Die Anlagestrategien von Smart Invest im Überblick
Smart Invest ist kein Einheits-Robo mit fünf starren Risikoklassen. Stattdessen ist das Angebot in drei große Strategie-Bereiche gegliedert: Weltportfolios, ZinsInvest und Fokusportfolios. Je nach Ziel, Risikobereitschaft und Anlagehorizont können Anleger unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Der Einstieg ist jeweils ab 20 Euro möglich – per Einmalanlage oder Sparplan.
Weltportfolios: Das Basis-Investment
Die sogenannten Weltportfolios bilden das Herzstück des Angebots. Sie investieren weltweit gestreut in ETFs auf Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Je nach gewählter Aktienquote variiert das Risiko deutlich. Möglich sind Anteile zwischen 40 und 100 Prozent Aktien. Damit eignen sich die Weltportfolios vor allem als langfristige Basis-Investition. Wer stärker auf Stabilität setzt, wählt eine niedrigere Aktienquote. Wer höhere Renditechancen sucht, entscheidet sich für eine höhere Aktiengewichtung.
Weltportfolio mit Gold
Beim Weltportfolio „Klassisch + Gold“ wird Gold als zusätzliche Anlageklasse beigemischt. Technisch erfolgt dies über börsengehandelte Goldprodukte. Gold gilt traditionell als Absicherungsbaustein in unsicheren Marktphasen, da es sich häufig anders entwickelt als Aktien oder Anleihen.
In den vergangenen Jahren hat die Gold-Beimischung positiv zur Wertentwicklung beigetragen. Ob Gold diese Rolle dauerhaft spielt, ist jedoch offen. Das Edelmetall zahlt weder Zinsen noch Dividenden und auch sein Preis kennt Schwankungen.
Weltportfolio mit ESG-Ansatz
Das Weltportfolio mit ESG-Ansatz berücksichtigt ökologische, soziale und unternehmensethische Kriterien bei der ETF-Auswahl. Bestimmte Branchen oder Geschäftsmodelle werden dabei ausgeschlossen oder geringer gewichtet.
Für Anleger, die neben Rendite auch Wert auf Nachhaltigkeitskriterien legen, bietet diese Variante eine Möglichkeit, entsprechende Präferenzen umzusetzen. Gleichzeitig sollten Investoren wissen: ESG bedeutet nicht automatisch geringeres Risiko oder höhere Rendite. Es verändert in erster Linie die Zusammensetzung des Portfolios.
ZinsInvest: Alternative zum Tagesgeld
Mit ZinsInvest bietet Smart Invest eine Strategie, die sich deutlich von den aktienlastigen Welt- und Fokusportfolios unterscheidet. Investiert wird ausschließlich in Geldmarkt-ETFs und Anleihen-ETFs mit Fokus auf Unternehmen mit hoher Bonität. Aktuell liegt die variable Zielrendite bei 2,5 Prozent. Sie orientiert sich an den Marktzinsen im Euroraum und damit indirekt am Leitzins der Europäischen Zentralbank.
Die Zusammensetzung ist klar strukturiert: Rund 30 Prozent entfallen auf Geldmarkt-ETFs, etwa 70 Prozent auf kurzlaufende Unternehmensanleihen. Dadurch reagiert das Portfolio relativ sensibel auf Veränderungen des Zinsniveaus – allerdings mit deutlich geringeren Schwankungen als Aktienstrategien.
Wichtig ist die Abgrenzung: ZinsInvest ist kein Tages- oder Festgeld. Die Rendite wird nicht von der Bank garantiert, sondern ergibt sich aus der Entwicklung der zugrunde liegenden ETFs. Das bedeutet: Es kann zu leichten Kursschwankungen kommen, insbesondere wenn sich das Zinsumfeld ändert.
In der Praxis hat sich ZinsInvest bislang stabil entwickelt. In den vergangenen Jahren lagen die Renditen bei rund drei Prozent pro Jahr, zuletzt allerdings darunter. Das zeigt: Die Strategie folgt dem Zinsumfeld – steigt der Leitzins, steigt in der Regel auch die Ertragserwartung. Sinkt er, reduziert sich die Zielrendite entsprechend.
Als Ergänzung zum Tagesgeld kann ZinsInvest sinnvoll sein, insbesondere wenn höhere Einlagen flexibel angelegt werden sollen und klassische Aktionszinsen auslaufen. Wer jedoch absolute Sicherheit und garantierte Verzinsung sucht, ist mit einem Einlagenprodukt besser bedient.
Fokusportfolios: Thematisch investieren
Wer gezielt auf bestimmte Marktsegmente setzen möchte, findet bei den Fokusportfolios passende Strategien. Diese sind allerdings erst ab 50.000 Euro Anlagevolumen verfügbar oder als zusätzliches zweites Portfolio nutzbar.
Zur Auswahl stehen drei klar voneinander abgegrenzte Strategien:
- Megatrends, mit 100 Prozent Aktienanteil und Schwerpunkt auf Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz, Biotechnologie oder erneuerbare Energien. Das Portfolio ist gleichgewichtet aufgebaut und damit klar chancenorientiert – allerdings auch schwankungsanfällig.
- Value & Dividende, ebenfalls vollständig in Aktien investiert. Hier liegt der Fokus auf unterbewerteten Unternehmen und dividendenstarken Titeln. Ziel ist es, von stabilen Geschäftsmodellen und laufenden Ausschüttungen zu profitieren. Auch hier gilt: 100 Prozent Aktien bedeuten entsprechend hohes Risiko.
- Allwetter, eine deutlich ausgewogenere Strategie mit rund 40 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen und 20 Prozent Rohstoffen. Sie orientiert sich an dem sogenannten Allwetter-Ansatz, der unter anderem durch den US-Investor Ray Dalio bekannt wurde. Ziel ist es, das Portfolio robuster gegenüber unterschiedlichen Marktphasen zu machen. Die Schwankungen fallen in der Regel geringer aus als bei reinen Aktienstrategien.
Die Fokusportfolios richten sich eher an erfahrene Anleger, die bewusst einen Investment-Schwerpunkt setzen möchten.