Versicherungsschutz Haus

Unwetter-Risiko steigt: So schützen Sie Ihr Haus richtig

Annette Jäger
Autorin
Veröffentlicht am: 23.03.2026

Auf einen Blick

  • Viele Gebäude in Deutschland sind nicht gegen Naturgefahren abgesichert.
  • Elementarschutz ist entscheidend – aber oft nicht automatisch enthalten.
  • Mit der richtigen Versicherung lassen sich existenzielle Risiken vermeiden.
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Starkregen und Überschwemmungen können massive Schäden an Gebäuden verursachen – oft sind Häuser nicht ausreichend versichert.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Überschwemmungen nehmen zu – und immer mehr Häuser sind davon betroffen. Für Eigentümer stellt sich deshalb die zentrale Frage: Ist das eigene Zuhause ausreichend versichert oder drohen im Ernstfall hohe Kosten? Viele Gebäude sind bislang nicht gegen Naturgefahren abgesichert – mit potenziell existenzbedrohenden Folgen.

Starkregen, Überschwemmungen, Schneemassen – viele unterschätzen diese Risiken noch immer. Dabei ist die Gefahr längst flächendeckend präsent. Mit wenigen Versicherungen können sich sowohl Eigentümer als auch Mieter wirksam absichern.

Wie Sie Ihr Haus umfassend absichern, zeigen wir auch in unserem großen Versicherungsratgeber für Immobilienbesitzer.

Was bedeutet das für Hausbesitzer?

Hausbesitzer sollten prüfen, ob ihre Wohngebäudeversicherung Elementarschäden wie Starkregen oder Überschwemmung abdeckt. Ist das nicht der Fall, drohen im Ernstfall hohe Kosten bis hin zum finanziellen Ruin. Besonders ältere Policen enthalten diesen Schutz oft nicht.

Viele Häuser sind gegen Naturgefahren nicht ausreichend versichert

Aktuelle Zahlen zeigen: Ein Großteil der Immobilien in Deutschland ist nicht umfassend gegen Naturgefahren geschützt. Das kann im Ernstfall existenzbedrohend werden.

Die Nachrichten haben in den vergangenen Jahren immer wieder den Beweis geliefert, dass starke Unwetter, die ganze Häuser zum Einsturz bringen können, sich inzwischen auch an Orten ereignen, wo niemand damit gerechnet hat. Wenn das eigene Haus dann nicht umfassend versichert ist, ist die finanzielle Existenz bedroht. „Eine Wohngebäudeversicherung inklusive Elementarschadenschutz ist die wichtigste Versicherung für Immobilieneigentümer“, sagt Erik Stange vom Bauherren-Schutzbund e.V. Die Police ersetzt Reparatur- oder Wiederaufbaukosten bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, aber eben auch Naturkatastrophen wie Erdrutsch, Starkregen oder Überschwemmung. Allerdings haben viele Hauseigentümer die Bedeutung dieses Elementarschadenschutzes noch nicht erkannt. Laut Gesamtverband der Versicherer sind nur 57 Prozent der Gebäude gegen Naturgefahren versichert.

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Elementarschutz: Diese Versicherung ist jetzt entscheidend

Besonders wichtig ist der sogenannte Elementarschadenschutz. Doch viele Policen enthalten ihn nicht automatisch – vor allem ältere Verträge weisen hier Lücken auf.

Ein Elementarschadenschutz ist eine Zusatzversicherung zur Wohngebäudeversicherung, die Schäden durch Naturereignisse wie Überschwemmung, Starkregen oder Erdrutsch abdeckt.

Der Schutz ist nicht automatisch Bestandteil jeder Wohngebäudeversicherung und muss häufig als zusätzlicher Baustein abgeschlossen werden. Wer heute eine Police neu abschließt, bekommt den Schutz inzwischen automatisch mit angeboten. Früher war das nicht üblich, weshalb häufig in älteren Policen ein solcher Schutz nicht vereinbart wurde.

„Hauseigentümer sollten ihre Verträge überprüfen und notfalls nachrüsten“, rät Stange. Das Thema ist zum Politikum geworden. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist eine Pflichtversicherung vorgesehen, sagt Stange. Bis zu einem Stichtag sollen dann auch alle Bestandspolicen um den Elementarschadenschutz erweitert werden. Wie das konkret umgesetzt werden soll, ist noch völlig offen.

Worauf Sie bei Ihrer Wohngebäudeversicherung achten sollten

Neben dem reinen Versicherungsschutz kommt es auf wichtige Vertragsdetails an. Diese entscheiden darüber, ob der Versicherer im Ernstfall vollständig zahlt.

Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit

Ein Leistungsdetail ist bei der Wohngebäudeversicherung besonders wichtig. „Der Verzicht auf die sogenannte Einrede der groben Fahrlässigkeit sollte gerade wegen des hohen Schadenspotenzials in den Bedingungen vorhanden sein“, rät Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Ein Beispiel: Der Versicherungsnehmer lässt den Herd unbeaufsichtigt, Öl in der Pfanne entzündet sich, woraufhin das ganze Haus abbrennt. In so einem Fall ist es wichtig, dass Schäden trotz des Eigenverschuldens in vollem Umfang gedeckt sind. Langjährige Immobilieneigentümer sollten ihre Policen auf Aktualität überprüfen.

Photovoltaik richtig absichern

Wer sich in den letzten Jahren eine Photovoltaikanlage aufs Dach montiert hat, sollte diese auch in die Wohngebäudeversicherung integrieren. „Nicht nur die Module, sondern die ganze Anlage samt Wechselrichter, Verkabelung und Zähler sollten mitversichert sein”, rät Stange.

Viele Kosten durch Krankheit, Pflege oder Schäden lassen sich steuerlich absetzen. Welche Ausgaben das Finanzamt anerkennt, erfahren Sie im Ratgeber zur Anlage außergewöhnliche Belastungen.

Warum auch Hausrat unbedingt abgesichert sein sollte

Nicht nur das Gebäude selbst ist gefährdet – auch der gesamte Hausrat kann durch Unwetter erheblich beschädigt werden.

Die Wohngebäudeversicherung deckt alle Gebäudeteile, nicht aber den Wohnungsinhalt – von Möbeln, Küchengeräten bis hin zu Fahrrädern und Wertgegenständen. Auch diese Werte können natürlich durch Unwetter zerstört werden.

Rückstau als unterschätztes Risiko

Ein typischer Schaden ist der mit Wasser vollgelaufene Keller. Aber tatsächlich ist ein Rückstau die größte Gefahr: Wenn Wassermassen durch die Kanalisation in die Wohnung gedrückt werden. Eine Hausratversicherung deckt die Verluste, sie ist für alle relevant: Immobilieneigentümer und Mieter. Damit Unwetterschäden gedeckt sind, muss auch hier ein Elementarschadenschutz als separater Baustein abgeschlossen werden. Dieser ist mit nur wenigen Ausnahmen für alle Versicherungsnehmer relevant, meint Versicherungsexperte Grieble.

Was Sie im Schadensfall unbedingt tun müssen

Kommt es zu einem Schaden, sind Versicherte in der Pflicht. Wer nicht richtig handelt, riskiert Leistungskürzungen.

Kommt es zu einem Schaden durch Unwetter, sind die Bewohner gefragt, mit anzupacken und den Schaden so gering wie möglich zu halten. In den Versicherungsverträgen sind Obliegenheitspflichten verankert, sprich: die Mitwirkung des Versicherungsnehmers wird eingefordert. Nach einer Überschwemmung sollte man etwa Wasser mit Eimern aus dem Keller schöpfen oder bei einem kleineren Feuer zum Brandlöscher greifen. Die Faustformel für Eigeninitiative heißt: „Alles tun, was naheliegend ist, ohne sich selbst dabei in Gefahr zu bringen“, sagt Grieble.

Beiträge senken: So funktioniert die Selbstbeteiligung

Die Kosten für Versicherungen steigen. Eine Möglichkeit, Beiträge zu reduzieren, ist die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung.

Gerade in der Sparte Wohngebäudeversicherung sind in den letzten Jahren die Beiträge deutlich gestiegen. Je nach Bauart, Wert und Lage des Hauses liegen sie auch mal im vierstelligen Bereich. Wer im Schadensfall einen Eigenanteil in Höhe von 300, 500, 1.000 oder auch 2.000 Euro übernimmt, kann dadurch die Beiträge senken.

Viele zahlen zu viel oder sind falsch abgesichert. Wie Sie Ihre Versicherungen optimieren, zeigt unser Ratgeber zum Versicherungs-Check.

Wer Rücklagen flexibel parken möchte, sollte aktuelle Zinsen vergleichen.

So prüfen Sie Ihren Versicherungsschutz richtig

Mit wenigen Schritten lässt sich überprüfen, ob Ihr Versicherungsschutz ausreichend ist oder ob Handlungsbedarf besteht.

Checkliste:

  • Prüfen Sie, ob Elementarschäden mitversichert sind
  • Kontrollieren Sie die Versicherungssumme Ihrer Immobilie
  • Achten Sie auf den Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit
  • Ergänzen Sie gegebenenfalls Ihre Hausratversicherung
  • Überprüfen Sie ältere Policen regelmäßig

Wer Geld planbar und sicher anlegen möchte, kann sich feste Zinsen über längere Laufzeiten sichern.

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Über die Autorin Annette Jäger

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren. Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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