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Tschechische Republik3,00 Prozent Rendite mit SAP oder Siemens? Nachhaltige Unternehmensanleihen schlagen teils Festgeld. Lohnt sich der Wechsel – und wie sicher sind die Zinspapiere verglichen mit dem Festgeldkonto? Ein Vergleich mit Zahlen.
Sicher anlegen mit guter Rendite: Zinssparern fällt da als erstes Tagesgeld und Festgeld ein. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit: Unternehmensanleihen. Je größer und solider dabei der Konzern ist, der die Anleihe ausgibt, desto sicherer ist in der Regel auch die Geldanlage mit einer Anleihe.
Aus der riesigen Menge der Zinspapiere hat das Branchenportal Ecoreporter jetzt Anleihen von großen Konzernen ausgesucht, die gute Renditen bei überschaubarem Risiko bieten. Aber nicht nur das: Unternehmen wie der Softwarehersteller SAP oder der Elektrokonzern Siemens schneiden auch bei der Nachhaltigkeit gut ab. Wir sagen Ihnen, welche Rendite die grünen Firmenanleihen bringen, wie sie im Vergleich zu Festgeld dastehen – und worauf Anlegerinnen und Anleger achten sollten, wenn sie solche Zinspapiere kaufen.
Ecoreporter analysiert seit 1999 nachhaltige Anlageprodukte. Für die Anleihen-Analyse hat das Portal Konzerne ausgesucht, die „in Nachhaltigkeitsanalysen als überdurchschnittlich gut bewertet werden“, heißt es in dem Ecoreporter-Bericht. Besonderheit: In die Anleihen kann man bereits ab 1.000 Euro investieren. Das ist nicht selbstverständlich: Oft liegt die sogenannte Stückelung bei Anleihen bei 100.000 Euro oder höher.
Die Anleihen stammen dabei von bekannten Unternehmen wie SAP, Siemens, der Deutschen Post oder der Deutschen Bahn. „Diese Konzerne erzielen nicht nur solide Gewinne, sondern sie gehen auch mit Mensch und Umwelt besser um als viele Konkurrenten“, so Michael Rensen von Ecoreporter. Die Tabelle zeigt zehn der ausgewählten Anleihen.
Bezeichnung der Anleihe | WKN | Laufzeitende | Jahreszins (nominal) | Rendite |
| SAP Medium Term Notes 2014 (27) | A13SL3 | 22.02.2027 | 1,75% | 2,24% |
| Linde Finance EO-MTN 2016 (28) | A180B3 | 20.04.2028 | 1,00% | 2,40% |
| Fresenius Medical Care MTN 2020 (30) | A254R5 | 29.05.2030 | 1,50% | 3,03% |
| Fresenius MTN 2023 (30) | A3515F | 05.10.2030 | 5,125% | 3,02% |
| Knorr-Bremse MTN 2024 (32) | A383RY | 30.09.2032 | 3,25% | 2,91% |
| Procter & Gamble LS-Notes 2002 (33) | 229050 | 19.01.2033 | 5,25% | 4,41% |
| Veolia EO-MTN 2003 (33) | 816814 | 25.11.2033 | 6,125% | 3,39% |
| Siemens Financ. EO-MTN 2019 (34) | A2R68M | 05.09.2034 | 0,50% | 3,00% |
| Dt. Post Medium Term Notes 2024 (36) | A383CT | 25.03.2036 | 3,50% | 3,42% |
| Deutsche Bahn Finance MTN 2020 (39) | A289XT | 23.06.2039 | 0,875% | 3,50% |
Entscheidend für Anlegerinnen und Anleger ist dabei die Rendite. Sie ist umso höher, je geringer der Kurs der Anleihe ist. Liegt der Kurs unter dem sogenannten Nominalwert der Anleihe, übersteigt die Rendite den Jahreszins (den „Kupon“) des Papiers. Bei Siemens etwa liegt der Kurs derzeit bei gut 80 Prozent. Der Nominalwert einer Anleihe beträgt stets 100 Prozent. Die Rendite der Anleihe ist daher mit 3,00 Prozent deutlich höher als der Jahreszins von 0,50 Prozent (siehe Biallo-Info am Ende des Textes).
Die in der Tabelle ausgewiesenen Renditen erzielen Anleger, wenn sie die Anleihe bis zum Laufzeitende halten. Dann wird der Nominalbetrag von 100 Prozent ausbezahlt.
Wie stehen die grünen Anleihen im Vergleich zu Festgeld da? Das hängt unter anderem von der Laufzeit ab. Bei kürzeren Laufzeiten von einem oder zwei Jahren liegen die Top-Zinsen aus dem Festgeldvergleich von biallo.de über den Renditen der Anleihen – etwa von SAP oder Linde. Bei längeren Laufzeiten sind die Anleihen-Renditen dagegen höher als die Zinsen guter Festgeldanbieter, die beider Einlagensicherung mindestens hohe Sicherheit bieten (siehe Tabelle).
Top-Zinsen beim Festgeld
Laufzeit | Zins / Anbieter |
| 1 Jahr | 2,66% / Apo-Bank1 |
| 2 Jahre | 2,70% / HoistSpar2 |
| 4 Jahre | 2,80% / abcbank1 |
| 6 Jahre | 2,80% / AKF Bank1 |
| 7 Jahre | 3,05% / J&T Direktbank3 |
| 8 Jahre | 3,00% / Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 18921 |
| 10 Jahre | 3,05% / Wüstenrot1 |
Die Anleihe des Dialyse-Konzerns Fresenius Medical Care etwa liefert über gut vier Jahre drei Prozent Rendite. Bei vierjährigem Festgeld sind nur 2,80 Prozent drin. Die Anleihe des Münchner Eisenbahn-Zulieferers Knorr-Bremse schlägt bei einer Laufzeit von gut sechs Jahren mit 2,91 Prozent das beste sechsjährige Festgeld. Und auch die Anleihen-Rendite des US-Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble (Laufzeit 7 Jahre) oder der Deutschen Post (10 Jahre) sind höher als die Top-Festgeldzinsen bei entsprechenden Laufzeiten. Die Rendite der Siemens-Anleihe (8 Jahre) fällt mit 3,00 Prozent genau so hoch aus wie der beste Festgeldzins.
Wer den Kauf einer Anleihe plant, sollte bedenken: Im Gegensatz zu Festgeld gibt es für Anleihen keine Einlagensicherung. Bekommt der Herausgeber des Papiers finanzielle Probleme, drohen Anlegern herbe Einbußen bis hin zum Totalverlust. „Selbst große Konzerne können in Schieflage geraten und auch pleite gehen“, sagt Michael Rensen. Bei den Unternehmen in der Tabelle ist die Wahrscheinlichkeit dafür aber eher gering.
Ganz normal sind dagegen Kursschwankungen bei Anleihen. Sie spielen allerdings für Anlegerinnen und Anleger dann keine Rolle, wenn diese das Papier bis zum Laufzeitende halten. Wollen sie jedoch früher verkaufen, sollten sie auf den Kurs achten. Liegt er unter dem ursprünglichen Kaufkurs, entsteht beim Verkauf ein Verlust. Das schmälert die Gesamtrendite.
Anleihenkäufer sollten daher bereits beim Erwerb der Anleihe überlegen, welche Laufzeit die beste ist. Michael Rensen: „Die Anleihe muss zum eigenen Risikoprofil und zum eigenen Zeitplan passen.“
Anleihen werden an der Börse mit einem Kurs gehandelt, der in Prozent angegeben wird. Der Nominalwert der Anleihe beträgt dabei 100 Prozent. Liegt der aktuelle Kurs unter diesem Wert, ist die Rendite höher als der jährliche Zins der Anleihe. Das liegt daran, dass Anleger am Laufzeitende den Nominalwert ausbezahlt bekommen.
Ein Beispiel: Wer Anleihen zu einem Kurs von 90 Prozent für 9.000 Euro kauft und sie bis zum Laufzeitende hält, bekommt 100 Prozent zurück – also 10.000 Euro. Die 1.000 Euro Unterschied plus die Jahreszinsen bis zum Laufzeitende sind dann der Gesamtertrag. Die jährliche Rendite der Anleihe ist damit höher als der Jahreszins.
Wer ein Depot hat, kann darüber bequem eine Anleihe kaufen. Je nach Depotanbieter kostet der Kauf etwas. Das mindert die Rendite. Am Ende der Laufzeit zahlen die Unternehmen das Kapital zurück. Das Geld wird aufs Verrechnungskonto des Depots überweisen.

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