
Deutschland- Basiszins: 0,30%
- Aktionszins: 3,30% - gilt für die ersten 4 Monate

Deutschland- Basiszins: 1,25%
- Aktionszins: 3,25% - gilt für die ersten 3 Monate

Schweden- Basiszins: 1,45%
- Aktionszins: 3,00% - gilt für die ersten 4 Monate
Auf einen Blick
3,55 Prozent Zinsen – und das beim Neobroker? Während Direktbanken häufig mit befristeten Aktionszinsen werben, überzeugen Trade Republic, Scalable oder Trading212 beim Bestandskundenzins. Warum die Neobroker klassischen Banken Konkurrenz machen und worauf Sparer dabei achten sollten.
Ihr Hauptgeschäft ist der günstige und einfache Wertpapierhandel. Doch auch die sogenannten Neobroker werben mit Zinsen auf nicht angelegte Guthaben um Kunden. Anbieter wie Traders Place, Scalable Capital, Trade Republic oder "Smartbroker+" orientieren sich dabei mit ihren Zinsen am Einlagensatz der Europäischen Zentralbank. Das bedeutet: Sinkt dieser EZB-Leitzins, sinken in der Regel auch die Zinsen bei den Neobrokern. Allerdings liegt der EZB-Einlagensatz schon seit Mitte 2025 bei 2,00 Prozent – und das dürfte vorerst so bleiben.
Die Neobroker können dabei durchaus mit guten Anbietern von Tagesgeld mithalten. Zwar bieten derzeit mehrere Anbieter mit höchstem Rating bei der Einlagensicherung im Tagesgeld-Vergleich von biallo.de Zinsen von drei Prozent und mehr. Der Durchschnitt aller bei biallo.de gelisteten Anbieter allerdings liegt laut Biallo-Index bei einem Tagesgeldzins von bundesweit 1,46 Prozent. Wer daher nach guten Zinsen sucht, sollte sich auch die Sparzinsen der Neobroker anschauen. Denn sie bieten teilweise höhere Zinsen als klassische Banken.
Doch wann lohnt es sich, Sparzinsen bei einem Depotanbieter abzustauben? Ist das überhaupt etwas für Zinssparer? Oder ist es vor allem für diejenigen interessant, die gleichzeitig auch Wertpapiere günstig handeln möchten? Wir geben einen Überblick über die Zinsangebote der Neobroker und werfen einen Blick auf die Zinsen, die Direktbanken wie ING, Comdirect oder DKB für Guthaben zahlen. Auch dort finden Anleger neben einem Zinskonto gute Depot-Angebote. Sie stehen damit in direkter Konkurrenz zu den Neobrokern.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Zinsen, die es derzeit bei Neobrokern und Direktbanken gibt.
| Neobroker | Zinssatz für Bestandskunden | Zinssatz für Neukunden | Kosten im Monat | Zinsgutschrift |
| Trade Republic | 2,00%1 | x | keine | monatlich |
| Smartbroker+ | 1,75%2 | x | keine | quartalsweise |
| Scalable Capital | 2,00% | x | keine3 | quartalsweise |
| Trading212 | 3,00 | x | keine | täglich |
| Traders Place4 | 1,75% | x | keine | quartalsweise |
| eToro5 | 2,75% bis 3,55% | x | keine | monatlich |
| XTB | 0,90% | 2,30%6 | keine | monatlich |
| Direktbanken |
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| ING | 0,75% | 2,75%7 | keine | zum 1.1. |
| N26 Standard | 0,25% | x | keine | monatlich |
| N26 Metal | 1,50% | 2,00%8 | 16,90 Euro | monatlich |
| Comdirect9 | 0,75% | 2,75% | keine | quartalsweise |
| Consorsbank | 1,00% | 3,10%¹⁰ | keine | quartalsweise |
| DKB | 1,00% | x | keine | quartalsweise |
Die Tabelle zeigt: Die höchsten Zinsen zahlen sowohl Neobroker als auch Direktbanken an Neukunden. Diese sogenannten Aktionszinsen gelten aber nur für eine bestimmte Zeit, in der Regel einige Monate. Bei den Neobrokern bietet nur der Anbieter XTB einen solchen Aktionszins – für 90 Tage. Wer vorhat, länger bei einem Anbieter zu bleiben, sollte auf den Zins für Bestandskunden schauen. Da zeigt sich: Einige Neobroker rücken dafür vergleichsweise hohe Zinsen raus. Diese sind aber oft an Bedingungen geknüpft. Die Angebote der Neobroker auf einen Blick:
Direktbanken setzen deutlich öfter als die Neobroker auf Aktionszinsen. Das beste Angebot kommt derzeit von der Consorsbank mit 3,10 Prozent für drei Monate. Danach fällt der Zins mit 1,00 Prozent eher mager aus. Das gilt auch für den Bestandskundenzins der ING: Er liegt nur noch bei 0,75 Prozent. Allerdings punktet die Direktbank aktuell mit einem Aktionszins von 2,75 Prozent. Er gilt für vier Monate. Die ING kann beim Thema Depot durchaus mit den Neobrokern mithalten. Im Biallo-Depottest landete sie auf einem der vorderen Plätze. Was Neobroker und Direktbanken beim Depot konkret bieten, können Sie sich außerdem in unserem Depotvergleich ansehen:
Im Folgenden finden Sie die Zinsangebote der Neobroker im Einzelnen:
Trade Republic war der erste Neobroker, der ein attraktives Zinsangebot auf nicht investierte Guthaben eingeführt hat. Der Broker gibt dabei den Zinssatz für Einlagen der Europäischen Zentralbank (EZB) eins zu eins an Kunden weiter. Das macht mittlerweile auch der Konkurrent Scalable. Derzeit erhalten Kunden bei Trade Republic entsprechend der letzten EZB-Sitzung der 2,00 Prozent Zinsen auf ihr Guthaben, ohne Obergrenze und unbefristet. Bestandskunden müssen dazu das kostenlose Girokonto aktivieren, Neukunden erhalten es automatisch bei der Depoteröffnung.
Die Einlagen sind bis 100.000 Euro über die europäische Einlagensicherung abgesichert. Das Geld wird bei Partnerbanken wie der Deutschen Bank oder J.P. Morgan verwahrt. Allerdings kann die Verteilung der Einlagen nicht vom Kunden beeinflusst werden. Ein potenzielles Risiko besteht, wenn ein Kunde bereits größere Summen bei einer der Partnerbanken angelegt hat und die Gesamtsumme die Grenze von 100.000 Euro übersteigt.
Außerdem wichtig zu wissen: Ein Teil der nicht investierten Kundenvermögen wird teilweise in Geldmarktfonds investiert. Diese gelten als Sondervermögen und sind im Insolvenzfall geschützt, können aber Kursschwankungen unterliegen. Ab welcher Summe das Geld in solche Fonds investiert wird, ist nicht klar.
Dennoch ist das Zinsangebot von Trade Republic derzeit eines der besten am Markt. Vor allem, weil es an keine zusätzlichen Bedingungen wie eine Mindestanlage oder einen begrenzten Anlagebetrag geknüpft ist.
In Geldmarktfonds investierte Guthaben unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Solche Fonds sind keine Bankeinlage, wie etwa Tagesgeld, sondern Wertpapiere. Damit gelten sie als Sondervermögen. Im Fall einer Insolvenz des Anbieters bleiben sie im Besitz der Anlegerinnen und Anleger. Sie können vom Anbieter deren Herausgabe verlangen. Forderungen aus den Wertpapieren wie etwa Ausschüttungen oder Verkaufserlöse sind durch die gesetzliche Anlegerentschädigung abgesichert – bis zu einer Höhe von 90 Prozent, maximal 20.000 Euro.
"Smartbroker+" bietet ein flexibles Zinskonto mit 1,75 Prozent Zinsen pro Jahr. Der Zinssatz gilt für Guthaben bis zu 100.000 Euro und passt sich dynamisch an den EZB-Leitzins an – er liegt jedoch immer 0,25 Prozentpunkte unter dem Einlagensatz der EZB. Die Einlagen sind durch die deutsche Einlagensicherung geschützt, Kunden können jederzeit auf ihr Kapital zugreifen.
Den Zins von 1,75 Prozent bekommen aktive Nutzer, die mindestens drei Transaktionen (Orders oder Sparpläne) pro Quartal durchführen. Wer beispielsweise einen monatlichen Sparplan bedient, erfüllt diese Bedingung. Für Anleger, die ihr Kapital flexibel parken möchten, bietet das Smartbroker-Zinskonto eine attraktive Lösung – allerdings nur, wenn diese gleichzeitig das Brokerangebot nutzen.
Ursprünglich als Robo Advisor gestartet ist das Unternehmen heute einer der größten Neobroker in Deutschland. Alle Kunden erhalten bei Scalable Capital derzeit 2,00 Prozent pro Jahr auf nicht investiertes Guthaben. Das gilt für Kunden im Depot-Modell "Prime+". Das kostet 4,99 Euro im Monat. Die Guthaben-Zinsen gibt es in dem Modell bis zu einem Anlagebetrag von 500.000 Euro. Im Modell "free"-Broker gibt es den Zins ebenfalls – aber mir auf Einlagen bis zu einer Höhe von 50.000 Euro. Die Zinsen werden quartalsweise auf dem Verrechnungskonto gutgeschrieben.
Die Kundengelder bei Scalable Capital werden bei Partnerinstituten wie J.P. Morgan, Deutsche Bank oder DWS verwahrt. Nicht angelegte Guthaben sind über die deutsche gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Kunde geschützt. Ähnlich wie bei Trade Republic wird ein Teil des Geldes von den Partnerbanken in Geldmarktfonds investiert.
Der aus London stammende Neobroker Trading212 hat sein Angebot vor einiger Zeit auf Deutschland ausgedehnt. Dazu hat das Unternehmen die in Deutschland ansässige FXFlat Bank übernommen. Auf nicht investierte Euro-Guthaben erhalten Kunden von Trading212 derzeit einen Zins von 3,00 Prozent. Sie müssen dazu allerdings erst die Zinsoption aktivieren. Gleichzeitig stimmen sie damit zu, dass nicht investiertes Geld auch in Geldmarktfonds angelegt wird. Daneben wird das Geld nach Angaben von Trading212 auch auf Festgeldkonten und Girokonten verwahrt.
Die Zinsen werden täglich gutgeschrieben. So entsteht ein Zinseszinseffekt. Da die (ehemalige) FXFlat Bank ihren Sitz in Ratingen hat, gilt die deutsche Einlagensicherung. Das Geld wird bei Partnerbanken wie JP Morgan verwahrt.
Traders Place bietet seinen Kunden 1,75 Prozent Zinsen pro Jahr auf das nicht investierte Guthaben. Der Zinssatz orientiert sich ebenfalls am EZB-Einlagensatz – minus 0,25 Prozentpunkte. Um das Zinskonto zu nutzen, benötigen Kunden ein Depot bei Traders Place. Zinszahlungen vom und Einzahlungen auf das Zinskonto laufen dann über das Verrechnungskonto.
Für Sparer, die ein Depot bei Traders Place eröffnen möchten, ist das Zinsangebot attraktiv. Traders Place nutzt die deutsche Baader Bank für die Verwahrung der Guthaben. Damit greift auch hier die deutsche gesetzliche Einlagensicherung.
eToro bietet seinen Kunden ein flexibles Zinsangebot auf nicht investiertes Bargeld. Die Zinssätze liegen je nach Gesamtguthaben – also investierte Mittel plus nicht investierte Einlagen – zwischen 2,75 Prozent und 3,55 Prozent pro Jahr. Der Höchstsatz von 3,55 Prozent gilt für Guthaben ab 50.000 US-Dollar. Für kleinere Guthaben in der US-Währung fällt der Zinssatz – er ist aber mit 2,75 Prozent immer noch vergleichsweise hoch. Diese Konditionen gelten für Kunden aus der EU und Großbritannien.
Zwei Einschränkungen gibt es: Zum einen wird kein Zinseszins gezahlt. Zum anderen stellt die Einlagensicherung aus unserer Sicht ein gewisses Risiko dar. Abhängig vom Wohnsitz werden die Kundengelder auf Sicherungskonten im Vereinigten Königreich, in Zypern oder in Malta verwahrt. In Zypern und Malta greift zwar ebenfalls die europäische Einlagensicherung. Das Länderrating der Agentur S&P Global für die beiden Länder fällt aber mit A- deutlich schlechter aus als etwa das Rating Deutschlands (AAA).
Im Vergleich zu vielen klassischen Banken, die derzeit deutlich niedrigere Zinssätze bieten, ist das eToro-Angebot verlockend – vor allem für Kunden mit großen Guthaben. Allerdings sollten Anleger die Einschränkungen bei der Einlagensicherung beachten. Gerade für Nutzer mit höheren Einlagen ist Vorsicht geboten .
Der ursprünglich polnische Broker XTB hat heute neben seinem Hauptsitz in Warschau auch eine Niederlassung in Berlin. Neukunden profitieren in den ersten 90 Tagen nach Kontoeröffnung von einem attraktiven Zins: 2,30 Prozent pro Jahr auf Euro-Guthaben und 3,40 Prozent auf US-Dollar-Guthaben. Nach diesen 90 Tagen sinken die Zinssätze auf 0,90 Prozent für Euro und 1,70 Prozent für US-Dollar. Das ist noch immer ein solides Angebot, allerdings gibt es bessere Konditionen auf dem Neobroker Markt.
Die Kundengelder bei XTB sind durch die europäische Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Kunde abgesichert. Sie werden auf Treuhandsammelkonten bei Partnerbanken wie JP Morgan verwahrt.
Die Neobroker-Landschaft zeigt: Eine Konto- bzw. Depoteröffnung kann mit attraktiven Zinsen verbunden sein. Sie muss aber nicht für jeden auch sinnvoll sein. Direktbanken wie ING, Comdirect oder N26 bieten neben Girokonten in der Regel auch Tagesgeldkonten beziehungsweise Zinskonten an, auf denen Ihr Geld täglich verfügbar ist. Die Angebote sind oft vor allem für Neukunden interessant.
Für Sparer, die nach guten Zinsen suchen, bieten Neobroker interessante Alternativen zu klassischen Banken. So liegen die aktuell besten Angebote beim Biallo Tagesgeld Vergleich bei 3,00 Prozent und mehr. Das sind allerdings Aktionszinsen, die in der oft nur drei Monate gelten. Bei den Bestandskundenzinsen mit bester Einlagensicherung bietet derzeit die niederländische Ayvens Bank mit 2,30 Prozent eines der besten Angebote.
Bei diesem Zins können Neobroker wie Trading212, Scalable oder Trade Republic gut mithalten. Sie überbieten mit Ihren Angeboten viele klassische Banken und auch etliche Direktbanken – zumindest wenn man die Zinsen für Bestandskunden vergleicht. Bei Neobrokern wie Traders Place oder Smartbroker+ hängt die Entscheidung unter anderem davon ab, ob Sie ein auch Depot eröffnen möchten – oder eher gezielt auf Zinssuche sind.
Grundsätzlich spricht nichts dagegen, sich Broker und Tagesgeldangebot separat zu suchen. Den passenden Broker finden Sie am besten in Depottest 2026 von biallo.de. Bei den Zinsen können Sie dann nach den besten Anbietern am Markt Ausschau halten – etwa in unserem Tagesgeldvergleich (siehe unten). Nutzen Sie dagegen Brokerdienste und Zinskonto vom gleichen Anbieter, haben Sie das Geld für den Wertpapierhandel immer schnell parat. In diesem Fall ist es sinnvoll, sich einen günstigen Broker zu suchen, der gleichzeitig auch ein gutes Zinsangebot macht.

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