre konnte er sich ein umfangreiches Wissen in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen aneignen. Er schreibt vor allem Artikel in den Ressorts Kreditkarten, Girokonten und Produkttests. Außerdem ist er für das Content editing verantwortlich.

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