Sind Cannabis-Aktien der Bitcoin 2.0?

Marihuana-Investment Sind Cannabis-Aktien der Bitcoin 2.0?

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
18.10.2018
Auf einen Blick
  • Im Vorfeld der Legalisierung sind kanadische Cannabis-Aktien deutlich gestiegen.

  • Für manche Kritiker ist die Hysterie um das grüne Gold vergleichbar mit dem Hype um Bitcoin und Co.

  • Der Boom der Marihuana-Branche weckt auch Begehrlichkeiten bei alteingesessenen Börsenriesen, die am Marihuana-Markt partizipieren möchten.
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Es herrscht Goldgräberstimmung: Als erste westliche Industrienation hat Kanada nun den Verkauf von Cannabis vollständig legalisiert. Der Staat verspricht sich Steuereinnahmen, Unternehmen und Anleger hohe Gewinne. So erlebten Cannabis-Aktien im Vorfeld der Legalisierung einen regelrechten Höhenflug.

Doch während einige Experten trotz des jüngsten Höhenrausches der Cannabis-Titel immer noch attraktive Einstiegsmöglichkeiten sehen, ziehen Kritiker bereits Parallelen zum Bitcoin-Hype Anfang des Jahres.

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Wachstumsaussichten treiben die Preise

Bereits zum Jahreswechsel erlebte der Cannabis-Sektor seinen ersten Höhenflug. So stieg der weltweit größte Cannabis-ETF, der Horizons Marijuana Life Science (ISIN: CA44054J1012), innerhalb weniger Tage um gut 70 Prozent. Hintergrund war die Legalisierung von Marihuana für den privaten Konsum im US-Bundestaat Kalifornien.

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Kurz darauf kam es allerdings zur Konsolidierung und der ETF gab seine Gewinne in den darauffolgenden Wochen wieder vollständig ab. Erst nachdem die kanadische Regierung im Juni dieses Jahres die Legalisierung verkündete und kurz darauf in Luxemburg ein drohendes Handelsverbot von Cannabis-Wertpapieren vom Tisch war, erwachte der Marihuana-ETF erneut zum Leben.

Einen Tag bevor das Gesetz schließlich an diesem Mittwoch in Kanada offiziell in Kraft trat, übertraf der Kurs seine bisherigen Höchststände und markierte bei einem neuen Allzeithoch von fast 18 Euro. Doch gemäß der alten Börsenweisheit "Buy the the rumor, sell the fact" hielt die Euphorie nicht lange an. Denn kurz darauf folgte die Talfahrt, der Kurs krachte fast zweistellig in die Tiefe.

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Cannabis und Bitcoin: Alles Hype und nichts dahinter?

Nach den jüngsten Höhenflügen der Branche, ließ der Vergleich mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen nicht lange auf sich warten. Dabei scheint es eine große Schnittmenge zwischen Krypto-Jüngern und Cannabis-Anlegern zu geben. "Es ist zuletzt viel spekulatives Kapital von Kryptos in die Pott-Aktien gelaufen. Bei den kanadischen Cannabis-Unternehmen ist gerade eine ähnliche Hysterie wie beim Bitcoin und den Kryptowährungen Anfang des Jahres ", sagt der ehemalige Star-Fondsmanager Florian Homm im Interview mit biallo.de und hat auch gleich einen Tipp für mutige Anleger parat: "Das ist ein richtig guter Short aus Chance-Risiko-Überlegungen."

Andere Experten sehen durchaus Potential, dass Anleger nachhaltig vom Marihuana-Boom profitieren können. "Trotz der bisherigen Kurssteigerungen ist das Segment noch interessant", erklärt Andreas Lipkow, Marktexperte von der Comdirect.

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Börsenriesen wittern Geschäft

Da sich mit Cannabis nicht nur Arzneimittel herstellen lassen, dürften sich laut Lipkow für den Sektor künftig auch noch weitere Vertriebsmöglichkeiten ergeben – vor allem im Nahrungsmittelsektor. Getränke mit Cannabis seien "vom THC-Gehalt her stark reduziert und haben eher den Charakter von Energy- oder Mate-Getränken".

Daher ist es kaum verwunderlich, dass die Geschäftsaussichten der Branche bei so manchen etablierten Börsenunternehmen Begehrlichkeiten wecken. Beispielsweise plant Coca-Cola bereits eine Zusammenarbeit mit dem Marihuana-Produzenten Aurora Cannabis (ISIN: CA05156X1087), der größte US-Anbieter von alkoholischen Getränken, Constellation Brands, hat seinen Anteil am Produzenten Canopy Growth (ISIN: CA1380351009) erst kürzlich auf 38 Prozent aufgestockt.

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Bei Cannabis-Aktien ist Vorsicht geboten

Anleger sollten wie auch beim Bitcoin den Cannabis-Hype mit Vorsicht genießen. Wer nur in den Markt investieren möchte, aus Angst, etwas zu verpassen, ist schlecht beraten. Die Cannabis-Industrie ist noch sehr jung und niemand kann vorausahnen, wie sich die politischen Rahmenbedingungen weiter entwickeln werden. Daher empfiehlt Marktexperte Lipkow, dass Anleger ihr Augenmerk zunächst auf große Unternehmen legen sollten. "Noch besser ist die Anlage in einem ETF", sagt Lipkow.

  • Biallo-Tipp: Die Investition in Cannabis-Aktien ist nur etwas für risikobereite Anleger. Wegen der nicht absehbaren Entwicklungen empfehlen sich entweder der Cannabis-ETF oder ausgewählte Aktien von großen kanadischen Unternehmen aus der Branche.

Biallo-Lesetipp

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de