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Auf einen Blick
  • Fidelity Wealth Expert, Monviso und Vividam haben auf Zwölf-Monats-Sicht am besten performt.

  • Fidelity Wealth Expert verfolgt eine augewogene und übersichtliche Anlagestrategie.

  • Monviso investiert den Großteil seines Portfolios in Aktien, der Rest wird in Alternative Investments und den Geldmarkt angelegt.

  • Vividam beschränkt sich ausschließlich auf nachhaltige, ethische und ökologische Investments.
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Robo-Advisor sind in den vergangenen Jahren immer bekannter geworden. Das Kapital der Anleger wird über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen breit gestreut. Die Robos übernehmen für die Anleger die Auswahl der Vermögenswerte, die zu seiner jeweiligen Ausrichtung – etwa defensiv, ausgewogen und offensiv – passen. Das Prinzip: Je offensiver der Anleger, desto größer ist der Anteil der eingesetzten Aktienfonds. Und je defensiver, desto größer der Anteil der Anleihefonds. Zu einem kleinen Teil werden den Portfolios zudem häufig die Anlageklassen Immobilien und Rohstoffe beigemischt. Digitale Vermögensverwalter erheben deutlich weniger Gebühren für die Erstellung und auch für das Management der Portfolios.

Grundsätzlich lassen sich die Anbieter bei der Vermögensverwaltung in aktive und passive Robo-Advisor unterteilen. Aktive schichten zum Beispiel das Vermögen für die Kunden je nach Börsenlage um. Passive halten hingegen die ursprüngliche Depotstruktur möglichst konstant. In der Regel liegen die jährlichen Nebenkosten bei passiven Robos in etwa zwischen 0,5 und 1,0 Prozent. Für aktive Robos zahlen Anleger in der Regel mehr Gebühren als bei passiven Anbietern.

Im Folgenden haben wir uns zunächst die aktiven Anbieter etwas genauer angesehen, deren ausgewogenes Depot auf Zwölf-Monats-Sicht (Stichtag: 31. Mai 2021) die beste Performance lieferten. Darüber hinaus haben wir einen Blick auf die Vor- und Nachteile der Robos geworfen. Vorteilhaft sind beispielsweise die geringen Kosten, die digitale Vermögensverwalter für Depot-Management und Transaktionen verlangen. Ein anderes Qualitätskriterium ist die Höhe der Mindestanlagesumme: Je niedriger die Investmenthürde, desto geeigneter ist der Robo für Kleinanleger.

Info: Mensch und Maschine

Einige aktive Robo Advisor ermöglichen Strategien, bei denen menschliche Experten nachjustieren, wie etwa Fidelity Wealth Expert, der grüne Robo-Advisor Vividam oder der einzeltitelbasierte Online-Vermögensverwalter Solidvest. Wegen der Kombination aus Mensch und Maschine werden diese Anbieter auch als hybride Robo-Advisor bezeichnet.

✅ Fidelity Wealth Expert

Fidelity Wealth Expert ist der Robo-Advisor von Fidelity, eine der größten Fondsgesellschaften weltweit. Das ausgewogene Depot von Fidelity Wealth Expert (60 Prozent Anleihen, 40 Prozent Aktien) lieferte auf Jahressicht eine Performance von 19,95 Prozent. Zum aktiven Ansatz des Robo-Advisors gehört es, die besten aktiven Fondsmanager aus einem weltweiten Netzwerk einzusetzen. Das Vermögen der Anleger steckt also nicht – wie oft bei Robos – in passiven ETFs, sondern in aktiv verwalteten Fonds. Die Fondsexperten des Robos müssen dabei nicht zwingend bei Fidelity angestellt sein, sondern können auch zu Wettbewerbern gehören. Derzeit kümmern sich 29 Anlageexperten aus 17 Anlagegesellschaften um die Investitionen in die Märkte. Die Überwachung des Marktes erfolgt durch Algorithmen. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 0,55 Prozent der Anlagesumme, hinzu kommen jährliche Fondskosten von 0,66 Prozent.

Vorteile

  • Sieben Depots mit verschiedenen Rendite-Risiko-Profilen
  • Einsatz etablierter Asset Manager

Nachteile

  • Vergleichsweise hohe jährliche Nebenkosten durch den Einsatz aktiver Fonds
  • Relative hohe Mindestanlage von 5.000 Euro

✅ Monviso

Das ausgewogene Depot von Monviso (52,5 Prozent Anleihen, 41 Prozent Aktien, fünf Prozent Alternative Investments, 1,5 Prozent Geldmarkt) legte auf Jahressicht um 14,73 Prozent zu. Den Robo-Advisor führen der Schweizer Versicherungskonzern Basler und die Experten der DWS Investment, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank, gemeinsam. Das Anlegerkapital wird nicht nur durch Algorithmen gesteuert. Jederzeit überwachen 600 Investmentspezialisten der DWS den Markt und managen die Risiken der Monviso-Depots. Die insgesamt zwölf angebotenen Musterportfolios unterscheiden sich vor allem in der maximalen Aktienquote, die zwischen 25 und 100 Prozent beträgt und der maximalen Anlagequote in Alternative Investments. Zu den Alternative Investments werden aktive Fonds gezählt, die in Rohstoffe, aber auch Mischfonds investieren. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 0,69 Prozent des durchschnittlichen Depotbestands. Hinzu kommen jährliche Fondskosten im Schnitt von rund 0,50 Prozent.

Vorteile

  • Mindestanlage bereits ab 400 Euro möglich
  • Einsatz von ETFs und aktiven Investmentfonds

Nachteile

  • Vergleichsweise hohe jährliche Nebenkosten durch aktives Asset Management
  • Die große Auswahl der verschiedenen Portfolios geht auf Kosten der Übersicht. Die einzelnen Musterportfolios werden nicht genauer beschrieben.

✅ Vividam

Vividam ist als digitaler Vermögensverwalter bekannt, der mit aktiv gemanagten Fonds nach ökologischen und ethischen Gesichtspunkten in nachhaltige Assets investiert. Dabei können Anleger zwischen vier Risikoklassen auswählen. Das ausgewogene Portfolio (50 Prozent Aktien, 35 Prozent Anleihen, zwölf Prozent Mischfonds, drei Prozent Immobilien) erzielte auf Jahressicht eine Performance von 21,84 Prozent. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei 0,99 Prozent (zzgl. MwSt) des Depotvermögens. Hinzu kommen jährliche Produktkosten zwischen 1,35 und 1,79 Prozent.

Vorteile

Nachteile

  • Hohe Produktkosten
  • Rein aktiv gemanagte Fonds

Welche weiteren Anbieter gibt es?

Weitere interessante Testergebnisse finden Sie in unserem Artikel zu den besten Robo-Advisor 2021. Welche Robo-Advisor aktuell besonders gut performen, entdecken Sie in unserem monatlichen Performance-Vergleich für Robo-Advisor.

Über den Autor Gian Hessami

Gian Hessami ist freiberuflicher Finanzjournalist. Er schreibt unter anderem für „Börse Online“, „Euro am Sonntag“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)“ und das „Handelsblatt“ rund um das Thema Geldanlage. Dabei stehen die Perspektive des Anlegers sowie die Chancen und Risiken der Investments im Vordergrund. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004. Bei Investments fokussiert er sich auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Darüber hinaus hat er sich auf Derivate wie Zertifikate und Hebelprodukte, beispielsweise Optionsscheine und Knock-out-Papiere, spezialisiert.

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