Girokonto

Biallo-Auswertung: Fast jede zweite Bank kassiert beim bargeldlosen Zahlen

25.07.2020
Auf einen Blick
  • In Corona-Zeiten trommeln viele Geldhäuser für bargeldloses Zahlen, doch bei vielen Instituten ist das mit Kosten verbunden. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von biallo.de. 

  • So kann das Bezahlen mit der Girocard je nach Bank oder Sparkasse bis zu 0,70 Euro je Vorgang kosten.

  • Zahlungen mit der Kreditkarte in der Eurozone sind dagegen immer gebührenfrei.

  • Die meisten Kunden sind komplett ahnungslos. Daher droht bei Rechnungsabschluss ein böses Erwachen.
Wer beim Einkaufen bargeldlos bezahlt, sollte auf die Kosten achten.
leungchopan / Shutterstock.com

Das Spezialitätencafe "Ben Rahim" in Berlins Hackeschen Höfen dürfte so ganz nach dem Geschmack vieler Banker sein. Denn der tunesische Inhaber akzeptiert keine Banknoten oder Münzen mehr. Beim ihm zahlt man mit Smartphone oder Karte. Und das beschert vielen Geldhäusern jedesmal einen kleinen Zusatzverdienst.

Als Rahim im Herbst vergangenen Jahres dieses Vorhaben umsetzte, war das Coronavirus bei uns noch kein Thema. Nachdem sich nun sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für bargeldloses Zahlen stark gemacht hat, trommeln auch die meisten Banken und Sparkassen dafür.

Und dies mit Erfolg: Denn nach Schätzungen der Zahlungsexperten des Beratungsunternehmens Oliver Wymann wird der Anteil der Barzahlungen bis 2025 auf nur noch 32 Prozent absinken. Heute halten sich bar und bargeldlose Zahlungen noch in etwa die Waage.

Wie ist es heute in Corona-Zeiten? Da zahlen die Kunden nicht nur den wöchentlichen Großeinkauf mit der Karte. Sie wird auch morgens beim Bäcker gezückt, mittags beim Metzger, nachmittags im Baumarkt und abends beim Take-away beim örtlichen Restaurant.

 


Teure Kartenzahlungen

Das kann sehr teuer werden. Dafür ein Beispiel: Nehmen wir einmal an, Sie haben Pech und sind Kunde der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe in Wesel. Und Sie haben sich für das günstige Kontomodell "Klassik" entschieden. Bei nur zwei Zahlvorgängen pro Tag vorausgesetzt, kommt bis Ende des Jahres eine Mehrbelastung von 504 Euro auf Sie zu.

Die Sparkasse aus Wesel ist übrigens bundesweit der teuerste Anbieter, den wir gefunden haben. Mag sein, sie schämt sich dafür. Denn sie hat die Entgeltvorschriften nicht mehr auf ihrer Website zugänglich gemacht. Was gegen die gesetzlichen Vorschriften verstößt. Man muss sie per Mail anfordern.

Mit welchen Argumenten die Geldhäuser diesen Trend forcieren, zeigen stellvertretend zwei Beispiele. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) befeuert ihn so: "Sie bezahlen hygienischer als mit Bargeld, da Sie Ihre Karten oder ihr Smartphone nicht aus der Hand geben."

Ganz ähnlich die Begründung einer Vertreterin aus der Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken (VR-Banken). Die Münchner Bank mahnt: "Bezahlen Sie so viel wie möglich mit Karte. Gerade das kontaktlose Bezahlen ist in der aktuellen Situation, wo wir persönlichen Kontakt zu vermeiden versuchen, das geeignetste Verfahren."

Geht es den Bankern vor allem um die Gesundheit Ihrer Kunden? Daran muss man erhebliche Zweifel haben. Es dürften sicher auch wirtschaftliche Interessen dahinter stehen. Die meisten Bankkunden glauben zwar, dass das Zahlen mit der Girocard nichts kostet. Doch das ist ein Irrtum.

Die aktuelle Biallo-Untersuchung von fast allen, nämlich 380 Sparkassen sowie 440 mit ihnen konkurrierenden VR-Banken, zeigt: Fast jedes zweite Institut kassiert Gebühren fürs bargeldlose Zahlen mit der Girocard bis zu einem Höchstpreis von 0,70 Euro. Den verlangt die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe beim Kontomodell "Giro Nispa Klassik".

Bundesweit betroffen ist die Mehrzahl der Kunden, die sich für die preisgünstigen "Klassik Konten", die Onlinekonten oder die Basiskonten entschieden haben. Nicht berührt davon sind jene Kunden, die sich für die höherpreisigen Premiumkonten zum Preis von zehn Euro und mehr im Monat entschieden haben.

Interessant: Dass Sparkasse und Volksbank vor Ort oft einträchtig diese Gebühren kassieren, dafür sind die beiden Geldhäuser aus jenem Ort ein treffliches Beispiel, von dem die Corona-Epidemie zumindest im nördlichen Teil Deutschlands ihren Ausgang nahm – Heinsberg. Die dortige Kreissparkasse nimmt 45 Cent für jede Abhebung ab zehn Euro. Das Bezahlen morgens beim Bäcker kostet also meist nichts. Die Volksbank dagegen fordert sogar 59 Cent pro Zahlvorgang mit ihrer Girocard – und das unabhängig vom Betrag.

Hier die Ergebnisse unserer Untersuchung:

Gesamt

Sparkassen

VR-Banken

820

380

440

Keine Gebühren

419

193

226

Gebühren

401

187

214

Durchschnittspreis

0,34 Euro

0,33 Euro

0,35 Euro

Maximalpreis

0,70 Euro

0,70 Euro

0,60 Euro

Minimalpreis

0,02 Euro

0,02 Euro

0,04 Euro

Fatal dabei ist, dass in den meisten Fällen diese Gebühr an keiner Stelle ausgewiesen wird. So wie bei der Sparkasse Uelzen-Lüchow-Dannenberg. Bei deren Preisen auf der Internetseite zum "Giro Klassik" steht nichts. Und auch nicht in den Entgeltinformationen. Nur über direktes Nachfragen kommt man zum Ergebnis.

Verdacht sollte der Bankkunde immer dann schöpfen, wenn irgendwo auf der Website Preise für "beleglose Buchungen" ausgewiesen sind. In 90 Prozent aller Fälle wird aber nicht gesagt, was darunter zu verstehen ist. Gibt es dafür keine einheitliche Definition?

"Beispiele für beleglose Transaktionen sind Gutschriften aus Überweisungseingängen, Lastschriftabbuchungen von Dritten, Zahlungen mit Zahlkarten oder aus Zahlungssystemen, die dem Konto belastet werden und die von Dritten beziehungsweise Kunden initiiert wurden, und weiteres", sagt Thomas Rienecker, Pressesprecher vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Es könnten jedoch auch andere sein, dies sei nicht einheitlich geregelt.

Mit dieser Aussage kommen wir natürlich nicht so recht weiter und haben beim Kollegen vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) noch einmal nachgehakt.

Wir wollten wissen: "Wenn nichts Genaues angegeben ist, kann die Bank dann von sich aus entscheiden, welche beleglosen Buchungen sie berechnet oder nicht? Oder sind dann immer alle beleglosen Transaktionen gemeint?" Pressesprecher Steffen Steudels Antwort: "Das liegt im geschäftspolitischen Ermessen der Banken." Dies hilft uns natürlich wieder nicht weiter.

Auch die Haspa oder Münchner Bank haben in ihren Entgeltinformationen nach Zahlungskontengesetz keinerlei Hinweis, dass bei entsprechenden Konten Gebühren beim bargeldlosen Bezahlen mit der Girocard anfallen.

Im Preisaushang der Haspa beispielsweise stößt man auf einen "Preis pro Posten von 0,50 Euro" beim Girokonto klassisch, das vierteljährlich abgerechnet wird. Hakt man dann per Anruf oder Chat nach, wird dem Interessenten gesagt, dass dies auch auf Zahlungen mit der Girocard zutrifft.

Ähnlich bei der Münchner Bank. Hier entdeckt man im Kontomodell "Ehrlich" einen Preis von 0,30 Euro für "beleglose Buchungen", ohne dass ausgeführt ist, welche Dinge darüber abgerechnet wurden. Auch das haben wir erst über den bankeigenen Chat durch Nachfragen erfahren.

"Statt ehrlich und offen die Entgelte für Kartenzahlungen konkret zu nennen, werden diese im Preisverzeichnis regelmäßig unter Buchungsposten versteckt", kritisiert Niels Nauhauser, Bankenexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Und was sagen betroffene Banken dazu? Sparkasse Leipzig, Münchner Bank und Volksbank Freiburg verweisen darauf, dass nur noch eine Minderheit ihrer Kunden das Kontomodell Klassik führt und von diesen Kosten betroffen sei. Das lässt sich natürlich nicht überprüfen.

Martin Lorenz, Pressesprecher der Freiburger Volksbank erklärt: "Die Kartenzahlung stellt eine Basislastschrift dar und wird auf dem Kontoauszug und den Entgeltinformationen ausgewiesen." Auf die Idee, dass eine Kartenzahlung eine Basislastschrift darstellt, müssen Kunden erstmal kommen.

Dass dies auch anders geht, zeigen folgende Beispiele von regionalen Instituten, die diese Gebühren transparent auf der Homepage kommunizieren und offen benennen.

VR-Bank Kreis Steinfurt

Sparkasse Bochum

Stadtsparkasse Haltern am See

Noch einmal zurück zu Deutschlands größter Sparkasse. Haspa-Kunden, die sich für das günstige Giromodell "Klassik" entschieden haben, berappen für jede Zahlung mit der Girocard 0,50 Euro. Dies gilt auch für das Basiskonto, das man nicht überziehen kann. Und das überwiegend von sozial Schwachen genutzt wird. Also die, die am wenigsten Geld in der Tasche haben.

Diesen Betrag findet man auch bei ihr weder auf der Homepage noch dort, wo er eigentlich zu finden sein müsste, in der gesetzlich vorgeschriebenen Entgeltinformation nach dem Zahlungskontengesetz. Er ist bei der Haspa gut versteckt im Preisaushang und als "Postenpreis" getarnt.

Viel Geld für Kunden – noch mehr für die Banken

Für so manchen Kunden dürfte es Ende Juni mit der Quartalsabrechnung ein böses Erwachen geben. Legt man drei Zahlvorgänge am Tag zugrunde, dürften dies knapp 100 Euro sein. Bis Jahresende dürften sich die Zusatzkosten auf 300 bis 400 Euro ansammeln.

Dass viel Kleinvieh auch große Misthaufen erzeugt, zeigt eine Überschlagsrechnung. Zwar hat nur eine Minderheit der Haspa-Kunden dieses Kontomodell – aber es gibt davon immer noch 180.000 solcher Konten. Wenn pro Tag nur zwei Zahlvorgänge ausgelöst würden, käme bis Jahresende eine Gesamtsumme von gut 40 Millionen Euro zusammen. Auch nicht schlecht – zumindest für die Haspa.

"Es ist zwar richtig, dass wir auch auf die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens hinweisen, dies ist aber keine Aufforderung zum Bargeldverzicht. Gerade in der Krise halten wir alle Filialen für unsere Kunden flächendeckend geöffnet und setzen alles daran, die Bargeldversorgung für unsere Kunden sicherzustellen (...). Das heißt auf der anderen Seite aber natürlich nicht, dass das kontaktlose Bezahlen in der Corona-Krise nicht auch einige Vorteile mit sich bringt, auf die wir unsere Kunden selbstverständlich auch hinweisen", erklärt Stefanie von Carlsburg, Pressesprecherin der Haspa.

Ist Deutschlands größte Sparkasse mit diesen versteckten Gebühren ein Einzelfall? Keineswegs. Bei den Sparkassen sind auch große dabei wie die aus Berlin, München, Frankfurt, Köln / Bonn. Und im Lager der VR-Banken finden sich die aus München, Frankfurt und Köln / Bonn, aber nicht die aus Berlin.

Die Top-Zehn der Banken mit den höchsten Gebühren je Bundesland

Baden-Württemberg

Bank Gebühr für beleglose Buchung / Zahlung

Vereinigte Volksbank Böblingen

0,60 Euro

Raiffeisenbank Wangen

0,50 Euro

Sparkasse Schwäbisch Hall Crailsheim

0,50 Euro

Volksbank in der Ortenau

0,50 Euro

Volksbank Dreiländereck Lörrach

0,50 Euro

Sparkasse Tauberfranken

0,50 Euro

Volksbank Freiburg

0,49 Euro

Volksbank Ulm-Biberach

0,49 Euro

Volksbank Bruhrain-Kraich-Hardt

0,45 Euro

Sparkasse Hanauerland

0,40 Euro

Bernhauser Bank Filderstadt

0,40 Euro

Bayern

Bank Gebühr für beleglose Buchung / Zahlung

Sparkasse Oberland

0,60 Euro

Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren

0,60 Euro

Raiffeisenbank München-Süd

0,50 Euro

Sparkasse Dachau

0,50 Euro

Volksbank Raiffeisenbank Dachau

0,50 Euro

Allgäuer Volksbank

0,50 Euro

Raiffeisenbank im Allgäuer Land

0,50 Euro

Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg

0,50 Euro

Sparkasse im Landkreis Schwandorf

0,50 Euro

Schrobenhausener Bank

0,49 Euro

Berlin und Brandenburg

Bank  Gebühr für beleglose Buchung / Zahlung

Raiffeisen-Volksbank Oder-Spree

0,50 Euro

Volksbank Spree-Neiße

0,45 Euro

Stadtsparkasse Schwedt

0,45 Euro

Sparkasse Prignitz

0,40 Euro

VR-Bank Uckermark-Randow

0,35 Euro

Berliner Sparkasse

0,30 Euro

Brandenburger Bank

0,30 Euro

Raiffeisenbank Ostprignitz-Ruppin

0,30 Euro

VR-Bank Fläming

0,30 Euro

Volks- und Raiffeisenbank Fürstenwalde Seelow Wriezen

0,30 Euro

Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein

Bank Gebühr für beleglose Buchung / Zahlung

Volksbank Bremen-Nord

0,60 Euro

Bremische Volksbank

0,50 Euro

Hamburger Sparkasse Haspa

0,50 Euro

VR Bank Ostholstein Nord - Plön

0,40 Euro

Sparkasse Westholstein

0,40 Euro

Volksbank Lübeck

0,39 Euro

Nord-Ostsee Sparkasse

0,25 Euro

VR Bank Schleswig Mittelholstein eG

0,25 Euro

Sparkasse Bremen

0,20 Euro

Braunschweigische Landessparkasse

0,20 Euro

Hessen

Bank Gebühr für beleglose Buchung / Zahlung

Raiffeisenbank Nördliche Bergstraße

0,60 Euro

Raiffeisenbank Fuldaer Land

0,60 Euro

Kasseler Sparkasse

0,50 Euro

VR PartnerBank Chattengau Schwalm-Eder

0,50 Euro

Raiffeisenbank HessenNord

0,45 Euro

Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg

0,45 Euro

Sparkasse Waldeck-Frankenberg

0,44 Euro

Sparkasse Odenwaldkreis

0,40 Euro

Stadtsparkasse Grebenstein

0,40 Euro

Volksbank Kassel Göttingen

0,35 Euro

Mecklenburg-Vorpommern

Bank Gebühr für beleglose Buchung / Zahlung

Raiffeisenbank Büchen Crivitz Hagenow Plate

0,50 Euro

Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte

0,41 Euro

Sparkasse Mecklenburg-Schwerin

0,40 Euro

OstseeSparkasse Rostock

0,30 Euro

Sparkasse Parchim-Lübz

0,30 Euro

Volksbank Vorpommern

0,25 Euro

VR-Bank Schwerin

0,25 Euro

Pommersche Volksbank

0,24 Euro

Rostocker Volks- und Raiffeisenbank

0,22 Euro

Müritz-Sparkasse

0,20 Euro

Nordrhein-Westfalen

Bank Gebühr für beleglose Buchung / Zahlung

Niederrheinische Sparkasse RheinLippe

0,70 Euro

Volksbank Rhein-Lippe

0,59 Euro

Volksbank Heinsberg

0,59 Euro

Volksbank Kempen-Grefrath

0,50 Euro

Volksbank Düren

0,50 Euro

Volksbank Hohenlimburg

0,50 Euro

Stadtsparkasse Haltern am See

0,50 Euro

Stadtsparkasse Oberhausen

0,50 Euro

Volksbank Rhein-Ruhr

0,50 Euro

Sparkasse Sprockhövel

0,49 Euro

Rheinland-Pfalz und Saarland

Bank Gebühr für beleglose Buchung / Zahlung
Westerwald Bank Volks- und Raiffeisenbank 0,50 Euro
VR Bank Mittelhaardt 0,50 Euro
Sparkasse Mainz 0,49 Euro
Volksbank Alzey-Worms 0,49 Euro
meine VVB / Vereinigte Volksbank Saarlouis - Sulzbach/Saar 0,45 Euro
Sparkasse Trier 0,43 Euro
Sparkasse Saarbrücken 0,40 Euro
Bank 1 Saar 0,40 Euro
levoBank Lebach 0,40 Euro
Kreissparkasse Ahrweiler 0,35 Euro

Sachsen

Bank Gebühr für beleglose Buchung / Zahlung
Volksbank Mittleres Erzgebirge 0,50 Euro
Volksbank Vogtland 0,35 Euro
Sparkasse Vogtland 0,35 Euro
Kreissparkasse Bautzen 0,30 Euro
Sparkasse Muldental 0,30 Euro
Raiffeisenbank Grimma 0,30 Euro
Vereinigte Raiffeisenbank Burgstädt 0,30 Euro
VR-Bank Mittelsachsen 0,29 Euro
Volksbank-Raiffeisenbank Glauchau 0,25 Euro
Ostsächsische Sparkasse Dresden 0,19 Euro

Sachsen-Anhalt

Bank Gebühr für beleglose Buchung / Zahlung
Volks- und Raiffeisenbank Eisleben 0,55 Euro
Volksbank Köthen-Bitterfeld 0,50 Euro
Volksbank Sangerhausen 0,50 Euro
Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld 0,50 Euro
Volksbank Wittenberg 0,50 Euro
Salzlandsparkasse 0,50 Euro
Volksbank Gardelegen 0,50 Euro
Volksbank Elsterland 0,45 Euro
Volks- und Raiffeisenbank Saale-Unstrut 0,40 Euro
Sparkasse Mansfeld-Südharz 0,40 Euro

Thüringen

Bank Gebühr für beleglose Buchung / Zahlung
Sparkasse Gera-Greiz 0,60 Euro
Volksbank Eisenberg 0,53 Euro
Raiffeisen-Volksbank Saale-Orla 0,50 Euro
Kreissparkasse Saale-Orla 0,40 Euro
VR-Bank Eisenach-Ronshausen 0,40 Euro
Raiffeisenbank Gotha 0,40 Euro
VR Bank Südthüringen 0,39 Euro
Kreissparkasse Eichsfeld 0,35 Euro
Kyffhäusersparkasse Artern-Sondershausen 0,35 Euro
Kreissparkasse Hildburghausen 0,32 Euro

"Wenn die Banken in Zeiten von Corona allgemein dazu aufrufen, vermehrt bargeldlos zu zahlen, um sich und andere zu schützen, dann ist der Aufruf natürlich nicht so uneigennützig, wie er daherkommt", sagt Verbraucherschützer Nauhauser. Und er fügt erläuternd hinzu: "Die Banken erhalten Geld für jede Kartenzahlung und zwar vom Verbraucher ebenso wie vom Händler, während sie an Barzahlungen nichts verdienen." Zudem seien viele Experten der Ansicht, man könne das Übertragungsrisiko bei Bargeld weitgehend vergessen.

Dr. Joachim Fröhler, Pressesprecher der Stadtsparkasse München, beschwichtigt: "Mit unserer Empfehlung, bevorzugt bargeldlos zu zahlen, ging es uns ausschließlich und allein um die Gesundheit unserer Kunden und aller Mitarbeiter im Einzelhandel und in der Take-Away-Gastronomie. Dies stützt sich auch auf offizielle Empfehlungen, bevorzugt bargeldlos zu bezahlen." Laut Angaben der Stadtsparkasse stieg coronabedingt die Anzahl bargeldloser Zahlungen zwischen Januar und März um 30 Prozent auf 1,3 Millionen Transaktionen im Monat.

Während Haspa und Stadtsparkasse München eher beschwichtigen, geht die Berliner Sparkasse einen anderen Weg. Bei ihr dürften sich sehr viele Kunden für das günstige "Giro Individual" entschieden haben. Diese klassische Filialkonto mit Einzelabrechnung kostet nur 1,00 Euro im Monat.

Auf der Website kommuniziert sie transparent bei den Preisen, dass Kartenzahlungen eine Gebühr von 0,30 Euro auslösen. "Bereits vor Corona hat sich das Zahlungsverhalten der Verbraucher geändert: Kartengestützte und mobile Zahlverfahren haben an Bedeutung gewonnen, das Bezahlen mit Bargeld nimmt tendenziell ab", sagt Pressesprecherin Katja Holzer.

Und sie versichert: "Die monatliche Abrechnung gibt unseren Kunden einen aktuellen Überblick über ihre Buchungen. Das Kontomodell kann jederzeit rückwirkend für den laufenden Monat gewechselt werden."

Viele Institute verhalten sich fair

Bei all dem darf man nicht vergessen, dass die andere Hälfte der Sparkassen sowie VR-Banken diese Gebühren nicht erheben. Das Gleiche gilt für Direktbanken, Sparda- und PSD-Banken sowie die überregionalen Privatbanken.

Verbraucher werden sich jetzt wohl fragen: "Dürfen die Banken das? Und wann wurden die Gebühren eigentlich eingeführt? Schon vor Corona oder aktuell?" Die Antwort auf die erste Frage ist eindeutig: "Jede Bank ist in ihrer Gebührenpolitik weitgehend frei."

Uns liegen aktuell keine Hinweise darüber vor, wann diese Gebühren genau eingeführt wurden. Dies ist von Institut zu Institut unterschiedlich. Dass es diese Kosten überhaupt gibt, haben die meisten Verbraucher bislang schon deswegen nicht gemerkt, weil sie nur ab und zu mit der Girocard bezahlt haben. Die Beträge fielen dann in der Abrechnung so nicht ins Gewicht, zumal die Gesamtsumme für die beleglosen Buchungen oft nicht differenziert aufgeschlüsselt werden. Das ändert sich erst durch stark erhöhte Zahlungsvorgänge mit der Girocard. Da wird sich mancher wundern, warum dieser Posten im Vergleich zu früher so angestiegen ist.

Daher hat auch die Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) davon noch nichts mitbekommen. "Die geschilderte Problematik, insbesondere Entgelte für den Einsatz der Girocard betreffend, ist bei der Bafin bisher nicht in Form von Beschwerden aufgefallen, sagt Sprecher Norbert Pieper.

Und er kündigt an: "Selbstverständlich beobachtet die Bafin das Thema aufmerksam und wird gegebenenfalls im Rahmen ihrer Zuständigkeiten zum kollektiven Verbraucherschutz eingreifen."

Das sollten Sie sofort tun (wenn Sie Ihrer Bank treu bleiben wollen)

Um unnötige Gebühren zu vermeiden, gehen Sie bitte wie folgt vor:

  1. Zahlen Sie – vorsichtshalber – ab sofort eher bar als mit Girocard, es sei denn, Sie haben ein Premiumkonto und sind sicher, dass Ihre VR-Bank oder Sparkasse nichts verlangt.

  2. Kostet Ihr Konto weniger als fünf oder sechs Euro, ist die Wahrscheinlichkeit 50 Prozent, dass Sie Gebühren zahlen müssen.

  3. Rufen Sie Ihr Geldhaus an, notieren sich den Namen des Gesprächspartners und fragen nach, ob für dieses Konto diese Gebühren beziehungsweise Buchungskosten anfallen und wie hoch die sind.

  4. Prüfen Sie, ob ein Konto zu einem höheren Pauschalpreis, das alle Gebühren einschließt, nicht besser für Sie ist. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zu Premiumkonten.

  5. Ist dies der Fall, lassen Sie das Konto umstellen oder erledigen das selbst in Ihrem Onlinebanking.

Sie sind mit Ihrem Geldhaus unzufrieden?

Sie ärgern sich schon länger über Ihr Bank oder Sparkasse? Dann sollten Sie wechseln. Brauchen Sie keinen Kontakt vor Ort und machen ohnehin Onlinebanking. Dann haben wir hier drei Vorschläge:

Rechner giroonline
3
Online-Girokonto
 
Anbieter
Monatspreis
Dispozinsen
Jahrespreis
Girocard
 
1.
0,00 €
Sofortdispo 6,65%
0,00 €
2.
  0,00 €
Sofortdispo 6,99%
0,00 €
ING
3.
0,00 €
Sofortdispo 7,25%
0,00 €

Sind Sie noch unentschieden, empfehlen wir zwei ausführliche Ratgeber. Der erste zeigt Ihnen fast 50 Banken, die Ihnen weiterhin kostenlose Girokonten anbieten, also ganz ohne monatliche Grundgebühr, mit kostenloser Girocard, kostenlosen Überweisungen und zum Teil mit gebührenfreier Bargeldversorgung in der gesamten Eurozone. Dabei sind auch klassische Filialbanken.

Zum Ratgeber "kostenlose Girokonten"

Wenn Sie sich noch intensiver informieren wollen, dann werden Sie in unserem Ratgeber zu den "fast" kostenlosen Konten fündig. Darunter sind Konten, für die keine monatliche Grundgebühr anfällt, wenn ein monatlicher Geldbetrag von 800 Euro oder mehr regelmäßig eingeht – oder Sparda-Banken, die nur ein paar Euro im Jahr für die Girocard nehmen. Aber sonst nichts.

Zum Ratgeber "Banken ohne Kontoführungsgebühr"




  Horst Biallo


 
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