Teure Partnersuche

Valentinstag: Wenn der angebliche Traumpartner zum teuren Albtraum wird

Franziska Baum
Redakteurin
Aktualisiert am: 12.02.2026
Love Scammer wollen nicht Ihre Liebe, sondern nur Ihr Geld.

Pünktlich zum Valentinstag locken Liebesbetrüger ihre Opfer mit großen Versprechen in eine teure Falle. Die Polizei und Verbraucherschützer warnen aktuell vor dem sogenannten Love Scamming auf Dating-Plattformen. Wir zeigen Ihnen, bei welchen Nachrichten Sie sofort den Kontakt abbrechen sollten.

Gerade am 14. Februar, dem Tag der Liebenden, ist die Sehnsucht nach Zweisamkeit bei vielen Singles besonders groß. Doch Vorsicht: Genau dieses Bedürfnis machen sich Internet-Kriminelle zunutze. Beim sogenannten Love Scamming (oder Romance Scamming) täuschen Betrüger die große Liebe vor, um am Ende nur an eines zu kommen: Ihr Geld.

Sie erstellen täuschend echte Profile auf Dating-Portalen oder in sozialen Netzwerken und geben sich als attraktive, erfolgreiche Persönlichkeiten aus. Oft behaupten sie, als Soldaten im Auslandseinsatz zu sein oder als Ingenieure auf fernen Baustellen zu arbeiten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Masche der Betrüger rechtzeitig erkennen und sich am Valentinstag vor bösen Überraschungen schützen.

Die Masche: Wie Liebesbetrüger Ihr Vertrauen gewinnen

Die Täter gehen meist sehr strategisch vor. Sie überhäufen Sie in kürzester Zeit mit Komplimenten und Liebeserklärungen. Durch intensiven Austausch per Chat oder E-Mail bauen sie eine starke emotionale Nähe auf. Oft berichten sie von dramatischen Schicksalsschlägen, um Ihr Mitleid zu erregen. Ein persönliches Treffen wird jedoch immer wieder kurzfristig abgesagt.

Stattdessen treten plötzlich angebliche Notfälle ein. Der neue Kontakt benötigt dringend Geld für:

  • Ein Flugticket für den ersten Besuch bei Ihnen.
  • Krankenhausrechnungen nach einem Unfall.
  • Gebühren für gestohlene Ausweispapiere oder Probleme mit dem Visum.
  • Hilfe, weil Kreditkarten im Ausland gesperrt wurden.

Teilweise schalten sich sogar Komplizen ein, die sich als Ärzte oder Polizisten ausgeben, um die Geschichten glaubwürdig erscheinen zu lassen. Die Aussicht der Betrüger: Sie wollen an Ihr Erspartes. Und möglicherweise haben Sie Tagesgeld angelegt und überlegen, zu helfen. Doch das sollten Sie auf keinen Fall tun!

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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 12.02.2026

Warnsignale: Woran Sie ein Fake-Profil erkennen

Es gibt klare Indizien, bei denen Sie sofort hellhörig werden sollten. Oft nutzen Betrüger gestohlene Fotos von realen Personen oder aus Bilddatenbanken. Eine einfache Möglichkeit zur Überprüfung bietet die umgekehrte Bildersuche bei Google. Hier sehen Sie schnell, ob das Foto bereits in anderen Zusammenhängen oder auf Warnlisten für Scammer auftaucht.

Achten Sie auch auf die Sprache: Viele Betrüger kommunizieren in gutem Englisch oder nutzen Übersetzungsprogramme. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn die Person vorgibt, im nicht-europäischen Ausland festzusitzen. Ein weiteres Warnsignal ist die Verweigerung von Video-Calls oder die Bitte, sensible Daten wie Ausweiskopien zu senden. 

Wichtig für Sie: Seien Sie zudem extrem vorsichtig, wenn Ihr Gegenüber Sie bittet, sensible Daten wie Ausweiskopien oder Kontodaten zu senden – hier droht massiver Identitätsdiebstahl.

10 Tipps zum Schutz vor Romance Scamming

  • Bleiben Sie skeptisch: Hinterfragen Sie, warum ein Unbekannter Ihnen sofort die ewige Liebe schwört.
  • Nutzen Sie Google: Suchen Sie nach dem Namen des Kontakts in Verbindung mit dem Wort "Scam(mer)".
  • Kein Geld an Fremde: Überweisen Sie niemals Geld, egal wie herzzerreißend die Geschichte ist.
  • Keine Pakete weiterleiten: Helfen Sie nicht beim Versand von Briefen oder Päckchen, da dies Teil von Geldwäsche sein kann.
  • Daten schützen: Geben Sie niemals Ihre eigenen Kontodaten oder Kopien Ihres Reisepasses oder Personalausweises heraus.
  • Schecks ablehnen: Lösen Sie keine Schecks für Ihre Internet-Bekanntschaft ein.
  • Zweit-E-Mail nutzen: Verwenden Sie für Dating-Portale eine separate Mail-Adresse, um Ihren Haupt-Account zu schützen.
  • Video-Chat fordern: Bestehen Sie auf ein Gespräch mit Kamera. Aber Vorsicht: Auch hier können Kriminelle mit aufgezeichneten Videos täuschen.
  • Vertrauenspersonen einweihen: Sprechen Sie mit Freunden oder Familie über Ihren neuen Kontakt. Außenstehende erkennen Warnsignale oft klarer.
  • Plattformen mit Verifizierung: Nutzen Sie bevorzugt Portale, die die Identität ihrer Nutzer prüfen.

Weitere hilfreiche Tipps zum Thema Sicherheit im Netz finden Sie in unserem Artikel über Sicherheit beim Online-Banking.

Was tun, wenn Sie bereits Opfer geworden sind?

Wenn Sie den Verdacht haben, betrogen worden zu sein, ist schnelles Handeln gefragt. Schämen Sie sich nicht – diese Kriminellen sind Profis in der psychologischen Manipulation.

  1. Kontakt abbrechen: Blockieren Sie die Person auf allen Kanälen und reagieren Sie nicht auf weitere Nachrichten oder Drohungen.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie den kompletten Chatverlauf, E-Mails und alle Belege über Zahlungen ab.
  3. Bank informieren: Haben Sie bereits Geld überwiesen? Kontaktieren Sie sofort Ihre Hausbank. Manchmal lassen sich Zahlungen im letzten Moment stoppen.
  4. Anzeige erstatten: Gehen Sie zur Polizei und erstatten Sie Anzeige. In vielen Bundesländern können Sie dies auch bequem über die Onlinewache erledigen. Eine Anzeige hilft auch, wenn Kriminelle andere Identitäten für Straftaten missbrauchen.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Haben Sie bereits Erfahrungen mit verdächtigen Profilen gemacht oder möchten Sie Ihre Geschichte teilen, um andere zu warnen? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an redaktion@biallo.de.

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Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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