Scalable Capital erhöht die Zinsen auf 2,5 Prozent für alle Kunden und fordert damit Trade Republic direkt heraus. Im Gegensatz zu vielen kurzfristigen Angeboten gilt dieser Zinssatz dauerhaft auf unbegrenztes Guthaben. Erfahren Sie hier alles zur monatlichen Zinsgutschrift und der hohen Einlagensicherung.

Mit einem Paukenschlag meldet sich die Münchener Neobank Scalable Capital zurück und rüttelt den Markt ordentlich auf. Mit einem neuen Zinsangebot fordert der Anbieter den Dauerrivalen Trade Republic heraus und setzt ein deutliches Zeichen im Bereich der dauerhaften Verzinsung.

Sie fragen sich sicher, ob sich ein Wechsel jetzt lohnt. Während klassische Banken oft mit hohen Lockzinsen für kurze Zeit werben, geht Scalable Capital einen anderen Weg. Wir schauen uns für Sie an, was hinter den 2,50 Prozent Zinsen steckt und wie sicher Ihr Geld bei dem Anbieter ist.

Scalable Capital erhöht: 2,50 Prozent dauerhaft für alle Kunden

Die Nachricht sorgt für Aufsehen: Scalable Capital bietet ab sofort 2,50 Prozent Zinsen pro Jahr auf das Tagesgeld an. Das Besondere daran: Dieser Zinssatz gilt sowohl für Neu- als auch für Bestandskunden.

Kein kurzes Lockangebot

Im Gegensatz zu Aktionsangeboten, wie Sie sie etwa bei der Consorsbank mit aktuell 3,40 Prozent finden, ist das Angebot von Scalable nicht auf wenige Monate begrenzt. Während der Spitzenzins solcher Aktionsmodelle nach drei Monaten meist deutlich absinkt, gilt der Zins bei Scalable laut Aussage der Bank "bis auf Weiteres" Es handelt sich also um eine langfristig orientierte Kondition auf unbegrenztes Guthaben. Eine Änderung ist bei Marktschwankungen zwar möglich, aber nicht fest programmiert.

Flexibilität und monatliche Auszahlung

Ein massiver Pluspunkt: Scalable verzichtet auf ein Anlage-Limit. Sie erhalten die Zinsen auch auf sehr hohe Summen. Bei vielen Konkurrenten ist oft schon bei 50.000 Euro Schluss. 

Sie profitieren bei diesem Modell von einer monatlichen Zinsgutschrift. Das bedeutet, dass die Zinsen jeden Monat auf Ihr Konto fließen. So nutzen Sie den Zinseszinseffekt optimal aus. Zwischen Ihrem Tagesgeldkonto und dem Depot für den Wertpapierhandel können Sie Ihr Geld jederzeit in Echtzeit hin- und herüberweisen. Beachten Sie als Bestandskunde jedoch: Die bisherige Verzinsung auf dem reinen Verrechnungskonto endet am 1. April 2026. Sie müssen also aktiv auf das neue Tagesgeldkonto umsteigen, wenn Sie weiter Zinsen kassieren möchten.

Der Vergleich: Strategie gegen Aktionszins

In der folgenden Tabelle sehen Sie, wie sich die Strategien der großen Anbieter unterscheiden. Während Trade Republic und Scalable auf dauerhafte Raten setzen, punkten klassische Banken oft kurzfristig mit einem höheren Satz.

MerkmalScalable CapitalTrade RepublicAktionszins-Modelle
Zinssatz (p.a.)2,50 %2,00 %bis zu 3,40 %
Dauerdauerhaft*dauerhaft*oft nur 3-6 Monate
ZielgruppeAlle KundenAlle KundenMeist nur Neukunden
Gutschriftmonatlichmonatlichmeist vierteljährlich
*bis auf Weiteres (variabel), Stand: 16. März 2026

Auch für Familien ist Scalable interessant, da Sie dort auch Zinskonten für Kinder einrichten und diese bequem über Ihre eigene App verwalten können.

Die Auswertung: Wer gewinnt das Zins-Duell?

Wer bietet nun die besten Zinsen? Wenn Sie rein auf die Höhe der Verzinsung schauen, hat Scalable Capital mit 2,50 Prozent eindeutig die Nase vorn. Trade Republic zahlt Ihnen aktuell nur 2,00 Prozent. Beide Rivalen punkten damit, dass sie Ihre Zinsen monatlich auszahlen und kein Guthabenlimit vorschreiben. 

Ein wesentlicher Unterschied liegt jedoch im Alltag: Bei Trade Republic haben Sie alles bequem auf einem einzigen Verrechnungskonto. Scalable hingegen trennt das neue Tagesgeldkonto strikt vom Wertpapierdepot. Sie müssen Ihr Geld also in Echtzeit umbuchen, wenn Sie plötzlich Aktien kaufen möchten. Auch beim Thema Sicherheit verfolgen beide Anbieter eine fast identische Strategie: Beide lagern Ihr Geld nicht nur bei sich selbst, sondern verteilen es auf Partnerbanken und Geldmarktfonds. Der klare Sieger im reinen Zins-Vergleich heißt somit Scalable Capital. Doch bevor Sie Ihr Geld verschieben, sollten Sie sich die Struktur genauer ansehen.

Kritischer Blick: Wo liegen die Schwachstellen?

Wir haben das Angebot für Sie kritisch hinterfragt. Auf dem Papier klingen 2,50 Prozent hervorragend. In der Praxis gibt es jedoch einige Hürden und Kompromisse, die Sie kennen sollten:

1. Der Zwang zum Wertpapierdepot

Das Angebot ist kein reines Tagesgeld. Sie können das Konto nur eröffnen und nutzen, wenn Sie auch ein Depot bei Scalable Capital führen. Wenn Sie eigentlich nur sicher sparen und keine Aktien oder ETFs handeln möchten, ist dieses Kombi-Produkt unnötig komplex. Für reine Sparer empfehlen wir klassische Tagesgeldkonten ohne diese Koppelung.

2. Der Kontrollverlust bei der Einlagensicherung

Scalable verteilt Ihr Geld auf bis zu vier Partnerbanken. Dadurch greift die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro mehrfach (bis zu 500.000 Euro im PRIME+ Modell). Das Problem: Sie sehen in der App zwar, wo Ihr Geld liegt, können dies aber nicht selbst steuern. Landet Ihr Geld beispielsweise bei der Partnerbank HSBC Continental Europe, greift nicht die deutsche, sondern die französische Einlagensicherung. Frankreich hat zwar eine sehr gute Bonität, aber eben nicht die absolute Bestnote wie Deutschland. Für extrem sicherheitsbewusste Anleger ist dieser Kontrollverlust ein klarer Minuspunkt.

3. Geldmarktfonds statt echtes Bankguthaben

Nutzen Sie das kostenlose Depotmodell ("Free-Broker"), fließt ein Teil Ihres Geldes in Geldmarktfonds. Hier greift die gesetzliche Einlagensicherung gar nicht! Zur Wahrheit gehört aber auch: Geldmarktfonds gelten als Sondervermögen. Geht der Broker oder die Fondsgesellschaft pleite, gehört das Geld weiterhin Ihnen und fließt nicht in die Insolvenzmasse. Es ist also keineswegs ungeschützt, unterliegt aber den strengen EU-Richtlinien für Fonds (OGAW-Schutzstandards). Dennoch ist es rechtlich gesehen kein klassisches, einlagengesichertes Bankguthaben, was das Modell etwas undurchsichtiger macht.

Biallo Tagesgeld Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 10.000 €, Anlagedauer: 4 Monate, Sicherheit: mind. geringe Sicherheit. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz / Zinsertrag
Bewertung
S&P Länderrating
Produktdetails
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,00% /
100,38 €
Bewertung
S&P Länderrating
A+
Spanien
Produktdetails
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  • Aktionszins: 3,00% - gilt für die ersten 4 Monate
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Zinssatz
3,00% /
99,02 €
Bewertung
5/5
S&P Länderrating
AAA
Niederlande
Produktdetails
  • Basiszins: 1,80%
  • Aktionszins: 3,00% - gilt für die ersten 4 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,00% /
99,02 €
Bewertung
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 0,75%
  • Aktionszins: 3,00% - gilt für die ersten 4 Monate
Zum Anbieter
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 16.03.2026

Top-Zins mit Kompromissen

Ist das Angebot nun gut oder schlecht? Das hängt maßgeblich von Ihrem Sparziel ab. Die 2,50 Prozent sind stark, vor allem weil sie unlimitiert gelten. Wenn Sie ohnehin investieren, Aktien handeln und das Depot nutzen, ist das neue Tagesgeldkonto von Scalable Capital eine bequeme Ergänzung. Die Sicherheit in Europa und bei Geldmarktfonds ist extrem hoch, auch wenn sie nicht zu 100 Prozent den strengsten deutschen Standards entspricht.

Suchen Sie jedoch ein absolut simples, rein deutsches Tagesgeldkonto ohne Wenn und Aber, ist dieses Kombi-Produkt nicht die erste Wahl. Die Einbindung von ausländischen Einlagensicherungen und der Depot-Zwang machen das Angebot für reine Sparer weniger attraktiv.

Vergleichen Sie gerne selbst: In unserem aktuellen Tagesgeld-Vergleich auf biallo.de finden Sie Alternativen, die genau zu Ihren persönlichen Bedürfnissen passen.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was halten Sie von dem neuen Modell? Stört Sie der Depot-Zwang oder überwiegt für Sie die Freude über den Zins von 2,50 Prozent ohne Limitierung? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de.

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Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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