Künstliche Intelligenz

KI-Chatbots der Banken im großen Test: Wer hilft Ihnen wirklich weiter?

Franziska Baum
Redakteurin
Veröffentlicht am: 05.03.2026
Einige Banken nutzen bereits KI-Chatbots für den Kundenservice.

Viele Banken setzen im Kundenservice mittlerweile auf künstliche Intelligenz. Wir haben die Chatbots verschiedener Geldinstitute mit alltäglichen Fragen auf die harte Probe gestellt. Lesen Sie in unserem Test, welcher digitale Assistent wirklich hilft und wo Sie besser direkt zum Hörer greifen.

Künstliche Intelligenz (KI) erobert rasant unseren Alltag. Auch die Finanzwelt nutzt diese neuen Möglichkeiten intensiv. Immer mehr Banken setzen auf smarte Algorithmen. Sie wollen damit Prozesse beschleunigen und Ihnen den besten Service bieten. Doch was bringt Ihnen das als Kunde wirklich?

Wir haben genau hingesehen. In einem ausführlichen Test prüfen wir, wie gut die digitalen Helfer im Kundenservice einiger Banken bereits funktionieren. Außerdem beleuchten wir, wie KI schon bald die Vergabe von Krediten revolutioniert. 

Mehr als nur Chatbots: Wie KI das Bankgeschäft umkrempelt

KI kann weit mehr, als nur einfache Chat-Anfragen zu beantworten. Sie verändert das gesamte Fundament der Banken. Ein riesiger Vorteil liegt in der Prävention von Finanzbetrug. Smarte Algorithmen durchforsten in Echtzeit gewaltige Datenmengen. Sie schlagen sofort Alarm, wenn sie ungewöhnliche Kontobewegungen oder illegale Aktivitäten bemerken.

Auch Sie als Kunde profitieren bald von noch persönlicheren Angeboten. Die KI analysiert Ihre Bedürfnisse und schlägt Ihnen exakt die Anlageprodukte vor, die zu Ihrer aktuellen Lebenssituation passen. Selbst lästige Routineaufgaben wie das Onboarding – also die Anmeldung und Identifizierung als Neukunde – könnten dank KI bald vollautomatisch, deutlich schneller und viel benutzerfreundlicher ablaufen.

Chatbots im Härtetest: So gut helfen die digitalen Berater wirklich

Wenn Sie eine Frage zu Ihrem Konto haben, landen Sie heute oft bei einem Chatbot. Doch nicht jeder Assistent ist wirklich clever. Wir haben den Test gemacht. Dafür konfrontierten wir die Chatbots verschiedener Banken mit fünf typischen Kundenfragen.

Frage 1: Fehlüberweisung – Kann ich das Geld zurückholen?

Haben Sie schon einmal Geld an den falschen Empfänger überwiesen? Eine brenzlige Situation. Hier glänzen die DKB, Meine Bank und die Ostsächsische Sparkasse Dresden am meisten (je 3 Punkte). Die DKB erklärt detailliert die Fristen, nennt transparente Kosten und stellt ein bereits vorausgefülltes Kontaktformular bereit. Meine Bank punktet mit genauen Zeitfenstern (drei bis vier Stunden) und konkreten Notfallnummern. Die Sparkasse Dresden bietet sogar eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das eigene Online-Banking an.

Weniger gut lief es bei der TF Bank, die Sie ohne Vorabklärung einfach an einen Mitarbeiter weiterleitet (1 Punkt). Klarna speist Sie mit der knappen Anweisung ab, "schnellstmöglich die Bank zu kontaktieren" (1 Punkt).

Frage 2: Kann ich ein Sparprodukt direkt in der App eröffnen?

Möchten Sie spontan Geld anlegen? Der Chatbot von Meine Bank hilft hervorragend weiter (3 Punkte). Er erklärt den genauen Pfad im Menü und verlinkt direkt in die App-Stores. Auch Revolut liefert eine exakte Schritt-für-Schritt-Anleitung durch die App inklusive Link (3 Punkte).

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden reagiert hier enttäuschend (1 Punkt). Der Bot stellt nur Gegenfragen und erklärt langatmig, was ein Tagesgeldkonto ist – ob Sie dieses in der App eröffnen können, verrät er nicht. Die Commerzbank versteht die Frage erst gar nicht (0 Punkte). Wenn Sie selbst auf der Suche nach einem guten Sparprodukt sind, finden Sie die besten Zinsen in unserem Tagesgeld-Vergleich und dem Festgeld-Vergleich.

Frage 3: Wie kann ich Freunde werben?

Wenn Sie Ihre Bank weiterempfehlen, winkt oft eine Prämie. Die DKB, die TF Bank und die Commerzbank beantworten diese Frage vorbildlich (je 3 Punkte). Die Assistenten erklären den genauen Ablauf, nennen wichtige Voraussetzungen und liefern den direkten Link zur Empfehlungsseite.

Die Ostsächsische Sparkasse Dresden fällt hier komplett durch: Der Bot fragt irritiert "Welche Karte meinen Sie?" (0 Punkte). Auch Meine Bank muss leider passen: "Tut mir leid, die Informationen liegen mir nicht vor" (0 Punkte).

Frage 4: Ich habe meine Karte verloren. Was nun?

Bei Verlust der Bankkarte muss es schnell gehen. Meine Bank und die Ostsächsische Sparkasse Dresden reagieren stark (je 3 Punkte): Sie nennen sofort die zentrale Sperrnummer 116 116 und bieten direkte Links oder Buttons zum Sperren an. Die DKB blendet Ihnen zwar sehr kundenfreundlich direkt im Chat ein Bild Ihrer Karte ein, die Sie dort sofort sperren können, lässt aber den Hinweis auf den allgemeinen Sperrnotruf vermissen (2 Punkte).

Weniger hilfreich ist erneut die Commerzbank. Sie fragt lediglich nach der Art der Karte, bietet aber zunächst keine direkten Lösungsschritte an (1 Punkt).

Frage 5: Wie hoch sind die aktuellen Zinsen?

Wer sein Geld anlegen möchte, fragt nach den Zinsen. Hier ist Meine Bank der absolute Testsieger (3 Punkte). Der Bot nennt sofort den exakten, aktuellen Zinssatz von 3,35 Prozent für das Tagesgeld und fasst die genauen Konditionen und Anlagegrenzen zusammen.

Die DKB und die Commerzbank machen es sich hingegen sehr leicht. Sie senden Ihnen lediglich einen pauschalen Link zur Produktübersicht (1 Punkt).

Das Ranking im Überblick

Aus all diesen Antworten ergibt sich ein klares Bild: Die DKB und Meine Bank teilen sich mit jeweils vier exzellent beantworteten Fragen den verdienten ersten Platz. Es zeigt sich jedoch auch, dass viele Banken beim Thema KI-Unterstützung noch großen Nachholbedarf haben. Für unseren Test war zudem wichtig: Müssen Sie zwingend Kunde sein und sich einloggen, um Hilfe zu erhalten?

Hier ist unser finales Ergebnis im Detail:

PlatzBankPunkte (max. 15)Login-Pflicht für den Chat?
1.DKB12Nein (frei nutzbar)
1.Meine Bank12Nein (frei nutzbar)
3.Revolut11Ja (nur in App)
4.Ostsächsische Sparkasse Dresden9Nein (frei nutzbar)
5.Commerzbank8Ja (im eingeloggten Bereich)
6.Klarna5Ja (nur in App)
6.TF Bank5Nein (frei nutzbar)
    
(Hinweis zur Punktevergabe: DKB (3/3/3/2/1), Meine Bank (3/3/0/3/3), Revolut (3/3/2/2/1), Ostsächsische Sparkasse (3/1/0/3/2), Commerzbank (3/0/3/1/1), Klarna (1/1/1/1/1), TF Bank (1/0/3/1/0).

Es zeigt sich deutlich: Eine echte, ausgereifte KI-Unterstützung bieten bisher nur wenige Institute. Wenn Sie sich dafür interessieren, welche Technologieunternehmen hinter solchen zukunftsweisenden KI-Lösungen stecken und wie Sie davon an der Börse profitieren können, lesen Sie gerne unseren Ratgeber zu den größten KI-Aktien.

Im folgenden Video beschreiben drei Experten die Chancen und Herausforderungen für Banken und Sparkassen bei der Einführung und Umsetzung von GenKI und KI-Agenten.

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Baukredit in 30 Minuten: ING macht Tempo

KI hilft Ihnen künftig nicht nur im Chat, sondern auch bei der Aufnahme großer Kredite. Die Direktbank ING plant, ab Frühjahr 2026 Baufinanzierungen in nur noch etwa 30 Minuten zu prüfen und zuzusagen. Bisher warten Sie im Schnitt sechs Tage auf eine Antwort. Planen Sie aktuell den Kauf einer Immobilie? Nutzen Sie vorab unseren kostenlosen Baufinanzierungsrechner, um Ihr Vorhaben solide zu kalkulieren.

Wie ist dieses Tempo bei der ING möglich? Die Bank nutzt KI, um wichtige Objektdaten wie die Grundstücksgröße oder die Wohnfläche automatisch aus amtlichen Quellen abzufragen. Sie ersparen sich dadurch viel lästigen Papierkram. Stimmen Sie zu, prüft das System Ihre Bonität über einen digitalen Kontoblick in Sekundenschnelle. Letztlich entscheidet aber immer noch ein Mensch über die Vergabe. Die ING plant laut eigenen Aussagen keinen Jobabbau. Die Mitarbeiterzahl soll laut Medienberichten in den nächsten Jahren stabil bleiben.

Sparkassen: Tausende Jobs durch KI in Gefahr?

Bei den Sparkassen sieht die Situation womöglich anders aus. Der zentrale IT-Dienstleister der Sparkassen, die Finanz Informatik, wagt eine steile Prognose. Durch den Einsatz von KI sollen laut Medienberichten die Prozesse der Sparkassen bald so effizient werden, dass die gut 300 kommunalen Institute im kommenden Jahr theoretisch mit 5.800 Vollzeitstellen weniger auskommen könnten.

Konkret geht es um rund 30 Arbeitsabläufe. Im Kreditgeschäft sollen etwa manuelle Prüfungen zunehmend wegfallen. Das System fordert Kundenunterlagen künftig komplett automatisiert an und liest diese selbstständig aus. Das entspräche einer enormen Kosteneinsparung von 400 bis 500 Millionen Euro im Jahr.

Ob die Sparkassen wirklich im großen Stil Jobs streichen, bleibt jedoch zweifelhaft. Zuletzt stellten viele Institute eher neue Mitarbeiter ein. Wahrscheinlicher ist, dass Mitarbeiter aus der Sachbearbeitung künftig in den Vertrieb wechseln, wenn die KI ihre bisherigen Aufgaben übernimmt.

Gleichzeitig stehen die Banken vor einer weiteren großen Hürde beim Personal: Es fehlt massiv an Fachkräften. Die Institute suchen händeringend nach Daten-Experten, die sowohl das Bankgeschäft als auch die KI-Technik verstehen. Zudem müssen die Banken Vorbehalte in der eigenen Belegschaft abbauen. Viele Mitarbeiter fürchten um ihren Job oder wissen zu wenig über die neuen Systeme. Hier sind gezielte Schulungen und viel Transparenz gefragt.

Warum hinken viele Banken noch hinterher?

Wenn KI so viele Vorteile bietet, fragen Sie sich vielleicht: Warum nutzen Banken sie nicht schon überall? Die Antwort liegt in den enormen technischen und rechtlichen Hürden. Viele Geldinstitute arbeiten noch mit veralteten IT-Systemen. Diese lassen sich nur schwer und mit hohen Kosten an moderne KI-Lösungen anbinden. Zudem ist die Qualität der Kundendaten oft lückenhaft. Eine KI kann aber nur verlässliche Entscheidungen treffen, wenn sie mit fehlerfreien Daten gefüttert wird.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die strenge Regulierung. Banken verwalten sensible Daten und müssen höchste Datenschutzstandards erfüllen. Bei komplexen KI-Entscheidungen – etwa wenn ein Algorithmus einen Kredit ablehnt – fordern Aufsichtsbehörden eine genaue Begründung. Wie kam die Maschine zu diesem Urteil? Gerade bei sehr tiefgreifenden Lernmodellen lässt sich das oft schwer erklären. Banken müssen daher streng überwachen, dass ihre KI-Systeme fair entscheiden, niemanden diskriminieren und fehlerfrei arbeiten.

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Wie stehen Sie zum Einsatz von künstlicher Intelligenz bei Ihrer Bank? Vertrauen Sie bei Problemen einem digitalen Chatbot oder sprechen Sie lieber mit einem echten Bankberater? Teilen Sie uns Ihre Meinung mit! Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an redaktion@biallo.de.

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Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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