Zur Begründung heißt es auf einem Informationszettel an einem Freenet-Laden:
„Der Verzicht auf Bargeld ist schonender für die Umwelt, hygienischer im Kontakt und sicherer für alle Beteiligten.“
Freenet hofft auf das Verständnis seiner Kundinnen und Kunden. Ob diese auf Bargeld verzichten oder lieber zu einem anderen Anbieter mit Bargeldzahlung wechseln, bleibt abzuwarten.
Handelskette Gravis schafft Bargeld ab
Apple-Fans wird Gravis ein Begriff sein. Die Handelskette hat 40 Verkaufsstellen in Deutschland, in denen sie nicht nur Apple-Produkte, sondern auch passendes Zubehör sowie Technik-Produkte anderer Marken anbietet.
Nachdem Gravis laut inside-digital.de im vergangenen Jahr ein neues Storekonzept ohne herkömmlichen Tresen zum Bezahlen getestet hat, setzt das Unternehmen jetzt auf mobile Terminals ohne Bargeldfach und Bondrucker. Bezahlen können Sie demnach nur noch mit Girokarte, Kreditkarte, Smartphone oder Smartwatch. Den Kassenzettel erhalten Sie anschließend per E-Mail.
Restaurant „Kuhmuhne" in Nürnberg verzichtet auf Bargeld
Der Geschäftsführer der beliebten Burgerbar „Kuhmuhne“, Simon Staudigl, erklärt, dass er Anfang 2023 ein neues Restaurant (Blumental) in Berlin eröffnet hat. In Berlin sei es in der Gastronomie Usus, nur noch bargeldlose Zahlungen zu akzeptieren. Dabei bedeutet die Abschaffung von Geldscheinen und Münzen für die Restaurants eine enorme Erleichterung.
Durch die Abschaffung des Bargelds müssen Restaurants kein Kassenbuch mehr führen. Das hat im Monat um die 20 Stunden Arbeit gekostet. Jetzt können Sie mit EC-Karte, Kreditkarte oder Debitkarte bezahlen. Außerdem wird die Bezahlung via PayPal über einen QR-Code angeboten.
Umsatzeinbrüche verzeichnet das Restaurant nicht. Bezüglich des Trinkgelds können Sie über das Bezahlsystem wählen, ob Sie acht, zehn oder zwölf Prozent Trinkgeld geben möchten. Auch ein individueller Betrag ist möglich, wie gar kein Trinkgeld zu geben. In Ausnahmefällen wird beim Trinkgeld noch Bargeld akzeptiert. Das Trinkgeld über die Kartenzahlung wird in der Kasse als Trinkgeld verbucht und am Ende des Monats im Ganzen an die Mitarbeiter ausgezahlt.
Zuvor hatte schon der Nürnberger Imbiss „Wurstdurst“ die Bargeldzahlungen abgeschafft. Der Besitzer wollte aufgrund des hohen Verwaltungsaufwands einen Zahlungsweg abschaffen. Als vergangenes Jahr das Kartenlesegerät ausfiel, war schnell klar, dass der Betreiber auf Kartenzahlungen nicht verzichten möchte. Da bei einer Befragung der Gäste herauskam, dass jeder eine Karte besitzt, fiel die Entscheidung gegen das Bargeld. Und selbst die vier bis fünf Prozent der Gäste, die das schlecht finden, zahlen trotzdem mit Karte. Neben der Kartenzahlung können Sie im Imbiss auch mit der App Satispay bezahlen.
Andere Länder setzen auf Kartenzahlung
In Deutschland ist Bargeld immer noch das beliebteste Zahlungsmittel. Laut einer Umfrage hat das damit zu tun, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher angeben, dadurch mehr Kontrolle über die eigenen Ausgaben zu haben. Der Trend des Cash Stuffing bestätigt diese Annahme. Dennoch setzen vorwiegend die skandinavischen Länder auf Kartenzahlungen.
Laut einem Bericht der Tageszeitung „Merkur“ gab es in Dänemark im Jahr 2022 keinen einzigen Bankraub. Der Grund dafür ist, dass es immer weniger Bargeld in den Filialen gibt. Schweden plant ab 2030 sogar komplett bargeldlos zu sein – als erstes Land der Welt. Dort zahlen schon Kinder ab sieben Jahren mit Debitkarten. Eltern überweisen das Taschengeld einfach auf die Karten der Kinder.