Mobiles Bezahlen per NFC

Dank Corona: Kontaktloses Bezahlen im Aufwind

Update: 30.04.2020
Max Geißler
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Auf einen Blick
  • Ab sofort steht Apple Pay auch für Kunden der Volks- und Raiffeisen Banken zur Verfügung – jedoch lässt sich die Bezahl-App nicht mit jeder Karte aktivieren.

  • Bankkunden nutzen in der Corona-Krise deutlich häufiger das bargeldlose Bezahlen mit Kredit-, Girokarte oder dem Smartphone.

  • Nicht nur Handys stehen als Endgeräte für mobiles Bezahlen im Fokus. Ein Trend ist auch das Bezahlen mit sogenannten Wearables, also Fitness-Armbändern und Smartwatches.

  • Für die Verbraucherzentrale gilt das Mobile Payment mit NFC als relativ sicher, wenn Verbraucher ein paar Dinge beachten.
Kontaktlos bezahlen soll bald sogar bis 50 Euro ohne PIN-Eingabe funktionieren.
wavebreakmedia / shutterstock.com

Nur elf Sekunden im Schnitt benötigt das kontaktlose Zahlen an der Kasse laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). So ist es in Zeiten des Coronavirus eine komfortable und allen voran hygienische Sache. Da nämlich beim kontaktlosen Bezahlen Käufer ihre Plastikkarten nicht in ein Lesegerät stecken und eine PIN eingeben müssen. Es genügt, einfach nur die Karte an das Terminal zu halten. Übrigens: Besonders hygienisch können Besitzer eines Smartphones oder einer Smartwatch bezahlen. Erst ab einer Summe von 25 Euro wird eine PIN-Eingabe erforderlich – die Deutsche Kreditwirtschaft plant sogar diesen Betrag auf 50 Euro zu erhöhen.

Aktuelles

Bereits Ende 2019 wollten die Volks- und Raiffeisenbanken ihren Kunden das Bezahlen mit Apple Pay ermöglichen. Mit etwas Verspätung heißt es nun auf den Webseiten der Genossenschaftsbanken: Hallo Apple Pay. Wenngleich auf der Homepage von Apple Pay die VR-Banken noch auf der Warteliste geführt werden. Unterstützt werden nur Kredit- und Debitkarten, also Master- und Visa-Cards. Die in Deutschland geschätzte Girokarte beziehungsweise EC-Karte kann derzeit noch nicht mit Apple Pay verknüpft werden – im Übrigen auch nicht mit Google Pay.

Seitens DSGV soll eine Lösung hierfür noch in diesem Jahr kommen. Des Weiteren: "Die Sparkassen haben ab dem zweiten Halbjahr 2020 die Möglichkeit, ihr Kartenportfolio um eine Girocard mit Debit-Mastercard im Co-Badge zu erweitern", sagt Thomas Rienecker, Pressesprecher des DSGV gegenüber biallo.de. Damit würde die Girokarte mit mehreren Bezahlverfahren ausgestattet und neuen Einsatzmöglichkeiten deutlich aufgewertet. Einmal über die verbesserte Akzeptanz in Europa und auch international, zudem über die zukünftig mögliche Nutzung für Online-Einkäufe.

Im Trend: Kontaktloses Bezahlen mit Karte oder Handy

Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), fordert Bankkunden in Deutschland auf, im Supermarkt oder an der Tankstellenkasse verstärkt kontaktlos zu bezahlen. "Wir empfehlen aber kontaktlose Zahlungen mit Karte oder Smartphone. Damit kann das Ansteckungsrisiko deutlich minimiert werden. Das entspricht auch den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO)", sagt er im aktuellen E-Paper der Sparkassen-Zeitung. Dieser Aufruf zeigt bereits Wirkung. Denn nach Angaben des DSGV wurde bis Ende März die bankeigene App "Mobiles Bezahlen" auf mehr als einer Million Android-Smartphones heruntergeladen. Zum Vergleich: Im November des Vorjahres waren es noch 773.000 Downloads.

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Auch die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken stellen dieser Tage ein verändertes Kundenverhalten beim Bezahlen fest. Zu den gemessenen Zahlen von kontaktlosen Transaktionen mit der Girocard sagt Steffen Steudel, Pressesprecher des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR): "Da sind wir mittlerweile bei fünfzig Prozent kontaktlos – Dezember 2019 waren es noch 35 Prozent."

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NFC-Technik: Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen?

Längst keine Zukunftsmusik mehr: Einfach an der Kasse vorbeigehen und schon ist der Einkauf bezahlt, für viele Menschen bereits Realität. Unterschiedlichste Apps vieler Anbieter tummeln sich mittlerweile auf dem Markt. Die notwendige Technik dahinter haben die meisten Verbraucher auch schon in ihrem Portemonnaie: eine Giro- oder Kreditkarte, die mit einem Funkchip ausgestattet ist. Wer die moderne Plastikkarte mit NFC-Funktion noch nicht hat, bekommt sie über seine Bank spätestens mit dem nächsten Kartentausch.

Videobeitrag des BVR: Banking in Zeiten von Corona.Das Erklärvideo zeigt, wie die Nutzung von Near Field Communication (NFC) im Alltag aussehen kann und wie geschützt persönliche Daten dabei sind.

Wie beim kontaktlosen Bezahlen handelt es sich beim mobilen Bezahlen um eine gewöhnliche Kartentransaktion. Hierbei basiert die Datenübertragung auf der sogenannten NFC-Technologie (Near Field Communication). Je nachdem, welche Kartenart Sie in der App zum Bezahlen wählen, wird die Abrechnung entsprechend von Ihrem Giro- oder Ihrem Kreditkartenkonto erfolgen. Wo Sie mobil bezahlen können, zeigt Ihnen das Wellen-Symbol am Kassenterminal oder auf dem Display.

Voraussetzung für das kontaktlose Bezahlen ist eine Kredit- beziehungsweise Girokarte oder Smartphone mit NFC-Chip. Die meisten Karten sind bereits umgestellt. Für kontaktloses Bezahlen per Karte sind folgende Systeme geeignet: Girocard, Visa, Mastercard und American Express.

Wer bietet Mobile Payment?

Bargeldlos bezahlen mit einer Karte war gestern. Seit Juli 2018 bieten beispielsweise die Sparkassen ihre eigene App "Mobiles Bezahlen" an. Für Sparkassen-Kunden heißt das, dass sie mit ihrem Android-Smartphone und der Mobile-Payment-App ohne Bargeld in beispielsweise Supermärkten, Tankstellen oder Restaurants, die mit den notwendigen Lesegeräten ausgestattet sind, einfach und schnell bezahlen können. Da die Sparkassen bei den Filialbanken vor Ort nach wie vor den Markt dominieren, können entsprechend viele Kunden auf dieses Produkt zurückgreifen.

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Auch die genossenschaftliche Finanzgruppe ist zum mobilen Bezahlen durchgestartet. Laut BVR sind alle Genossenschaftsbanken technisch in der Lage, das mobile Bezahl-Verfahren mittels VR-Banking-App anzubieten.

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Zu den Marktführern im Internet gehört der amerikanische Zahlungsdienstleister Paypal. Dessen App lässt sich mittlerweile mit dem mobilen Zahlungsdienst Google Pay verknüpfen. Der Clou: Man kann bei Paypal jedes Girokonto einer beliebigen Bank hinterlegen und ist damit nicht mehr auf die Zahlungs-App des eigenen Instituts angewiesen.

  • Biallo-Tipp: Als Nutzer der neuen Mobile Payment-Apps sollten Sie nicht vergessen, die Geschäftsbedingungen der jeweiligen Bank genau zu lesen. Für bestimmte Vorgänge können zusätzliche Gebühren anfallen.

Die Deutsche Bank zählt zu den Pionieren im Bereich Mobile Payment. Als erste Bank in Deutschland hat sie im April 2017 eine kontaktlose Bezahlmöglichkeit mit Smartphone eingeführt, welche die Bank selbst entwickelt hat. Bedingung ist neben einem NFC-fähigen Android Smartphone eine Deutsche Bank Mastercard.

Auch bei der Postbank ist eine hauseigene Kreditkarte (Postbank Visa Card) die Voraussetzung für das Bezahlen mit dem mobilen Postbank Finanzassistenten. Bei den Bezahldiensten Apple Pay und Google Pay reicht die Kreditkarte eines kooperierenden Finanzdienstleisters aus. Eine Auflistung dieser Banken und Zahlungsdienstleister finden Sie auf den Webseiten von Apple Pay und Google Pay.

Aber auch die Produkte der Wearables – sogenannte tragbare Computersysteme – bringen das mobile Bezahlen auf die nächste Innovationsstufe. So werden Smartwatches und auch Fitness Tracker das bargeldlose Zahlen weiter revolutionieren. "Als smarter Finanzbegleiter wollen wir unseren Kunden Lösungen bieten, die das Leben rund um alle finanziellen Themen einfacher und leichter machen", sagt Matthias Hach, Marketing- und Vertriebsvorstand von Comdirect.

Zwar verfügen weder die Comdirect noch ihre Mutter Commerzbank über ein eigenes System für kontaktlose Zahlungen, was aber für die Kunden kein Nachteil sein muss. Beide Institute haben sich nämlich ebenfalls den Bezahlsystemen von Apple und Google angeschlossen. Nutzer eines iPhones, iPads oder Android-Smartphones können die Zahlungs-Apps installieren und dann beispielsweise eine Visa- oder Mastercard der Bank hinterlegen.

Überblick der NFC-fähigen Mobile Payment-Angebote:

System Anbieter unterstützte Geräte / Systeme angeschlossene Banken, kompatible Karten und Zahldienste Kosten
Apple Pay Apple Smartphone, Tablet, Smartwatch /
iOS
American Express, Maestro, Mastercard, Visa, Boon, Bunq, BW-Bank, Comdirect, Commerzbank, Consorsbank, Consors Finanz, Crosscard, Edenred, Deutsche Bank, DKB, Fidor, Fleetmoney, Hanseatic Bank, Hypovereinsbank, ING, Klarna, Miles & More, Monese, N26, Netbank, Norisbank, O2 Banking, Openbank, Revolut, Sparkassen, Viabuy, Vimpay, VR-Banken keine
Boon Boon Smartphone, Tablet, Smartwatch /
iOS, Android
virtuelle Prepaid Mastercard mit NCF-Funktionalität von Boon, Apple Pay, Google Pay keine
Cashcloud Cashcloud Smartphone / iOS, Android virtuelle Prepaid Mastercard mit NCF-Funktionalität von Cashcloud Monatsgebühr, Auslandseinsatzentgelt
Deutsche Bank Mobile Deutsche Bank Smartphone / Android Deutsche Bank Mastercard Kreditkartengebühr
Fidor Pay Fidor Bank Smartphone / Android Fidor Bank Mastercard keine
Garmin Pay Garmin Smartwatch Boon, Vimpay keine
Google Pay Google Smartphone, Tablet, Smartwatch /
Android
American Express, Maestro, Mastercard, Visa, Boon, Bunq, BW-Bank, Comdirect, Commerzbank, Consorsbank, Consors Finanz, DKB, ING, Klarna, Miles & More, N26, Netbank, Paypal, Revolut, Tomorrow, Vimpay keine
Payback Pay Payback Smartphone / iOS, Android Girokonto, Payback-Partner (dm, REWE, real, PENNY, Alnatura, Aral, Thalia, TeeGschwendner) keine
Postbank Finanzassistent Postbank Smartphone / iOS, Android Postbank Visakarte keine
Sparkasse Mobiles Bezahlen Sparkassen Smartphone / Android Digitale Sparkassen-Kreditkarte oder Sparkassen-Karte Basis (Debitkarte) abhängig von der teilnehmenden und
kartenausgebenden Sparkasse
Vimpay Vimpay Smartphone, Tablet, Smartwatch /
iOS, Android
Standard und Premium Mastercard von Vimpay, Apple Pay, Google Pay mit Mastercard Premium-Modell inkl. Vimpay Girokonto vier Euro monatlich
VR BankingApp Volks- und Raiffeisenbanken Smartphone / iOS, Android Digitale Girocard (Debitkarte) oder Visa bzw. Mastercard abhängig von der teilnehmenden und
kartenausgebenden VR-Bank

Quelle: eigene Recherche, April 2020

Vorteile und Risiken der NFC-Technik

Kreditwirtschaft und Händler argumentieren, dass durch den mobilen, kontaktlosen Dienst das Bezahlen im Geschäft schneller und bequemer wird. Da man kein Kleingeld mehr suchen muss und häufig auch keine PIN-Eingabe mehr nötig ist. Doch das ist längst nicht alles. Die neue Funktechnik bietet viele weitere Vorteile, wie in der folgenden Tabelle dargestellt.

Vorteile
Bequemes Bezahlen Beim kontaktlosen Zahlen mit Kredit-, Girokarte, Smartphone oder Wearable entfällt das Suchen nach Scheinen und Münzen. Einfache Bezahlung bei Kleinbeträgen, da keine PIN-Eingabe oder Unterschrift erforderlich ist.
Schnelle, einfache Abwicklung Kurze Wartezeiten an der Kasse, denn der Bezahlvorgang ist einfach und dauert nur Sekunden.
Hygienisch und sicher Die Geldkarte oder auch das Handy werden nicht aus der Hand gegeben. Die Gefahr, dass man zum Beispiel die Karte im Lesegerät vergisst, ist damit gebannt. Zudem ist das Verfahren hygienisch, da kein Fremder die Karte oder das Smartphone anfassen muss.
Geringes Risiko Persönliche Daten wie Name oder Adresse werden nicht übertragen. Nur die für den Bezahlvorgang erforderlichen Daten werden ausgetauscht.

Nachteile
Erschwerter Überblick über Kontostand Wird das Girokonto von mehreren Nutzern gleichzeitig mit Funkkarte und/oder Smartphone genutzt, kann man durch die Vielzahl möglicher Abbuchungen schnell den Kontostand aus den Augen verlieren.
Kein Diebstahlschutz Bei Verlust oder Diebstahl der Karte, des Smartphones oder Wearable können Ganoven mühelos shoppen gehen. Kontrollieren Sie deshalb Ihre Konto­bewegungen regelmäßig und melden Sie betrügerische Abbuchungen sofort Ihrer Bank.
Datenklau Professionelle Betrüger können mit speziellen Lesegeräten das Konto abräumen.
Gläserner Kunde Beim kontaktlosen Zahlen hinterlassen Kunden digitale Spuren. Das erlaubt es Händlern, Bewegungs- und Konsumprofile zu erstellen. Verbraucher werden noch häufiger zielgerichtete Werbung und auf Sie zugeschnittene Angebote erhalten.

Wo Licht ist, ist aber bekanntlich auch Schatten. So erkennen die Verbraucherzentralen in der NFC-Technik etliche Schwachstellen und Risiken für Verbraucher. So würden Verbraucher bei Bargeld in der Geldbörse – je nach Gewohnheit – leichter den Überblick behalten als mit einer allzeit abbuchungsbereiten Funkkarte oder Smartphone, mit welchen man quasi fix im Vorbeigehen seine Rechnung begleicht.

  • Biallo-Tipp: Damit Unbefugte nicht so leicht auf Ihre Daten zugreifen können, sollten Sie in den Geräteeinstellungen Ihres Handys die Bildschirmsperre aktivieren. Diese Sperrfunktion können Sie je nach Geräteausstattung mit Ihrem persönlichen PIN-Code, dem Fingerabdruck-Sensor (Touch ID) oder per biometrischer Gesichtserkennung (Face ID) jederzeit wieder freigeben. Auch empfiehlt sich das Installieren eines Virenschutzes.

Banken und Händler sind jedoch von der Sicherheit des Systems überzeugt: "Aus Versehen bezahlen im Vorbeilaufen an einem Kassenterminal ist ausgeschlossen. Erst wenn Sie Ihr Smartphone in einem geringen Abstand an das Lesegerät halten, ist eine Zahlung überhaupt möglich", informieren zum Beispiel die Sparkassen auf ihrer Internetseite.

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Außerdem erfolgt die Datenübertragung nicht automatisch. Vor jeder Abbuchung muss das Terminal vom Kassierer aktiviert und der entsprechende Betrag vorgegeben werden. Zahlungen quasi "im Vorbeihuschen" oder in unberechtigter Höhe sind somit ausgeschlossen.

Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass speziell die Funkkarten von Ganoven mit der gleichen NFC-Technik ausgelesen werden, wie dies am Kassenterminal geschieht. Im dichten Gedränge in Bus oder Bahn erscheint dieses Szenario durchaus realistisch.

  • Biallo-Tipp: Wer sich dagegen schützen will, der kann dem Rat von Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband folgen und seine Karte "in spezielle, Schutzhüllen, die die Funkwellen blockieren" stecken. Solche Hüllen gibt es bei Banken und im Handel für unter zehn Euro.

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3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
211,10
1,05%
2.
  201,00
1,00%
3.
  172,74
0,86%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

In punkto Sicherheit: Das sollten Sie wissen!

Eine Gefahr bleibt immer: Bei Verlust oder Diebstahl der Funkkarte können Fremde damit mühelos einkaufen gehen. "Bei Verlust sollte man die Karte daher schnellstmöglich sperren lassen", rät Verbraucherschützer Pauli, denn die Karten hätten die gleiche Qualität wie Bargeld. Das gilt insbesondere für Plastikkarten mit aufladbarem Geldchip. Hier ist es sinnvoll, keine Maximalbeträge aufzuladen, sondern hin und wieder eine kleine Summe. Denn ein Verlust von 20 oder 30 Euro schmerzt nicht so sehr wie ein Verlust von 200 Euro.

Wer seine Karten sperren möchte, findet die Kartensperrnummer seiner Bank meist auf der Rückseite der Karte aufgedruckt. Diese sollte man sich separat notieren.

  • Biallo-Tipp: Auch wenn Sie Ihr Smartphone verloren haben, sollten Sie hinterlegte Karten in den von Ihnen ausgewählten Bezahldiensten sofort deaktivieren und auch sperren.

Für alle Arten von Karten, zum Beispiel Kreditkarten oder Girokarten, gibt es seit 2005 auch eine kostenfreie zentrale Sperrrufnummer. Sie erreichen den Service 24 Stunden lang unter der Nummer:

  • Im Inland: 116 116
  • Vom Ausland: 49 116 116

Quasi als Diebstahlpuffer haben einige Banken Tages-Höchstsätze festgesetzt. So erlauben die PSD Banken nicht mehr als 100 Euro pro Tag mit der NFC-Funktion zu bezahlen.

Auch die Sparkassen-Card ist limitiert. Inhaber können zwar bis zu 200 Euro auf ihren Karten-Chip aufladen und damit kontaktlos bezahlen, zudem wird, wenn das automatische Ladeverfahren aktiviert ist – ohne Aufforderung frisches Geld am Händlerterminal nachgeschoben. Doch das geht nur einmal am Tag und auch nur für Beträge bis maximal 50 Euro.

  • Biallo-Tipp: Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sollten Sie die Umsätze Ihrer Bank- und Kreditkarten regelmäßig kontrollieren. Außerdem bieten manche Banken an, dass der Kontoinhaber nach jeder Transaktion eine SMS oder Push-Nachricht erhält, die den Zahlbetrag ausweist. So erkennen Sie sofort, wenn eine unberechtigte Abbuchung vorliegt.

Wer der Funktechnik nicht vertraut, kann weiterhin mit Bargeld bezahlen oder seine Girokarte in das Bezahlterminal an der Kasse einstecken. Manche Geldhäuser erlauben auch das Deaktivieren des Funkübertrags. So können Kunden der PSD Bank die NFC-Funktion problemlos am Geldautomaten selbst ausschalten.

Bei anderen Banken geht das nicht. Dies ist zum Beispiel bei der ING der Fall. "Wer nicht kontaktlos bezahlen möchte, kann die Funktion einfach ruhen lassen oder abwählen", informiert Pressesprecher Baumgart.

Apple Pay und Google Pay auf Umwegen

Was zögernde Banken, die noch nicht Apple Pay oder Google Pay anbieten, spüren: Viele ihrer technikbegeisterten Kunden möchten einfach so bald als möglich die beiden Dienste der Tech-Größen nutzen. Das haben einzelne Fintechs schneller erkannt. Darunter Klarna mit seiner kostenfreien Klarna Card, die im April 2019 in Kooperation mit Visa auf den deutschen Markt kam. Alternativ dazu möchte auch Vimpay, der Mobile-Payment-Dienst aus Bayern, Angebotslücken hierzulande schließen.

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Mit der kostenlosen und digitalen Standard-Mastercard von Vimpay kann man das Konto jeder beliebigen Hausbank verbinden und so die Bezahldienste von Apple wie auch von Google über sozusagen einen Hintereingang in vollem Umfang nutzen. Für das Mastercard Premium-Modell erhält man unter anderem ein Vimpay Girokonto für eine Servicegebühr von vier Euro monatlich.

Auch mit Boon, der Bezahl-App für Smartphones oder Smartwatches von Wirecard, und der virtuellen "Boon Prepaid Mastercard" können Verbraucher kontounabhängig mit Apple Pay oder Google Pay direkt loslegen. Sowohl in der Basic- wie auch in der Plus-Version ist die App kostenfrei. Das dürfte vor allem Nutzer von Wearables freuen, denn Boon lässt sich auch mit Apple Watch, Fitbit, Garmin und Co. verbinden und für Einkäufe bargeld- und vor allem kontaktlos nutzen.

Weitere Bezahldienste: Coming soon!

Neben Apple und Google planen auch weitere Smartphone-Hersteller den deutschen Markt mit eigenen Bezahldiensten zu erobern. Darunter fallen beispielsweise die Payment-Apps von Samsung (Samsung Pay), Huawei (Huawei Pay) und von Microsoft (Microsoft Pay).

Allesamt sind außerhalb Europas bereits gestartet. Jedoch müssen sich in Deutschland Kunden dieser Hersteller noch ein wenig gedulden.

Wissenswertes zusammengefasst

So funktioniert kontaktloses, mobiles Bezahlen
Vorab eine Definitionsklärung: Kontaktlos oder mobil Bezahlen bedeutet nicht dasselbe. Als kontaktloses Bezahlen hat sich umgangssprachlich das Bezahlen per Funk mit der Giro- oder Kreditkarte durchgesetzt. Ihre Plastikkarte wird einfach nur vor das Lesegerät an der Kasse gehalten und die Rechnung ist dank NFC in Nullkommanix gezahlt. Das mobile Bezahlen bezieht sich dagegen auf das Übertragen der Funktechnik mit einem mobilen Endgerät, wie einem Smartphone, Tablet oder Wearable. Dafür benötigen Sie zusätzlich spezielle Apps. Die erforderlichen Transaktionsdaten wie IBAN, Kartennummer, Gültigkeitsdatum und der zu zahlende Betrag werden mittels Near Field Communication (NFC) zwischen Karte und Kassenterminal ausgetauscht. Bei der NFC-Technik handelt es sich um einen internationalen Übertragungsstandard zum Austausch von Daten über kurze Entfernungen. Der Datenaustausch erfolgt per Funk. Wichtig ist, dass die Karte oder das Smartphone nah an das Lesegerät gehalten wird. "Der Kartenabstand darf nicht mehr als vier Zentimeter betragen", erklärt Pressesprecher Alexander Baumgart von der ING. Ein kurzes Piepen oder ein optisches Signal bestätigen die Zahlung und das Geld wird vom hinterlegten Giro- oder Kreditkartenkonto abgebucht.
Woran erkenne ich, ob ich mit der Karte, mit Smartphone oder Wearable kontaktlos bezahlen kann?
Funkfähige Bezahlkarten sind mit einem Funkwellen-Symbol, vier aneinander liegende Bögen, gekennzeichnet. Verfügt Ihre Giro- oder Kreditkarte über dieses Symbol, dann können Sie damit kontaktlos bezahlen. Neu ausgegebene Karten von Sparkassen, Direktbanken und privaten Geschäftsbanken verfügen alle über diese Technik. Auch neue Kreditkarten von Mastercard, Visa oder American Express sind damit ausgestattet. Voraussetzung für das Bezahlen per Funk ist außerdem, dass der Händler, Supermarkt oder die Tankstelle über ein NFC-fähiges Lesegerät verfügt. Ob dies der Fall ist, erkennen Sie am gleichartigen Funkwellensymbol am Bezahlterminal.
Spezialfall: "Girogo"
Viele Bankkunden in Deutschland sind Besitzer einer Sparkassen-Card. Diese ist seit 2012 mit einem aufladbaren Chip ausgestattet, der das kontaktlose Bezahlen ermöglicht. Das "Girogo"-System ist eine technische Weiterentwicklung der "Geldkarte". Vorteil: Der Chip muss beim Bezahlen nicht mehr in ein Lesegerät gesteckt werden. Wie bei der "Geldkarte" können bis zu 200 Euro auf den Chip geladen werden. Dies geschieht wahlweise direkt beim Händler, am Geldautomaten oder zu Hause am PC mit einem Chipkartenleser über www.geldkarte.de. Außerdem an speziellen Ladeterminals, zum Beispiel im Fußballstadion (gegen Bargeld) oder online mit der Sparkassen-App. Ist das Guthaben aufgebraucht, lädt man den Chip wieder auf – dies funktioniert auch automatisch: Immer, wenn das Guthaben für die aktuelle Zahlung nicht mehr ausreicht, wird der Chip direkt am Händlerterminal aufgeladen. Maximal einmal pro Kalendertag. Den Ladebetrag – zwischen 20 und 50 Euro – legen Sie selbst fest. Für das automatische Laden erteilen Sie Ihrer Sparkasse einen Ladeauftrag – in der Filiale oder online.
Ebenfalls mobil: Mit QR-Code bezahlen
QR-Codes sind Barcodes, in denen Zahlungsdaten hinterlegt sind. Dazu muss man vorab eine entsprechende Software (App) auf sein Smartphone laden und die Zahlungs- sowie bestimmte Registrierungsdaten eingeben. Der Bezahl-Code wird auf einer Rechnung oder an der Kasse gescannt und der Betrag beispielsweise per SEPA-Lastschrift oder vom Paypal-Konto abgebucht. Am bekanntesten dürfte hier in Deutschland Payback Pay sein, die Bezahlfunktion in der App des Bonusprogramms Payback. Aber auch hier sind andere Bankhäuser wie beispielsweise die Sparkassen und VR-Banken digital dabei und bieten ihren Kunden per App einen QR-Code-Leser den "GiroCode" an.



  Max Geißler
  Kerstin Weinzierl


 

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