Gold minus 20 Prozent, Silber sogar minus 40 Prozent – und plötzlich geht es wieder aufwärts. Ist der Edelmetall-Crash schon vorbei oder lauert die nächste Überraschung? Was hinter dem Kursbeben steckt – und was Anleger tun sollten.

Am Dienstag (3. Februar 2026) sah die Welt am Goldmarkt schon wieder glitzernder aus: Das Edelmetall lag gegenüber dem Vortag mehr als fünf Prozent im Plus. Bei Silber waren es mehr als sieben Prozent. Eine erholsamer Anstieg nach dem harten Absturz der Gold- und Silberkurse an den Vortagen. Um mehr als 20 Prozent war der Goldpreis seit seinem Hoch Ende der vergangenen Woche gesunken. Bei Silber waren es sogar mehr als 40 Prozent. 

Wie geht es weiter mit den beiden Edelmetallen? Sollten Anleger jetzt schnell Kasse machen und Gewinne mitnehmen? Oder sollten sie lieber den Kursrückgang nutzen, um Gold und Silber nachzukaufen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu. 

Warum sind Gold und Silber so abgestürzt? 

Vereinfacht gesagt: Weil sie vorher so stark gestiegen waren. Der Markt für Gold und Silber war zuletzt heiß gelaufen. Auf seinem Höchststand vergangene Woche bei fast 5.600 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) lag Gold auf Jahressicht mit 85 Prozent im Plus. Bei Silber waren es sagenhafte 250 Prozent.  

In solchen Phasen reicht ein kleiner Anlass, um die Kurse abstürzen zu lassen. Dieser Anlass war die Ankündigung Donald Trumps, Kevin Warsh zum künftigen Chef der US-Notenbank zu machen – einen Verfechter einer straffen Geldpolitik und eines stabilen Dollars. Das ließ den Kurs der US-Währung sofort steigen. Die Folge: Da Gold und Silber in Dollar gehandelt werden, werden die Edelmetalle in anderen Währungen teurer. Das schwächt die Nachfrage. Sehr viele Anleger nahmen die Personalie daher zum Anlass, Gewinne mitzunehmen. Die Gold- und Silberkurse stürzten ab (siehe Chart). 

Gold: Absturz nach der Klettertour 

Goldpreis in US-Dollar 
Quelle: Trading View 

Ist das eine Trendwende oder nur eine Korrektur? 

Ist der Gold- und Silber-Boom damit zu Ende – oder geht es nach dem Rückschlag doch wieder nach oben? Mit Sicherheit lässt sich das nicht vorhersagen. Klar ist aber: Die Hauptgründe, die zum Anstieg der Edelmetallkurse geführt haben, bleiben vorerst bestehen. Das sind etwa geopolitische Unsicherheiten wie der Ukraine-Krieg oder die Lage in Nahost. Auch die zunehmende Verschuldung vieler Staaten weltweit dürfte Anleger weiter in den sicheren Hafen Gold treiben. Und: Es ist zweifelhaft, ob der US-Dollar jetzt tatsächlich wieder stärker wird. Der Trend zeigt eher nach unten (siehe Grafik). 

Dollar: Die US-Währung schwächelt

US-Dollar in Euro 
Quelle: Trading View 

Wie sollten Anleger jetzt reagieren? 

Sollten sie den Preisrutsch nutzen und jetzt Gold und Silber nachkaufen – oder doch eher verkaufen, um noch gute Gewinne zu machen? Für beides gibt es Argumente. So deutet vieles darauf hin, dass der Trend steigender Edelmetallpreise vorerst bestehen bleibt. Wer daher Gold als langfristige Absicherung seines Depots sieht, hat jetzt trotz des Crashs keinen Grund zum Verkauf. Nicht umsonst hat die Investmentbank Goldman Sachs ihre Goldpreis-Prognose für Ende 2026 jüngst auf 5.400 US-Dollar erhöht. 

Das spricht für weitere Goldkäufe. Wer kaufen will, sollte am besten etwas warten – bis die turbulente Phase am Markt vorbei ist. Das Risiko eines erneuten Absturzes lässt sich dabei mithilfe eines Sparplans auf Gold verringern (siehe Biallo-Info). Bei Kursverlusten kaufen Anleger dann automatisch günstiger ein. 

Wer mit Gold dagegen bereits Gewinne gemacht hat, kann jetzt durchaus einen Teil davon mitnehmen. Immerhin lag Gold selbst auf dem Tief des jüngsten Absturzes auf Jahressicht noch mit gut 65 Prozent im Plus, Silber mit gut 155 Prozent.  

In jedem Fall sollten Anlegerinnen und Anleger bedenken: Die Preise von Edelmetallen können stark schwanken. Das gilt für das häufig industriell genutzte Silber noch mehr als für Gold. Zuletzt hat die Volatilität der beiden Edelmetalle deutlich zugenommen. Wer daher auf Gold und Silber setzt, sollte deren Anteil am gesamten Portfolio begrenzen – und gelegentliche Kurskapriolen aushalten können. 

Über den Redakteur Andreas Jalsovec

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Hat als Redakteur in mehreren (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem beim Anlegermagazin Börse Online, bei der Münchner Abendzeitung, der Schwäbischen Zeitung und der Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Vor seinem Wechsel zu Biallo.de war er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung tätig.

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