Mobile Payment: ING mit Google Pay am Start

Mobiles Bezahlen per NFC Mobile Payment: ING mit Google Pay am Start

Update: 22.08.2019
Max Geißler
von Max Geißler Björn KönigKevin Schwarzinger
Update: 22.08.2019
Auf einen Blick
  • Ab sofort bietet auch der Direktbanken-Primus ING den Bezahldienst Google Pay seinen Kunden an. Noch in diesem Jahr soll Apple Pay folgen.

  • Kunden von hiesigen Sparkassen und VR-Banken müssen sich allerdings noch voraussichtlich bis Ende 2019 gedulden.

  • Für betroffene Kunden, welche die Wartezeit in Deutschland verkürzen möchten, ermöglichen die Klarna Card, Vimpay und Boon über sozusagen ein Hintertürchen den Zugang zu Apple Pay und Google Pay.

  • Nicht nur Handys stehen als Endgeräte für mobiles Bezahlen im Fokus. Der neueste Trend ist das Bezahlen mit Wearables, also Fitness-Armbändern und Smartwatches.

  • Verbraucherschützer warnen trotz aller digitaler Euphorie vor gewissen Sicherheitsrisiken.
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Endlich hat das Warten für ING-Kunden ein Ende: Ab sofort können auch die Kunden von Deutschlands größter Direktbank mit dem Bezahldienst Google-Pay mobil bezahlen. Zwar war das kontaktlose Bezahlen bereits mit der ING-Visakarte seit geraumer Zeit möglich, doch nun können ING-Kunden ihr Portemonnaie getrost stecken lassen.

"Mit Google Pay entwickeln wir unser mobiles Angebot konsequent im Sinne der Kunden weiter", erklärt Nick Jue, Vorstandsvorsitzender der ING Deutschland. Doch wie sieht es mit Googles ärgstem Konkurrenten in Sachen Mobile-Payment aus? "Wir werden in diesem Jahr auch noch Apple Pay unseren Kunden anbieten. Ein genauer Termin steht noch nicht fest", sagt Alexander Baumgart, Pressesprecher der ING, gegenüber biallo.de.

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Apple Pay auch bei VR-Banken und Sparkassen?

"Noch in diesem Jahr" – auch Kunden der VR-Banken und Sparkassen müssen sich in Sachen Apple Pay noch etwas gedulden. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) kritisiert, dass "Apple seine NFC-Schnittstelle nicht für andere Anbieter öffnet und auch die im Handel beliebte und bei Kunden weit verbreitete Girocard bisher nicht als Zahlungsmittel integriert hat". Genau das sei aber Voraussetzung dafür, dass sich mobile Zahlungslösungen in Deutschland durchsetzen können, so der DSGV.

Laut Apple habe der Schutz persönlicher Informationen, Transaktionsdaten sowie Kredit- und Debitkarten-Informationen oberste Priorität. Die Nummern der hinzugefügten Karten würden weder auf dem Gerät noch auf den Apple-Servern gespeichert. Stattdessen werde eine eindeutige Gerätekontonummer vergeben, die verschlüsselt und geschützt im Sicherheitselement auf dem Gerät gespeichert sei. Jede Transaktion werde zudem mit einem individuellen Sicherheitscode autorisiert, so der Konzern.

Trotz allem führt der DSGV laut eigener Aussage "sehr positive Gespräche mit Apple". Dabei stellt die Sparkassen-Finanzgruppe klare Forderungen: "Um die Weiterentwicklung mobiler Zahlungslösungen hierzulande nicht zu bremsen, sollte Apple den Industriestandard NFC an seinen Endgeräten zu angemessenen Konditionen nicht nur für die eigene Lösung, sondern auch für Dritte öffnen." 

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Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) ist mit Apple in Gesprächen: "Grundsätzlich ist es weiterhin so, dass wir für eine Zusammenarbeit mit Apple offen sind", verlautete der BVR gegenüber biallo.de und man sei zuversichtlich, das Bezahl-Verfahren noch in diesem Jahr seinen Kunden anzubieten. Die eigene VR-BankingApp sowie die digitale Girocard und die institutseigenen Kreditkarten (Mastercard und Visa) werden derzeit von 611 der knapp 875 Genossenschaftsbanken angeboten, weitere werden folgen.

Damit zwischenzeitlich die Lücke zu Apple und Google geschlossen wird, entwickelte VR Payment, der Zahlungsspezialist der Genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, die App "VR-pay:Me" speziell für Händler und Dienstleister. Ähnlich wie bei den Payment-Anbietern SumUp oder iZettle können Unternehmen damit Kartenzahlungen per Smartphone akzeptieren. Was "VR-pay:Me" von anderen Lösungen im Wesentlichen unterscheidet: "Die App ist als einzige für die Girocard zertifiziert – und das ist mit 110 Millionen Karten im Umlauf nun einmal das meistgenutzte bargeldlose Zahlungsmittel in Deutschland", sagt Carlos Gómez-Sáez, CEO von VR Payment, gegenüber biallo.de. Ebenso unterstützt die App alle gängigen Kreditkarten, Apple Pay sowie Google Pay.

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Apple Pay und Google Pay auf Umwegen

Was DSGV und BVR bisher nicht genug berücksichtigen: Viele technikbegeisterte Kunden möchten Apple Pay oder Google Pay einfach so bald als möglich nutzen. Das haben einzelne Fintechs schnell erkannt. Darunter Klarna mit seiner kostenfreien Klarna Card, die erst kürzlich in Kooperation mit Visa auf den deutschen Markt kam. Alternativ dazu möchte auch Vimpay, der Mobile-Payment-Dienst aus Bayern, die Angebotslücke der VR Banken und Sparkassen hierzulande schließen.

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Mit der kostenlosen und digitalen Standard-Mastercard von Vimpay kann man sein Konto der Sparkasse oder jeder anderen Bank verbinden und so die Bezahldienste von Apple wie auch von Google über sozusagen einen Hintereingang in vollem Umfang nutzen. Für das Mastercard Premium-Modell erhält man unter anderem ein Vimpay Girokonto für eine Servicegebühr von 4,99 Euro monatlich.

Auch mit Boon, der Bezahl-App für Smartphones oder Smartwatches von Wirecard, und der virtuellen "Boon Prepaid Mastercard" können Verbraucher Konto-unabhängig mit Apple Pay oder Google Pay direkt loslegen. Jedoch ist die App nur die ersten drei Monate kostenfrei. In der Basic- sowie Plus-Version fällt ab dem vierten Monat eine Gebühr von 1,49 Euro an. Das dürfte Nutzer von Wearables nicht stören, denn Boon lässt sich auch mit Apple Watch, Fitbit, Garmin und Co. verbinden und für Einkäufe bargeld- und vor allem kontaktlos nutzen.

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3
 
Anbieter
Monatspreis
Dispozinsen
Jahrespreis
Girocard
 
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Längst keine Zukunftsmusik mehr

Die Digitalisierung von innovativen Bezahlvorgängen, die das Leben ohne Bargeld ermöglicht, ist in vollem Gange. Einfach an der Kasse vorbeigehen und schon ist der Einkauf bezahlt, für viele Menschen ist das bereits Realität. Unterschiedlichste Apps vieler Anbieter tummeln sich mittlerweile auf dem Markt. Die notwendige Technik dahinter haben die meisten Verbraucher auch schon in ihrem Portemonnaie: eine Giro- oder Kreditkarte, die mit einem Funkchip ausgestattet ist. Wer die moderne Plastikkarte mit Kontaktlos-Funktion noch nicht hat, bekommt sie über seine Bank automatisch beim nächsten Kartentausch.

Wie beim kontaktlosen Bezahlen handelt es sich beim mobilen Bezahlen um eine gewöhnliche Kartentransaktion. Hierbei basiert die Datenübertragung auf der sogenannten NFC-Technologie (Near Field Communication). Je nachdem, welche Kartenart Sie in der App zum Bezahlen wählen, wird die Abrechnung entsprechend von Ihrem Giro- oder Ihrem Kreditkartenkonto erfolgen. Wo Sie mobil bezahlen können, zeigt Ihnen das Wellen-Symbol am Kassenterminal oder auf dem Display.

Was bedeutet das für Verbraucher? Welche Vorteile haben das neue Bezahlverfahren und die neue Kartengeneration? Welche Risiken sind damit verbunden? Wie funktioniert das kontaktlose Bezahlen und was muss ich als Verbraucher dabei beachten?

Kontaktlos bezahlen - per Funk, mit Smartphone, Wearables, Karte oder App

Voraussetzung für das kontaktlose Bezahlen ist eine Kredit- bzw. Girokarte oder Smartphone mit NFC-Chip. Die meisten Karten sind bereits umgestellt. Für kontaktloses Bezahlen per Karte sind folgende Systeme geeignet: Girocard, Visa, Mastercard und American Express.

Aber kontaktlos bezahlen mit einer Karte war gestern. Nach Google Pay bieten auch die Sparkassen seit Juli 2018 die eigene App "Mobiles Bezahlen" an. Für Sparkassen-Kunden heißt das, dass sie mit ihrem Android-Smartphone und der Mobile-Payment-App ohne Bargeld in beispielsweise Supermärkten, Tankstellen oder Restaurants, die mit den notwendigen Lesegeräten ausgestattet sind, einfach und schnell bezahlen können.

Da die Sparkassen bei den Filialbanken vor Ort nach wie vor den Markt dominieren, können entsprechend viele Kunden auf dieses Produkt zurückgreifen. Auch ein neues, digitales Konto steht Kunden der Sparkassen-Gruppe zur Verfügung. Das reine Smartphone-Konto Yomo ist vor allem an das jüngere Publikum adressiert.

Auch die genossenschaftliche Finanzgruppe hat im vergangenen Jahr ihren bundesweiten Rollout zum mobilen Bezahlen gestartet. Laut BVR sind alle Genossenschaftsbanken technisch in der Lage, das mobile Bezahl-Verfahren anzubieten. "Wann eine Bank konkret startet, entscheidet jedes Institut für sich", sagt Steffen Steudel, stellvertretender BVR-Pressesprecher gegenüber biallo.de. 

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Zu den Marktführern im Internet gehört ganz sicher der amerikanische Zahlungsdienstleister Paypal. Dessen App lässt sich mittlerweile mit dem mobilen Zahlungsdienst Google Pay verknüpfen.

Der Clou: Man kann bei Paypal jedes Girokonto einer beliebigen Bank hinterlegen und ist damit nicht mehr auf die Zahlungsapp des eigenen Instituts angewiesen.

  • Biallo-Tipp: Als Nutzer der neuen Mobile Payment-Apps sollten Sie nicht vergessen, die Geschäftsbedingungen der jeweiligen Bank genau zu lesen. Für bestimmte Vorgänge können zusätzliche Gebühren anfallen.

Die Deutsche Bank zählt zu den Pionieren im Bereich Mobile Payment. Als erste Bank in Deutschland hat sie im April 2017 eine kontaktlose Bezahlmöglichkeit mit Smartphone eingeführt, welche die Bank selbst entwickelt hat. Das Thema kommt bei den Kunden offenbar gut an. Bedingung ist neben einem NFC-fähigen Android Smartphone eine Deutsche Bank Mastercard.

Auch bei der Postbank ist eine hauseigene Kreditkarte (Postbank Visa Card) die Voraussetzung für das Bezahlen mit dem mobilen Postbank Finanzassistenten. Bei Googles Bezahldienst Google Pay reicht die Kreditkarte eines kooperierenden Finanzdienstleisters aus. Eine Auflistung dieser Banken und Zahlungsdienstleister finden Sie auf der Google Pay Webseite. Alternativ können Nutzer ihr Paypal-Konto mit der App verknüpfen. Übrigens: Kunden der Sparkassen und Volksbanken können ihre mobilen Zahlungen auch über ihre Girocard abwickeln.

Comdirect und Visa bringen mit dem Einsatz von Wearables – sogenannte tragbare Computersysteme – das mobile Bezahlen auf die nächste Innovationsstufe. Beispielsweise während der deutschen Beach-Volleyball Meisterschaften 2018 konnten am Timmendorfer Strand Sportler sowie Publikum mit vorkonfigurierten Armbändern die Bezahlfunktion testen.

"Als smarter Finanzbegleiter wollen wir unseren Kunden Lösungen bieten, die das Leben rund um alle finanziellen Themen einfacher und leichter machen", sagt Matthias Hach, Marketing- und Vertriebsvorstand von Comdirect. Mit solchen Projekten wird klar, dass Fitness Tracker, Wearables und Smartwatches in Kürze das bargeldlose Zahlen weiter revolutionieren werden.

Zwar verfügen weder die Comdirect noch ihre Mutter Commerzbank über ein eigenes System für kontaktlose Zahlungen, was aber für die Kunden kein Nachteil sein muss. Die beiden Institute haben sich nämlich ebenfalls dem Bezahlsystem Google Pay angeschlossen. Nutzer eines Android-Smartphones können dessen Zahlungs-App installieren und dann beispielsweise eine Visa- oder Mastercard der Bank hinterlegen.

Technisch und im Hinblick auf den Bedienkomfort funktioniert dies im Prinzip ebenso wie bei der Sparkassen-App. Allerdings gibt es einen großen Unterschied: Bei Google Pay können Comdirect- beziehungsweise Commerzbank-Kunden aktuell keine Girocards zur kontaktlosen Zahlung hinterlegen und sind deshalb auf eine in der Regel kostenpflichtige Kreditkarte angewiesen. Eine Alternative ist die bereits erwähnte Option, das Comdirect- beziehungsweise Commerzbank-Konto in Paypal zu hinterlegen und dann mit Google Pay zu verknüpfen.

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So funktioniert kontaktloses, mobiles Bezahlen

Vorab eine Definitionsklärung: Kontaktlos oder mobil Bezahlen bedeutet nicht dasselbe. Als kontaktloses Bezahlen hat sich umgangssprachlich das Bezahlen per Funk mit der Giro- oder Kreditkarte durchgesetzt. Ihre Plastikkarte wird einfach nur vor das Lesegerät an der Kasse gehalten und die Rechnung ist dank NFC in Nullkommanix gezahlt. Das mobile Bezahlen bezieht sich dagegen auf das Übertragen der Funktechnik mit einem mobilen Endgerät, wie einem Smartphone, Tablet oder Wearable. Dafür benötigen Sie zusätzlich spezielle Apps oder "Google Pay".

Die erforderlichen Transaktionsdaten wie IBAN, Kartennummer, Gültigkeitsdatum und der zu zahlende Betrag werden mittels Near Field Communication (NFC) zwischen Karte und Kassenterminal ausgetauscht. Bei der NFC-Technik handelt es sich um einen internationalen Übertragungsstandard zum Austausch von Daten über kurze Entfernungen. Der Datenaustausch erfolgt per Funk.

Wichtig ist, dass die Karte oder das Smartphone nah an das Lesegerät gehalten wird. "Der Kartenabstand darf nicht mehr als vier Zentimeter betragen", erklärt Pressesprecher Alexander Baumgart von der ING. Ein kurzes Piepen oder ein optisches Signal bestätigen die Zahlung und das Geld wird vom hinterlegten Giro- oder Kreditkartenkonto abgebucht.

Woran erkenne ich, ob ich mit der Karte, mit Smartphone oder Wearable kontaktlos bezahlen kann?

Funkfähige Bezahlkarten sind mit einem Funkwellen-Symbol, vier aneinander liegende Bögen, gekennzeichnet. Verfügt Ihre Giro- oder Kreditkarte über dieses Symbol, dann können Sie damit kontaktlos bezahlen. Neu ausgegebene Karten von Sparkassen, Direktbanken und privaten Geschäftsbanken verfügen alle über diese Technik. Auch neue Kreditkarten von Mastercard, Visa oder American Express sind damit ausgestattet.

Voraussetzung für das Bezahlen per Funk ist außerdem, dass der Händler, Supermarkt oder die Tankstelle über ein NFC-fähiges Lesegerät verfügt. Ob dies der Fall ist, erkennen Sie am gleichartigen Funkwellensymbol am Bezahlterminal.

Spezialfall: "Girogo"

Viele Bankkunden in Deutschland sind Besitzer einer Sparkassen-Card. Diese ist seit 2012 mit einem aufladbaren Chip ausgestattet, der das kontaktlose Bezahlen ermöglicht. Das "Girogo"-System ist eine technische Weiterentwicklung der "Geldkarte". Vorteil: Der Chip muss beim Bezahlen nicht mehr in ein Lesegerät gesteckt werden. Wie bei der "Geldkarte" können bis zu 200 Euro auf den Chip geladen werden. Dies geschieht wahlweise direkt beim Händler, am Geldautomaten oder zu Hause am PC mit einem Chipkartenleser über www.geldkarte.de. Außerdem an speziellen Ladeterminals, zum Beispiel im Fußballstadion (gegen Bargeld) oder online mit der Sparkassen-App.

Ist das Guthaben aufgebraucht, lädt man den Chip wieder auf – dies funktioniert auch automatisch: Immer, wenn das Guthaben für die aktuelle Zahlung nicht mehr ausreicht, wird der Chip direkt am Händlerterminal aufgeladen. Maximal einmal pro Kalendertag. Den Ladebetrag – zwischen 20 und 50 Euro – legen Sie selbst fest. Für das automatische Laden erteilen Sie Ihrer Sparkasse einen Ladeauftrag – in der Filiale oder online.

Ebenfalls mobil: Mit QR-Code bezahlen

QR-Codes sind Barcodes, in denen Zahlungsdaten hinterlegt sind. Dazu muss man vorab eine entsprechende Software (App) auf sein Smartphone laden und die Zahlungs- sowie bestimmte Registrierungsdaten eingeben. Der Bezahl-Code wird auf einer Rechnung oder an der Kasse gescannt und der Betrag beispielsweise per SEPA-Lastschrift oder vom Paypal-Konto abgebucht.

Am bekanntesten dürfte hier in Deutschland Payback Pay sein, die Bezahlfunktion in der App des Bonusprogramms Payback.

Aber auch hier sind andere Bankhäuser wie beispielsweise die Sparkassen und VR-Banken digital dabei und bieten ihren Kunden per App einen QR-Code-Leser den "GiroCode" an.

Diese Banken bieten Apple Pay bzw. Google Pay

Anbieter

Google Pay

Apple Pay

American Express

 

Boon

Bunq

BW-Bank

 

Comdirect

Commerzbank

 

Consorsbank

Crosscard

 

Deutsche Bank

 

DKB

Fidor

 

Fleetmoney

 

Hanseatic Bank

 

Hypovereinsbank

 

ING

   

Klarna

Monese

 

N26

Netbank

 

O2 Banking

 

Openbank

 

Revolut

Viabuy

 

Vimpay

Quelle: eigene Recherche, Angaben der Anbieter, Stand: August 2019.

Vorteile und Risiken

Kreditwirtschaft und Händler argumentieren, dass durch den mobilen, kontaktlosen Dienst das Bezahlen im Geschäft schneller und bequemer wird. Da man kein Kleingeld mehr suchen muss und häufig auch keine PIN-Eingabe mehr nötig ist. Doch das ist längst nicht alles. Die neue Funktechnik bietet viele weitere Vorteile, wie in der folgenden Tabelle dargestellt.

Wo Licht ist, ist aber bekanntlich auch Schatten. So erkennen die Verbraucherzentralen in der NFC-Technik etliche Schwachstellen und Risiken für Verbraucher. So würden Verbraucher bei Bargeld in der Geldbörse – je nach Gewohnheit – leichter den Überblick behalten als mit einer allzeit abbuchungsbereiten Funkkarte oder Smartphone, mit welchen man quasi fix im Vorbeigehen seine Rechnung begleicht.

Vorteile

Bequemes Bezahlen

Beim kontaktlosen Zahlen mit Kredit-, Girokarte, Smartphone oder Wearable entfällt das Suchen nach Scheinen und Münzen. Einfache Bezahlung bei Kleinbeträgen, da keine PIN-Eingabe oder Unterschrift erforderlich ist.

Schnelle, einfache Abwicklung

Kurze Wartezeiten an der Kasse, denn der Bezahlvorgang ist einfach und dauert nur Sekunden.

Hygienisch und sicher

Die Geldkarte oder auch das Handy werden nicht aus der Hand gegeben. Die Gefahr, dass man z. B. die Karte im Lesegerät vergisst, ist damit gebannt. Zudem ist das Verfahren hygienisch, da kein Fremder die Karte oder das Smartphone anfassen muss.

Geringes Risiko

Persönliche Daten wie Name oder Adresse werden nicht übertragen. Nur die für den Bezahlvorgang erforderlichen Daten werden ausgetauscht.

Nachteile

Erschwerter Überblick über Kontostand

Wird das Girokonto von mehreren Nutzern gleichzeitig mit Funkkarte und/oder Smartphone genutzt, kann man durch die Vielzahl möglicher Abbuchungen schnell den Kontostand aus den Augen verlieren.

Kein Diebstahlschutz

Bei Verlust oder Diebstahl der Karte, des Smartphones oder Wearables können Ganoven mühelos shoppen gehen. Kontrollieren Sie deshalb Ihre Konto­bewegungen regelmäßig und melden Sie betrügerische Abbuchungen sofort Ihrer Bank.

Datenklau

Professionelle Betrüger können mit speziellen Lesegeräten das Konto abräumen.

Gläserner Kunde

Beim kontaktlosen Zahlen hinterlassen Kunden digitale Spuren. Das erlaubt es Händlern, Bewegungs- und Konsumprofile zu erstellen. Verbraucher werden noch häufiger zielgerichtete Werbung und auf Sie zugeschnittene Angebote erhalten.

Banken und Händler sind jedoch von der Sicherheit des Systems überzeugt: "Aus Versehen bezahlen im Vorbeilaufen an einem Kassenterminal ist ausgeschlossen. Erst wenn Sie Ihr Smartphone in einem geringen Abstand an das Lesegerät halten, ist eine Zahlung überhaupt möglich", informieren zum Beispiel die Sparkassen auf ihrer Internetseite.

Außerdem erfolgt die Datenübertragung nicht automatisch. Vor jeder Abbuchung muss das Terminal vom Kassierer aktiviert und der entsprechende Betrag vorgegeben werden. Zahlungen quasi "im Vorbeihuschen" oder in unberechtigter Höhe sind somit ausgeschlossen.

Trotzdem besteht die Möglichkeit, dass die Funkkarten von Ganoven mit der gleichen NFC-Technik ausgelesen werden, wie dies am Kassenterminal geschieht. Im dichten Gedränge in Bus oder Bahn erscheint dieses Szenario durchaus realistisch.

  • Biallo-Tipp: Wer sich dagegen schützen will, der kann dem Rat von Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband folgen und seine Karte "in spezielle, Schutzhüllen, die die Funkwellen blockieren" stecken. Solche Hüllen gibt es bei Banken und im Handel unter zehn Euro. Die Verbraucherzentrale Thüringen empfiehlt für das mobile Bezahlen mit Handy zudem, einen Virenschutz zu installieren und einen Sperrbildschirm einzurichten.

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3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
 243,46
1,21%
2.
211,10
1,05%
3.
 160,64
0,80%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Eine Gefahr aber bleibt: Bei Verlust oder Diebstahl der Funkkarte können Fremde damit mühelos einkaufen gehen. "Bei Verlust sollte man die Karte daher schnellstmöglich sperren lassen", rät Verbraucherschützer Pauli, denn die Karten hätten die gleiche Qualität wie Bargeld. Das gilt insbesondere für Plastikkarten mit aufladbarem Geldchip. Hier ist es sinnvoll, keine Maximalbeträge aufzuladen, sondern hin und wieder eine kleine Summe. Denn ein Verlust von 20 oder 30 Euro schmerzt nicht so sehr wie ein Verlust von 200 Euro.

Wer seine Karten sperren möchte, findet die Kartensperrnummer seiner Bank meist auf der Rückseite der Karte aufgedruckt. Diese sollte man sich separat notieren.

Für alle Arten von Karten, zum Beispiel Kreditkarten, Giro-Karten oder Handykarten, gibt es seit 2005 auch eine kostenfreie zentrale Sperrrufnummer. Sie erreichen den Service 24 Stunden lang unter der Nummer:

Im Inland: 116 116

Vom Ausland: +49 116 116

Quasi als Diebstahlpuffer haben einige Banken Tages-Höchstsätze festgesetzt. So erlauben die PSD Banken nicht mehr als 100 Euro pro Tag mit der NFC-Funktion zu bezahlen.

Auch die Sparkassen-Card ist limitiert. Inhaber können zwar bis zu 200 Euro auf ihren Karten-Chip aufladen und damit kontaktlos bezahlen, zudem wird, wenn das automatische Ladeverfahren aktiviert ist – ohne Aufforderung frisches Geld am Händlerterminal nachgeschoben. Doch das geht nur einmal am Tag und auch nur für Beträge bis maximal 50 Euro.

  • Biallo-Tipp: Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sollten Sie die Umsätze Ihrer Bank- und Kreditkarten regelmäßig kontrollieren. Außerdem bieten manche Banken an, dass der Kontoinhaber nach jeder Konto-Transaktion eine SMS erhält, die den Zahlbetrag ausweist. So erkennen Sie sofort, wenn eine unberechtigte Abbuchung vorliegt.

Wer der Funktechnik nicht vertraut, kann weiterhin mit Bargeld bezahlen oder seine Girokarte in das Bezahlterminal an der Kasse einstecken. Manche Geldhäuser erlauben auch das Deaktivieren des Funkübertrags. So können Kunden der PSD Bank die NFC-Funktion problemlos am Geldautomaten selbst ausschalten.

Bei anderen Banken geht das nicht. Dies ist zum Beispiel bei der ING der Fall. "Wer nicht kontaktlos bezahlen möchte, kann die Funktion einfach ruhen lassen oder abwählen", informiert Pressesprecher Baumgart.

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Max Geißler
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de