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Auf einen Blick
  • Digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisor, erstellen Ihnen ein Wertpapierportfolio und kümmern sich um das Depotmanagement.

  • Im Hinblick auf das Portfoliomanagement gibt es grundsätzlich zwei Varianten: den rein passiven sowie den aktiven Ansatz.

  • Im Folgenden stellen wir Ihnen die besten Robo-Advisor mit passiver Vermögensverwaltung vor und zeigen die Unterschiede zur aktiven Vermögensverwaltung auf.
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Die sogenannten Robo-Advisor lassen sich in Anbieter mit aktivem oder passivem Investmentstil unterteilen. Während der aktive Robo-Advisor je nach Marktlage das Kapital der Anlegerdepots umschichtet und die Portfoliozusammensetzung nach der jeweiligen Marktsituation ausrichtet, hält der passive Robo die ursprüngliche Portfoliostruktur möglichst konstant. Das Marktrisiko hat keinen Einfluss auf die Gewichtung der Anlageklassen.

Der Vorteil des passiven Stils: Die Risikosteuerung ist weniger personal- und analyseintensiv. Dadurch entstehen für den Anleger in der Regel geringere Verwaltungsgebühren. Der Nachteil: Die relativ starre Anlagestrategie kann in volatilen Märkten keine Kurseinbrüche abfedern. Welche Variante langfristig besser performt, lässt sich allerdings pauschal nicht beantworten und darüber streiten sich die Experten.

 

Portfoliosteuerung der passiven Robo-Advisor

Robo-Advisor, welche die Portfolios rein passiv steuern, schichten die Depots zwar auch regelmäßig um. Allerdings erfolgt die Anpassung nach einem festgelegten Schema. Dabei können interne Schwellen als Richtwerte dienen.

Ein Beispiel: Bei einem ausgewogenen Portfolio beträgt die ursprüngliche Vermögensverteilung der Anlageklassen 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen. Angenommen, der Aktienmarkt läuft nun besser als der Anleihenmarkt. Dadurch steigt natürlich auch die Gewichtung des Aktienpakets innerhalb des Portfolios. Erreicht die Abweichung eine bestimmte Schwelle und liegt zum Beispiel zehn Prozent über der ursprünglichen Allokation (in unserem Beispiel also 55 statt 50 Prozent Aktienanteil), dann löst der Algorithmus ein Handlungssignal aus und der Robo stellt die ursprüngliche Gewichtung wieder her. Dabei werden Aktien verkauft und in Anleihen umgeschichtet, bis das Verhältnis wieder 50 zu 50 beträgt.

Dieses Zurücksetzen auf die Anfangsgewichtung wird in der Fachsprache auch Rebalancing genannt. Das Rebalancing kann nicht nur über einen definierten Schwellenwert erfolgen, sondern (zusätzlich) auch in regelmäßigen Abständen. Das bedeutet, der Robo überprüft etwa immer quartalsweise oder am Jahresende die Zusammensetzung der Anlageklassen und stellt die ursprüngliche Gewichtung wieder her. Auch bei Ein- und Auszahlungen wird das Rebalancing angewendet. Wenn Sie zum Beispiel Einzahlungen über einen monatlichen Sparplan tätigen, kann der Robo-Advisor mit dem Betrag diejenigen Anlageklassen zukaufen, die im Moment untergewichtet sind.

Sehen Sie auch unser Youtube-Erklärvideo, wie die Robo-Advisor genau funktionieren:


 

In welche Produkte investieren passive Robo-Advisor?

Robo-Advisor mit passiver Risikosteuerung legen das Geld ausschließlich in passiv gemanagten Indexfonds (Exchange Traded Funds – kurz ETFs) beziehungsweise Anlageklassenfonds an, bei Rohstoffen werden zum Teil auch ETCs verwendet.

Ein ETF bildet den zugrunde liegenden Index eins zu eins ab, zum Beispiel den Weltaktienindex MSCI World. Der entscheidende Vorteil von ETFs: Sie sind kostengünstiger als aktiv gemanagte Fonds. Während bei aktiven Fonds die laufenden Kosten bis zu zwei Prozent betragen können und zuweilen auch noch ein Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent anfällt, betragen die laufenden Kosten der ETFs im Schnitt nur circa 0,25 Prozent. Der Kostenvorteil wirkt sich positiv auf die Rendite aus. Allerdings können die passiv gemanagten Indexfonds immer nur so gut laufen wie der hinterlegte Index. Es ist also keine Überrendite (Outperformance) zum Gesamtmarkt möglich.

 

Qualitätskriterien für den Robo-Advisor-Test

Grundlage unserer Empfehlungen ist unser Performance-Vergleich, den wir im Sommer 2018 aufgelegt haben. Dabei haben wir drei fiktive Anlegertypen ins Rennen geschickt – mit defensiver, ausgewogener und offensiver Ausrichtung. Für diese drei Anlegerprofile haben uns die Robos jeweils ein Portfolio vorgeschlagen, für das sie uns die Wertentwicklung monatlich berichten.

Wie kommt unser Ergebnis der besten Robo-Advisor mit passiver Vermögensverwaltung aber nun zustande? Aus den rund 30 bei biallo.de gelisteten Anbietern haben wir diejenigen herausgefiltert, die ein rein passives Portfoliomanagement verfolgen. Als Kriterium dient nicht nur die Zwölf-Monats-Performance, sondern es werden auch längere Zeiträume berücksichtigt (max. fünf Jahre) – je nachdem, ob bereits eine entsprechende Historie vorliegt. Für die jeweiligen Top Drei in den einzelnen Strategien und Betrachtungszeiträumen haben wir Punkte vergeben: Drei Punkte für den ersten Platz, zwei für den zweiten und einen Punkt für den dritten Platz. Die Anbieter mit der höchsten Gesamtpunktzahl landen schließlich auf dem Treppchen.

Natürlich ist uns bewusst, dass es neben der Performance auch andere wichtige Kriterien gibt, die für Anlegerinnen und Anleger relevant sind. Dazu zählt etwa die Servicegebühr, welche die Vermögensverwaltung, Depotführung und Wertpapiertransaktionen abdeckt, als auch die Mindestanlage oder die Möglichkeit eines Sparplans.

Dennoch halten wir die Performancequalität für das wichtigste Kriterium, wenn es um die Entscheidung für oder gegen einen Anbieter geht. Die besten Robo-Advisor mit passiver Vermögensverwaltung sind zum Stichtag 30. Juni: Fintego, Raisin Invest und Ginmon.

 

Fintego

Fintego ist der der digitale Vermögensverwalter der European Bank for Financial Services – kurz Ebase. Die Mindestanlage beträgt 2.500 Euro einmalig oder 50 Euro monatlich. Die Vermögensverwaltungsgebühr staffelt Fintego nach dem Anlagevolumen. Unter 10.000 Euro werden 0,90 Prozent pro Jahr von der Anlagesumme berechnet. Ab 10.000 Euro sinken die Kosten auf 0,70 Prozent, ab 50.000 Euro auf 0,40 Prozent. Für Beträge ab einer Million Euro verlangt Fintego nur noch 0,30 Prozent vom Anlagevolumen. Die laufenden Kosten liegen im Schnitt bei 0,20 Prozent pro Jahr und werden direkt von den ETF-Emittenten einbehalten. Wie bei den anderen Anbietern auch, sind die Produktkosten somit schon in der Kursentwicklung berücksichtigt.

Gestartet ist Fintego 2014 mit fünf Anlagestrategien. Im Frühjahr 2021 sind fünf nachhaltige ESG-Strategien dazugekommen. Sobald eine einjährige Historie vorliegt, werden wir die ESG-Portfolios von Fintego auch in unserem Performance-Vergleich aufnehmen.

Strategie defensiv

Performance 1 Jahr
Performance 2 Jahre
Performance 3 Jahre
 9,72 %
 11,48 %
 17,81 %

In der defensiven Strategie "Ich will's konservativ" setzt Fintego zu 70 Prozent auf Anleihen-ETFs, zu 25 Prozent auf Aktien- und zu fünf Prozent auf Rohstoff-ETFs.

Strategie ausgewogen

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 16,13 %
 17,61 %
 25,03 %

Die ausgewogene Strategie "Ich will streuen" besteht zu 50 Prozent aus Anleihen-ETFs, zu 45 Prozent aus Aktien- und zu fünf Prozent aus Rohstoff-ETFs.

Strategie offensiv

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 32,76 %
 34,12 %
 44,16 %

In der offensiven Strategie "Ich will alles" besteht das Portfolio zu 90 Prozent aus Aktien- und zu zehn Prozent aus Rohstoff-ETFs.

Vorteile

  • Niedrige Servicegebühr bei hohen Anlagebeträgen
  • Fortlaufende Überwachung des Portfolios
  • Konstanter Top-Performer im Biallo-Vergleich
  • Relativ geringe Einstiegshürde (2.500 Euro einmalig oder 50 Euro monatlich)
  • Ausführlicher und gewissenhafter Onboarding-Prozess zur Ermittlung des Anlageprofils
  • Rein nachhaltige Geldanlage möglich
  • Eigene App für iOS und Android

Nachteile

  • Vergleichsweise hohe Gebühren bei niedrigen Anlagevolumina
  • Kein Gemeinschaftskonto oder Kinderkonto möglich
 

Raisin Invest

Der Robo-Advisor Raisin Invest gehört zum Zinsportal Weltsparen (vormals Weltinvest). Streng genommen handelt es sich bei Raisin nicht um einen Vermögensverwalter, sondern um einen Finanzanlagenvermittler nach Paragraf 34f der Gewerbeordnung (GewO). Raisin darf also das Geld der Anlegerinnen und Anleger nicht eigenständig verwalten. Die Musterportfolios beziehungsweise Anlagestrategien werden vom US-Kooperationspartner Vanguard zusammengestellt, dem nach Blackrock zweitgrößten Vermögensverwalter der Welt.

Raisin Invest zählt zu den sogenannten „Do-it-yourself-Robos“, da Kundinnen und Kunden ihr Risiko selbst einschätzen müssen. Eine Ermittlung des Anlageprofils bietet Raisin nicht an. Für Börsenneulinge ohne jegliche Vorkenntnisse ist der Robo-Advisor daher nicht zu empfehlen.

Die Vermögensverwaltungsgebühr beträgt für alle Anlagebeträge nur 0,33 Prozent pro Jahr. Auch die laufenden Kosten sind mit durchschnittlich 0,15 Prozent sehr günstig. Die Anlage ist bereits ab 500 Euro einmalig oder 50 Euro monatlich möglich.

Strategie defensiv

Performance 1 Jahr
Performance 2 Jahre
Performance 3 Jahre
 9,13 %
 12,71 %
 18,62 %

In der defensiven Strategie „ETF-R 30“ von Raisin besteht das Portfolio zu 30 Prozent aus Aktien und zu 70 Prozent aus Anleihen.

Strategie ausgewogen

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 15,81 %
 19,00 %
 25,80 %

Die ausgewogene Strategie "ETF-R 50" setzt zu 50 Prozent auf Aktien und zu 50 Prozent auf Anleihen.

Strategie offensiv

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 32,53 %
 34,43 %
 43,66 %

In der offensiven Strategie „ETF-R 100“ beträgt die Aktienquote 100 Prozent.

Vorteile

  • Geringe Gesamtkosten
  • Geringe Mindestanlage
  • Sparplan ab 50 Euro möglich
  • Konstant gute Performancewerte seit Auflage
  • Benutzerfreundlicher und transparenter Webauftritt
  • Eigene App für iOS und Android

Nachteile

  • Insgesamt nur vier Anlagestrategien
  • Rebalancing nur einmal im Jahr
  • Keine Risikoermittlung (Do-it-yourself-Robo)
  • Ausschließlich Produkte von Vanguard
  • Kein Gemeinschafts- oder Kinderkonto möglich
  • Keine rein nachhaltige Geldanlage möglich
 

Ginmon

Gegründet 2014, zählt der Frankfurter Robo-Advisor Ginmon wie Fintego zu den ersten Anbietern am Markt. Der digitale Vermögensverwalter investiert vermehrt in kleinere Unternehmen und konzentriert sich dabei auf unterbewertete Unternehmen. Die Anlageklassen werden nach dem Bruttoinlandsprodukt der jeweiligen Kapitalmarktregionen (Makro) gewichtet. Wie Fintegohat Ginmon im März dieses Jahres auch nachhaltige ESG-Portfolios aufgelegt. Insgesamt bieten die Frankfurter somit 20 Anlagestrategien (zehn konventionelle und zehn nachhaltige).

Ginmon erhebt als Vermögensverwaltungsgebühr eine All-in-Fee von 0,75 Prozent des Anlagevolumens. Die laufenden Produktkosten für die konventionellen Portfolios liegen im Schnitt bei 0,20 Prozent, für die ESG-Portfolio bei 0,24 Prozent. Eine Mindestanlage setzt Ginmon nicht voraus, monatliche Sparpläne sind ab 50 Euro möglich.

Strategie defensiv

Performance 1 Jahr
Performance 2 Jahre
Performance 3 Jahre
 9,07 %
 9,06 %
 15,33 %

In der defensiven Strategie („Portfolio 3") sind die Anlageklassen folgendermaßen gewichtet: 69 Prozent Anleihen, 26 Prozent Aktien, drei Prozent Rohstoffe und zwei Prozent Immobilien.

Strategie ausgewogen

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 18,37 %
 16,46 %
 22,91 %

Die ausgewogene Strategie („Portfolio 6“) besteht zu 55 Prozent aus Aktien, zu 37 Prozent aus Anleihen, zu fünf Prozent aus Immobilien und zu drei Prozent aus Rohstoffen.

Strategie offensiv

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 28,81 %
 23,45 %
 29,12 %

In der offensiven Strategie („Portfolio 9“) setzt Ginmon zu 80 Prozent auf Aktien, zu acht Prozent auf Anleihen, zu sieben Prozent auf Rohstoffe und zu fünf Prozent auf Immobilien.

Vorteile

  • Anlage bereits ab dem ersten Euro möglich
  • Benutzerfreundlicher und transparenter Webauftritt
  • Rein nachhaltige Geldanlage möglich
  • Zehn Risikoklassen und 20 Anlagestrategien
  • Fortlaufende Überwachung der Portfolios
  • Eigene Technologie zur Steueroptimierung
  • Gemeinschafts- und Kinderkonto möglich
  • Sparplan ab 50 Euro
  • Eigene App für iOs und Android

Nachteile

  • Überdurchschnittliche Gesamtkosten
  • Offensive Strategie derzeit nur im MIttelfeld
 

Welche weiteren Anbieter gibt es mit passiver Risikosteuerung?

Weitere interessante Testergebnisse finden Sie in unserem Artikel zu den besten Robo-Advisor 2021. Welche Robo-Advisor aktuell besonders gut performen, entdecken Sie in unserem monatlichen Performance-Vergleich für Robo-Advisor.

Über den Autor Gian Hessami

Gian Hessami ist freiberuflicher Finanzjournalist. Er schreibt unter anderem für „Börse Online“, „Euro am Sonntag“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)“ und das „Handelsblatt“ rund um das Thema Geldanlage. Dabei stehen die Perspektive des Anlegers sowie die Chancen und Risiken der Investments im Vordergrund. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004. Bei Investments fokussiert er sich auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Darüber hinaus hat er sich auf Derivate wie Zertifikate und Hebelprodukte, beispielsweise Optionsscheine und Knock-out-Papiere, spezialisiert.

  Gian Hessami