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Auf einen Blick
  • Die Amsterdam Trade Bank, die auch unter der Marke FIBR auftritt, ist offiziell pleite. Die niederländische Notenbank hat den Entschädigungsfall ausgerufen.

  • Zum Verhängnis wurde der ATB die intensiven Russland-Kontakte des Mutterkonzerns Alfa Bank.

  • Laut den Währungshütern aus den Niederlanden stammt etwa jeder vierte Kontoinhaber aus Deutschland.

  • So müssen Betroffene jetzt reagieren, um an ihr Erspartes zu kommen.
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Die Sanktionen im Zuge des Ukraine-Kriegs treffen nicht nur russische Banken schwer, sondern auch ihre europäischen Tochterbanken. Nach der Sberbank Europe AG und der VTB Bank (Europe) SE ist auch die Amsterdam Trade Bank in unsicheres Fahrwasser geraten. Am 22. April 2022 wurde seitens der niederländischen Notenbank (DNB) offiziell der Entschädigungsfall für die Amsterdam Trade Bank ausgerufen. Die DNB führt das Einlagensicherungssystem im Auftrag der niederländischen Regierung durch. Von den insgesamt 23.000 ATB-Kunden stammen laut DNB fast 6.000 aus Deutschland.

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Im Visier der Briten und Amerikaner

Zum Verhängnis wurde der niederländischen Direktbank ihre engen Kontakte nach Russland. „Die Sanktionen des Vereinigten Königreichs und der USA haben zu operativen Schwierigkeiten geführt“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der ATB. So sei es für die Mehrheit der Vertragsparteien schwierig, „weiterhin ihre Verträge mit ATB zu erfüllen und die Bank zu unterstützen“.

Hintergrund: Die engen Kontakte zum russischen Oligarchen Michail Fridman und der von ihm gegründeten Alfa Bank brachte die Amsterdam Trade Bank, die seit Januar 2022 auch unter der Marke FIBR auftritt, auf die Sanktionslisten von Großbritannien und den USA. Laut einem Bericht der niederländischen Wirtschaftszeitung „Het Financieele Dagblad“ sei die ATB zwar nicht direkt sanktioniert, doch sollen Anleger in Panik geraten sein.

 

Fast jeder vierte Kunde aus Deutschland

Seit gut 15 Jahren war die Amsterdam Trade Bank in Deutschland aktiv und bot Anlegerinnen und Anlegern etwa Tages- und Festgeldkonten an. Dabei konnte das Geldhaus einen nicht unwesentlichen Teil ihrer Kundschaft aus Deutschland rekrutieren. Von insgesamt rund 23.000 Anlegern kamen zuletzt rund 6.000 Kundinnen und Kunden aus Deutschland. Der Gesamtbetrag, den es zu entschädigen gilt, beläuft sich laut DNB auf rund 700 Millionen Euro. Dieser soll vollständig aus dem niederländischen Einlagensicherungsfonds finanziert werden.

 

Wie sollen sich Betroffene aus Deutschland verhalten?

Wer ein Sparkonto bei der ATB hatte, der wird in Kürze per Post eine Mitteilung über die Aktivierung des Einlagensicherungssystems sowie weitere Informationen bezüglich der Erstattungszahlungen von der DNB erhalten. Die DNB wird im Anschluss den Kontoinhabern die gesetzlich garantierte Summe von maximal 100.000 Euro auszahlen.

Eine zusätzliche Garantie gilt für Geld auf Konten, die unter anderem für den Kauf oder Verkauf von Immobilien vorübergehend geführt werden (Deckungssummen). Hier gilt der Maximalbetrag von 500.000 Euro.

Laut DNB wird innerhalb der nächsten zehn Werktage ein spezielles Webportal auf www.dnb.nl eröffnet. Dort können Betroffene angeben, auf welches Konto die Entschädigungszahlung fließen soll. Im Anschluss soll die Entschädigungssumme innerhalb weniger Arbeitstage überwiesen werden.

 

Drei große europäische Player in Russland

Es gibt allerdings drei europäische Banken, die besonders eng mit Russland verbunden sind. Die italienische Unicredit, die österreichische Raiffeisen Bank International sowie die Société Générale aus Paris waren laut einem Bericht von Bloomberg zumindest vor Kriegsbeginn die größten westlichen Banken in der Russischen Föderation. So soll die Raiffeisen Bank International mehr als 30 Prozent ihres Vorsteuergewinns dort erwirtschaftet haben.

Über den Autor Kevin Schwarzinger
Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.
  Kevin Schwarzinger