Auf einen Blick
  • Drei Mal hintereinander hat die Europäische Zentralbank (EZB) seit Juli den Leitzins erhöht – auf derzeit 2,50 Prozent. 

  • Die EZB senkt und erhöht die Zinsen aber nicht einfach so. Sie verfolgt damit das Ziel der Preisstabilität im Euroraum.

  • Wir stellen Ihnen die Zentralbank vor und erklären, was der EZB-Leitzins ist.
* Anzeige: Mit Sternchen (*) oder einem (a) gekennzeichnete Links sind Werbelinks. Wenn Sie auf solch einen Link klicken, etwas kaufen oder abschließen, erhalten wir eine Provision. Für Sie ergeben sich keine Mehrkosten und Sie unterstützen unsere Arbeit.

Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 haben sich die Zinsen bis zum Juli 2022 immer weiter nach unten entwickelt. Klassische Sparer wie etwa Festgeld-Anleger wurden so bestraft und Kreditnehmer belohnt. Das hat für Unmut unter Sparern und Bankberatern über die Europäische Zentralbank (EZB) gesorgt. Ohne die Anlage in Wertpapiere konnten Sie kaum Erträge auf Ihr Vermögen erwirtschaften. Sogar Negativzinsen wurden auf Ihr Vermögen, das auf Girokonten und dem Tagesgeld lagerte, von einzelnen Kreditinstituten erhoben. Doch was hat die EZB mit dieser Entwicklung zu tun? In diesem Artikel stellen wir Ihnen die Europäische Zentralbank mit ihren wesentlichen Aufgaben vor.

 

Wie hoch ist der aktuelle Leitzins der EZB?

Nachfolgend zeigen wir Ihnen die aktuellen Leitzinssätze der Europäische Zentralbank, welche wir laufend aktualisieren. Zuletzt wurden die Leitzinsen am 15.12.2022 erhöht.

EZB Hauptrefinanzierungssatz: 2,50 %
EZB Spitzenrefinanzierungssatz: 2,75 %
EZB Einlagensatz: 2,00 %

Stand: 15.12.2022

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen die Entwicklung und die aktuellen Leitzinsen der EZB:

EZB Entwicklung Leitzinsen

Nachfolgend erfahren Sie, welche Bedeutung die verschiedenen Leitzinssätze der EZB haben.

Professionelle Geldanlage starten – ohne sich selbst darum kümmern zu müssen!

Beim Thema Geldanlage gilt, nicht mehr zu warten! Und das trotz Unsicherheiten oder mangelndem Börsenwissen. Denn die Planung und Einrichtung Ihrer finanziellen Zukunft kann so leicht sein. Mit Fidelity Wealth Expert profitieren Sie von Investmentprofis, die Markttrends erkennen und Chancen für Ihr Investment bestmöglich nutzen. Starten Sie Ihr Projekt „professionelle Geldanlage“ in nur 20 Minuten!  Jetzt entdecken!

Anzeige
 

Was ist die Europäische Zentralbank und welche Aufgaben hat sie?

Die Europäische Zentralbank (EZB) wurde 1988 gegründet. Sie stellt die zentrale Institution des Eurosystems dar. Die EZB ist die Zentralbank der Eurozone, also der 19 EU-Mitgliedsstaaten, die den Euro nutzen. Sie sorgt für die Sicherheit der Gelder im Euroraum. Ihr Hauptziel besteht in der Wahrung der Preisstabilität. Daher übernimmt dieses Organ der Europäischen Union folgende Aufgaben:

  • Festlegung und Umsetzung der Geldpolitik: Die verschiedenen Instrumente der Geldpolitik (zum Beispiel Zinspolitik und Mindestreserven) gewährleisten die Preisstabilität und sollen dafür sorgen, dass sich die Höhe der Inflation auf dem Niveau des Zielwertes von zwei Prozent befindet.
  • Durchführung von Devisengeschäften: In diesem Zusammenhang existiert der Wechselkursmechanismus II (WKM II), der die Währungen von EU-Mitgliedstaaten außerhalb des Euro-Raums an den Euro bindet.
  • Halten und Verwalten der Währungsreserven des Euroraums: Hierdurch wird garantiert, dass die EZB genügend liquide Mittel zur Verfügung hat. Zu den Beständen gehören unter anderem der US-Dollar und Gold. Bei den Reserven wird auf die Liquidität, die Sicherheit und die Rentabilität geachtet.
  • Förderung des reibungslosen Funktionierens von Zahlungssystemen: Die EZB stellt verschiedene Systeme für die Zahlungsverkehrs- und Wertpapierabwicklung bereit. Zusätzlich überwacht die Europäische Zentralbank beispielsweise die Infrastrukturen, Verrechnungssysteme und Zahlungsinstrumente des Finanzsektors.
 

Was ist der Leitzins und wie funktioniert er?

Das wichtigste Instrument der Geldpolitik einer Zentralbank ist der Leitzins. Dieser legt fest, zu welchen Konditionen sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen oder anlegen können. Somit wird die Bereitschaft zur Kreditaufnahme und Geldanlage in den Mitgliedstaaten und damit die Geldmenge sowie die wirtschaftliche Situation maßgeblich durch die EZB beeinflusst.

Jetzt mit neuem Sparkonto Top-Zinsen abräumen!

Überlegen Sie noch, wann der richtige Zeitpunkt ist, von den Sparzinsen zu profitieren? Unser Rat: Jeder Tag ohne Zinsen, ist auch ein Tag ohne Rendite für Ihr Geld. Tagesgeld hat zudem den Vorteil, dass Sie flexibel und schnell über Ihr Erspartes verfügen können. Das neue Sparkonto der Suresse Direkt Bank, eine Marke der Santander Consumer Finance SA, führen Sie ohne Gebühren und für Ihre Sparprojekte können Sie bis zu sechs Unterkonten einrichten - ein Konto für Geschenke, ein Konto für den Urlaub etc.  Nicht länger warten, mehr erfahren!
Anzeige
 

Hauptrefinanzierungssatz der EZB – Was ist das?

Der Hauptrefinanzierungssatz ist meistens gemeint, wenn vom Leitzinssatz gesprochen wird. Zu diesem Zinssatz können sich Geschäftsbanken bei der EZB Geld ab einer Woche Laufzeit leihen. Daher beeinflusst der Hauptrefinanzierungssatz die Konditionen der zinsabhängigen Bankprodukte wie Kredite und Geldanlagen. Derzeit liegt der Leitzins bei 2,0 Prozent – so hoch wie seit 2009 nicht mehr. Experten rechnen damit, dass er bis Jahresende auf 3,0 Prozent steigen wird.

 

Spitzenrefinanzierungssatz der EZB – Was ist das?

Verglichen mit dem Hauptrefinanzierungssatz ist der Spitzenrefinanzierungssatz für kurzfristige Geschäfte geeignet. Zu diesem Zinssatz können sich Geschäftsbanken bei der EZB Geld über Nacht leihen. Folglich dient dieser Zinssatz zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung, damit beispielsweise die Mindestreserveanforderungen erfüllt werden können.

 

EZB Einlagensatz – Was ist das?

Im Gegensatz zum Hauptrefinanzierung- und zum Spitzenrefinanzierungssatz legt der Einlagensatz die Konditionen für die Geldanlage der Geschäftsbanken bei der EZB über Nacht fest. Somit können Geschäftsbanken Liquiditätsüberschüsse bei der EZB parken. Außerdem legt der Einlagensatz die Untergrenze für Tagesgelder fest. Lange Zeit war der Einlagensatz negativ. Deswegen verlangten viele Geschäftsbanken von ihren Kunden auch Negativzinsen aufs Tagesgeld – das sogenannte Verwahrentgelt.

 

Was passiert, wenn die EZB die Leitzinsen erhöht?

Die Erhöhung der Leitzinsen wird als restriktive Geldpolitik bezeichnet und hat das Ziel, die Geldmenge zu verringern. Hierdurch soll eine hohe Inflation verhindert werden. Durch die restriktive Geldpolitik steigen zwar die Zinsen auf Spareinlagen, aber auch die Zinsen auf Kredite, sodass Investitionen teuer werden und sich das Ansparen wieder lohnt. Hohe Zinsen sorgen somit für einen Rückgang der Finanzierungsnachfrage und dies wirkt sich im weiteren Verlauf negativ auf das Wirtschaftswachstum aus. Im Extremfall kann das die Wirtschaft in eine Rezession führen. Gleichzeitig bergen zu  hohe Zinsen auch das Risiko einer Deflation.

Familienkredit mit Geldprämien – ab 2,99 Prozent

Mit einem Privatkredit speziell für Familien sichern Sie sich finanziellen Spielraum für wichtige Anschaffungen, beispielsweise für das neue Kinderzimmer oder zur Überbrückung während der Elternzeit. Mindestens zwei Drittel der Kreditnehmer erhalten bei der Deutschen Skatbank einen effektiven Jahreszins von 4,73 Prozent. Bei Top-Bonität sind sogar 2,99 Prozent möglich. Geldprämien gibt es noch dazu bei Umzug, Hochzeit oder Familienzuwachs.  Mehr Informationen!
Anzeige
 

Was passiert, wenn die EZB die Leitzinsen senkt?

Die Senkung der Leitzinsen wird als expansive Geldpolitik bezeichnet und hat das Ziel, die Geldmenge zu erhöhen. Hierdurch soll das Wirtschaftswachstum gesteigert werden. Durch die expansive Geldpolitik sinken die Zinsen auf Spareinlagen und Kredite, sodass Finanzierungen zwar günstiger, aber die verzinsliche Geldanlage somit weniger attraktiv werden. Niedrige Zinsen sorgen somit für einen erhöhten Konsum, einer Zunahme der Finanzierungsanfragen und damit für Wirtschaftswachstum.

 

Verfolgen Sie die Zinsentwicklung mit unserem Newsletter

Kurz nach der Anpassung der EZB-Leitzinsen sind die Auswirkungungen auf Bankkunden besonders stark zu spüren. Viele Banken passen dann ihre Zinsen für Verbraucherinnen und Verbraucher an. Damit Sie keine Veränderung der Leitzinsen und der für Sie wichtigen Bankzinsen verpassen, sollten Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren. Darin informieren wir Sie über alle wichtigen Zinsänderungen.

 

Neuigkeiten rund um die Zinsentwicklung der Europäische Zentralbank

Nachfolgend informieren wir Sie über die Erhöhung und Senkung der Leitzinen durch die EZB:

15.12.2022 Erhöhung der EZB-Leitzinsen zum 21.12.2022

Der EZB-Rat hat beschlossen, die drei Leitzinssätze der EZB mit Wirkung zum 21. Dezember 2022 um jeweils 50 Basispunkte anzuheben. Dementsprechend beträgt der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte 2,50 Prozent, der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität 2,75 Prozent und der Zinssatz für die Einlagefazilität 2,00 Prozent.

Teilen:
Über den Autor Timo Kohlhaase
seine Ausbildung zum Bankkaufmann absolvierte Timo Kohlhaase bei der Kasseler Sparkasse. Nach mehreren Jahren im Vertrieb ist er dort nun in der internen Unternehmensberatung tätig. Nebenberuflich hat er sich stets weitergebildet und daher folgte der Abschluss zum Bankfachwirt an der Frankfurt School of Finance and Management und danach der Bachelor in Betriebswirtschaftslehre an der PFH Göttingen. Durch sein Interesse an dem Wandel der Finanzwirtschaft und den Auswirkungen der Blockchain-Technologie eignete sich Timo Kohlhaase unter anderem mittels der Blockchain Masterclass des Frankfurt School Blockchain Centers umfassende Kenntnisse in diesem Bereich an. Zudem behandelte er die Thematik in seiner Bachelor-Thesis und engagiert sich ehrenamtlich bei der Digital Euro Association. Als Experte unterstützt Timo Kohlhaase seit März 2022 Biallo für die genannten Themenkomplexe.
Beliebte Artikel