Neue Energien

Trotz Corona-Crash: Wasserstoff-Aktien liegen weiter im Aufwärtstrend

Update: 08.04.2020
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Auf einen Blick
  • Erneuerbare Energien sind der Schlüssel für die effiziente, nachhaltige Versorgung. Als ein Energieträger der Zukunft gilt Wasserstoff. 

  • Aktien von Wasserstoff-Unternehmen scheinen den Corona-Crash im März gut verdaut zu haben. Der langfristige Aufwärtstrend wurde vor kurzem bestätigt.

  • Dennoch sollten Anleger Chancen und Risiken gut abwägen. Die fundamentalen Bewertungen sind trotz der Rücksetzer im März immer noch sehr sportlich.
Wasserstoff-Tankstellen sind derzeit noch rar gesät. Das könnte sich in den nächsten Jahren ändern.
Literator / Shutterstock.com

Die globale Energieversorgung wird sich in den nächsten Jahrzehnten grundlegend ändern. Die Reichweite von Öl sowie Erdgas ist endlich und die Verbrennung fossiler Stoffe belastet das Klima stark mit CO2. Länder wie Deutschland, Spanien und Belgien steigen zudem aus der Atomkraft aus oder wollen wie Frankreich den Anteil an Kernenergie senken.

Angetrieben wird die Energiewende von erneuerbaren Quellen. Neben Wind und Sonne gilt Wasserstoff als Energie der Zukunft. Erzeugung und Nutzung des Gases bieten damit Anlegern Chancen. Wie die Analyse von Marktumfeld und Anlageoptionen zeigt, bergen Investments in Wasserstoff-Technologien allerdings auch Risiken.

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Wasserstoff wird bereits intensiv genutzt

Eine von Wasserstoff angetriebene Welt ist durchaus keine neue Idee: Das 1766 vom englischen Chemiker Henry Cavendish entdeckte Gas ist seit langem unverzichtbar bei vielen industriellen und technischen Prozessen. Der Stoff mit der Formel H2 wird bei der Raffination von Öl, beim Schweißen, als Kühlmittel und Lebensmittelzusatz, als Treibstoff für Raumfähren oder für Düngemittel genutzt.

Derzeit werden im Jahr weltweit rund 70 Millionen Tonnen reiner Wasserstoff verbraucht, weitere 45 Millionen Tonnen als Gasgemische. Eine Technikinnovation ist auch die Brennstoffzelle, die Telefone oder Flugzeuge mit Strom speisen und Häuser wärmen kann, nicht. Bereits 1839 erfand der britische Physiker Robert Grove den Energiewandler, in dem aus Wasserstoff und Sauerstoff Elektrizität entsteht.

Energiewende fördert Wasserstoff-Technologien

Vor allem zwei Trends haben Wasserstoff jedoch zum Hoffnungsträger für Energieversorgung und Umwelt des 21. Jahrhunderts gemacht: das absehbare Ende des Verbrennungsmotors und die rasch steigende Produktion von Strom aus Wind und Sonne. Zwar werden Benzin- und Dieselmotoren noch länger Autos, Lastwagen und Schiffe antreiben. Aufgrund ihrer schlechten Ökobilanz und sinkenden Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu alternativen Antrieben dürften klassische Motoren aber sukzessive aus Massenmärkten verschwinden.

Wasserstoff ist zudem ein perfekter Energiespeicher für Strom aus Wind- und Sonnenkraft. Hierzulande lag der Anteil der erneuerbaren Energien an der Nettostromerzeugung 2019 bereits bei 46 Prozent. Doch Windräder und Solarzellen liefern unbeständig und produzieren meist weit weg von großen Verbrauchszentren. Mit Wasserstoff ließen sich die regenerativen Energiequellen flexibel nutzbar machen.

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Dafür speist man den Stoff in reiner Form direkt in das Erdgasnetz, lagert es in Speichern und transportiert es dann dorthin, wo es gebraucht wird. "Power-to-Gas" nennt sich das Verfahren, bei dem aus Ökostrom und Wasserdampf Wasserstoff hergestellt wird. Jederzeit kann dieser wieder in Strom und Wärme zurück verwandelt werden. Bisher laufen in Deutschland knapp 40 Anlagen, die erneuerbare Gase herstellen und speichern.

Ein großer Standort ist aber noch nicht dabei. Der ist erst im Hamburger Hafen geplant. Die 100-Megawatt-Elektrolyse zur Herstellung von Wasserstoff wäre eine neue technische Dimension. Das heißt für Wasserstoff-Produktion und Anwendungen: "Wir befinden uns noch ganz am Anfang der Entwicklung. Wir müssen unseren Blick auf die nächsten 30 Jahren richten", sagt Karsten von Blumenthal von First Berlin Equity Research.

Industrieländer basteln an Wasserstoff-Strategien

Der am weitesten entwickelte Markt ist Japan. Seit 2017 folgen Nippons Regierung, die Auto- und Technikkonzerne einer nationalen Strategie. Bis 2030 sollen in Japan 800.000 Brennstoffzellen-Autos fahren und über 5 Millionen sogenannte Mikro-KWK-Anlagen auf Brennstoffzellenbasis dezentral Strom sowie Wärme in Häusern produzieren.

Auch in China, Frankreich, den USA, Großbritannien oder Norwegen wird immer mehr in H2-Technologien investiert. "Natürlich sind viele Technologien noch nicht ausgereift. Aber dass künftig ein enormer Bedarf an Wasserstoff entsteht, das haben Regierungen und Industrie erkannt", erläutert Analyst von Blumenthal.

Die Bundesregierung legte Anfang 2020 ihre Wasserstoff-Strategie vor. Im Februar kam der Entwurf in die Ressortabstimmung. Im Wirtschafts- und Umweltministerium werden nun die Eckpunkte festgezurrt, an denen künftig auch die staatliche Förderung ausgerichtet werden soll. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zumindest hat das Ziel, dass "Deutschland bei Wasserstoff-Technologien die Nummer 1 in der Welt wird".

Wasserstoff-Anwendungen sind vielfältig, aber oft noch unausgereift

Tragbar, stationär, mobil, industriell: die Einsatzbereiche von Wasserstoff sind ohne Zweifel vielfältig. Welche Verfahren echtes Potential entfalten, ist aber fraglich. An Energielösungen für tragbare Geräte wird schon seit mehr als 20 Jahren getüftelt. Tablets oder Laptops lassen sich problemlos mit dem Gas betreiben. Die Mini-Kraftwerke sind jedoch erheblich teurer als Akkus. Auch stationäre Brennstoffzellen für Häuser haben nur Marktchancen, wenn sie in Menge hergestellt werden.

Fliegen mit Wasserstoff statt Kerosin: Möglich ist das! Forscher vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) testen ebenso wie die Luftfahrindustrie grüne Treibstoffe. Airbus-CEO Guillaume Faury bestätigte Ende 2019 auf einer Veranstaltung des Vereins Hamburger Wirtschaftsjournalisten: "Die Antriebstechnologien befinden sich in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess." Es sei aber noch nicht klar, welche Designs sich durchsetzen.

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Für Züge ist Wasserstoff sinnvoll, wenn Oberleitungen fehlen. In Deutschland ist knapp die Hälfte des Schienennetzes nicht elektrifiziert. Mit dem "Coradia iLint" des französischen Herstellers Alstom fährt bislang jedoch weltweit erst ein Brennstoffzellen-Zug; und zwar zwischen Buxtehude und Cuxhaven. Die Perspektiven sind jedoch faszinierend: "Wasserstoff-Züge machen dreckige Dieseltechnologie und elektrische Infrastruktur unnötig", sagt Analyst Karten von Blumenthal.

Für Lkw erproben Hyundai und Toyota H2-Antriebe. Bosch entwickelt mit dem US-Unternehmen Nikola Motors Brennstoffzellen für Lastwagen. Der Einsatz ist Fachleuten zufolge aber noch nicht ausreichend erforscht. Zudem "fahren Lkw auf der Langstrecke auch mit Diesel effizient", schreibt der Tüv Süd in einer Analyse. Gegenüber elektrischen Antrieben hat Wasserstoff beim Schwerlast-Verkehr aber zwei klare Vorteile: kurze Betankungszeiten und die größere Reichweite.

Völlig konträre Wege gehen die beiden größten Autobauer der Welt. Während bei Toyota Wasserstoff-Fahrzeuge in Serie vom Band rollen, vertraut Volkswagen auf batteriebetriebene E-Mobile. VW-Chef Herbert Diess forderte Anfang 2020 klar, man solle sich auf Elektromobilität konzentrieren.

Maximilian Fichtner begründet: "Die sehr schlechte Energieeffizienz von der Primärenergiequelle bis zum Antriebsrad von Brennstoffzellen-Autos sorgt dafür, dass batteriebetriebene E-Autos um ein Mehrfaches effizienter sind", sagte der Wissenschaftler vom Helmholtz-Institut für Elektrochemische Energiespeicherung der Wirtschaftswoche. "Ich bin ganz und gar nicht gegen Wasserstoff. Nur muss man ihn dort einsetzen, wo er auch Sinn ergibt, etwa im stationären Bereich, als Stromspeicher, auch im Schwerlastverkehr, bei Schiffen und in der Industrie", erklärte Fichtner.

Technologiekosten müssen deutlich sinken

Wirtschaftlichkeit und CO2-Fußabdruck von Wasserstoff-Technologien hängen von vielen Faktoren ab. Dazu zählen Produktionsart und Preis des Grundstoffs. Wie Strom ist Wasserstoff kein Primärenergieträger, sondern muss hergestellt werden. Dafür braucht man Rohstoffe wie Öl und Erdgas, Biomasse oder Wasser sowie elektrische, thermische oder solare Energie, die von außen zugeführt wird.

Gewinnt man Wasserstoff aus fossilen Stoffen, wird er als "grau" bezeichnet. Wird er aus Wasser mit regenerativ erzeugtem Strom abgespalten, gilt er als "grün". Die nachhaltige Produktion ist jedoch teurer: Einer Studie der internationalen Energieagentur von 2019 zufolge variiert der Erzeugungspreis von grünem H2 zwischen etwa drei und sechs Euro pro Kilogramm. Die "graue" Variante lässt sich derzeit je nach Verfahren für eineinhalb bis vier Euro herstellen.

Benzin, Diesel, Heizöl, Kerosin sind erheblich günstiger. Experten der Unternehmensberatung McKinsey gehen in einer Studie zwar davon aus, dass die Kosten für viele Wasserstoff-Anwendungen bis 2030 um rund die Hälfte sinken werden. Bedingung wären zuvor jedoch globale Investitionen in Höhe von etwa 80 Milliarden Euro. Das entspricht etwa fünf Prozent der weltweiten Energieausgaben pro Jahr.

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Wasserstoff-Investments orientieren sich an Trends und Perspektiven

Der Kapitalmarkt spiegelt das Profil von Wasserstoff: Weil es für die sichere und nachhaltige Energieversorgung keine Königslösung gibt und sich viele Technologiepfade noch am Anfang befinden, ist das Wertpapier-Angebot eher gering. Deutschen Anlegern bieten sich ein gutes Dutzend Aktiengesellschaften, ein paar ETFs, verschiedene Nachhaltigkeits-Fonds sowie Zertifikate. Weil das Potential und der politische Wille jedoch unbestreitbar sind, entfacht das Gas kräftig Anlegereuphorie. "Mit Fundamentaldaten lassen sich die Kurse kaum begründen. Die Rallye der Wasserstoff-Papiere wird vom Hype um die Zukunft der Technologie angeschoben", erläutert Analyst von Blumenthal.

Bis die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie die Börsen ab Ende Februar 2020 in den Crash schickte, zeigten fast alle Wasserstoff-Investments monatelang eine starke Performance. Wer sich zum Beispiel im Januar 2019 Aktien von PowerCell ins Depot legte und ein Jahr später verkaufte, konnte etwa 400 Prozent Gewinn einstreichen.

Die schwedische Firma entwickelt und produziert Brennstoffzellen-Stacks und -systeme für Nutzfahrzeug-, die Schifffahrt und für den stationären Bereich. Ende 2019 hat sich der Automobilzulieferer Bosch mit gut elf Prozent an PowerCell beteiligt. Für 2020 und 2021 werden deutlich steigende Umsätze erwartet. Die Schätzungen für Betriebs- und Nettoergebnis sind jedoch weiterhin negativ.

Viele Spezialisten erwirtschaften noch keine Gewinne

Auch Ceres Power entzückte Investoren bis zum Corona-Crash. Von April 2019 bis Februar 2020 legte das Papier der britischen Firma von etwa zwei auf fast sieben Euro um rund 300 Prozent zu. Ceres ist ein führender Anbieter von Festoxid-Brennstoffzellen (Solid Oxid Fuel Cell). SOFC-Zellen eignen sich am besten für Ein- und Zweifamilienhäuser mit einem relativ hohen Energiebedarf. Auch bei Ceres Power ist Bosch eingestiegen. Anfang 2020 erhöhte das Unternehmen, das neben Fahrzeug- auch Energie- und Gebäudetechnik herstellt, seine Beteiligung auf 18 Prozent.

Plug Power ist seit 1997 in der Entwicklung von Brennstoffzellen aktiv. Die amerikanische Firma ist auf Antriebe für Gabelstapler und den stationären Energiemarkt spezialisiert. 2019 lag der Umsatz bei 230 Millionen US-Dollar, für 2021 liegen die Schätzungen bei 377 Millionen US-Dollar. Laut "Wallstreet Online" sollte man die Verschuldung beachten: Nur 17,5 Prozent der Vermögenswerte seien mit Eigenkapital finanziert. Kredite und Anleihen würden einen hohen Anteil der Finanzierungsstruktur ausmachen. Die Zinslast könnte es der Firma entsprechend schwer machen, die Gewinnzone zu erreichen.

Als "soliden Titel" bezeichnet Analyst von Blumenthal die SFC Energy. Der Spezialist für Brennstoffzellen aus Bayern habe ein ausgereiftes Produktportfolio und eine solide Finanzierungsstruktur. Laut von Blumenthal sei die Firma am Rande der Profitabilität.

Eine solide Finanzierung kann auch ITM Power vorweisen. 2019 hat Marktgigant Linde 20 Prozent der Aktien übernommen, zudem haben sich die Briten per Kapitalerhöhung mit frischem Geld versorgt. ITM verfügt laut von Blumenthal über die "tolle Proton Exchange Membrane-Technologie". Sie könne sehr schnell hoch- und heruntergefahren werden und passe damit ideal zur volatilen Stromeinspeisung von Wind- und Solarkraft. "Überschussstrom kann sofort in Wasserstoff umgewandelt werden und das Stromnetz dadurch stabilisiert werden", erläutert der First-Berlin-Analyst.

Ein Klassiker bei Wasserstoff-Investments ist Ballard Power. Seit 1983 entwickeln die Kanadier Brennstoffzellen. Laut Handelsblatt ist Ballard in dem Segment Weltmarktführer. 2018 übernahm die chinesische Weichai Power knapp 20 Prozent. Gemeinsam soll der fernöstliche Markt mit Brennstoffzellen für Busse, Lkw und Gabelstapler bedient werden.

Zudem entwickelt Ballard mit Audi Brennstoffzellen für Pkws. 2020 betrug der Umsatz 132 Millionen US-Dollar bei einem negativen Nettoergebnis von 33 Millionen US-Dollar. 2021 wird ein Umsatz von 169 Millionen US-Dollar bei einem Nettoergebnis von minus 17 Millionen Dollar angestrebt.

Fremdwährungsrisiken müssen einkalkuliert werden

Dass bei einigen Wasserstoff-Aktien ein Währungsrisiko einkalkuliert werden muss, darauf weist Uwe Zimmer von Fundamental Capital hin: "Wer außerhalb der Eurozone etwa in Ballard oder Nel anlegt, nimmt ein doppeltes Risiko in Kauf. Denn die Rendite hängt nicht nur von der Entwicklung der Aktienkurse ab, sondern auch von den Wechselkursen", erläutert Zimmer. Aber der Geschäftsführer der Anlagegesellschaft ist davon überzeugt, dass "Wasserstoff-Aktien 2020 zu den besten Performern 2020 gehören werden".

Hersteller von Industriegasen als Investment-Alternative

Wer wenig spekulativ agieren will, kann sich Linde sowie Air Liquide anschauen. Die Hersteller von Industriegasen sind keine reinen Wasserstoff-Firmen, haben aber in den vergangenen Jahren massiv in die Technologie investiert. Linde, das im Euro Stoxx 50 gelistet ist, ist einer der weltgrößten Wasserstoffanbieter und deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab.

Die französische Air Liquide engagiert sich ebenso in der gesamten H2­Energiekette: dazu gehören Produktion, Speicherung, Distribution, Brennstoffzellen und Wasserstoff-Tankstellen. Beide Firmen haben starke Marktpositionen und sind profitabel.

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ETFs und aktive Fonds im Bereich Wasserstoff

Wer nicht auf Aktien, sondern auf ETFs und Fonds setzen möchte, dürfte zumindest vom quantitativen Angebot enttäuscht sein. Reine Brennstoffzellen-Fonds oder ETFs sind gar nicht am Markt verfügbar. Die Referenzindizes der thematisch nahen ETFs Lyxor New Energy UCITS und iShares Global Clean Energy sind der World Alternative Energy sowie S&P Global Clean Energy Index. Abgebildet werden Unternehmen, die in alternativen Energien tätig sind.

Beim aktiv gemanagten Fonds LBBW Global Warming R gehören Linde und Air Liquide derzeit zu den Bestandspositionen. Der DNB Fund – Renewable Energy A – investiert in weltweite Aktien von Unternehmen, die im Sektor erneuerbarer Energien tätig sind. Größte Position ist die amerikanische Biodiesel-Firma Renewable Energy Group.

Doch ob Aktien, ETFs oder Fonds als Anlageziel in Frage kommen: Wer sich mit Wasserstoff als Investment beschäftigt, muss Chancen und Risiken genau abwägen.

Wasserstoff-Aktien von A bis Z

1. Air Liquide (WKN: 850133) – Französischer Hersteller von Gasen. Mit Linde, Daimler, Shell und Total hat die Firma die Initiative H2 Mobility gegründet, um der Wasserstoff-Technologie in Deutschland schneller zum Durchbruch zu verhelfen.

2. Ballard Power (WKN: A0RENB) – Weltmarktführer für Brennstoffzellen aus Kanada. Ballard liefert Brennstoffzellen für Busse und entwickelt sie gemeinsam mit Audi für Pkw.

3. Bloom Energy (WKN: A2JQTG) – Das US-Unternehmen gilt als technisch führend bei der SOFC-Technik. Das ist ein Hochtemperatur-Brennstoffzellentyp, der verschiedene Brennstoffe nutzen kann.

4. Ceres Power (WKN: A2NB49) – Das britische Unternehmen zählt zu den führenden Anbietern von Festoxid-Brennstoffzellen.

5. Cummins (WKN: 853121) – Die US-Firma baut Motoren und Energieversorgungs-Systeme. Wasserstoff und E-Mobilität stehen im Fokus. 2019 wurde der Wasserstoff-Spezialist Hydrogenics übernommen.

6. FuelCell Energy (WKN: A2PKHA) – Das US-Unternehmen stellt Anlagen für die Erzeugung von Strom aus Wasserstoff und Erdgas her.

7. Hexagon Composites (WKN: 904953) – Norwegische Hersteller von Tanks und Verbundzylindern für die Speicherung von Wasserstoff.

8. ITM Power (WKN: A0B57L) – Britisches Elektrotechnologie-Unternehmen, das derzeit zum Beispiel mit Shell in Deutschland die größte grüne Wasserstoffproduktionsanlage baut.

9. Linde (WKN: A2DSYC) – Einer der Weltmarktführer bei Gasen. Die Firma mit Sitz in Irland hat stark in Wasserstoff investiert. Linde ist Euro Stoxx 50 gelistet. Die Firma ist keine reine Wasserstoff-Aktie.

10. McPhy (WKN: A1XFA8) – Die französische McPhy entwickelt Wasserstoff-Speicher, -Tankstellen und Elektrolyseanlagen. 2018 hat sich der Kernenergie-Konzern EDF mit 22 Prozent beteiligt.

11. Nel ASA (WKN: A0B733) – Die norwegische Firma baut Elektrolyseure, Geräte zur Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Zudem stellt das Unternehmen Wasserstofftankstellen her.

12. Plug Power (WKN: A1JA81) – Die US-Firma baut Brennstoffzellensysteme, die etwa bei Gabelstaplern zum Einsatz kommen.

13. PowerCell (WKN: A14TK6) – Das schwedische Unternehmen entwickelt und produziert Brennstoffzellen-Stacks (Stapel). Sie ist eine Ausgründung aus Volvo und kooperiert unter anderem mit Bosch.

14. SFC Energy (WKN: 756857) – Hersteller von Direktmethanol- und Wasserstoff-Brennstoffzellen mit Sitz in Brunnthal bei München. Zudem werden Lösungen für netzferne und stationäre Stromerzeugung und -verteilung entwickelt.

15. Weichai Power (WKN: A0M4ZC) – Das Unternehmen war die erste Dieselmotor-Fabrik Chinas. Zuletzt wurde massiv in Wasserstoff investiert. Weichai ist Großaktionär bei Ballard Power und Ceres Power.

16. 2G Energy (WKN: A0HL8N) – Die deutsche Firma baut Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) zur dezentralen Nutzung. Das Produktportfolio umfasst Anlagen mit 20 und 2.000 Kilowatt Leistung. Der Betrieb kann mit Wasserstoff, Erdgas, Biogas oder Biomethan erfolgen. Bislang hat 2G in 45 Ländern mehrere Tausend KWK-Anlagen installiert.

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  Matthias Kutzscher


 

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