Renditeknüller Turnschuhe: Top-Sneaker laufen besser als Aktien

Alternative Geldanlage Renditeknüller Turnschuhe: Top-Sneaker laufen besser als Aktien

Max Geißler
von Max Geißler
28.03.2019
Auf einen Blick
  • Nach dem Modemarkt erobern Sneaker nun die Herzen der Anleger: Seltene Turnschuhe ermöglichen märchenhafte Gewinne bis in den vierstelligen Renditebereich.

  • Entscheidend für hohen Gewinn ist der Einkauf. Über Verlosungen gelangen Anleger an Sneaker zum günstigen Erstverkaufspreis.

  • Laien sollten sich vorab gut informieren, denn der Markt ist unübersichtlich und schwankend – ständig kommen neue Modelle auf den Markt. Eine Gewinngarantie gibt es nicht.
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Als Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) im Jahr 1985 als erster deutscher Umweltminister mit weißen Turnschuhen zu seiner Vereidigung im Hessischen Landtag erschien, war das eine Sensation. Heute wäre seine als Provokation gedachte Aktion keine Schlagzeile mehr Wert – denn Sneaker sind längst gesellschaftsfähig.

Berühmt wurden die flotten Laufschuhe vor allem durch den US-Basketballstar Michael Jordan, der mit seinem von Nike gefertigten Air Jordan-Stiefel bis heute Geschichte schreibt. Im Jahr 1984 kamen die ersten Schuhe dieser Serie für weniger als 100 US-Dollar auf den Markt – heute werden gebrauchte "Air Jordan 1" für 900 Euro beim Auktionshaus Ebay angeboten.

Einer der teuersten Sneaker aller Zeiten ist der von Michael Jordan höchstpersönlich im NBA-Finale 1997 getragene "Nike Air Jordan 12 Flu Game": Die Schuhe waren einem Sammler bei einer Auktion immerhin 104.765 US-Dollar wert.

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Bestpreise erzielen in der Regel ungetragene Schuhe. Vier- bis fünfstellige Summen sind dabei keine Seltenheit, wie Internetauktionen bei "stockx.com" belegen. Mit Gold und Diamanten besetzte Einzelstücke, zum Beispiel der "Buscemi 100 MM Diamond" der gleichnamigen US Luxusmarke, kommen sogar auf sechsstellige Beträge.

Inzwischen wird auch ein Jordan-, Nike- oder Adidas-Index aus den bezahlten Kaufpreisen berechnet. Mit etwas Glück können Anleger märchenhafte Gewinne erzielen. Wer beispielsweise den "Nike SB Dunk Low Reese Forbes Denim" im Jahr 2002 für 55 Dollar kaufte, der kann sich heute nach Berechnungen des Portals eschuhe.de über eine Rendite von mehr als 7.500 Prozent freuen.

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Erstausgabe-Termine stark gefragt

Sneaker-Fans müssen schnell und findig sein. Einfach in den nächsten Schuhladen marschieren klappt nicht. Um von größtmöglichen Wertgewinnen profitieren zu können, versuchen echte Sammler – sogenannte "Sneakerheads"– bei der Erstausgabe von limitierten Editionen dabei zu sein. Die Grundlage dafür schaffen Adidas, Nike und Co., indem sie alle paar Wochen stark begrenzte Sneaker-Auflagen auf den Markt bringen.

Die Stückzahlen der "Limited Releases" liegen oft nur bei wenigen Hundert, in Ausnahmefällen sogar nur bei ein paar Dutzend. Die Verkaufspreise sind keineswegs hoch. Die Konzerne profitieren vom Run auf ihre Schuhe, der ihre Marke in aller Munde hält.

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3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
17,51
0,70%
2.
12,51
0,50%
3.
10,00
0,40%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate

An Verlosungen teilnehmen

Möchten Sie ein ausgewähltes Stück zum Ausgabepreis erwerben, müssen Sie die Internetseiten von Herstellern und Händlern im Auge behalten. Dort werden sogenannte "Raffles" – also Verlosungen – zum Herstellerpreis ausgeschrieben. Wenn Sie an einer Auslosung teilnehmen wollen, müssen Sie sich dort registrieren. Erhalten Sie den Zuschlag, dann besitzen Sie das Kaufrecht an einem neu erscheinenden Schuh zum Herstellerpreis. Das allein bietet zwar noch keine Garantie für satten Gewinn, aber es schafft die Grundlage dafür.

Empfehlenswert ist, wenn die Sneaker in Kooperation mit einem Prominenten entworfen werden. Die "Yeezy Boost"-Reihe von Adidas, die gemeinsam mit dem Rapper Kanye West entsteht, ist ein Paradebeispiel dafür. Der beim Raffle im Dezember 2018 zum Preis von 220 Euro auf den Mark gekommene "Yeezy Boost 350 V2 Static" ist heute auf der Plattform "stockx.com" bereits über 300 Euro wert.

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Wann lohnen sich Sneaker als Geldanlage?

Sneaker als Anlageform sind prädestiniert für Fans und Sammler mit Background zum Thema und Freude an ausgefallenen Schuhen. "Eine solche Form der Geldanlage ist für Leute interessant, die in den Markt eintauchen und ihn verstehen wollen – das gilt für jegliche Investition in Sammlerobjekte, wie zum Beispiel Oldtimer, Kunst und Wein", findet der auf Sachwerte spezialisierte Investmentberater Jürgen Raecke. Voraussetzung für ein erfolgreiches Investment ist, dass Anleger stets am Ball bleiben und sich laufend über Marktentwicklungen informieren. "Ein Informationsrückstand kann sich schnell negativ auswirken, etwa indem man neue Trends nicht erkennt und in die falschen Schuhe investiert oder über den Tisch gezogen wird", warnt Raecke.

Eine weitere Unsicherheit: Bei Sammlerobjekten wie Sneaker ist schwer einzuschätzen, ob das Investment langfristig gewinnbringend ist. Wer sich überhaupt nicht für das Thema Sneaker interessiert und lediglich einen schnellen Gewinn realisieren möchte, der sollte sich nach Ansicht Raeckes eher nach klassischen Formen der Geldanlage umschauen.

Lesen Sie auch: Tom Friess zur Geldanlage – "Nicht alles auf eine Karte setzen"

Biallo-Tipp

Um Risiken gering zu halten, sollten Sie stets nur einen überschaubaren Teil Ihres Geldes in Sneakers stecken. Verteilen Sie Ihr Sparkapital auf mehrere Assetklassen, allen voran Fonds und ETFs, denn diese sind kostengünstig und streuen die Anlagegelder breit in viele Wertpapiere. Wer seine Geldanlage nicht eigenständig steuern will oder kann, für den sind die sogenannten Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Wie die digitalen Vermögensverwalter genau funktionieren, erfahren Sie in unserem Ratgeber Robo-Advisor.

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Max Geißler
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de