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Es ist ein Anstieg, der scheinbar kein Ende findet: Der Goldpreis hat am Mittwoch (14. Januar 2026) mit gut 4.640 US-Dollar ein neues Rekordhoch erreicht. Erstmals überstieg der Preis dabei die Marke von 4.600 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). In Euro gerechnet kratzt Gold mittlerweile an der 4.000er-Grenze.

Schon im vergangenen Jahr hat der Preis für das Edelmetall mehrere Höchststände durchbrochen. Insgesamt legte der Goldkurs 2025 um fast 70 Prozent zu (in Dollar). Seit Jahresanfang 2026 liegt das Plus bereits bei fast sechs Prozent.

Doch wie hoch geht es noch mit dem Goldpreis – und lohnt sich die Anlage in Gold noch? Wir erklären die Gründe für das Dauerhoch bei Gold, sagen Ihnen, was Banken für den Goldpreis 2026 prognostizieren – und wie Sie jetzt am besten in Gold investieren.

Die Gründe für das Goldpreis-Hoch

Gold ist eine Krisenwährung: Kommt es auf der Welt zu (politischen) Spannungen, flüchten Anleger in das Edelmetall – der Preis steigt. Schon 2025 war geprägt von Unsicherheit. Und auch hinter dem jüngsten Gold-Hoch stecken Krisenentwicklungen: Der Angriff der USA auf Venezuela und die kritische politische Lage im Iran haben den Preis weiter hochgetrieben (siehe Chart).

Immer weiter nach oben

Entwicklung des Goldpreises seit Anfang 2025 in US-Dollar
Quelle: Trading View

Es gibt jedoch noch weitere Gründe für den Boom beim Goldpreis:

Niedrige Zinsen: Zentralbanken wie die US-amerikanische Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) haben im vergangenen Jahr die Leitzinsen weiter gesenkt und halten sie seitdem tief. Das macht Gold attraktiver gegenüber Zinsanlagen.

Hohe Verschuldung: In vielen Staaten steigt die Verschuldung. Bestes Beispiel: Das Milliarden-Schuldenpaket der Bundesregierung. Einige Anleger sehen darin eine Gefahr für die Währungsstabilität und kaufen Gold als Absicherung.

Starke Nachfrage: Schon länger kaufen Zentralbanken verstärkt Gold, etwa in Schwellenländern wie der Türkei oder Brasilien. Aber auch Polen hat die Reserven zuletzt deutlich aufgestockt. Das stützt die Goldnachfrage – und den Preis.

Die Prognosen für den Goldpreis 2026

Angesichts des anhaltenden Anstiegs haben etliche Banken ihre Prognosen für den Goldpreis zuletzt nach oben gesetzt. Die Spannbreite der Vorhersagen für 2026 ist aber groß (siehe Tabelle). Einige Bank-Experten gehen demnach davon aus, dass der Goldpreis im günstigen Fall bis auf 5.000 US-Dollar und mehr klettern kann. Andere sind vorsichtiger – nicht zuletzt, weil der Preis bereits so stark gestiegen ist.

Goldpreis-Prognosen bis Ende 2026

Deutsche Banken

Prognose Goldpreis (in US-Dollar)

DekaBank

4.300

Deutsche Bank

4.450¹

BayernLB

4.500

LBBW

4.600

DZ Bank

4.800

Helaba

4.800

Ausländische Banken

 

Morgan Stanley

4.800

UBS

4.800²

Goldman Sachs

4.900

JP Morgan

5.055³

¹Im Jahresmittel; ²für Q4 2026; ³im Durchschnitt in Q4 2026; Quelle: Angaben der Banken

Die Preisziele hängen dabei stark davon ab, wie die Banken die wirtschaftliche und geopolitische Lage 2026 einschätzen, heißt es etwa beim „World Gold Council“, einer Organisation der Goldindustrie. So seien bei einem starken Konjunktureinbruch und eskalierenden weltweiten Spannungen bis zu 5.300 US-Dollar möglich. Bleibt das Wachstum dagegen stabil und die Zinsentwicklung vorhersehbar, dürfte es eher zu einer Seitwärtsbewegung kommen – auf hohem Niveau.

Die Tipps für Anlegerinnen und Anleger

In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Goldpreis in Dollar und in Euro gerechnet vervierfacht. Hauptgrund dafür waren immer neue Krisen und Unsicherheiten: von der Corona-Pandemie über den Russland-Ukraine-Krieg bis hin zur US-Politik Donald Trumps. Gold ist dabei in den Portfolios der Anlegerinnen und Anleger immer wichtiger geworden. Denn wenn andere Anlageformen schwächeln, kann Gold das oft ausgleichen.

Anleger sollten aber bedenken: Auch beim Goldpreis kann es schnell nach unten gehen. Experten empfehlen Gold daher meist nur als Beimischung im Depot. So raten die Verbraucherzentralen zu einem Goldanteil von maximal fünf bis zehn Prozent. Wer mit langfristig anhaltenden Krisen und hoher Staatsverschuldung rechnet, kann diesen Anteil aber durchaus höher ansetzen.

Investieren lässt sich auf verschiedene Arten in Gold. Wer das Edelmetall physisch besitzen möchte, legt am besten in Goldmünzen oder Goldbarren an. Die Gebühren sind dabei aber relativ hoch. Günstiger wird es mit sogenannten Gold-ETCs. Das sind Wertpapiere auf den Goldpreis, die an der Börse gehandelt werden und zum Teil auch mit physischem Gold hinterlegt sind. Ein Beispiel dafür ist Xetra-Gold. Auf das Gefühl jedoch, Gold direkt physisch zu besitzen, müssen Anleger dabei verzichten.

Über den Redakteur Andreas Jalsovec

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Hat als Redakteur in mehreren (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem beim Anlegermagazin Börse Online, bei der Münchner Abendzeitung, der Schwäbischen Zeitung und der Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Vor seinem Wechsel zu Biallo.de war er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung tätig.

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