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Auf einen Blick
  • Sie möchten Samsung Pay auf Ihrem Smartphone nutzen und vorher wissen, ob Ihre Bank kompatibel ist? Auf den ersten Blick ist das nicht zu erkennen. Außerdem gibt es einige Probleme zu lösen. Wir erklären, was Sie beachten müssen. 

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Wichtige Fakten und Bewertungen zu Samsung Pay haben wir bereits dargelegt. In Bezug auf die unterstützten Banken geht Samsung im Vergleich mit den Wettbewerbern Google Pay und Apple Pay einen ganz neuen Weg. Das hat den Vorteil, dass über einen Umweg fast alle Banken in Deutschland mit Samsung Pay kompatibel sind. Eine Kreditkarte benötigen Sie nicht. Allerdings gibt es auch Schattenseiten. Diese führen dazu, dass einige Nutzer auf Samsung Pay freiwillig verzichten.

Ihre vorhandene Kreditkarte oder Debitkarte können Sie nicht direkt in Samsung Pay einbinden. Deshalb ist auch keine Kommunikation mit Ihrer Hausbank nötig. Es entfällt zunächst die Frage nach der Kompatibilität, wie sie bei Google Pay und Apple Pay zwingend notwendig ist. Dafür schließen Sie bei der Einrichtung der Bezahl-App von Samsung einen Vertrag für eine neue Bankverbindung ab. Die Solarisbank AG ist die Partnerbank von Samsung und stellt Ihnen eine kostenfreie Visa-Debitkarte zur Verfügung. Die neue Bankverbindung bei der Solarisbank wird mit Ihrem vorhandenen Girokonto verbunden. Nach dem Einsatz von Samsung Pay werden die entsprechenden Beträge von Ihrem bisherigen Konto abgebucht. Das scheint zunächst einfacher zu sein, da das mit jeder Bank funktioniert. Es gibt jedoch einige Anforderungen, die Sie und Ihre Hausbank erfüllen müssen.

Diese Punkte müssen Sie und Ihre Hausbank erfüllen

Damit Sie von der Solarisbank eine virtuelle Samsung Pay-Karte bekommen, müssen Sie einen recht umfangreichen Verifizierungsprozess durchlaufen. Dazu gehört, dass die Bank Einblicke in Ihre Einnahmen haben möchte, um einen Kreditrahmen für Samsung Pay festlegen zu können. Allerdings werden Sie nicht gefragt, ob Sie diesen überhaupt möchten. Folgende Voraussetzungen müssen für eine Anmeldung bei Samsung Pay erfüllt sein:

  • Ihr Girokonto muss bei einer Bank in Deutschland geführt werden.
  • Sie müssen alleiniger Kontoinhaber sein. Gemeinschaftskonten und Geschäftskonten werden nicht akzeptiert.
  • Ihr Bankkonto, welches Sie mit Samsung Pay verknüpfen möchten, muss bei der Schufa gemeldet sein.
  • Sie sollen Ihr Gehaltskonto verknüpfen, damit die Solarisbank Ihre Bonität bestimmen kann.
  • Sie müssen für Ihr Bankkonto Onlinebanking nutzen.
  • Ihre Bereitschaft, die Zugangsdaten zum Onlinebanking in der Samsung-App einzugeben, wird vorausgesetzt. Damit möchte die Solarisbank das Konto verifizieren und Einblicke in Ihre Finanzen bekommen.
  • Sie müssen mit einer Schufa-Abfrage und gegebenenfalls Schufa-Meldung bei Genehmigung der Ratenzahlung in Samsung Pay einverstanden sein.
  • Ihr Einverständnis zur einmaligen Einkommensprüfung wird vorausgesetzt.
  • Sie müssen mindestens 18 Jahre sein und Ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

Wenn Sie diese Bedingungen erfüllen, können Sie Samsung Pay mit Ihrem Bankkonto verknüpfen. 

Samsung und Solarisbank lassen Ihnen keine Wahl

Aus Verbrauchersicht ist nicht besonders vorteilhaft, dass Samsung dem Kunden bei der Anmeldung keine Wahl bei der Art der Debitkarte lässt. Die Solarisbank bietet grundsätzlich zwei verschiedene Optionen an:

  1. Virtuelle VISA Debitkarte mit Aufladefunktion
  2. Virtuelle VISA Debitkarte mit bis zu 1.000 Euro Limit und Aufladefunktion

Beide Karten können mit einer Option auf Ratenzahlung ausgestattet werden. Allerdings bekommen Sie als Verbraucher zunächst kein Mitspracherecht. Die Solarisbank behält sich aufgrund Ihrer Kreditwürdigkeit, der Bonitätsauskunft und Ihrer Kontaktinformationen vor, selbst zu entscheiden, welche Karte Sie bekommen. Dabei wäre eine Auswahl im Rahmen der Anmeldung zu Samsung Pay besonders wichtig. Denn wenn Sie nur eine Prepaid-Karte ohne Ratenzahlung wünschen, wäre die Offenlegung Ihrer Finanzen nicht notwendig. Samsung und die Solarisbank möchten jedoch in jedem Fall Einblick in Ihre vertraulichen Daten und die Umsätze auf Ihrem Bankkonto.

Schufa-Eintrag inklusive

Nachdem die Solarisbank Sie als kreditwürdig eingestuft hat, bekommen Sie eine Kreditlinie für die Ratenzahlung mit Splitpay. Dadurch können Sie größere Einkäufe per Ratenzahlung begleichen, für einen effektiven Jahreszins von 12,68 %. Hier lohnt sich auf jeden Fall ein Kreditvergleich. Mit inbegriffen ist ein Eintrag bei der SCHUFA-Kreditauskunft. Vermeiden können Sie das nur, indem Sie innerhalb von 14 Tagen nachdem Ihnen die Splitpay-Option bestätigt wurde, die Ratenzahlungs-Option beim Kundenservice widerrufen. 

Konto der Solarisbank ohne Onlinebanking-Zugang

Während die Solarisbank im Rahmen der Verifizierung von Ihnen als Kunde ein Girokonto mit Onlinebanking-Zugang fordert, sieht es umgedreht ganz anders aus. Sie bekommen derzeit keinen Onlinebanking-Zugang für das eingerichtete Bankkonto bei der Solarisbank. Ihre Kontoauszüge können Sie nur in der Samsung Pay-App auf dem Smartphone abrufen. Über den Desktop-PC ist aktuell keine Einwahl möglich. Das ist recht umständlich, wenn Sie Ihre Kontoauszüge ausdrucken oder auf dem Computer archivieren möchten. Sie müssen diese zuerst auf dem Handy herunterladen und dann auf den Computer übertragen. Für Laien ist das wahrscheinlich nicht machbar.

Eingabe der Zugangsdaten zu Ihrem Bankkonto in der Samsung Pay-App

Problematisch sehen wir, dass Sie zur Eingabe Ihrer Zugangsdaten für das Onlinebanking in einer fremden App aufgefordert werden. Das ist zwar nicht rechtswidrig, da es solche Schnittstellen zwischen den Banken gibt, aber dennoch ein Sicherheitsrisiko. Schließlich bekommt Samsung oder die Solarisbank dadurch höchst vertrauliche Daten. Während der Eingabe Ihrer Zugangsdaten in der App ist nicht eindeutig ersichtlich, wer für die Sicherheit Ihrer Daten zuständig ist. Fakt ist, dass die Bank dadurch Einblicke in Ihre gesamten Einnahmen und Ausgaben bekommt, da auf diese Weise die Umsätze abgefragt werden können.

Wir raten davon ab, Ihre Zugangsdaten für das Onlinebanking auf fremden Webseiten oder in unbekannten Apps einzugeben. Auch wenn es sich, wie bei Samsung Pay, um legitime Anwendungen handelt, besteht das Risiko, dass Sie sich an diese Prozedur gewöhnen. Wenn die Eingabe streng vertraulicher Zugangsdaten üblich ist, dann geben Sie diese möglicherweise später einmal auf einer gefälschten Webseite oder in einer Fake-App ein. Dadurch kann ein verhältnismäßig großer Schaden entstehen.

Letztlich entscheiden Sie als Kunde selbst, ob Sie der Solarisbank so umfangreiche Einblicke in Ihre Finanzen geben möchten. Alternativ nutzen Sie auf dem gleichen Smartphone Google Pay und ersparen sich die Offenlegung Ihrer Einnahmen und Ausgaben.

Über den Autor Mike Belschner

Mike, Jahrgang 1971, ist Online-Redakteur und bringt seine Expertise bei biallo.de im Bereich Verbraucherthemen sowie in Ratgeber und Anleitungen ein. Er ist erst dann zufrieden, wenn der Leser die Lösung für sein Problem gefunden hat. Als Verkäufer, freier Autor, Unternehmer und erfolgreicher Gründer bringt er viel Erfahrung und “Internet-Geist” mit. 2016 gründete Mike das Verbraucherschutzportal onlinewarnungen.de, später verbraucherschutz.com, welches bereits 3 Jahre später zu den führenden Webseiten im Bereich Verbraucherschutz gehörte. Nach dem Verkauf des Projektes verstärkt Mike das Biallo-Team seit 2020. 

  Mike Belschner