Heiko Thieme vs. Roland Leuschel: Börsengurus erwarten großen Crash

Bulle gegen Bär Heiko Thieme vs. Roland Leuschel: Börsengurus erwarten großen Crash

Lars Becker
von Lars Becker
12.06.2019
Auf einen Blick
  • Börsenbär Roland Leuschel sagt einen der "größten Aktien-Crashs aller Zeiten" voraus und empfiehlt eine hohe Liquidität.

  • Bulle Heiko Thieme bleibt beim Dax vorsichtig optimistisch und sieht noch "keinen Grund zur Panik".
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Börsen-Routinier Roland Leuschel sieht schwarz für den Dax und die Börsen dieser Welt. "Ich bin überzeugt, dass ein ganz, ganz schlimmer Crash kommt. Am Ende könnte einer der größten Aktiencrashs aller Zeiten stehen", sagt der Mann, der zusammen mit Claus Vogt Chefredakteur des kritischen und unabhängigen Börsenbriefs "Krisensicher Investieren" ist.

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Italien und Trump als Risikofaktoren

Auf den vermeintlich bevorstehenden Absturz vorbereitet hat sich der über 80-jährige Crash-Prophet, indem er fast gänzlich aus dem Aktienmarkt ausgestiegen ist. Einen kleineren Teil seines Vermögens hat er in Gold angelegt, etwa 80 Prozent sind liquide Mittel.

Ein möglicher Auslöser für den Crash könnte nach seiner Meinung das hochverschuldete Italien sein. Oder US-Präsident Donald Trump, der die Welt in einen Handelskrieg treibt.

US-Wahl als Absicherung

Börsenexperte Heiko Thieme beobachtet die "Reality-Fernsehshow aus dem Weißen Haus" mit Hauptdarsteller Trump ("Er will um jeden Preis der meistdiskutierte Politiker der Welt bleiben") mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite sorgt der Zoll-Wahn von Trump zuletzt für große Ausschläge an den Aktienmärkten nach unten, auf der anderen Seite bietet die Ende nächsten Jahres anstehende US-Präsidentschaftswahl nach seiner Erfahrung auch einen kurzfristige Absicherung gegen eine baldige Baisse: "Es kommt zwischen Mai und September oft zu Konsolidierungen nach unten bis zu zehn Prozent. In den Jahren vor Präsidentschaftswahlen in den USA sind es in der Regel kaum mehr als fünf Prozent."

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Thieme erwartet Absturz frühestens 2021

Der 76 Jahre alte Thieme weiß, wovon er redet. Er war über viele Jahre ein preisgekrönter Star an den Börsen der USA, die auch heute noch der klare Taktgeber für den Dax sind. Zudem ist Thieme getreu seinem Lebensmotto "Der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst" bekennender Optimist.

Aber selbst er sieht wegen der riesigen Verschuldung von Staaten und Unternehmen eine Baisse mit einem Absturz von 30 bis 40 Prozent auf die Börsen dieser Welt zukommen: "Das wird nach meiner Meinung aber nicht vor der US-Wahl passieren. Ab 2021/2022 wird aber eine rezessive Phase kaum zu vermeiden sein."

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Anschnallen und abgestürzte Aktien kaufen

Bis dahin heißt die Devise "Angeschnallt bleiben, denn es bleibt volatil". Dadurch ergeben sich aber nach seiner Meinung auch Chancen, am Aktienmarkt weiter sehr gut zu verdienen. Indem man regelmäßig Gewinne mitnimmt und antizyklisch abgestürzte Aktien kauft, die "in dem Moment keiner will". Zu seinen derzeitigen Favoriten aus Deutschland gehören deshalb aus unterschiedlichen Gründen günstig zu habende Großunternehmen wie Thyssen-Krupp, Lufthansa, Covestro, Bayer oder Infineon.

Bei der fast ins Bodenlose gestürzten Deutschen Bank ist Thieme allerdings vorsichtig: "Sie ist eine Riesenenttäuschung und kann es auch bleiben." Als einen der großen Gewinner des Jahres nannte der Börsenguru bereits Ende 2018 Wirecard mit einem Kursziel von bis zu 200 Euro. In der ersten Phase des Jahres kamen Anleger hier auf ein Plus von mehreren Hundert Prozent, wenn sie auf Hebelprodukte gesetzt hatten. Allerdings muss auch erwähnt werden, dass sich die Aktie zuvor innerhalb weniger Monate mehr als halbiert hatte. Im Dow Jones favorisiert Thieme übrigens Boeing und Intel.

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Thieme hält 13.000 Punkte im Dax für möglich

Insgesamt sieht Thieme spannende Zeiten auf Anleger zukommen. "Wenn sich die Handelskonflikte weiter verschärfen, kann sich der Dax zeitweise auch mal Richtung 11.000 Punkte bewegen. Am Ende des Jahres halte ich aber einen Stand von 13.000 Punkten für möglich."

Wer mutig ist und die volatilen Zeiten richtig nutzen will, sollte nach seiner Meinung etwa zehn Prozent seines Kapitals in Hebelprodukte – etwa auf den Dax oder ausgewählte Aktien daraus – anlegen. Roland Leuschel setzt zur Absicherung vor einem Crash übrigens auf ein Short-Papier auf den Dax. So kann man auch bei einem Absturz noch Geld verdienen.

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Biallo-Tipp

Aufgrund der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren sollten Anleger derzeit nur vorsichtig einsteigen, am besten über einen ETF-Sparplan, mit dem Kursverluste langfristig ausgeglichen werden können.

Wer seine Geldanlage nicht komplett selbst steuern will oder kann, für den sind die sogenannten Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Hier gibt es die Vermögensverwaltung inklusive Konto- und Depotführung bereits für deutlich unter einem Prozent des Anlagevolumens. Wie sich die Robos zuletzt geschlagen haben, erfahren Sie außerdem in unserem Performance-Vergleich.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de