Wertvolle Sammlerstücke

Comics als Geldanlage: Mäuse machen mit Micky

29.03.2019
Auf einen Blick
  • Viele Comic-Serien genießen heute Kultstatus. Sie überzeugen nicht nur mit spannender Story und brillant gezeichneten Comic-Helden, sie sind auch eine chancenreiche Wertanlage.

  • Um Höchstpreise zu erzielen müssen grundlegende Voraussetzungen gegeben sein – etwa ein Top-Zustand, hohe Popularität der Serie und ein günstiger Verkaufszeitpunkt.

  • Damit man aussichtsreiche Stücke erkennt und nicht überteuert einkauft, sollten sich Anleger in die Szene und den Markt einarbeiten. Zudem ist Geduld gefragt, denn kurzfristige Gewinne sind nicht zu erwarten.
Mit alten Comicheften Geld verdienen: Helden wie Superman, Batman, Tim und Struppi bieten eine chancenreiche Wertanlage.
Alexandru_Nika / shutterstock.com

Wer schießt schneller als sein Schatten? Na klar, Lucky Luke. Und wo liegt Entenhausen? Natürlich im Reich von Donald Duck. Die berühmten Comic-Geschichten und ihre Helden kennt so gut wie jeder. Aber dass man mit den Zeichentrickheften auch Geld verdienen kann, das wissen nur wenige. Dabei liegt es auf der Hand: Sobald eine Sache bekannt und berühmt ist, finden sich sammelwütige Fans, die für Devotionalien hohe Preise bieten.

Lesen Sie auch: Renditeknüller Turnschuhe – Top-Sneaker laufen besser als Aktien

USA – Eldorado für Comic-Fans und Anleger

Bei Comics hat das mit den Top-Preisen zwar eine Weile gedauert, denn lange Zeit galten die Groschenhefte als Kinderkram. Doch inzwischen sind viele Zeichner berühmt, ihre Figuren genießen Kultstatus und Comics gelten als seriöse Kunstform. Für Erstausgaben und seltene Sammlerstücke werden heute Millionen gezahlt – das gilt vor allem für amerikanische Publikationen. So hat beispielsweise das erste Originalheft aus der Serie "Superman" von 1938 heute einen Wert von mehr als drei Millionen US-Dollar. Der Erstauftritt von "Batman" im Jahr 1939 in dem Heft "Detective Comics 27" wird inzwischen auf einen Wert von 3,4 Millionen US-Dollar taxiert. Die Ausgabe, die damals zehn Cent kostete, gilt heute als teuerster Comic weltweit.

Lesen Sie auch: Steinreich mit Star Wars – Besser als Gold, Silber und Aktien?

Deutsche Preise sind niedriger

An die US-amerikanischen Preise kommen deutsche Comics beziehungsweise Comic-Ausgaben zwar nicht heran, aber auch hierzulande haben Sammlerstücke ihren Wert. So wird der Wert der deutschen Erstausgabe von "Micky Maus" inzwischen auf gut 12.000 Euro geschätzt. Auf der Internet-Auktionsseite dersammler.eu befinden sich aktuell eine Originalzeichnung von "Timm und Struppi" aus dem Jahr 1938 für 8.000 Euro im Angebot sowie ein Micky Maus-Heft aus dem Jahr 1951 für 5.000 Euro.

Wie rasant die Wertsteigerungen sein können, veranschaulicht das Beispiel des Comics "Bessy" aus dem Bastei Verlag: Zahlten Sammler für die Gesamtausgabe (992 Hefte) im Jahr 1984 umgerechnet noch gut 700 Euro, so werden aktuell auf der Auktionsplattform comicguide.de mehr als 13.000 Euro dafür aufgerufen. Allein für die Erstausgabe aus dem Jahr 1965, die 70 Pfennige kostete, steht dort für 1.950 Euro zum Kauf.

  • Biallo-Tipp: Comic-Fans finden auf den alljährlich stattfindenden Comic-Auktionstagen im hessischen Friedrichsdorf reiche Auswahl. Seit 1994 pilgern Jahr für Jahr zahllose Sammler in das Taunusstädtchen. Die nächsten Auktionstage werden wie jedes Jahr im November stattfinden. Weitere Infos zu diesem Event finden Sie auf der Homepage micky-waue.de.


Wann erzielen Comics Höchstpreise?

Höchstpreise erzielen nur Top-Exemplare ohne Abnutzungserscheinungen. Im Idealfall sind die Comics originalverpackt, haben keinerlei Knicke oder Ecken. Da die Hefte normalerweise Gebrauchsgegenstände sind und in der Regel viel gelesen werden, sind gut erhaltene Hefte eher selten. Wer über ein solches Exemplar verfügt, kann sich glücklich schätzen. Ein Garant für hohe Wertsteigerung ist das allein aber noch nicht.

Eine weitere Voraussetzung für klingende Münze ist Popularität. Comics müssen gut gezeichnet sein und die Story die Massen begeistern. Das gelingt aber nur wenigen Comic-Serien. Bleibt das Interesse der Massen aus, wird die Serie keine Berühmtheit erlangen und sich auch die edelste Erstausgabe nicht zum Verkaufsschlager entwickeln. Comic-Fans und Anleger sollten aber optimistisch sein und bei neuen Serien immer ein paar Euro in die ersten Ausgaben investieren. Schließlich gilt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – und die Investitionskosten sind überschaubar. Vielleicht spielt die Zeit ja für Sie. Achten Sie aber auf eine möglichst kleine Auflage. Werden gleich ein paar Hunderttausend Stück gedruckt, ist die Chance auf überdurchschnittliche Wertsteigerung gering.

Und schließlich benötigen Anleger auch ein Quäntchen Glück. Denn selbst wenn der Wert eines Heftes hoch taxiert ist, bedeutet das nicht, dass Sie diesen Preis auch erzielen. Zum einen brauchen Sie einen potenten Käufer zum anderen einen guten Zeitpunkt. Denn tauchen bei einer Auktion plötzlich weitere Hefte der gleichen Serie auf, kann der Wert des eigenen Hefts rapide sinken. Um den Preis nicht kaputt zu machen, sollten Sie in diesem Fall die Auktion schnell beenden und abwarten.

Lesen Sie auch: Sachwerte – Anlegerschützer warnen vor Direktinvestments

Vier Tipps zum Comic-Kauf

  • Kaufen Sie besser im Laden oder auf einem Flohmarkt als im Internet. Dann können Sie das gute Stück persönlich begutachten und kaufen nicht die Katze im Sack. Besuchen Sie spezielle Comic-Läden.

  • Achten Sie auf einen guten Erhaltungszustand. Analog zu Immobilien, wo die Devise lautet: Lage, Lage, Lage – so heißt es bei Comics: Zustand, Zustand, Zustand.

  • Konzentrieren Sie sich auf bekannte Comics, die die Massen begeistern.

  • Sammeln Sie nur dann, wenn Sie ein Faible für Comics haben. Dann können Sie sich auch dann an den gezeichneten Heften erfreuen, wenn das Investment ein Flop wird.


Biallo-Tipp

Um Risiken gering zu halten, sollten Sie stets nur einen überschaubaren Teil Ihres Geldes in exotische Geldanlagen wie Legos, Sneakers oder Comics stecken. Verteilen Sie Ihr Sparkapital auf mehrere Assetklassen, allen voran Fonds und ETFs, denn diese sind kostengünstig und streuen die Anlagegelder breit in viele Wertpapiere. Wer seine Geldanlage nicht eigenständig steuern will oder kann, für den sind die sogenannten Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Wie die digitalen Vermögensverwalter genau funktionieren, erfahren Sie in unserem Ratgeber Robo-Advisor.



  Max Geißler


 
Exklusive Informationen und Angebote per Mail erhalten.


 
 
 
Powered by Telsso Clouds