Geldanlage

Neu am Markt: Raisin startet Kinderdepot mit automatischer Steuer-Optimierung

Franziska Baum
Redakteurin
Aktualisiert am: 30.01.2026
Wer früh mit Sparen anfängt, hat später mehr Geld.

Eltern, Großeltern und Paten aufgepasst: Der Wettbewerb um die beste Geldanlage für den Nachwuchs bekommt spannenden Zuwachs. Das Berliner Fintech Raisin (bekannt durch die Marke WeltSparen) führt zum 28. Januar 2026 ein eigenes Kinderdepot ein. Das Besondere daran ist nicht nur der günstige Preis, sondern vor allem ein integrierter "Steuer-Autopilot", der die oft ungenutzten Freibeträge von Minderjährigen systematisch ausschöpft.

Damit reagiert das Unternehmen auf die wachsende Nachfrage nach einfachen, digital verwaltbaren Sparlösungen. Während viele klassische Filialbanken noch immer Hürden bei der Depoteröffnung aufbauen, setzt Raisin auf einen komplett digitalen Prozess. Sie können sich ab sofort auf eine Warteliste setzen lassen, um zu den Ersten zu gehören, die diesen neuen Service nutzen. Wir haben uns das Angebot im Detail angesehen und vergleichen es mit den Kinderdepots von ING und Consorsbank.

Wussten Sie eigentlich, dass Raisin auch ein Tagesgeldkonto anbietet?

Der Steuer-Trick: So funktioniert die Optimierung

Vielleicht kennen Sie das Problem: Ihr Kind hat eigene steuerliche Freibeträge – den Grundfreibetrag und den Sparerpauschbetrag. Zusammen sind das aktuell rund 13.384 Euro pro Jahr, die Ihr Kind steuerfrei einnehmen darf. Doch in der Praxis verfallen diese Summen oft ungenutzt am Jahresende. Klassische "Buy and Hold"-Strategien (Kaufen und Liegenlassen) realisieren Gewinne erst, wenn sie Jahre später verkauft werden. Dann ist der Steuerfreibetrag des jeweiligen Jahres aber längst futsch.

Genau hier setzt Raisin an. Durch eine regelbasierte Technologie werden Erträge im Depot gezielt realisiert ("Tax Harvesting"), um die jährlichen Freibeträge aktiv zu nutzen. Laut Raisin können so über eine Laufzeit von 18 Jahren bis zu 241.000 Euro an Erträgen steuerfrei bleiben – selbst bei sechsstelligen Depotwerten.

Kosten und Zugang: Professionelle Verwaltung zum ETF-Preis

Die Kostenstruktur ist eine Kampfansage an die etablierte Konkurrenz. Mit einer Gebühr von 0,20 Prozent pro Jahr bewegt sich das Raisin-Kinderdepot auf dem Niveau günstiger ETFs. Dafür erhalten Sie jedoch keine bloße Handelsplattform, sondern eine automatisierte Vermögensverwaltung. Es stehen mehrere Portfolios mit unterschiedlichen Risikostufen zur Auswahl, sowie ein Geldmarktportfolio für kurzfristiges Parken von Liquidität.

Hintergrund dieser Offensive ist auch die politische Diskussion um die "Frühstartrente" und die generelle Notwendigkeit privater Vorsorge. "Wer früh beginnt, für den Nachwuchs zu investieren, kann allein durch Zeit und die entsprechende Optimierung einen erheblichen Unterschied beim Endvermögen erzielen", erklärt Kim Felix Fomm, Chief Investment Officer bei Raisin.

Vergleich: Raisin vs. ING vs. Consorsbank

Das neue Angebot trifft auf einen Markt, der bereits von starken Direktbanken besetzt ist. Doch für wen lohnt sich was? Wir haben das neue Raisin-Angebot mit den beliebten Junior-Depots der ING und der Consorsbank verglichen.

FeatureRaisin KinderdepotING Direkt-Depot JuniorConsorsbank Junior-Depot
KonzeptRobo-Advisor (Automatische Verwaltung)Selbstentscheider-Depot (DIY)Selbstentscheider-Depot (DIY)
Kosten (Verwaltung/Order)0,20 % p.a. (All-in-Fee)Depot kostenlos; Sparpläne z.T. kostenlosDepot kostenlos; Alle ETF-Sparpläne ohne Gebühr
BesonderheitAktive Steueroptimierung (Tax Harvesting)Große Auswahl: >2.000 ETFsBreites Angebot & Prämie
Zinsen auf CashGeldmarkt-Portfolio verfügbar2,75 % p.a. (für 4 Monate) auf das Junior Extra-Konto3,10 % p.a. (für 3 Monate) auf das Tagesgeldkonto
MindestanlageSparpläne möglich (Details folgen)Sparpläne ab 1 €Sparpläne ab 10 € (in Aktionen oft weniger)
Aktuelle AktionWarteliste ab 28.01.2026100 € Wunschgutschein*Gratis ETF-Anteil (~100 €)*
*Achtung: Aktionen sind oft an Bedingungen wie Mindestanlagevolumen oder Sparplanausführungen geknüpft. Bitte prüfen Sie die Details auf der Anbieterseite. Stand: 30. Januar 2026; eigene Recherche.

Das bieten die Konkurrenten

ETF-Sparplänen ist die Hürde zum Einstieg extrem niedrig. Ein netter Bonus ist das angeschlossene "Extra-Konto Junior", das derzeit 2,75 Prozent Zinsen (für vier Monate) bietet. Wer bis zum 31. Januar 2026 ein Depot eröffnet und aktiv nutzt, kann sich zudem einen 100 Euro Gutschein sichern.

Consorsbank Junior-Depot: Auch die Consorsbank lockt mit starken Argumenten: Alle ETF-Sparpläne sind hier ohne Ausführungsgebühr. Wer ein Depot eröffnet, erhält aktuell einen Anteil eines MSCI World ETFs geschenkt (Wert etwa 100 Euro), sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Das Tagesgeldangebot ist mit 3,10 Prozent für 3 Monate derzeit eines der höchsten im Biallo Tagesgeld-Vergleich.

Erfahren Sie mehr in unserem ausführlichen Ratgeber zum Thema Geldanlage für Kinder auf biallo.de.

Für wen eignet sich was?

Das Raisin Kinderdepot ist ideal für Sie, wenn Sie sich nicht selbst um die Auswahl von ETFs kümmern möchten und das Thema Steuern automatisch optimiert wissen wollen. Die Gebühr von 0,20 Prozent ist für diesen Service sehr fair. Es ist die "Rundum-sorglos"-Lösung.

Die Depots von ING und Consorsbank sind hingegen die bessere Wahl, wenn Sie Kosten komplett vermeiden wollen (durch kostenlose Sparpläne) und Spaß daran haben, das Portfolio für Ihr Kind selbst zusammenzustellen. Zudem bieten beide Banken derzeit attraktive Willkommensprämien, die den Startschuss versüßen.

Wenn Sie noch unsicher sind, ob ein ETF-Sparplan das Richtige ist, schauen Sie sich auch unseren Artikel zu den Junior-Depots an.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Planen Sie, das neue Angebot von Raisin zu nutzen, oder schwören Sie auf das klassische Bankdepot? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen oder Fragen gerne an redaktion@biallo.de.

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Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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