Nebenkostenabrechnung

Nebenkosten-Wahnsinn: So retten Sie Ihr Geld bei einer hohen Betriebskostenabrechnung

Franziska Baum
Redakteurin
Aktualisiert am: 10.02.2026
Ein erschrockenes Paar schaut auf den Display seines Laptops.

Sie haben eine hohe Nebenkostenabrechnung für 2024 bekommen? Sind die Heizkosten doppelt so hoch wie im Vorjahr? Jede zweite Nebenkostenabrechnung ist fehlerhaft – zahlen Sie nicht zu viel! Erfahren Sie, wie Sie bei einer hohen Nachforderung richtig reagieren und wo Sie finanzielle Hilfe bekommen. Mit dieser Checkliste schützen Sie Ihr Geld.

Haben Sie beim Öffnen Ihrer Post auch einen Schreck bekommen? Die aktuelle Betriebskostenabrechnung sorgt bei vielen Mietern für schlechte Laune und finanzielle Sorgen. Besonders die gestiegenen Energiepreise für Gas und Fernwärme sowie der Wegfall staatlicher Preisbremsen schlagen nun voll durch.

Doch Sie müssen eine hohe Nachzahlung nicht einfach blind hinnehmen. Statistiken zeigen, dass etwa jede zweite Abrechnung Fehler enthält. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Rechte Sie haben und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, um kein Geld zu verschenken.

Warum fallen die Nachzahlungen für 2024 aktuell so hoch aus?

Die Gründe für die saftigen Forderungen sind vielfältig. Neben der allgemeinen Inflation sind vor allem die Kosten für Heizung und Warmwasser explodiert. Laut dem Statistischen Bundesamt konnten bereits im letzten Jahr über vier Millionen Menschen ihre Energiekosten nicht mehr rechtzeitig bezahlen.

Ein wesentlicher Faktor ist der Zeitverzug: Die Abrechnungen für das Jahr 2024 flattern oft erst Ende 2025 oder Anfang 2026 in Ihren Briefkasten. Viele Vorauszahlungen wurden damals nicht ausreichend angepasst, was nun zu massiven Nachforderungen führt. Zudem sind laut Mieterschutzbund auch die "kalten Nebenkosten", wie etwa die Gebäudeversicherungen, aufgrund der Baupreisinflation deutlich teurer geworden.

Wie viel Nebenkosten (Nachzahlung) eigentlich normal sind, erfahren Sie in unserem Ratgeber zu den Mietnebenkosten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Das können Sie jetzt tun

Wenn die Forderung Ihr Budget sprengt, sollten Sie strukturiert vorgehen. Nutzen Sie unsere Checkliste, um Ihre Kosten sofort im Griff zu behalten:

Schnell-Checkliste: So prüfen Sie Ihre Abrechnung in 5 Minuten

  • 1. Frist-Check: Ist die Abrechnung spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums bei Ihnen eingegangen? Wenn nicht, ist die Nachforderung meist verjährt.
  • 2. Form-Check: Sind alle Pflichtangaben (Zeitraum, Verteilerschlüssel, Abzug der Vorauszahlungen) enthalten?
  • 3. Vergleich: Sind die Kosten im Vergleich zum Vorjahr ohne ersichtlichen Grund (z. B. extrem gestiegene Versicherung) massiv gestiegen?
  • 4. Beleg-Check: Fordern Sie Einsicht in die Originalrechnungen, falls einzelne Posten (z. B. Hausmeister oder Gartenpflege) unplausibel hoch sind.
  • 5. Widerspruch: Senden Sie Fehlerkorrekturen immer schriftlich per Einwurfeinschreiben an Ihren Vermieter.

Im Folgenden gehen wir auf die Punkte noch einmal ausführlicher ein. 

1. Formelle Prüfung: Ist die Abrechnung gültig?

Prüfen Sie zuerst genau, ob die Abrechnung die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt. Sie muss folgende Punkte enthalten:

  • Angaben zum Absender und zum Gebäude.
  • Den genauen Zeitraum der Abrechnung (maximal 12 Monate).
  • Eine übersichtliche Aufstellung der Gesamtkosten.
  • Den genutzten Verteilerschlüssel (z. B. nach Quadratmetern oder Personen).
  • Den Abzug Ihrer bereits geleisteten Vorauszahlungen.

Fehlt eine dieser Angaben, ist die Abrechnung formell nichtig und Sie müssen die Nachzahlung vorerst nicht leisten. Sie können eine korrigierte Abrechnung verlangen.

2. Belegeinsicht fordern

Lassen Sie sich nicht mit Datenschutz-Argumenten abspeisen. Sie haben das Recht, alle Originalrechnungen und Belege einzusehen, die der Abrechnung zugrunde liegen. Checken Sie zum Beispiel, ob der berechnete Winterdienst tatsächlich stattgefunden hat oder ob die Kosten für den Gärtner ungewöhnlich hoch erscheinen. Solange der Vermieter die Einsicht verweigert, können Sie unter Umständen ein Zurückbehaltungsrecht geltend machen.

3. Widerspruch einlegen

Haben Sie Fehler gefunden oder sind Positionen unklar? Legen Sie schriftlich Widerspruch ein – am besten per Einwurfeinschreiben. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) haben Sie dafür bis zu zwölf Monate nach Erhalt der Abrechnung Zeit. Wichtig: Ein Widerspruch befreit Sie nicht automatisch von der Zahlungspflicht innerhalb der gesetzten Frist, es sei denn, Sie machen explizit ein Zurückbehaltungsrecht geltend oder die Abrechnung ist formell grob fehlerhaft.

4. Fachmännische Hilfe suchen

Da Mietrecht kompliziert ist, lohnt sich oft eine Prüfung durch Profis. Die Verbraucherzentralen, der Mieterschutzbund oder unabhängige Experten bieten hier Unterstützung an. Sollten Sie über ein geringes Einkommen verfügen, können Sie beim Amtsgericht einen Beratungshilfeschein beantragen, um einen Anwalt hinzuzuziehen. Nutzen Sie diese Hilfen, um im Dschungel der Nebenkostenabrechnung nicht den Überblick zu verlieren.

Biallo Tagesgeld Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 10.000 €, Anlagedauer: 4 Monate, Sicherheit: mind. hohe Sicherheit. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz / Zinsertrag
Bewertung
S&P Länderrating
Produktdetails
Anbieter und Produkt
Zinssatz
2,90% /
97,02 €
Bewertung
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 1,00%
  • Aktionszins: 2,90% - gilt für die ersten 6 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
2,75% /
91,98 €
Bewertung
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 0,30%
  • Aktionszins: 2,75% - gilt für die ersten 4 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
2,75% /
91,77 €
Bewertung
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Produktdetails
  • Basiszins: 0,75%
  • Aktionszins: 2,75% - gilt für die ersten 6 Monate
Zum Anbieter
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 10.02.2026

Was tun, wenn die Abrechnung stimmt, aber das Geld fehlt?

Sollte die Prüfung ergeben, dass die Forderung korrekt ist, Sie diese aber nicht auf einmal begleichen können, gibt es Lösungen:

  • Ratenzahlung vereinbaren: Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vermieter. Viele Privatvermieter lassen sich auf eine Ratenzahlung ein. Achtung: Mit einer Ratenzahlungsvereinbarung erkennen Sie die Schuld oft rechtlich an – ein späterer Widerspruch gegen die inhaltliche Richtigkeit ist dann meist ausgeschlossen.
  • Staatliche Unterstützung: Auch Erwerbstätige können bei extrem hohen Nachzahlungen Anspruch auf einmalige Hilfe vom Jobcenter oder Sozialamt haben. Prüfen Sie dies zeitnah, da Anträge oft im Monat der Fälligkeit der Rechnung gestellt werden müssen.

Hier finden Sie weitere Informationen dazu, wie Sie Ihre Heizkosten senken können und wie Sie mit der 50-30-20-Regel Geld sparen.

Biallo Ratenkredit Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Kreditbedarf: 10.000 €, Laufzeit: 12 Monate. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz
Bewertung
Rate
Anbieter und Produkt
Zinssatz
5,49%
Bewertung
5/5
Rate
857,71 €
Anbieter und Produkt
Zinssatz
6,19%
Bewertung
Rate
860,76 €
Anbieter und Produkt
Zinssatz
6,29%
Bewertung
Rate
861,20 €
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 10.02.2026

Ihre Meinung ist uns wichtig! 

Haben Sie auch eine unerwartet hohe Abrechnung erhalten? Wie hat Ihr Vermieter auf Rückfragen reagiert? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gerne per Mail an redaktion@biallo.de.

Damit Sie bei Finanz- und Immobilienthemen immer auf dem Laufenden bleiben, empfehlen wir Ihnen, unseren kostenlosen Newsletter zu abonnieren.

Melden Sie sich außerdem gratis auf unserer Webseite an, um Zugriff auf unsere ausführlichen Vergleiche zu erhalten.

 Quellen

Über die Redakteurin Franziska Baum

Alle Artikel der Redakteurin Franziska Baum ansehen
Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

So verdient Ihr Geld mehr

Der Newsletter von biallo.de ist eine exzellente Entscheidung, wenn es um Ihre Finanzen geht.

Wir freuen uns darauf, Ihnen mit Ihrer Zustimmung interessante Inhalte, Empfehlungen und Werbung von uns und unseren Partnern zu schicken, die genau auf Ihre Interessen zugeschnitten sind. Um dies zu ermöglichen, analysieren wir, wie Sie unsere Website nutzen (z.B. Seitenaufrufe, Verweildauer) und wie Sie mit unseren E-Mails interagieren (z. B. Öffnungs- und Klickraten). So erstellen wir ein Nutzungsprofil, das Ihnen die relevantesten Inhalte liefert, und ordnen Sie in passende Werbezielgruppen ein. Ihre Zustimmung können Sie jederzeit widerrufen, z. B. über den Abmeldelink im Newsletter. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.