Diese Unternehmen stecken typischerweise in Moat-ETFs
Fazit: Qualitäts-ETFs möglichst nur beimischen
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Geopolitische Spannungen, eine träge Konjunktur und äußerst nervöse Anleger: Im aktuellen Umfeld suchen viele Anlegerinnen und Anleger nach stabilen sowie langfristig erfolgreichen Unternehmen. Genau hier setzen sogenannte Burggraben-ETFs an. Sie investieren gezielt in Konzerne mit einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil – im Fachjargon "Economic Moat" genannt. Börsen-Legende Warren Buffett ist für seine Vorliebe für solche Aktien bekannt. Seine Investmentfirma Berkshire Hathaway hält beispielsweise Beteiligungen an Coca-Cola, Apple oder American Express.
Was sind Burggraben-ETFs?
Burggraben-ETFs investieren in Unternehmen, die durch starke Marken, Patente und Netzwerkeffekte besonders schwer angreifbar sind. Der Begriff geht auf den US-Vermögensverwalter Morningstar zurück, der für viele dieser ETFs die Indexbasis stellt. Die Idee: Firmen mit einem "Burggraben" um ihr Geschäftsmodell erwirtschaften häufig stabile Gewinne, sind krisenresistenter und langfristig erfolgreicher als andere.
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Vorteile und Risiken der Strategie
Der große Vorteil: Unternehmen mit einem Economic Moat haben oft eine starke Preissetzungsmacht, können also steigende Kosten besser an ihre Kunden weitergeben. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten wie aktuell – mit schwacher Konjunktur in Deutschland und einer unberechenbaren US-Regierung – ist das ein Pluspunkt.
Allerdings gilt: Auch Burggraben-Unternehmen sind keine Selbstläufer. Viele der Titel in diesen ETFs stammen aus den USA, was zu einer starken Konzentration führen kann. Außerdem sind die Bewertungen dieser Aktien häufig hoch. Kommt es zu einer allgemeinen Marktkorrektur, können auch diese Kurse unter Druck geraten.
Die besten Burggraben-ETFs im Überblick
ETF / ISIN
Laufende Kosten pro Jahr
Performance 1 Jahr / 3 Jahre / 5 Jahre (kumuliert)
Replikation
Währung
VanEck Morningstar US ESG Wide Moat / IE00BQQP9H09
0,49 %
-2,57 % / 9,63 % / 55,21 %
physisch
USD
VanEck Morningstar Global Wide Moat / IE00BL0BMZ89
0,52 %
12,06 % / 20,34 % / –
physisch
USD
L&G Global Brands / IE0007HKA9K1
0,39 %
13,51 % / – / –
physisch
USD
VanEck Morningstar US Wide Moat / IE0007I99HX7
0,46 %
-2,92 % / – / –
physisch
USD
Frankfurter UCITS ETF Modern Value / LU2439874319
0,52 %
11,76 % / – / –
physisch
EUR
VanEck Morningstar US SMID Moat / IE000SBU19F7
0,49 %
-3,31 % / – / –
physisch
USD
Quelle: fondsweb.de, justETF.com; Stand: 5. Mai 2025
Diese Unternehmen stecken typischerweise in Moat-ETFs
Typische Vertreter von Moat-Unternehmen sind – neben den bereits genannten Konzernen – auch Microsoft, Johnson & Johnson, Visa, Procter & Gamble oder die Deutsche Börse. Sie alle verfügen über stabile Cashflows, eine starke Marktstellung und eine vergleichsweise konstante Nachfrage – auch in Krisenzeiten.
In den vergangenen zwölf Monaten war die Rendite des in der obigen Tabelle dargestellten L&G Global Brands ETF (ISIN: IE0007HKA9K1) besonders gut. Dieser erfolgreiche Moat-ETF enthält 81 Aktien der erfolgreichsten Unternehmen weltweit. Die zehn größten Positionen sind aktuell:
Berkshire Hathaway
Meta Platforms
Apple
Microsoft
Amazon
Alphabet A
NVIDIA
Broadcom
Tesla
Taiwan Semiconductor
Biallo Tipp
Auffällig ist, dass acht der zehn wichtigsten Positionen in diesem ETF auch zu den Top-10-Positionen des MSCI World Index gehören. Auch der L&G Global Brands ETF investiert überwiegend in US-Aktien. Diese machen einen stattlichen Anteil von 80,6 Prozent in dem Fonds aus (Stand: 31. März 2025). Investieren Sie also nicht zu viel Geld in einen solchen ETF, um ein Klumpenrisiko zu vermeiden.
Fazit: Qualitäts-ETFs möglichst nur beimischen
Burggraben-ETFs sind kein Allheilmittel, bieten aber eine interessante Strategie für Anlegerinnen und Anleger, die in unsicheren Zeiten auf Qualitäts-Aktien setzen wollen. Wer auf Unternehmen mit robustem Geschäftsmodell und solidem Wachstumspotenzial setzt, könnte gerade im aktuellen Umfeld profitieren.
Aber Vorsicht: Wie bei jeder Geldanlage sollten Anlegerinnen und Anleger die Streuung im Depot nicht vernachlässigen und neben Moat-ETFs auch andere ETFs und Anlageklassen hinzufügen. Dazu eignet sich zum Beispiel Tagesgeld und Festgeld. Die Bank of Scotland beispielsweise zahlt aktuell noch 3,50 Prozent aufs Tagesgeld.
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Saskia Weck ist Finanzredakteurin und Finanzanlagenfachfrau. Sie schreibt über die Themen ETFs, Fonds, Aktien, Anleihen, Rente, Altersvorsorge, Karriere sowie Geld und Familie. Sie kommt aus der Female Finance Branche und hat es sich zum Ziel gesetzt, dass sich jede:r unkompliziert Wissen über das Thema Finanzen aneignen kann.