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Auf einen Blick
  • Viele traditionelle Banken stehen in Kooperation mit Ripple Labs bzw. der Kryptowährung XRP

  • Experten sehen langfristig ein großes Kurspotenzial bei XRP / Ripple

  • Ermittlungen der US-Behörden lasten jedoch derzeit auf dem Kurs
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Der Bitcoin Kurs hat in den vergangenen Wochen wieder eine rasante Preisrally hingelegt und scheint auf dem besten Weg, die psychologisch wichtige Marke von 60.000 US-Dollar zurückzuerobern. Doch neben Bitcoin gibt es noch tausende weitere interessante Kryptowährungen. Eine davon ist Ripple. Wir schauen uns in diesem Artikel an, wieso Ripple eine interessante Alternative zu Bitcoin sein kann und wer in Ripple investieren sollte.

 

Was ist die Kryptowährung Ripple

Ripple ist ein privates Fintech-Unternehmen, das über sein Zahlungsnetzwerk eine globale Zahlungslösung anbietet. Im Gegensatz zu den meisten Kryptowährungen, die auf Peer-to-Peer-Bedürfnisse (Kommunikation unter Gleichen) ausgerichtet sind, wurde Ripple für die Verbindung von Banken, Zahlungsanbietern und Börsen für digitale Vermögenswerte entwickelt.

XRP ist die Bezeichnung für den zum Unternehmen zugehörigen Coin (“Münze”), über den die Zahlungsvorgänge in Echtzeit und mit niedrigen Transaktionsgebühren abgewickelt werden. Das privatwirtschaftliche Unternehmen Ripple und die handelbare Kryptowährungen XRP sind eng verbunden und werden daher oft als Synonyme genannt. Diese sind jedoch differenziert zu betrachten: Ripple ist das Unternehmen und der “Gründer” der Kryptowährung XRP. Letztere, also XRP, lässt sich als Kryptowährung an zahlreichen Handelsplätzen traden.

 

Wer steht hinter Ripple

Der Entwickler Ryan Fugger arbeitete bereits 2005 an “OneCoin”, einem Vorgänger, der später als Ripple bekannt werden sollte. Das Ziel war es, ein dezentralisiertes Geldsystem ohne Intermediäre, also ohne zwischengeschaltete Akteure  für Einzelpersonen und Unternehmen zu schaffen.

Im September 2012 gründete Fugger zusammen mit weiteren Partnern das Unternehmen “OpenCoin. 2013 änderte OpenCoin offiziell seinen Namen in Ripple Labs. Ripple Labs ist die Gesellschaft, die das Ripple Netzwerk entwickelt und die Kryptowährung herausgegeben hat. Inzwischen stehen zahlreiche Investoren hinter Ripple Labs, dazu gehören bekannte Unternehmen wie Google.

 

Wie funktioniert das Ripple Netzwerk

Ripple arbeitet auf einer dezentralen Open-Source- und Peer-to-Peer-Plattform, die einen nahtlosen Transfer von Geldern in jeder Währung ermöglicht. Die Bezeichnung Peer-to-Peer beschreibt die Tatsache, dass Transaktionen ohne Mittelsmänner (Intermediäre) auskommen. Es Bedarf für eine Zahlung also beispielsweise keiner Bank mehr. Open Source bedeutet, dass jeder den Quellcode der Software öffentlich einsehen kann.

Ripple verwendet ein Medium, das als Gateway bezeichnet wird und als Glied zwischen zwei Parteien, die eine Transaktion durchführen möchten, fungiert. Jede Einzelperson und jedes Unternehmen kann am Netzwerk teilnehmen, sich registrieren und einen Server eröffnen. Das von Ripple verwendete “Consensus Ledger Protokoll” ist Open-Source und kann daher von jeder Person ohne Zustimmung durch die Firma Ripple Labs verwendet werden. Die Idee von Ripple ist es, den US-Dollar in traditionellen Zahlungssystemen für den Geldwechsel zu ersetzen und XRP als neuen Standard im internationalen Zahlungsverkehr zu etablieren.

Ripple Labs bietet derzeit im Grunde drei Produkte an. Das sind: xCurrent, xRapid und xVia. Diese richten sich jeweils an Unternehmen und Finanzinstitute und weniger an Privatpersonen.

xCurrent etwa beschleunigt den Informationsaustausch und das Settlement von Transaktionen im Finanzmarkt, also die Besitzübertragung von Verkäufer auf Käufer. Derzeit nutzen viele Banken weltweit noch den sogenannten SWIFT-Standard, der teilweise lange Transaktionszeiten bedingt. Ripple möchte mit xCurrent entsprechend eine innovative Lösung bieten. Im Gegensatz zu etwa xCurrent, xRapid und xVia, kann die Kryptowährung XRP jede Person traden.

 

Wie unterscheidet sich Ripple von Bitcoin

Bitcoin und Ripple haben zunächst einmal grundlegend verschiedene Methoden zur Validierung (Wertfeststellung) von Transaktionen. Der entsprechende Mechanismus stellt sicher, dass es ohne Intermediäre trotzdem nicht zu Betrug und Missbrauch kommen kann. Dieser Prozess ist jedoch bei vielen Kryptowährungen unterschiedlich ausgestaltet und unterscheidet sich daher. XRP ist prinzipiell günstiger und schneller.

Doch wie genau unterscheidet sich eigentlich diese Validierung von Transaktionen und wieso kann Ripple Transaktionen günstiger anbieten? Anstelle eines rechenintensiven Algorithmus bei Bitcoin (Proof-of-Work), verwendet Ripple einen weniger rechenintensiven Konsens-Mechanismus zur Validierung von Transaktionen. Dabei überprüfen die teilnehmenden Server die Echtheit einer Transaktion durch eine Art Umfrage. Diese Methode von Ripple benötigt deutlich weniger Rechenleistung und könnte Transaktionen nahezu in Echtzeit ausführen. Diese Konsens-Verfahren stellen die Integrität und Sicherheit der Netzwerke (sprich der Kryptowährungen) sicher. Diese Aufgabe übernimmt bei üblichen Finanztransaktionen der Intermediär - also eine Bank, Zentralbank und das SWIFT-Netzwerk.

Ripple-Transaktionen sind schneller und günstiger als bei Bitcoin

Aufgrund der komplizierten Art des Mining bei Bitcoin kann die Bestätigung von Transaktionen viele Minuten dauern und ist mit hohen Transaktionskosten verbunden. XRP-Transaktionen werden innerhalb von Sekunden bestätigt und sind im Allgemeinen mit sehr geringen Kosten verbunden. Aus diesem Grund interessieren sich auch gerade die Banken für Ripple, da Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether derzeit oftmals noch sowohl hohe Transaktionskosten als auch lange Transaktionszeiten haben.

Ein weiterer Unterschied zu Bitcoin ist die Anzahl an verfügbaren Coins. 100 Milliarden XRP wurden bei der Einführung von Ripple erstellt und nach und nach auf den Markt gebracht. Bei jeder Transaktion von Ripple wird eine sehr geringe Menge an XRP unwiderruflich zerstört. Auf lange Sicht führt diese Eigenschaft dazu, dass XRP knapper wird, wovon die Besitzer profitieren. Nicht vorhersehbar ist der Zeitpunkt, ab dem alle existierenden Ripple Coins durch diesen Mechanismus zerstört sein werden. Möglich ist auch, dass die Gebührenordnung der Kryptowährung in der Zukunft angepasst wird, um das Protokoll noch länger nutzen zu können.

Bei Bitcoin ist die Anzahl von Coins hingegen auf 21 Millionen begrenzt. Diese werden erstellt und stehen dem Markt nach und nach zur Verfügung. Die Verknappung auf 21 Millionen BTC trägt dazu bei, dass Bitcoin zunehmend als Wertspeicher vergleichbar mit Gold angesehen wird und weniger für den täglichen Zahlungsverkehr geeignet scheint.

 

Ripple Kurs und Prognosen

Da Ripple sehr viele der XRP Token besitzt, ist die Bewertung des Unternehmens aktuell untrennbar mit dem XRP-Marktpreis verbunden.

Kürzlich hat die Kryptowährung XRP die psychologische wichtige Ein-Dollar-Marke übersprungen und notiert aktuell bei knapp 1,10 US-Dollar (12. Oktober). Das Jahreshoch lag Mitte April bei knapp zwei US-Dollar, Das Allzeithoch verzeichnete die Kryptowährung am 4. Januar 2018 bei einem Stand von 3,84 US-Dollar. Die offenen Rechtsstreitigkeiten lasten seit Jahren auf dem Kurs.

In den vergangenen Monaten war Ripple und damit auch die Kryptowährung XRP vor allem aufgrund des Rechtsstreits mit der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC in den Medien. Die Finanzaufseher unterstellen dem Unternehmen Ripple, dass die Währung als Wertpapier angemeldet hätte werden müssen. Sollte ein Urteil gegen Ripple gefällt werden, würde dies vermutlich den Kurs schwer belasten. Im Gegenzug stehen die Chancen gut für eine Kursrallye, wenn die Ermittlungen eingestellt werden. Denn derzeit lastet der Rechtsstreit immer noch wie ein Damoklesschwert über dem Kurs der Kryptowährung. Dies liegt auch daran, dass bis zur Klärung des Rechtsstreits einige große Börsen XRP von der Liste der handelbaren Kryptowährungen gestrichen haben.

Viele Investoren sind der Meinung, dass vor allem der anhaltende Rechtsstreit mit der SEC den XRP-Kurs in diesem Jahr unten hält. Aus charttechnischer Sicht ist der seit Jahresanfang verlaufende Aufwärtstrend intakt. Trotz der turbulenten Achterbahnfahrt beträgt das Kursplus rund 400 Prozent. Die von Tradern viel beachtetete 200-Tage-Linie (gleitender Durchschnitt der vergangenen 200 Tage) liegt aktuell bei 0,82 US-Dollar. Vorsicht ist geboten, wenn die Linie nach unten gerissen wird, das hätte erst mal weitere Kursverluste zur Folge.

Anders als bei Aktien, gibt es bei Ripple keine belastbare Fundamentalanalyse, die einen fairen Wert für Ripple beziffern könnte. Die Kursentwicklung ist sehr spekulativ und technisch getrieben. Es gibt verschiedene Berechnungsmodelle von Analysemodellen, die sich auf technische Indikatoren stützen. Allerdings sind solche Prognosemodelle mit Vorsicht zu genießen, da sie aus der historischen Entwicklung die künftig erwartete Kursentwicklung ableiten.

Die bei Krypto-Tradern viel beachtete Prognoseplattform CoinPriceForecast sieht bis Ende 2021 ein Kurspotenzial bis 1,65 US-Dollar. Für Ende 2022 liegt das technische Ziel bei 2,72 US-Dollar. Allerdings hatte die Plattform im Mai dieses Jahres noch ein Ziel von 5,35 US-Dollar für Ende 2021 ausgegeben. Das Beispiel zeigt, wie schnell und gravierend sich solche Prognosemodelle ändern können.

Kursentwicklung von Ripple über die letzten drei Jahre.

Quelle: tradingview.com

 

Kooperation von Ripple und Banken

Ripple hat mehr als 300 bestehende Kooperationen mit Finanzinstituten aus der ganzen Welt und damit mehr als jede andere Kryptowährung. Im Gegensatz zu Bitcoin wird Ripple daher auch oft “Bankenliebling” genannt, da es speziell für die Bedürfnisse der Finanzindustrie entwickelt wurde. Interessant ist für die Banken insbesondere die Möglichkeit grenzüberschreitende Zahlungen in Echtzeit mit sehr geringen Kosten anzubieten. Grundsätzlich konkurriert Ripple so auch gegen das in die Jahre gekommen SWIFT Netzwerk. SWIFT ist derzeit der Quasi-Standard was den globalen Inter-Bankenmarkt angeht. Zu den Banken, die mit Ripple kooperieren, gehören etwa die Bank of America, Santander, Royal Bank of Canada und UniCredit.

 

Wo kann ich XRP Ripple kaufen

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die Kryptowährung XRP zu kaufen. Die erste Variante ist, die Coins direkt bei einer Kryptobörse zu kaufen. In diesem Fall gehören Ihnen die Coins direkt und Sie können XRP auf ein beliebiges Wallet übertragen. Da XRP eine vergleichsweise etablierte Kryptowährung ist, wird sie auch auf einer Vielzahl von Kryptobörsen gehandelt. Jeder größere Handelsplatz bietet den Kauf / Verkauf von XRP an. Ein paar der zuverlässigsten Handelsplätze sind Binance und eToroX. Ebenfalls können Sie XRP über die Börse Stuttgart Digital Exchange als deutschen Anbieter direkt erwerben.

Eine noch einfachere und flexiblere Möglichkeit, an der Kryptowährung zu partizipieren, ist der Kauf über einen CFD-Broker. Hierbei schließen Sie mit einem Broker einen Differenzkontrakt. Hierzulande bietet zum Beispiel Etoro den Handel mit CFDs auf Ripple an.

Wer jedoch Kryptowährungen über CFD-Kontrakte kauft, besitzt die Kryptowährung nicht direkt, sondern partizipiert nur an der Kursentwicklung. Für viele Investoren ist daher sicherlich der direkte Erwerb von Coins vorteilhaft, da Sie auch wirklich die jeweilige Kryptowährung besitzen und auf einen Intermediär zur Aufbewahrung der Coins verzichten können.

Über den Autor Tim Stockschläger

Tim Stockschläger ist im Münsterland aufgewachsen und hat in Augsburg, Leipzig und Binghamton (New York State) Wirtschaftswissenschaften und Finanzen studiert. Schon im Studium haben ihn die internationalen Aktienmärkte und Produkte gereizt. Er ist seit 2007 Consultant und freiberuflicher Journalist für diverse Medien und Magazinen, insbesondere zu Finanz- und Blockchain Themen. Er arbeitete bis Ende 2017 als Analyst bei der Deutschen Bank. Seit 2018 berät und unterstützt er insbesondere Startups beim Marketing und bei der Finanzierung mit Security Token Offerings und Crowdfunding. Tim Stockschläger hat 2018/19 einen der ersten Security Token Sales in Europa begleitet und die Erfahrung davon inzwischen in einem Buch veröffentlicht. 

  Tim Stockschläger