Auf einen Blick
  • Über 45 Prozent der Sparkassen bieten Ihren Kunden kein Festgeld an.

  • Rund 49 Prozent der regionalen Sparkassen haben jedoch die Zinsen für Festgeld in den letzten Wochen teils erheblich erhöht.

  • Wir erklären, welche Sparkasse die höchsten Zinsen bezahlt, warum nicht alle Sparkassenkunden gleich behandelt werden und wie Sie den besten Zins für Ihre Ersparnisse finden.

Die Sparkasse ist den meisten Verbraucherinnen und Verbrauchern aufgrund der vielen Filialen bekannt. Über 48 Millionen Girokonten führt die Sparkasse. Das ist beachtlich, denn das Girokonto der Sparkasse gehört zu den teuersten Bankkonten. Kostenlose Girokonten gibt es bei der Sparkasse so gut wie gar nicht mehr. Da bieten Direktbanken und Fintech Banken oft deutlich günstigere und attraktivere Kontomodelle, bei denen oft gar keine Kontogebühr anfällt. Dazu gehören die DKB, ING und die Raiffeisenbank im Hochtaunus.

Im Bereich der Geldanlage bieten die Sparkassen auch Festgeldkonten an. Allerdings wurden die Zinsen in den vergangenen Jahren immer weiter reduziert. Viele örtliche Sparkassen haben das Festgeldkonto eingestellt oder den Zins auf null Prozent gesenkt. Das hat sich im zweiten Quartal 2022 geändert. Bei immer mehr Sparkassen gibt es jetzt wieder ein Festgeldkonto. Einige davon haben interessante und marktübliche Konditionen. In diesem Ratgeber beleuchten wir die Festgeld-Landschaft der Sparkassen. Sie erfahren, welche Sparkasse die höchsten Zinsen bietet und warum Ihnen das möglicherweise doch nichts nützt.

Wichtiger Hinweis: Die in diesem Artikel veröffentlichen Konditionen entsprechen dem Stand 09.08.2022. Da sich derartige Konditionen sehr häufig ändern, sollten Sie zuvor immer die aktuellen Konditionen abfragen. Das geht beispielsweise über unseren Festgeld-Vergleich.

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Durch EZB-Zinsentscheid sind einige Sparkassen hinzugekommen

Die Europäische Zentralbank hatte am 21. Juli zum ersten Mal seit elf Jahren die Leitzinsen angehoben und den negativen Einlagensatz auf null gesetzt. Das hat nicht nur dazu geführt, dass sehr viele Banken und Sparkassen das Verwahrentgelt gestrichen oder auf null Prozent gesetzt haben. Auch einige Sparkassen haben sich dafür entschieden, ihren Kunden wieder ein Festgeldangebot zu unterbreiten. Unsere Auswertung zeigt, dass vom 1. Juli 2022 bis zum 9. August 2022 insgesamt 16 Sparkassen Festgeld eingeführt haben. Die durchschnittlichen Zinsen für einjähriges Festgeld sind im Juli von 0,11 Prozent auf 0,18 Prozent gestiegen. Allerdings lässt sich der Trend nicht verallgemeinern, denn im Gegensatz zum einjährigen Festgeld sind die durchschnittlichen Festgeldzinsen für zweijähriges und dreijähriges Festgeld leicht gesunken. 

 

Festgeldvergleich zeigt die besten Angebote

Auch als Kunde der Sparkasse sollten Sie unseren Festgeldvergleich nutzen. Hier schlagen wir Ihnen nur sichere Banken mit vergleichsweise hohen Zinsen vor. Wir möchten Ihnen einen transparenten Vergleich bieten. Deshalb sind in unserem Vergleich auch die Festgeldangebote der Sparkassen enthalten, die Sie in vielen anderen Vergleichen nicht finden. Sie sehen diese, wenn Sie Ihre Postleitzahl eingeben. Außerdem zeigt der Festgeldvergleich, bei welcher Bank der Ertrag für Ihre Ersparnisse aktuell am größten ist.

 

Das Regionalprinzip der Sparkassen als Problem

Sparkassen sind in der Regel kommunal organisierte Institute in öffentlicher Rechtsform. Sie sind angehalten, nachhaltig zu wirtschaften und langfristig für ein wirtschaftliches Gleichgewicht zu sorgen. Die Sparkassen sind selbstständig und werden dezentral nach dem Regionalprinzip geführt. Das bedeutet, dass die einzelnen Sparkassen Ihre Produkte in einer bestimmten Region anbieten. Mit ihrer Tätigkeit und dem erwirtschafteten Gewinn sollen die Sparkassen sich selbst und die Region stärken, in der sie tätig sind. Das hat nicht nur Vorteile: Als Kunde können Sie nur die Produkte Ihrer Sparkasse nutzen. Bietet eine Sparkasse in einem anderen Bundesland ein günstigeres oder besseres Produkt an, können Sie darauf nicht zugreifen. Das ist speziell bei den Festgeldern der Sparkasse ein Problem.

 

Knapp die Hälfte aller Sparkassen bietet Festgeld an

Da jede Sparkasse über die angebotenen Produkte selbst entscheiden kann, kommen nicht alle Kunden der örtlichen Sparkassen in den Genuss eines Festgeldangebotes. Wir haben uns bundesweit 365 regionale Sparkassen angesehen. Dabei haben wir festgestellt, dass 49,32 Prozent der Geldhäuser ihren Kunden ein Festgeldangebot unterbreiten. 47,67 Prozent bieten im Sommer 2022 noch kein Festgeld an und 3,01 Prozent schicken ihre Kunden sogar zu anderen Banken, damit diese dort ein Festgeldangebot abschließen. Wenn man bedenkt, dass unter den 180 Sparkassen mit Festgeldofferte einige Institute mit ansprechenden Zinsen sind, ist es umso verwunderlicher, dass andere Sparkassen offensichtlich kein Interesse am Geld der Kunden haben.

Nach unserer Statistik berechnete noch im Juni 2022 die Hälfte aller rund 370 Sparkassen ein Verwahrentgelt. In unserer Bankenumfrage haben große Institute wie die Hamburger Sparkasse (Haspa), die Nassauische Sparkasse (Naspa) oder auch die Frankfurter Sparkasse signalisiert, dass Sie das Verwahrentgelt streichen möchten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den negativen Einlagensatz spätestens im September auf null oder gar ins Positive setzt. Die Sparkassen haben Ihr Wort gehalten. Nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank haben nach unserer Erhebung alle Sparkassen die Negativzinsen gestrichen. Auch die Festgeldangebote zeigen, dass die Zinswende bei vielen öffentlich-rechtlichen Instituten bereits angekommen ist. 

Unsere Auswertung zeigt auch, dass alle von uns geprüften Sparkassen vor etwa einem Jahr noch kein nennenswertes Festgeldangebot unterbreitet haben. Vor einem Jahr wurden entweder gar keine Zinsen gezahlt oder symbolische 0,01 Prozent.

Sparkasse Festgeld – So viele Sparkassen bieten ein Festgeld

 

Festgeld-Konditionen sind sehr unterschiedlich

Leider kommen aufgrund des Regionalprinzips nicht alle Kunden der Sparkasse in den Genuss hoher Zinsen, was oft für Verärgerung sorgt. Unsere Studie zeigt, dass nahezu jede zweite Sparkasse mit einem Festgeldangebot von einem Jahr die Zinsen teils deutlich angehoben hat. So zahlt die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg sowie die Rheinhessen Sparkasse zum Stichtag 9. August 0,50 Prozent und die Stadtsparkasse Augsburg sogar 0,70 Prozent. Zum Vergleich: Laut Biallo-Index liegt der Durchschnittszins für einjähriges Festgeld derzeit bei 0,44 Prozent. Allerdings zeigt unser Festgeldvergleich, dass Sparer bei anderen Banken den doppelten Zins bekommen, beispielsweise bei der Klarna 1,45 Prozent für zwölf Monate.

Wohnen Sie in der falschen Region, müssen Sie bei der Sparkasse mit einem Minizins vorlieb nehmen. Denn gut jedes zweite Institut mit einem einjährigen Festgeldangebot bietet auch heute noch gar keine Zinsen oder symbolische 0,01 Prozent, sodass der Durchschnittszins aller Sparkassen nur bei 0,18 Prozent liegt.

Festgeldangebote der Sparkasse mit einem Jahr Laufzeit.

Bei zweijährigem Festgeld haben deutlich mehr Sparkassen die Zinsen in Höhe von ursprünglich 0,01 Prozent erhöht. Der durchschnittliche Zins liegt im Vergleich zum einjährigen Festgeld mit 0,37 Prozent doppelt so hoch wie beim zwölfmonatigen Festgeld. An den Marktdurchschnitt der auf biallo.de gelisteten Angebote mit 0,51 Prozent kommen die Sparkassen damit jedoch noch nicht heran.

Insgesamt 15 Sparkassen zahlen immerhin überdurchschnittliche Zinsen in Höhe von 0,60 Prozent und darüber. Die Sparkassen mit den höchsten Zinsen kommen aus Bayern und Rheinland-Pfalz. Die Sparkasse Ingolstadt Eichstätt offeriert zum 9. August 0,85 Prozent, die Stadtsparkasse Augsburg 0,90 Prozent und der Spitzenreiter Rheinhessen Sparkasse sogar 1,00 Prozent pro Jahr. Ohnehin täuscht auch hier eine Orientierung am Durchschnittszins, denn im Biallo-Festgeldvergleich beträgt der Höchstzins für zweijähriges Festgeld bei der Klarna 1,70 Prozent pro Jahr und liegt damit deutlich höher als beim Spitzenreiter der Sparkassen in Deutschland. Den aktuellen Festgeld-Spitzenreiter finden Sie tagesaktuell in unserem Festgeld-Vergleich.

Zinsen für Festgeld mit 2 Jahren Laufzeit

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Laufzeiten für Festgeld der Sparkassen nicht immer vorteilhaft

Offensichtlich ist den Sparkassen bewusst, dass wir uns gerade in einer Niedrigzinsphase für Guthaben befinden und die Erträge in den nächsten Jahren steigen werden. Tendenziell ist zu beobachten, dass die Sparkassen ihren Kunden vorwiegend langfristige Festgelder von vier und mehr Jahren anbieten. Über 90 Prozent der Sparkassen mit einem Festgeldangebot bieten eine Laufzeit von mehr als drei Jahren an. Dagegen können Sie gerade einmal bei reichlich acht Prozent Ihre Ersparnisse für einen Zeitraum von zwölf Monaten anlegen. Wir empfehlen, aufgrund der aktuellen Zinslage lediglich Festgeld für maximal zwei Jahre anzulegen. Außerdem sollten Sie nicht Ihr gesamtes Geld in eine Festgeldanlage stecken, sondern lieber nach der sogenannten Treppenstrategie Festgelder mit verschiedenen Laufzeiten abschließen. So können Sie von möglichen Zinssteigerungen profitieren.

Diese Laufzeiten bieten Sparkassen beim Festgeld an.

 

Wie sicher ist das Geld bei der Sparkasse angelegt?

Die Sparkassen-Finanzgruppe verfügt über ein eigenes Sicherungssystem. Dieses ist als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) anerkannt. Das Sicherungssystem der Sparkassen soll einen möglichen Verlust der Kundengelder von vornherein vermeiden und besteht aus den Sparkassenstützungsfonds der regionalen Sparkassen- und Giroverbände, dem Sicherungsfonds der Landesbausparkassen und der Sicherungsreserve der Landesbanken und Girozentralen. Aufgrund der gesetzlichen Einlagensicherung hat jeder Kunde gegen das Sicherungssystem einen Anspruch auf Erstattung seiner Einlagen bis zu 100.000 Euro.

Tagesgeld passt so ziemlich zu jedem Geldanlagekonzept

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Wer kann das Festgeld der Sparkasse nutzen?

Leider kommen Sie bei der Sparkasse in der Regel nur in den Genuss der Festgeldangebote, wenn Sie auch Ihr Girokonto bei der Sparkasse führen. Kunden anderer Banken können also von den Festgeldangeboten der Sparkassen nicht profitieren.

 

Wie sollten sich Kunden der Sparkasse jetzt verhalten?

Als Kunde der Sparkasse mit Interesse an dem Festgeldangebot sollten Sie sich nicht unüberlegt und langfristig binden. Da sich die Konditionen der regionalen Institute sehr stark unterscheiden und häufig ändern, ist zunächst ein Vergleich mit Angeboten anderer Banken sinnvoll. Vergleichen Sie also den von Ihrer Sparkasse angebotenen Zinssatz mit dem Spitzenreiter in unserem Festgeldvergleich. Nur so finden Sie heraus, wo Sie den größten Ertrag aus Ihren Ersparnissen erwirtschaften. Wichtig ist auch, dass Sie sich in der aktuellen Lage nicht länger als zwei Jahre an eine Bank binden.

Sie möchten keine Zinsänderung oder neue Marktentwicklung verpassen? Dann sollten Sie unseren Newsletter abonnieren, in dem wir Sie regelmäßig über neue Zinsangebote oder Gratisaktionen informieren. Auch die VR-Banken haben wieder Zinsen auf Festgeldanlagen eingeführt. Alle wichtigen Informationen erfahren Sie in einem ausführlichen Artikel auf biallo.de.

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Über den Autor Mike Belschner

Mike, Jahrgang 1971, ist Online-Redakteur und bringt seine Expertise bei biallo.de im Bereich Verbraucherthemen sowie in Ratgeber und Anleitungen ein. Er ist erst dann zufrieden, wenn der Leser die Lösung für sein Problem gefunden hat. Als Verkäufer, freier Autor, Unternehmer und erfolgreicher Gründer bringt er viel Erfahrung und “Internet-Geist” mit. 2016 gründete Mike das Verbraucherschutzportal onlinewarnungen.de, später verbraucherschutz.com, welches bereits 3 Jahre später zu den führenden Webseiten im Bereich Verbraucherschutz gehörte. Nach dem Verkauf des Projektes verstärkt Mike das Biallo-Team seit 2020. 

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