Erbrecht

Unverheiratete sind Verlierer

14.08.2016
Auf einen Blick

Unverheiratete Lebenspartner haben im Erbfall schlechte Karten. Vor allem beim Vererben einer Immobilie kann das teuer werden. 

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Ob verheiratet oder nicht, spielt heute in vielen Fällen keine große Rolle mehr. In einem Punkt lohnt sich die Ehe aber doch: beim Erbrecht.

Unverheiratete genießen nur geringe Freibeträge

Ehepartner profitieren beim Erben von hohen Freibeträgen bei der Steuer: 500.000 Euro dürfen sie steuerfrei erhalten, erst bei höheren Beträgen fallen Steuern an. Bei unverheirateten Partnern ist das anders. Sie sind in der denkbar schlechtesten Erbschaftssteuerklasse III eingeordnet. Sie können gerade mal einen Freibetrag von 20.000 Euro geltend machen. Im Gegenzug fallen 30 Prozent Erbschaftssteuer an. Im schlechtesten Fall muss der Hinterbliebene die Immobilie verkaufen, um die Steuerlast zu begleichen.

Beispiel: Ein unverheiratetes Paar lebt seit vielen Jahren in einer Immobilie, die dem Mann alleine gehört. Nach seinem Tod hinterlässt er seiner Partnerin das Haus (Verkehrswert 400.000 Euro) und weitere 120.000 Euro an Geldvermögen. Die Frau verfügt damit über ein steuerpflichtiges Erbe von insgesamt 520.000 Euro. Ein Freibetrag von 20.000 Euro wird abgezogen. Auf den Rest fallen Steuern in Höhe von 30 Prozent an. Das macht 150.000 Euro, die der Fiskus kassiert.

Ohne Testament kein Erbe

Erbschaftssteuer hin oder her - viel wichtiger als der Steueraspekt ist, dass der Lebenspartner überhaupt zum Erben wird. Automatisch ist er das nämlich nicht. Unverheiratete Paare haben keine Erbansprüche untereinander. Das können die Partner nur über ein Testament regeln, in dem sie sich explizit als Erben einsetzen. Sie können auch einen Erbvertrag abschließen.

Fazit: Wenn es etwas zu erben gibt, heiraten Sie!






 
 
 
 
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