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Der MSCI World deckt nur Industrieländer ab. Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien bieten jedoch langfristig eine höhere Rendite, zeigt jetzt eine Analyse von HQ Trust. Sie empfiehlt Anlegerinnen und Anlegern: 10–20 % in Emerging Markets investieren. Das steigert die Renditechancen. 

Er ist bei ETF-Fans der beliebteste Index: Der Weltaktienindex MSCI World dürfte sich mittlerweile in den Portfolios von Millionen ETF-Sparern finden. Dabei ist die Bezeichnung „Welt“-Aktienindex eigentlich irreführend: Denn der MSCI World bildet nur Industrieländer ab. Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien lässt der Aktienindex völlig außen vor. Anleger verzichten deshalb auf Rendite, wenn sie nur auf den MSCI World setzen. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Family Office HQ Trust. Wir sagen Ihnen, wie viel zusätzliche Rendite Schwellenländer bringen – und wie Sie davon profitieren können.

Emerging Markets bringen mehr Rendite 

Die Auswertung von Pascal Kielkopf, Kapitalmarktanalyst bei HQ Trust, zeigt: Seit 1988 haben Aktien aus Schwellenländern – sogenannte „Emerging Markets“ – im Durchschnitt eine deutlich höhere Rendite erzielt als Aktien aus Industrieländern. Kielkopf zeigt das mit einem Vergleich der Wertentwicklung des MSCI World und des MSCI Emerging Markets (siehe Chart). 

Schwellenländer schlagen Industrieländer 

Total Return Performance des MSCI Emerging Markets und des MSCI World 
Zeitraum Januar 1988 bis Januar 2026; Quelle: HQ Trust Research 

Der Chart betrachtet dabei die „Total Return Performance“, er berücksichtigt also neben Kursgewinnen auch Dividenden. Die Skala links bildet dabei die Vervielfachung des jeweiligen Indexstandes ab: Aus einem Euro, den Anleger 1988 in den MSCI Emerging Markets steckten, wurden demnach bis 2026 mehr als 32 Euro. Laut der Analyse legte der MSCI Emerging Markets in dem Zeitraum pro Jahr um zehn Prozent zu, der MSCI World dagegen nur um 8,5 Prozent. 

Schwellenländeraktien haben also einen klaren Renditevorteil gegenüber Industrieländeraktien erzielt. „Allerdings zum Preis deutlich stärkerer Kursschwankungen“, sagt Pascal Kielkopf. Das heißt: Die Kursausschläge nach oben und unten sind bei einer Investition in die Schwellenländer stärker. Und: Die Performance der beiden Regionen läuft in Zyklen: Oft haben jahrelang die Industrieländer die Nase vorne, dann wieder die Schwellenländer. 

Zehn bis 20 Prozent sollten Schwellenländer sein 

Fazit des Analysten: „Beide Regionen haben langfristig ihre Berechtigung im Portfolio.“ Wer bisher nur auf den klassischen MSCI World Index setzt, sollte daher überlegen, einen Teil seines Geldes auch in Aktien aus Schwellenländern zu investieren. Das gilt umso mehr, als „die Wachstumsdynamik in den meisten Schwellenländern auch in den kommenden Jahren über jener der Industrieländer liegen“ dürfte, meint Kielkopf. Der Analyst empfiehlt Anlegerinnen und Anlegern einen breit gestreuten Anteil von rund zehn bis 20 Prozent in Schwellenländer zu halten. 

Kielkopf steht mit dieser Auffassung nicht alleine da: Auch Volker Schilling, Vorstand und Gründer der Fondsgesellschaft und Vermögensverwaltung Greiff, glaubt, dass 2026 “in Schwellenländern die größten Chancen liegen”. Die Emerging Markets hätten “einen enormen Nachholbedarf und werden getrieben durch den schwachen Dollar”, so Schilling im Interview mit biallo.de (siehe Video). 

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Am einfachsten ist ein „echter“ Weltindex 

Wie investieren Anlegerinnen und Anleger am besten in Schwellenländer? Sie können neben dem MSCI World auf einen Schwellenländerindex setzen, etwa den MSCI Emerging Markets Index. Ein gängiges Beispiel für eine solche Strategie ist das „70-30-Portfolio", bei dem 70 Prozent des Kapitals in den MSCI World und 30 Prozent in den MSCI Emerging Markets fließen. 

Wem der Schwellenländer-Anteil von 30 Prozent zu hoch ist, kann auch eine geringere Gewichtung für den MSCI Emerging Markets wählen. Oder Anlegerinnen und Anleger investieren gleich in einen „echten“ Weltindex, der sowohl Industrieländer als auch Schwellenländer enthält. Das sind etwa der MSCI All Country World (ACWI), der MSCI ACWI IMI (IMI = Investable Market Index) oder der FTSE All World. Die folgende Tabelle zeigt ausgewählte ETFs auf diese Indizes. 

ETFs mit Schwellenländer-Anteil 

ETF ISIN 

Anteil Schwellenländer
am Index

Performance (in %)
1 / 3 / 5 Jahre 

iShares MSCI ACWIIE00B6R52259 

ca. 10 % 

6,23 / 53,95 / 71,71 

SPDR MSCI ACWI IMIIE00B3YLTY66 

ca. 9 % 

6,71 / 51,28 / 69,00 

Vanguard FTSE All-World IE00BK5BQT80 

ca. 10 % 

6,42 / 53,73 / 71,10 

Zum Vergleich:
iShares Core MSCI World 

IE00B4L5Y983 


0 % 


4,40 / 55,00 / 79,26 

Alle ETFs thesaurierend; Kurse in Euro; kumulierte Performance; Stichtag 9. Februar 2026; Quellen: MSCI, Justetf, Fondsweb 

Dabei macht die Tabelle deutlich: In den vergangenen fünf Jahren haben die Aktien von Unternehmen aus den Industrieländern offenbar besser abgeschnitten als die der Schwellenländer. Denn der „reine“ MSCI World performte über fünf Jahre in Euro gerechnet besser als die Indizes, die auch Schwellenländeraktien enthalten. 

Langfristig allerdings kann sich dieses Verhältnis auch wieder umkehren. Und: Die Beimischung von Aktien aus aufstrebenden Ländern wie China, Indien, Südkorea oder Brasilien hilft dabei, das eigene Portfolio breiter aufzustellen – und gleichzeitig die Chance auf eine langfristig höhere Rendite zu wahren.  

Über den Redakteur Andreas Jalsovec

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Hat als Redakteur in mehreren (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem beim Anlegermagazin Börse Online, bei der Münchner Abendzeitung, der Schwäbischen Zeitung und der Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Vor seinem Wechsel zu Biallo.de war er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung tätig.

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