Geht es nach der Börse, dann könnte der Krieg im Nahen Osten schon bald wieder beendet sein. Jedenfalls spekulierten Anlegerinnen und Anleger am Dienstag (10. März) darauf: Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg deutlich. Geht es also doch wieder nach oben – und ist das Kurstief eine Chance, jetzt günstig in den Aktienmarkt einzusteigen? Oder ist es dafür noch zu früh – und man riskiert herbe Verluste, wenn es doch nochmal runter geht?
Diese Sorge hat jetzt eine Analyse des Family Office HQ Trust unter die Lupe genommen. Analyst Pascal Kielkopf ist der Frage nachgegangen, wie lange Investoren im Minus bleiben – selbst wenn sie den ungünstigsten Einstiegstag erwischen. Wir beantworten diese Frage und sagen Ihnen, was das für Anleger heißt.
Verblüffend kurzer Verlust
Für seine Untersuchung hat Kielkopf beim Weltindex MSCI World sämtliche Handelstage seit 1972 betrachtet. Für jeden Einstiegstag prüfte der Analyst, wie lange ein Investor im Minus gewesen wäre. Er stellte sich dabei zwei Fragen:
- Wie lange dauerte es, bis der Markt erstmals wieder über den Einstiegskurs lag?
- Falls der Kurs später erneut unter den Kaufkurs fiel – wie lange dauerte es, bis Anlegerinnen und Anleger dauerhaft im Plus lagen?
Im ersten Fall ist die Antwort beruhigend für Anleger: „In den meisten Fällen war der Verlust verblüffend kurz“, so Pascal Kielkopf. Im Median, also in der Hälfte aller Einstiegstage, lagen Investoren maximal zwei Tage im Minus, bevor der Markt wieder den Kaufkurs erreichte. In neun von zehn Fällen dauerte es höchstens einen Monat. Und spätestens nach drei Monaten war man mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit wieder im Plus.
Nur wer es beim Aktienkauf so richtig schlecht erwischte, musste noch länger warten. Nach gut drei Jahren jedoch hatten 99 Prozent aller Anlegerinnen und Anleger die Verluststrecke ausgesessen.

