Sicherheit und Fallen Vorsorgen und Vererben für die Patchwork-Familie

Sicherheit und Fallen Vorsorgen und Vererben für die Patchwork-Familie

Fritz Himmel
von Fritz Himmel
10.03.2016
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Sie verwirklichen gerade auch die moderne Lebensart einer sogenannten Patchwork-Familie? Dann sollten Sie aufpassen, denn das kann beim Vorsorgen oder in einem Erbfall mit einem Geflecht aus Beziehungen und Ansprüchen oftmals zu ungerechten Vermögensverschiebungen führen. „Mit Komplikationen für die Erben ist vor allem dann zu rechnen, wenn die Partner Kinder aus früheren und aus einer gemeinsamen Ehe haben“, sagt Bernhard Klinger, Fachanwalt für Erbrecht aus München und Vorstand im Netzwerk Deutscher Erbrechtsexperten.

Vorsorgen und Vererben: Typisches Fallbeispiel

Ein Ehepaar hat zwei gemeinsame Töchter und lebt im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Der Mann bringt zusätzlich einen Sohn aus einer früheren Beziehung mit in die Ehe. Die fünfköpfige Familie bewohnt das Haus des Mannes. Stirbt der Mann und hinterlässt kein Testament, tritt automatisch die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Seine zweite Ehefrau erbt somit die Hälfte seines Vermögens, seine drei leiblichen Kinder teilen sich zu gleichen Teilen die andere Hälfte.

Mein Tipp: Richtig vererben - lesen Sie hier, wie die gesetzliche Erbfolge greift.

Stirbt später die Frau, erben jedoch nur noch ihre beiden leiblichen Kinder. Der Sohn aus der ersten Ehe des Mannes – also ihr Stiefsohn – geht nach der gesetzlichen Erbfolge leer aus. „Stiefkinder zählen rechtlich nicht zu den Erbberechtigten, selbst wenn das gesamte Vermögen ursprünglich von deren verstorbenem Elternteil stammte“, so Rechtsanwalt Klinger. Ein weiteres Szenario: Sind Patchwork-Partner nicht verheiratet, stehen sie im Todesfall – ohne entsprechendes Testament - genau wie die Stiefkinder vor dem Nichts. Sie sind nicht erbberechtigt, selbst wenn sie mit dem Erblasser bereits 20 Jahre oder länger zusammengelebt hätten.

Vermeiden Sie unerwünschte Folgen beim Vererben

Chaos beim Vererben ist programmiert, wenn erbberechtigte Kinder aus der ersten Ehe noch minderjährig sind und der geschiedene Ex-Partner die Hinterlassenschaft verwalten muss. Stirbt beispielsweise der Mann in einer Patchwork-Familie und hinterlässt eine minderjährige Tochter aus erster Ehe, so bekäme seine Ex-Frau, falls sie das Sorgerecht für die Kleine hat, automatisch über das gemeinsame Kind plötzlich Zugriff auf seinen Nachlass – trotz Scheidung. Bei derartigen Familienkonstellationen sollten Sie unbedingt eine rechtzeitige Erbregelung per Testament oder Erbvertrag veranlassen! „Andernfalls entscheidet der Zufall und es kommt nur darauf an, in welcher Reihenfolge die Eltern sterben, um die Kinder des einen oder des anderen Partners zu abschließenden Erben zu machen“, warnt der Aachener Fachanwalt für Erbrecht, Klaus Becker. So können Sie durch testamentarische Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft Regelungen treffen, durch die ein bestimmter Personenkreis vom Zugriff auf das Erbe ausgeschlossen wird. Dabei müssen Sie jedoch beachten, dass enterbte Verwandte Pflichtteilansprüche haben können, welche in Höhe der Hälfte der gesetzlichen Erbteile bestehen. „Vorsicht ist hier beim Berliner Testament geboten, da es dabei zum unfreiwilligen Ausschluss der eigenen Kinder vom Erbe führen kann“, sagt Becker. Beim Berliner Testament setzen sich Ehegatten oder Lebenspartner gegenseitig als Alleinerben ein.

Sinnvolle Vorsorge bei Versicherungen

Der plötzliche Todesfall des Hauptverdieners kann zudem eine ganze Familie in den finanziellen Ruin stürzen. Eine Risikolebensversicherung ist daher ein Pflichtschutz, wenn Sie für Ihre Kinder, Ehepartner oder Lebenspartner vorsorgen wollen. „Vor allem wegen des hier oft fehlenden Anspruchs auf eine Witwenrente und bei dem für Patchwork-Familien unübersichtlichen Erbrecht besteht ein erhöhter Handlungsbedarf, um gegen mögliche finanzielle Folgekrisen des Partners oder der Kinder gezielte Vorsorge zu treffen“, betont Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Mein Tipp: Bei der Auszahlung der Versicherungssumme fällt später keine Einkommen-, aber eventuell Erbschaftssteuer an. Hier hilft ein Trick: Der Bezugsberechtigte ist gleichzeitig auch der Versicherungsnehmer und zahlt die Beiträge für die Risikolebensversicherung seines Partners. In diesem Fall zahlt er für seine eigene Absicherung im Todesfall des Partners und die Erbschaftssteuer entfällt.

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nach dem Sprachstudium (Indologie/Anglistik) in München ging ich zuerst in die Filmbranche zu Warner Columbia und arbeitete anschließend viele Jahre als Werbeleiter in einem Fachbuchverlag in München.

Seit Gründung 1997 bin ich Mitglied bei Biallo & Team. Für das Finanzportal biallo.de bearbeite ich schwerpunktmäßig die Bereiche Telekommunikation, Altersvorsorge und Versicherungen sowie Erbrecht. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschien das Biallo-Buch „Das neue Pflichtteilsrecht“.

Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Darüber hinaus in dieser Zeit regelmäßige Veröffentlichungen zu Wirtschafts- und Verbraucherthemen in rund 20 Tageszeitungen, u.a. Welt am Sonntag, Münchner Merkur, Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Neue Presse, Westdeutsche Zeitung, Südkurier, Schwäbische Zeitung etc.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de